Hallo liebe Leute,
hier nun also auch mein Bericht zum "großen" C-Modell.
Mir war schon bei der Festlegung auf den Ariete klar, daß das nicht unbedingt ein attraktives Fahrzeug wird. Schon das Original ist gnadenlos oliv über alles, incl. Werkzeuge, Ersatzkettenglieder etc. Zudem sind Verschleißspuren wie Lackabplatzer hier völlig unangebracht, da die Panzer erst ab 1997 gebaut werden und top gepflegt sind. Trotzdem gefällt mir das Original von der Form her unheimlich gut, und ich war wirklich überrascht, daß es das Modell überhaupt ins Finale geschafft hat, da es doch insgesamt eher etwas trist wirken mag.
Nun also zum eigentlichen Bericht:
Der C1 Ariete gefiel mir schon auf den ersten Blick und die im Board gezeigten Modelle von panzerchen und Maeks haben mich dann auch zum Kauf verführt. Zusätzlich hab ich mir noch den Fotoätzteilesatz von Lion Roar gegönnt. So hat man für knapp 22 Euro (13 für das Modell und 9 für die Ätzteile) eine hervorragende Basis für ein Modell.
Nachdem die Contest-Regeln veröffentlicht wurden, habe ich zunächst mit dem Chin. 120mm-Panzerjäger geflirtet, der aber aufgrund der Regeln nicht ins Raster fiel, so daß ich auf den C1 ausgewichen bin. Das Modell wurde also nicht eigens für den Contest gekauft.
Große Probleme waren aufgrund der schon geschilderten Erfahrungen beim Bau nicht zu erwarten, und ein Vergleich mit Vorbildfotos aus dem Web zeigte, daß Trumpeter wirklich hervorragende Arbeit geleistet hat. Somit verlief der Bau weitgehend oob (natürlich unter Berücksichtigung der PE-Teile).
Da mir sonst nix weiter zum Schreiben einfällt, hier einfach ein Baubericht zum C1:
Ich beschränke mich weitgehend auf Besonderheiten oder Ergänzungen, da der Bau an sich völlig problemlos und unspektakulär vonstatten ging.
Die Passgenaugkeit war wirklich exzellent; Spachtelarbeiten beschränkten sich auf etwas Feinkosmetik an ein paar Sinkstellen am Laufwerk und Turm sowie auf eine wenige sichtbare Auswerfermarken:


Beim ersten Foto sieht man, daß Trumpeter auch das Laufwerk top umgesetzt hat, obwohl man später praktisch nichts mehr davon sieht.
Als erstes PE-Teil was das Lüftergitter in der Motorabdeckung dran. Hier sieht man, wie superfein das gute Stück geätzt wurde; es sind zwei aufeinanderliegende Ätzteile:

Beim Verkleben ist äußerste Vorsicht angesagt; ich habe an den Rändern mit einem dünnen Drahtrest vorsichtig Sekundenkleber aufgebracht:

Zum Ausschneiden des Bausatzteils hat sich ein Kreisschneider bestens bewährt; es waren nur minimale Schleifarbeiten nötig:

Zum Teil übertreibt Lion Roar etwas mit der Kleinheit der Teile; diese Winzlinge wollte ich mir dann doch nicht antun

und hab die Befestigungsschrauben einfach mit Draht angedeutet:

Bei den Halterungen der Abschleppseile wurden die Schrauben, da diese deutlich größer sind, mit 6-Kantprofil aus Polystyrol (von Rai-Ro) gemacht:

Nach einer Idee, die ich von panzerchen abgeguckt habe, wurde eine Spax-Schraube als Gegengewicht ins Rohr geklebt, so daß die Beweglichkeit gegeben ist, ohne daß das Ding immer runterfällt:

Die Qualität der Lion Roar-Teile ist wie gesagt sehr gut; ein Beispiel sind diese schönen Verschlüsse, die aus drei Teilen bestehen und im Prinzip sogar beweglich sind:
Die Vorgehensweise:
Das erste Teil wird mit einer Flachzange zweimal geknickt:

Das Loch wird sicherheitshalber mit einem 0,45mm-Bohrer von Hand aufgebohrt, da dann die weitere Montage leichter geht:

Dann wird der Verschlußbügel leicht aufgebogen, eingehängt und wieder zugedrückt:

Und fertig:


Ebenfalls interessant, das Teil im Turmstaukasten:

Die einzige wirkliche Ergänzungen von mir ist diese Leitung am Turm aus Kupferdraht und Alufolie:

Die Lafettenringe bestehen aus dickeren PE-Teilen, die der Stabilität wegen verlötet wurden:

Ein interessanter Gimmick von Trumpeter ist die Möglichkeit, die Befestigungsbolzen der vorderen Turmpanzerung

durch einzelne, feinere Teile zu ersetzen:

Das Ergebnis:

Nette Idee!
Die Scheinwerfer wurden von Hand mit einem kleinen Kugelfräser aufgebohrt und mit 2K-Kleber als Glasersatz gefüllt; hier auf dem Foto sieht man noch den ersten Versuch mit Ponal-Holzleim. der aber leider trübe wurde:

und zum Lackieren mit Tamiya-Tape, das mit der Lochzange ausgestanzt wurde, maskiert:

Für die Deckel der Nebelwerfer liegen feine Ätzteilkettchen bei, was aber leider nicht der Realität entspricht; beim Original sind das dünne, kunststoffummantelte Stahlseile. Im Modell wurden die durch dünnen Kupferdraht und ein Stückchen gezogenen Gießast im Zentrum der Deckel nachgemacht:

