Hallo liebe Leute!
Tjaaaa, was soll ich da bloß schreiben?
> Damit fing ursprünglich der Bericht, den ich mit dem Fotos eingeschickt hatte an, und die Frage stell ich mir grad wieder, aber aus einem anderen Grund: Wenn ich sehe, welch eine Arbeit andere in ihre Modelle gesteckt haben, hab ich wirklich ein schlechtes Gewissen, weil ich die Kiste fast oob gebaut und mein Augenmerk auf das Finish gelegt habe. Ich beruhige mich ein wenig mit dem Gedanken, daß euch der Kleine ja trotzdem gefiel. Hier also der eigentliche Bericht: <
Zuerst die Frage, die ich mir dann auch noch öfter beim Bau gestellt habe: Warum hab ich mich überhaupt für diesen Winzmaßstab angemeldet? Was hat mich da geritten? Normalerweise ist ja 1/35 oder 1/24 mein Revier.
Um nicht völlig die Nerven zu verlieren ging ich erstmal auf die Suche nach einem geeigneten - sprich: rundum-sorglos-Bausatz. Meine Wahl fiel dann auf den Revell T-72 M1, der lt. diverser Berichte offenbar unkritisch beim Bau ist. Auf Zurüstteile habe ich verzichtet, weil z.B. die Ätzteile von Eduard zum einen mehr als doppelt so teuer wie das Modell selbst sind und es mir zum anderen ganz ehrlich zuviel Fummelei gewesen wäre.
Insofern stellt dieser Bau für mich in mehrerlei Hinsicht Neuland dar: Der erste 1/72er seit bestimmt 30 Jahren und der erste Russe (den ich dann auch noch in finnischer Version baue...).
Zum Bau selbst gibt es kaum was zu sagen; der Bausatz ist von der Winzischkeit mal abgesehen wirklich unkritisch und wurde auch tatsächlich oob gebaut. Ok, bis auf folgende Kleinigkeiten:
- Aufbohren/ausfräsen der Auspufföffnung:

- Aufbohren der Scheinwerfer und füllen derselbigen mit klarem 2K-Kleber:

Wobei ich mir das echt hätte schenken können, da der rechte Scheinwerfer ohnehin dunkel ist (Nachtsicht) und der rechte mit einer Abschirmung versehen ist (die ich aus Alufolie nachgebaut habe), so daß man letztendlich von den Linsen fast nix sieht.
- Aufbohren der Schäkel und Verwendung von echten, 0,45mm-Stahlseil als Abschleppseil:


- Aufbohren der bei der finnischen Version nicht benutzten Halterungen der Reserve-Treibstoffässer am Heck mit 0,2mm-Bohrer. Das war aber auch unnötig, denn man sieht es hinterher nicht mehr, daher hab ich es mir bei den letzten beiden Halterungen geschenkt, nachdem es mich den ersten Bohrer gekostet hatte...

- Andeuten der vorderen Halterung des Abschleppseils durch ein paar Plastikprofile und Draht

- Antenne aus gezogenem Gießast
Die Lackierung erfolgte mit Tamiya-Farben; grundiert wurde mit XF-69, dann eine Schicht XF-13 für den dunkleren Grünton. Die schwarzen Tarnflecken wurden mit XF-69 auflackiert, die helleren mit einer Mischung aus XF-58 mit 10 % XF-57, was anhand von Vorbildfotos recht gut passt.
Die Tarnflecken habe ich mit dem Pinsel lackiert, da beim Original hier scharfe Farbgrenzen waren und mir die Abkleberei bei dem Winzling echt zu nervtötend gewesen wäre. Anschließend wurden die Grundfarben noch mit jeweils etwas aufgehelltem Grundlack mit der Airbrush vorsichtig etwas schattiert.
Nach dem obligatorischen Glänzer-Auftrag folgte noch ein leichtes Washing und ein gaaanz dezentes Trockenmalen mit Ölfarben, danach Mattlack von Model Master. Zum Schluß noch die Detailbemalung u.a. der diversen Scheinwerfer und etwas Verschmutzung mit Pastellkreide.
Die Ketten wurden mit Model Master Auspuff Metall grundiert, mit Ölfarben-Washings verschmutzt, die Spur der Laufrollen mit einem dunkleren Metallton lackiert und zum Schluß mit einem weichen Bleistift die blanken Stellen angedeutet.
Der Baumstamm am Heck wurde mit XF-57 Buff grundiert und dann mit Ölfarben und Pastellkreiden auf etwas entfernt holzähnliches getrimmt.
ÜBRIGENS: Ein Riiiesenlob an die lieben Service-Leute von Revell, die mir einen von der Pinzette auf Nimmerwiedersehen verschwundenen Nebelwerfer innerhalb von 4 Tagen auf meinen Anruf hin kostenlos zugesandt haben! Ganz große Klasse, Revell!!!
Fazit:
Interessant die Erfahrungen beim Bau, so z.B. daß mir für 1/72 irgendwie das Farbgefühl abhanden geht. Zumindest kann ich hier Effekte absolut nicht abschätzen; ich hab die Farben letztendlich viel stärker aufgehellt, als ich das in 1/35 gemacht hätte. Soweit zum Thema Maßstabsfaktor.
So ein klein bißchen war es auch wie eine Zeitreise, weil ich diesen Maßstab wie gesagt seit frühen Jugendjahren nicht mehr gebaut habe.
Kurz und gut: Es hat ehrlich gesagt wirklich Riesenspaß gemacht, diesen Winzling zu bauen, auch wenn der Maßstab auf Dauer nix für mich wäre.
Schöne Grüße

Klaus