Hi Leute
Nach jetzt fast einem Jahr Bauzeit ist mein "PILOT" fertig geworden.
Vor ca. 2 Jahren bin ich wieder in den Modellbau eingestiegen und hab direkt am MB Contest Schiffe 2006 teilgenommen. Das Endergebnis hat mich angespornt weiter und vor allem tiefer in den Modellbau abzutauchen.
Ätzteile haben es mir sehr angetan und nach dem Contestmodell wurde die Baltimore in 1:700 gebaut mit Ätzteilen.
Aber immer dieses Grau.....
Auf der Suche nach einem zivilen Modell, Frachter und Arbeitsschiffe aller Art bevorzugt, landete ich bei dem Bausatz "Hawaiian Pilot" von Revell im Maßstab 1:380. Ein Modell mit wohl nicht allzukurzer Geschichte. Als USS Burleigh war es wohl schon im Handel und beruht auf einem Modell aus den Fünfzigern des vorigen Jahrhunderts.
Hier das Kartonbild:

Auf Grund des Alters hatte ich wärend des Baus mit einigen Auswurfmarken zu kämpfen. Irgenwie waren die überall und nirgens aber immer da wo sie direkt auffallen ohne Nachbearbeitung.

Allein auf dem Hauptdeck waren um die 14 Marken. Alle wurden mit TamiyaPutty verfüllt und verschliffen.
Auch um mich im Umgang mit Ätzteilen zu üben, war der Bau des Schiffes geplant. Somit musste die an allen Decks angegossene Reeling entfernt werden. Es wurde Platz geschaffen für die Ätzteile: Reelings+Leitern von WEM PE 4001 in 1:400 und das O-Ring Platinchen von L'Arsenal. Die WEM-Platine ist wirklich ALLERFEINST und ihr Geld absolut wert. Nach dem Entfernen der PlastikReeling stellte sich heraus, daß der Bug zu niedrig für die ÄtzteilReeling ausfiel. Ich habe den Bug mit einem Plastruct-Profil erhöht. NEbeneffekt war der dann vorhandene Platz um die Löcher für die Festmachleinen mit einem Handbohrer 0,5mm auszubohren. Das aufgesetzte Profil erkennt man deutlich auf dem folgenden Foto.

Die "Ankerkette" des Bausatzes wurde durch eine Gliederkette aus dem Eisenbahnmodellbau ersetzt. Um sie richtig durchlaufen lassen zu können, wurde das Deck entsprechend aufgebohrt wie auch die Ankeraufnahme am Bug. Die Kette läuft von den Winschen bis zum Anker durch. Der Flaggenmast wurde wiederum durch ein Profilteil von Plastruct ersetzt. Für den Knubbel wurde das Profil erwärmt und geformt. Nicht nur das angegossene Tau auf dem Bug sondern auch die anderen von Revell "aufgeschlossenen" Tampen waren mir zu "flach". Es wurden alle Tampen weggeschliffen und durch eine mit EddingTinte aus der Nachfüllflasche eingefärbter geflochtener Angelschnur ersetzt. Selbige habe ich für das komplette Rigging der Ladebäume verwendet.

Um das Rigging entsprechend anbringen zu können, wurden alle komischen Knubbel an denen man laut Bauanweisung das Rigging ansetzen soll entfernt. Die Befestigungs- Durchlaufpunkte des Riggings wurden mit O-Ringen aus dem O-Ring Set von L'Arsenal erstellt.

Bei 16 Ladebäumen und jeweils 3 anzubringenden O-Ringe in 1:400 brauchte es viel viel RUHE.....
Auch nach längerer Suche im Internet konnte ich jedoch keinen genauen Gesamtplan für das Rigging finden. Daher kann es den ein oder anderen Fehler in meiner Interpretation geben.
Die Enden des Riggings wurden teilweise um vorhandene Poller gelegt oder nach dem Durchführen auf Deck aufgeschlossen.

Die Decks der Aufbauten wurden natürlich auch der Plastikreeling beraubt. Die "Niedergänge" des Bausatzes ähneln eher Rolltreppen in einem Kaufhaus und ich war erneut glücklich die Ätzteile von WEM verbauen zu können.

Um den Austausch der Stützen zwischen den einzelnen Decks kam ich nicht herum oder hätte es versuchen müssen die dem Bausatz beiligenden "runden" Stützen wirklich RUND zu bekommen. Also wieder Profile verbaut. Das genaue Ablängen der ca. 60 Stützen war wieder eine Arbeit um ein Fleiskärtchen zu bekommen

Ein weiterer Mangel am Bausatz ist die Teilung der Aufbauten in der Mitte zwischen zwei Decks. Es entsteht immer eine Naht die teilw. kaum mehr erreichbar ist um sie entsprechend verspachteln und schleifen zu können.
Die Abdeckplanen der Beiboote waren mit "Seilen" in den Abmessungen von Stahlträgern (maßstäblich

) festgezurrt. Dies entsprach nicht meinem ästetischen Anspruch und somit wurde wieder ein wenig Schleifpapier verbraucht. Die Seile wurden mit geflochtener Angelschnur dargestellt. Die Knoten an der Plane entstehen automatsich, wenn die Enden der Schnur kurz erwärmt werden.

Ein wichtiges Detail, wie ich finde, ist der Schornstein, da er ein sehr markantes Teil ist. Hier wurden die Leitern ersetzt und das im Bausatz nicht vorhandene "Endrohr" scratch gebaut. Es wurde aus einem 4mm Alurohrstück, wessen Enden angeschliffen und somit verjüngt wurde erstellt. Entsprechend schräg abgelängt und verbaut.

Das Radar wurde aus der Restekiste und Profilen scratch gebaut. Man kann an den Querträgern des Mastes die Endpunkte des Radio-Riggings erkennen. Die Hauptleitungen sind aus mit EddingTinte gefärbtem dünnen Kupferdraht. Die 4 AntennenLeitungen sind aus einer 0,03mm monofilen Angelschnur. Natürlich mit EddingCoating


Das Modell wurde ausschließlich mit TamiyaFarben airbrush lackiert.
Auch wenn ich das ein oder andere Mal über den Hersteller des Modells öfters aber über mich selbst geschimpft habe, konnte ich viele Erfahrungen sammeln. Der Umgang mit den Ätzteilen ist nun nicht mehr so ein Angang. Die ersten Versuche Farben nach meinen Vorstellungen anzumischen waren auch erfolgreich. Das ein oder andere hätte besser/genauer sein können aber für einen Testshot bin ich mit mir ganz zu frieden. Erste Schritte/Versuche mit Washing/Alterung unter Verwendung von Ölfarben endeten auch in verschmerzbaren Kleinkatastrophen. Aber eben solche wieder zu kaschieren, auszumerzen oder einfach zu überbauen sind ja auch Herausforderungen beim Modell-Zusammen-Kleistern. Da ich mich nicht (noch nicht?) als Nietenzähler, auf die Sekunde genau den Bauzustand darstellen Wollender (wers mag solls tun, verurteilen tu ichs nicht) möcht ich sagen:
Es ist mir meinen Möglichkeiten entsprechen aber sehr nah an meinem Ideal gelungen.
Auf zum Nächsten Projekt: Hasegawa Soya Antarctic Observer Limited Edition inkl. PeTeile.
Abschließend noch ein paar Gesamteindrücke des Modells.