Die Abschleppseile entstanden aus echtem Stahlseil (wie immer ein großes Dankeschön an Maeks!!!):

Hier der fast lackierfertige Turm mit allen Teilen:


Das Bausatz-FlaMG ist sehr gut, trotzdem auch hier noch ein paar Kleinteile; die Mündung wurde natürlich auch aufgebohrt:

Übrigens klebe ich meist solche "Haltegriffe" aus Gießast in die Wanne, um die Handhabung und Lackierung zu erleichtern:

Eines der letzten Fotos vor´m lackieren; auch an den Seitenteilen wurden ein paar Sinkstellen verspachtelt:

Grundiert wurde mit Tamiya XF-69:

, so daß die Laufrollen einfach mit einer Lochmaske fertig lackiert werden konnten:

Die Grundfarbe ist beim original ein fast schon ins Grau gehender Olivton; ich habe anhand von Originalfotos nach einigen Versuchen beschlossen, daß eine 1:1-Mischung aus Tamiya XF-65 field grey und XF-69 nato green dem am nächsten kommt.
Die Vinylketten sind sehr gut geformt, und auch wenn ich viel lieber Einzelgliederketten benutze, muß ich hier doch zugeben, daß die Dinger problemlos zu verarbeiten waren und auch am fertigen Modell ganz gut aussehen.
Zuerst wurden ein paar Sinkstellen mit Sekundenkleber mit aufgestreutem Backpulver als Füller beseitigt und verschliffen, dann wurden sie mit Model Master Metalizer "Auspuff Metall" unter Zugabe von 20% Metalizer-Versiegelung grundlackiert.
Die Kettenpolster wurden mit Tamiya XF-69 nach Axel´s genialer Methode mit einem selbstgebauten Farbrollerchen lackiert:


Das Röllchen besteht aus Gießast, einem Kunststoff-Abstandshalter aus dem Elektronikzubehör und einem mit Teppichband aufgeklebtem Stückchen Stoff. Lediglich die vorderen Flanken der Polster wurden noch mit einem feinen Pinsel leicht nachgezogen.
Später folgte ein Washing aus stark verdünnter Ölfarbe Umbra gebrannt und danach einem hellen Staubton, dann wurden noch die Spuren der Laufrollen abgeklebt und mit einem dunkleren Metallton (Metalizer "Stahlblau") lackiert und die Zähne mit Revell 91 trockengemalt.
Als der Grundlack schon drauf war, hab ich mich dann noch aufgerafft, einen der wenigen Fehler des Bausatzes zu korrigieren. Die Rauchabsaugung am Rohr entspricht der Ursprungsausführung, die aber beim Original recht schnell durch eine verbesserte Version mit anderer Form ersetzt wurde. Daher wurde die alte Form erstmal radikal entsorgt:


Dann wurde die korrektere Form mit dünnem Plastiksheet neu aufgebaut; die Maße habe ich an Vorbildfotos abgegriffen:

Die Hebeösen wurden noch aufgebohrt:

Die Abdeckung der Zieloptik sollte durch ein Ätzteil ersetzt werden, das aber ein wenig kurz geraten ist, daher hab ich es aus 0,3mm-Messingblech neu gemacht; die Hebeösen sind aus Kunpferdraht:

Soweit zum Bau.
Für die Lackierung habe ich mein übliches Verfahren angewandt. Als da wäre:
- Grundierung mit Tamiya XF-69
- Grundlack
- Flächen mit aufgehelltem Grundlack (mit Zugabe von 20% XF-57 buff) leicht aufhellen
- Kanten und Ecken mit abgedunkeltem Grundlack leicht abdunkeln.
- Glanzlackschicht aus Erdal Glänzer (man sieht hier übrigens schön die neue, schwarze Abdeckung der Zieloptik)

- Anbringen der Decals
- Washing mit Ölfarbe/Feuerzeugbenzin
- Mattlack (Model Master)
- Verschmutzungsspuren mit Pastellkreiden
Ein paar Macken der Trumpeter-Decals wurden noch korrigiert. Am Turm sind die Decals der Markierungen falsch; die sind nicht rautenförmig, sondern rechteckig und wurden daher maskiert und aufgesprüht:

Außerdem sind die Nummernschilder als Decal transparent, haben aber beim Original einen weissen Hintergrund, ebenso fehlte der weisse Rand der Landesfarben; dazu wurden einfach vor Aufbringen der Decals die Flächen weiss lackiert, mit einem passenden Rechteck maskiert und dann mit Grundfarbe übersprüht, so daß das dann so aussieht, wenn es fertig ist:

Von dem Decalfilm links ist später nix mehr zu sehen.
Unter- und Oberwanne wurden übrigens komplett fertig lackiert und erst dann zusammengeklebt; das erleichterte die Montage der Ketten enorm:

Durch die exzellente Passgenauigkeit war das kein Problem; die Klebenähte waren praktisch unsichtbar und mußten nur minimalst retuschiert werden.
Zu guter Letzt erfolgte die Detailbemalung; für die Winkelspiegelgläser wurde nicht das beiliegende Klarsichtmaterial benutzt, sondern in einem sehr dunklen Glanzblau lackierte Sheetstreifchen:

(auf dem Foto sieht es schwarz aus, ist aber dunkelblau).
Ich wollte die für mein Gefühl oft zu blau dargestellten Optiken vermeiden; das ist aber Geschmackssache.
Die Werkzeuge sind übrigens auch beim Original komplett "in Wagenfarbe", auch wenn es etwas langweilig aussieht!
Fazit:
Toller Bausatz zu einem sensationellen Preis. Den kann ich ohne PE-Teile uneingeschränkt auch für Anfänger empfehlen!!!