Moin,
ich wollte auch mal einen Baubericht schreiben, was liegt also näher, wenn ich das aktuelle Projekt
nehme?
Ende der 60’iger ließ unsere Marine in den Staaten drei Zerstörer der „Lütjens“ Klasse bauen. Die Schiffe
bekamen die Namen „Lütjens“, „Rommel“ und „Mölders“. Sie waren vom Typ her Lenkwaffenzerstörer
und stammten von der amerikanischen „Charles F. Adams“ Klasse ab.
Schon Anfang der 60’iger kam es zu ersten Anfragen vom BMVg an die US Navy über die Kosten des
FK-Systems Tartar. Da Deutschland sich vermehrt auch an Atlantik-Aufgaben beteiligen sollte, vergrößerte
sich auch das Aufgabenspektrum, sodass man neue Schiffe, mit modernster Technik und vor allem
Lenkflugkörpern ausgerüstet, benötigte.
Die ersten Probleme traten schon bei der Planung auf, Deutschland war es nämlich nicht erlaubt Schiffe
mit einem größeren Deplacement als 3000 t zu bauen. Um diese Schiffe aber mit Lenkflugkörper, Artillerie,
U-Jagdwaffen und dem ganzen elektronischen Zubehör zu bauen, waren diese 3000 t zu wenig.
Zum Glück wurde 1961 einer Erhöhung der Wasserverdrängung auf 6000 t zugestimmt.
Da die Technik der Schiffe sehr komplex ist, wäre es beim Bau durch deutsche Werften zu Komplikationen
gekommen, zumal auch keine Erfahrungen mit dem Lenkflugkörpersystem „Tartar“ vorhanden waren. Im
Jahre ’63 wurden dann die Unterlagen des US Zerstörers DDG-18 „Semmes“ (ein verbesserter Typ der
„Charles F. Adams“ Klasse) eingeholt. Nach einigen Modifikationen, größeres Lazarett,
Bilgenwasser-Entölungsanlage, verbesserte Wohneinrichtungen, deutsche Funkausrüstung, deutsche
Kutter, teilweise andere Nav-geräte und deutsche Schiffssicherungsgräte(Lenkradschloss:D ), kam es
dann 1965 zur Auftragsvergabe an die amerikanische Werft Bath Iron Works in Bath/Main.
Name..................Kiellegung........Stapellauf......Indienst-Stellung......Außerdienst-Stellung
Lütjens (D 185)....01.03.1966......11.08.1967......22.03.1969................Ende 2003
Mölders (D 186)...12.04.1966.......13.04.1968......20.09.1969...............Ende 2003
Rommel (D 187)...22.08.1967.......01.02.1969......02.02.1970..............30.06.1999
Die drei Zerstörer wurden zweimal umfassend umgebaut. Im Zeitraum 1977 bis 1981 wurde die
Kesselanlage auf leichtes Heizöl(Diesel) umgerüstet und eine Brennersicherheitskette, keine eigentlich
Kette sondern eine optische und elektronische Überwachung der Kesselflamme, eingebaut. Des weiteren
wurde auf einen verbesserten Flugkörper umgerüstet und die Luftraumüberwachungsanlage wurde
modernisiert.
Beim weiteren Umrüsten, welches ca. 1986 abgeschlossen wurde, hat man die alte Rohrwaffenleitanlage
MK 68 durch die Anlage MK 86 ersetzt. Hierbei wurde das neue Radar SPQ-9 eingebaut und das alte
Geschützradar gegen SPG-60 getauscht. Bei dieser Umrüstung wurde auch das Deckshaus auf der Brücke
für die neue Waffenleitanlage sowie die OPZ umgebaut.
Das Magazin für den FK-Starter wurde so verändert das auch Seezielflugkörper vom Typ Harpoon
verschossen werden konnten. Entsprechend wurden die hierfür benötigten Steuer- und
Programmiergeräte eingebaut. Weiterhin baute man eine neue ELOKA-Anlage vom Typ FL 1800 und
Düppelwerfer SRBOC ein.
Mitte der 90er Jahre wurde dann, mit Verspätung, die Nahbereichsflugabwehranlage vom Typ RAM mit
21 Flugkörpern je Starter eingebaut.
Bewaffnung:
Artillerie 127mm Kanone 2 x 127mm vollautomatische Einzeltürme L/54, MK 42 Mod.10. 2 Mann Turmbesatzung.
Die max. Schussfolge liegt bei ca. 32 bis 36 S/min., das zugehörige Feuerleitradar ist SPG-60 (auf dem
Brückenaufbau). Die max. Reichweite liegt bei ca. 23,8 Km. Das Geschützgewicht, mit Unterbau,
liegt bei ca. 63t.
Eingeführt wurde das Grundmodell 1953.
20mm MaschinenkanoneTyp Rh-202 der Fa. Rheinmetall.
Sie wurde erst in den 90er Jahren eingebaut und dient der Eigenverteidigung. Diese Kanone hat man
von den Landungsbooten der Klasse 520, Butt-Klasse, abmontiert.
Die Schussfolge beträgt max. 1000 S/min, horizontale Reichweite max. 7000m.
Dieses Modell ist ebenfalls als Bordwaffe des Schützenpanzers Marder zu finden.
Flugkörper Starter MK 13 Mod. 0
SM-1 – Flugabwehr
Harpoon Seeziel1 Starter MK 13 Mod. 0 für Tartar bzw. SM-1 Flugkörper (=
Standard
Missile 1)
Bei der US Navy wird der FK als SM-1 MR (=
Medium
Range) bezeichnet.
Weiterhin können von dieser Anlage auch Seezielflugkörper vom Typ Harpoon verschossen werden.
Im Ringmagazin unterhalb des Starters können max. 40 FK gelagert werden. Eine Mischung SM-1 und
Harpoon ist im Verhältnis 30 zu 8 FK möglich. Zwei FK, ohne Gefechtskopf und Antrieb und mit
blauer Farbe kenntlich gemacht, sind mit Elektronik ausgerüstet um das Waffensystem abzugleichen.
Die übliche Zuladung besteht aus 28 SM-1, 8 Harpoon, 2 Testflugkörper und zwei leere Zellen.
Der Grund hierfür liegt darin, dass die einzelnen FK leichter gewartet werden können, wenn es mehr
Bewegungsfreiheit im Magazin gibt.
Feuerleitradar/Zielbeleuchter ist das SPG-51 (zweimal), beide Geräte stehen überhöht hinter dem
achteren Schornstein.
Nahbereichsflugabwehr RAM2x21 Zellen Startgeräte für den Nahbereichsflugabwehrkörper RAM (
Rolling
Airframe
Missile), es handelt
sich hierbei um ein Fire-and-Forget FK. Das 127mm FK wiegt 73 kg und trägt einen 11,3 kg schweren
Gefechtskopf. Ihr Wirkungsbereich liegt im Bereich von ca. 6 Km. Die Erfolgsaussichten mit einem FK RAM
einen angreifenden FK auf optimaler Entfernung zu vernichten, liegt bei ca. 85%. Bei einem Salveneinsatz
steigt die Vernichtungswahrscheinlichkeit auf ca. 95%.
U-Boot Abwehr ASROCK(
Anti
Submarine
Rocket)
Das System besteht aus einem kastenförmigen Achtfach-Startgerät MK 16, mit einem Gewicht von 22 t
und in ihm gelagerten Raketen. Diese Raketen sind zweigeteilt, sie bestehen aus dem Waffenträger, der
Rakete, und dem auf sie aufgesetzten U-Jagdtorpedo, u.a. der amerikanische Typ MK 46 (40kt, 3km).
Das Gewicht einer Einheit beträgt 454 kg, die Länge liegt bei 4,6m. Die max. Reichweite liegt bei ca. 9 km.
Technische Merkmale:Verdrängung:....................max. 4717 t
Typverdrängung:...............3370 t
Einsatzverdrängung:.........4544 t
Länge Wasserlinie:............128,10 m
Länge über alles:...............134,48 m
Breite:................................14,38 m
Tiefgang:............................4,50 m
Einsatztiefgang:.................4,70 m
mit Sonar:...........................6,40
Leistung:............................51.520 KW
Überleistung:......................52.256 KW
Geschwindigkeit:................34 kt ca. 63 Km/h
Brennstoffvorrat:................936 m³
Fahrstrecke (SM:kt):..........4500:20
Besatzung:.........................334
Soviel zur Geschichte und zur Technik, das alles und noch viel mehr steht im Heft
„Schiff Profile – Rommel und ihre Schwesterschiffe“.
Gute Informationen, vor allem super Bilder bekommt man auf der Internetseite
www.d-186.de, von Carl Groll zusammengestellt.
Der Sohn meiner Frau, Stiefsohn hört sich blöd an:D , war 2001 auf der Mölders stationiert und er wollte
sie unbedingt als Modell haben.
Leider kam er irgendwie nicht weiter und übergab mir den Rohbau.
Durch das Board bin ich dann auf die Idee gekommen, dass ganze in ein Diorama zu setzten

