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Autor Thema: SciFi&Weltraum&Fantasy Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100  (Gelesen 6594 mal)

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Tigerzivi

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SciFi&Weltraum&Fantasy Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« am: 16. August 2011, 09:01:43 »
Hallo zusammen,
ich bin zwar schon seit einigen Wochen mit dem Bau beschäftigt, möchte Euch aber diesen dokumentierten Baubericht nicht vorenthalten. Ich hoffe, er gefällt

Das Modell
Es handelt sich bei diesem Modell um einen Tomahawk-Mech aus der japanischen Anime-Serie Macross im Maßstab 1:100. Battletech-Fans werden diesen Kampfriesen eher als Warhammer oder im Deutschen Kriegshammer kennen. Der Bausatz selbst stammt direkt aus Japan und ist von Zeit zu Zeit dort für schlappe 5 Euro zu haben. Mit Versand bleibt man unter 10 Euro. Der Bausatz stammt aus dem Hause Bandai und überzeugt mit ausgezeichneter Passgenauigkeit.



Ich plane, das Modell im Anstrich Sandfarben zu halten. Da ich mit Tarnschemen keine Erfahrung habe, werde ich mich wahrscheinlich auf eine Einfarbige Lackierung beschränken...
Außerdem werde ich an einigen Stellen mit Evergreen ein paar Details mehr heraus holen und Veränderungen vornehmen. Da mir auch der 1:72 Bausatz dieses Modells vorliegt, bietet mir dieser eine gute Grundlage.
Da ich diesen Bericht ebenfalls für zwei Freunde anfertige - die mit Modellbau bisher gar nichts zu tun hatten aber nun dasselbe Modell vor der Brust haben (Battletech-Fans) - gehe ich manchmal sehr ins Detail und gebe hier und dort einen Tipp. In erster Linie geht es aber bei fast allen Techniken um meinen Weg, viele werden es hier und da sicher anders machen.

Vorbereitung der Bauteile
Nach dem Auspacken, befinden sich alle Bauteile für das Modell an Gießästen.



Prinzipiell kann man nun zunächst den kompletten Gießast in warmes (nicht heißes!) Pril-Wasser einlegen und mit einer Bürste abschrubben um den produktionsbedingten Fettfilm zu entfernen.
Da ich die Teile aber vor dem Lackieren noch häufig mit meinen Händen anfassen muss - und mir nicht jedes Mal vorher akribisch die Hände wasche, wird sicher noch das eine oder andere Fettpartikel auf die Teile kommen.

Ich reinige sie unmittelbar vor der Lackierung mit Prilwasser oder Alkoholpads

Abtrennen vom Gießast

Beim Abtrennen der Bauteile sollte man eine scharfe Knipszange mit möglichst flacher Unterseite verwenden.
Außerdem ist darauf zu achten, die Teile nicht direkt am Bauteil abzuknipsen, da sonst unschöne Krater in der glatten Oberfläche entstehen können.



Diese würden unnötiges Verspachteln erfordern und das wollen wir ja vermeiden.
Und gerade weil die Teile am Gießast nicht immer optimal mit der Zange erreichbar sind, sollte man dabei Vorsicht walten lassen.

Ich trenne daher jedes Bauteil immer in zwei Schritten ab:
Zuerst grob, so dass ein kleiner Stumpf des Gießastes stehen bleibt, dann nochmal sorgfältig entlang der Bauteilkante.



Oben sieht man beispielhaft den Lauf einer PPK (Partikel-Projektor-Kanone) mit kleinem Rest des Gießastes.

Entlang der Bauteilkante setze ich die Zange erneut an und knipse den Rest vorsichtig ab.
Dabei ist unbedingt vor dem Knipsen von beiden Seiten zu schauen, ob man nicht versehentlich zu viel abknipst.



Sonst wäre wiederum Spachteln angesagt und das wollen wir ja nicht, wie oben bereits erwähnt...

Obgleich der relevante Bereich auf der folgenden Abbildung im Schatten liegt, erkennt man deutlich den Unterschied nach dieser Feinarbeit im zweiten Schritt.



Es mag nun noch eine geringe Unebenheit an der Stelle geben. Diese wird allerdings erst nach dem Zusammenkleben der beiden PPK-Hälften mit Schleifpapier nachbearbeitet.
Grundsätzlich sollte man alle Bauteile des aktuellen Arbeitsschritts auf diese oder ähnliche Weise handhaben um nicht später nach dem Zusammenkleben noch böse Überraschungen zu erleben.

Fortsetzung folgt...
Gruß Jan  :winken:
« Letzte Änderung: 18. Oktober 2012, 14:46:13 von Tigerzivi »

Tigerzivi

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #1 am: 16. August 2011, 09:53:41 »
Teil 2 - Kleben & Fixieren

Nachdem die benötigten Bauteile soweit vom Gießast getrennt wurden - hier die beiden Hälften der PPK - kann es ans Zusammenkleben gehen.



Ich verwende beim Plastik-Modellbau in erster Linie Revell Contacta Liquid. Dieser Kleber löst die damit bestrichenen Bauteile etwas an und schweißt sie beim Aufeinanderpressen untrennbar zusammen.
Natürlich gibt es da auch alternative Kleber anderer Hersteller. Auch Sekundenkleber ist denkbar. Jeder, wie er mag.

Bevor man den Kleber aufträgt, sollte man die Teile einmal trocken zusammenstecken, um sich zu vergewissern, dass keine Lücken entstehen und dass nichts hakt. Wenns hakt, einfach mit Schleifpapier glattschleifen oder vorsichtig mit dem Cutter bearbeiten.

Oft genug schon ist es mir passiert, dass ich in blindem Aktionismus zwei Teile zusammenklebte, die mangels vorheriger Prüfung dann nicht richtig schlossen oder zusammen passten. Also lieber vorher einmal nachsehen. Zuletzt sollte man darauf achten dass die Klebeflächen staubfrei sind.

Anschließend nimmt man ein Bauteil in die Hand oder fixiert es anderweitig und trägt mit der anderen Hand vorsichtig den Kleber auf.



Ich versuche möglichst nur die Klebekante zu bestreichen und nutze dabei der Kapillarkraft des Klebstoffs.
Da dieser relativ schnell antrocknet (je nach Raum­temperatur und Menge ca. 20-45 Sekun­den), kann man ihn ruhig etwas großzügiger auftragen, so dass er nach Abschluss des Bestreichvorgangs noch an allen Stellen ein wenig feucht ist.

Bei der auf dem obigen Bild gezeigten PPK-Hälfte habe ich den Pinsel beispielsweise 3x in den Kleber getunkt - nur mal so als grober Anhaltspunkt.

Auch den Kontakt des Klebers mit den Fingern sollte man vermeiden, da man sonst leicht Gefahr läuft, sich die Bauteile zu versauen. Wie gesagt, der Kleber löst das Material an und das kann bei feinen Details oder Gravuren unschöne oder bei Klarsichtteilen fatale Folgen haben.

Der Revellkleber wird nur einseitig aufgetragen!

Beim Aufpressen auf das Gegenstück sollte er also noch feucht genug sein, auch dieses etwas anzulösen und die beiden Teile miteinander zu verschweißen.



Dennoch sollte man die Teile langsam aneinander führen, um sie auch passgenau zu Verkleben.

Ob man zu wenig Kleber verwendet hat, erkennt man daran, dass die Teile sich nicht mehr richtig verbinden und ein Spalt stehen bleibt.
Dann sollte man aber auf keinen Fall versuchen, die Teile wieder voneinander zu trennen. Das zieht Fäden und hinterlässt eine unsaubere Klebekante, die nur mit viel Schleifarbeit weider nutzbar gemacht werden kann.
Um jetzt aber keine Panik zu verbreiten:
Es gibt fast nichts, was man nicht später irgendwie durch schleifen, spachteln, nachgravieren oder wegschmeißen (*smile*) korrigieren könnte.

Aber wenn man es vermeiden kann...

Wenn die Teile aufeinanderliegen, presse ich sie kurz zusammen und versuche sie an der Naht noch ein wenig nachzujustieren, wenn nötig.