und Murdock
mit seiner Tirpitz

brachte mich dazu den Bausatz etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Der Bausatz ist von ca. 1997 und stellt das Schiff im Bauzustand Anfang der 80’iger Jahre dar.
Also fehlen die RAM-Starter, die 20mm Maschinenkanonen und der Decksaufbau über der Brücke ist falsch
und die Offiziermesse ist zu kurz und falsch dargestellt. Die Form des Mitteldecks achtern am FK-Starter
ist auch falsch und die Antennenanlage ist ungenau.
Ansonsten ist der Bausatz schön detailliert und sauber gearbeitet.
Trotzdem habe ich mir für ein paar Sachen noch PE-Teile besorgt. Da es für die „Lütjens“ Klasse keine
Sets gibt, habe ich die PE-Sets für Zerstörer der US Navy genommen.
Unter anderem sind es folgende Sets:
Modern USN/JMSDF Warship und
Anchors & Chains von GMM
20mm Guns von WEM
Naval Figures painted von Eduard
Ships railing von Aber, die werde ich aber nicht als Reling einsetzten, wenn überhaupt
Wie ihr sehen könnt ist der Bausatz auch für andere Schiffe gedacht, da man ca. 39 Teile nicht benutzten
soll.

So das war's für heute, die Bilder und der Bericht folgen dann morgen, wenn ich vorm Nachtdienst noch dazu komme.