Dies mache ich im Fall der PPK durch leichtes verschieben der Hälften aufeinander. Der Revellkleber lässt Korrekturen noch einige Minuten zu, bevor er härter wird.
Man sollte den an der Naht hervorquellenden Leim möglichst nicht berühren oder abstreifen weil er dann zum Einen feine Fäden zieht und zum Anderen der Kleber während des Trocknens etwas schrumpft.

Im Klartext: Wenn ich den überschüssigen, noch feuchten Kleber an der Naht mit dem Fingernagel abstreife, sieht es für einen Moment zwar glatt aus, aber ich ziehe dabei feine Klebefäden und es entsteht beim Trocknen - durch die Schrumpfung - ein kleiner Graben zwischen den beiden Teilen. Und das würde wiederum unnötige Spachtelarbeit bedeuten...
...und anschließend, wenn möglich fixiert.

Man mag das Gefühl nicht loswerden wollen, als würde ich das mit dem "unnötigen Spachteln" immer wiederholen, aber das - meine lieben Leser - ist mir nicht freiwillig eingefallen. Da steckt jahrelange Erfahrung drin und so manches versautes Modell in meiner Jugend ;-)

Weiter im Thema!

Bei kleineren Teilen, wie unserer PPK bietet es sich an, sie nach dem ersten Anpressen mit Wäscheklamern, Klemmzwingen oder Gummibändern zu fixieren und den Klebedruck etwas zu erhöhen, bis der Kleber vollständig getrocknet ist. Dies dauert ca. 10-20 Minuten.



Falls es sich dabei um Teile handelt, die eine Spannung enthalten - z.B. weil sie verbogen oder verformt sind - sollte man lieber eine halbe Stunde oder länger warten, bis man die Fixierung wieder löst.
Man sollte dabei nur darauf achten, dass sich durch die Klammern die justierten Teile nicht wieder verschieben und eine Stufe entsteht - falls doch, wird sie hinterher weggeschliffen.
Natürlich kann man die Teile auch weiterhin mit den Fingern zusamenpressen, aber das hinterläßt auf Dauer Spuren wie Muskelkrämpfe und Gelenkschmerzen ;-)

Fortsetzung folgt...
Gruß Jan  :winken:
« Letzte Änderung: 18. Oktober 2012, 14:46:40 von Tigerzivi »

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #2 am: 16. August 2011, 11:00:30 »
Goil, ein Kriegshammer!

Neben dem Marodeur mein absoluter Lieblingsmech in Classic-Battletech (die "neuen" Designs sind ja mal voll kacke!).

Hach, da werden Erinnerungen wach...

*Klugscheissmodus an*
Was allerdings ein wenig irritiert ist die auf der Boxart dargestellte LSR-Bewaffnung IM Torso :woist: Da sollten eigentlich M-Laser + Mg sitzen ;))
*Klugscheissmodus aus*

:winken:

Dennis

Einer der mehr Ahnung hatte als ich sagte mal: Manchmal verspeist man den Bären, und manchmal wird man eben vom Bären verspeist.

Tigerzivi

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #3 am: 16. August 2011, 11:23:05 »
Hi Dennis,

ja zahlreiche andere Mechs (alle 1:72) warten ebenfalls noch auf den Zudsammenbau: Marodeur (aka Glaug), Rifleman (aka Defender), Scorpion, Wespe, Phoenix Hawk und noch ein Warhammer ;-)

Tatsächlich ist es so, dass dieser Mech in der japanische Macross-Serie im linken und rechten Torso zusätzlich Langstreckenraketen hat, was beim 1:72 zugegeben schon geil aussieht.

Ein 1:48 Greif wurde bereits vor Jahren gebaut, wartet aber seitdem auf die Cockpitbemalung...

Der Marodeur ist ebenfalls seit einiger Zeit im Bau (ist aber eher was für 1:32 oder 1:48:



Gruß Jan  :winken:

Graf Spee

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #4 am: 16. August 2011, 11:30:37 »
Da werde ich auf jeden Fall weiterhin fleißig dranbleiben. :1:
Bin ja bekennender Battletechfan 8)

:winken:
Handle nur nach derjenigen Maxime,
durch die zugleich wollen kannst,
das sie ein allgemeines Gesetz werde.



fellfrosch79

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #5 am: 16. August 2011, 18:11:24 »
Uuuh... Der Marodeur sieht schon richtig vielversprechend aus :P Geiles Teil!

Was für einen Maßstab haben denn Figuren + Jeep? Das passt vom Größenverhältniss eigentlich ziemlich gut. In "natura" währe der Mech ja so ca. 12m hoch.

Ich würde meinen Marodeur ja in grau-violett halten. Wie die Maschine von Grayson Carlyle ;)

:winken:

Dennis
« Letzte Änderung: 16. August 2011, 18:13:59 von fellfrosch79 »
Einer der mehr Ahnung hatte als ich sagte mal: Manchmal verspeist man den Bären, und manchmal wird man eben vom Bären verspeist.

Tigerzivi

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #6 am: 16. August 2011, 19:31:38 »
Die Figuren und Jeep sind 1:35 und ich finde, es passt auch. Wollte mich bei der Bemalung grob an die vom Technical Readout 2025 halten.

Dennis! PSSSSSST !!! Habe gerade den ersten Band ausgelesen, die anderen beiden liegen hier. Nicht alles verraten!!!  :2:
Meine Battletech-Leidenschaft ist erst vor kurzem erneut aufgeflammt, so dass ich mir erstmalig die Gray-Death-Trilogie besorgt habe und nun fleißig lese...

Die Bausätze sammle ich allerdings schon seit ein paar Jahren.

Gruß Jan  :winken:

PS: Gibts irgendwo Bilder von Grays Marauder?
« Letzte Änderung: 16. August 2011, 19:42:34 von Tigerzivi »

Graf Spee

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #7 am: 16. August 2011, 20:01:41 »
Dürfte unter Umständen schwierig werden.
Zumal er ja zum Schluss einen Victor hatte.

Versuch es doch sonst mal hier: http://www.mechforce.de/
Die haben eigentlich eine recht ordentlich Datenbank...

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Selmty

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #8 am: 16. August 2011, 21:33:51 »
Kannst auch hier mal schauen :)

www.twobt.de/


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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #9 am: 16. August 2011, 22:52:47 »
Ooooh da werde ich doch gespannt wie Schmidt's Katze mitlesen. Habe ich doch auch noch einen Tomahawk in OVP hier liegen (den 72er)  :klatsch:
Selten genug, mal Battletech zu sehen!
Aktuell auf dem Tisch:
Revell 1/72 VIIC/41 U 300 & Teile für ein F-16C Cockpit in 1/1
...und Murphy bastelt immer mit

Graf Spee

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #10 am: 16. August 2011, 22:55:55 »
Mal so kurz in die Runde:
Weiß einer, in welchem Maßstab ungefähr die Tabletop Ausführungen sind?

:winken:
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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #11 am: 16. August 2011, 23:14:31 »
Also die Tabletop-Zinnfiguren aus den 80/90ern sind ca. 1:260 (gemessen an meinem kleinen Marauder von ral partha, davon ausgehend, dass er ca. 12 m hoch ist)
Aber ich schätze die variieren alle etwas, denn wenn ich mich recht entsinne war der Locust fast genauso groß...

Tigerzivi

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #12 am: 17. August 2011, 08:45:08 »
Teil 3 - Schleifen & Glätten
Nach dem Zusammenkleben und gründlicher Durchtrocknung der beiden Hälften der PPK (Partikel-Projektor-Kanone), erscheint in vielen Fällen eine erhabene Schweißnaht.



Diese kann man zwar stehen lassen, sieht aber am fertigen Modell ziemlich häßlich aus und es wird durchs Bemalen nicht besser!
Also sollte man diese Nähte am ganzen Modell vor der Bemalung sorgfältig entfernen. Klingt nach einer Heidenarbeit - ist es auch.

Eine gerade Schweißnaht kann man auch mit einem Skalpell oder Cuttermesser vorsichtig abschaben. Dabei läuft man allerdings Gefahr, die Rundung des Rohres (der PPK) abzuflachen oder ihr unfreiwillig neue Gravuren zu verpassen.

Ich verwende, wenn möglich, Schleifpapier in verschiedenen Körnungen.
Für den ersten Durchgang nehme ich eine 240er Körnung - gröber wäre womöglich besser, hab ich aber grad nicht zur Hand. Mit drehenden Bewegungen gehe ich zunächst über die Rundung des Rohres, dann hin und her über die flachen Teile des Gehäuses.
Damit sollte die Naht schon mal verschwunden sein. Anschließend folgt dieselbe Behandlung mit feiner werdendem Papier (400er, 600er, 1000er)



Auf den Fotos sieht man den Zustand des Rohres nach der Behandlung mit 240er Papier (oben) und 1000er Papier (unten).

In den Rillen vorn an der PPK gehe ich ähnlich vor. Dafür verwende ich 1mm schmale Schleifpapier­streifen, die ich darin vorsichtig über der Naht hin und her ziehe. Auch hier erst mit grobem, dann mit feinerem Papier.

Das Schleifen der beiden PPK war in diesem Fall - immer wieder auch abgelenkt vom Fern­seh­pro­gramm - eine abendfüllende Angelegenheit, die in meinen Augen aber die Arbeit wert ist.
Nach dem späteren Lackieren wird es eine nahtlose homogene Oberfläche sein, die höchstens noch erahnen lässt, dass sie aus zwei Bauteilen besteht.



Das Ganze ist sicherlich ein wenig mehr Arbeit und mag im ersten Augenblick abschreckend wirken. Wenn man aber mal das Endergebnis sieht, wirkt es einfach viel naturgetreuer.

Bei den - ebenfalls aus zwei Hälften bestehenden - Oberschenkeln des Tomahawk gehe ich auf dieselbe Weise vor.

Ich schneide mir jeweils einen langen Streifen (ca. 3 x 10 cm) jeder verwendeten Körnung von einem Bogen Schleifpapier ab und falte ihn mehrfach, so dass ein steifer Block von ca. 3 x 2 cm übrig bleibt. Dessen Außenkanten nehme ich zwischen Daumen und Mittelfinger und schleife mit mittlerem Druck gleichmäßig über die ganze Fläche. Dabei kann ich den angewendeten Druck mit dem Zeigefinger leicht variieren.



Auf der Abbildung sieht man noch mal sehr deutlich die Naht in der Mitte des Bauteils. Links daneben das Gegenstück, welches bereits mit dem gröberen 240er Schleifpapier behandelt wurde. Man muss nur aufpassen, dass man dabei die Gravuren und erhabenen Nieten an den Seiten nicht wegschleift.

Alle Nahtseiten des Bauteils werden nacheinander mit 240er, 400er, 600er und abschließend mit 1000er Papier behandelt.
Der linke Oberschenkel ist nach dem ab­schlie­ßen­den Durchgang fühlbar glatt. Rechts daneben nochmals zum Vergleich das unbehandelte Gegenstück.



Generell empfielt es sich, sich eher auf sein Fingerspitzengefühl zu verlassen, als aufs Auge. So fahre ich immer wieder kontrollierend mit einen Finger über die zu glättende Naht, bis ich nichts mehr spüre. Auch mit dem Fingernagel kann man noch kleinste Unebehneiten feststellen.

Etwas kniffliger erschienen zunächst die engen Zwischenräume der Gelenke. Aber das Glätten verlief auch hier denkbar einfach:
Das Schleifpapier nur einmal gefaltet in die Ritzen einführen und solange hin und her schleifen, bis die Naht verschwunden ist.

Auch hier verwende ich erst gröberes, dann feineres Papier.



Diese beiden Oberschenkel bedeuteten ebenfalls zwei Stunden Arbeit, aber auch damit bin ich vollkommen zufrieden.
Im nächsten Schritt wird es ein wenig kreativer, wenn es darum geht, das Modell mit zusätzlichen Details aus Evergreen noch ein wenig aufzuwerten.

Fortsetzung folgt...
Gruß Jan  :winken:
« Letzte Änderung: 18. Oktober 2012, 14:47:36 von Tigerzivi »

Tigerzivi

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #13 am: 18. August 2011, 11:33:06 »
Hat eigentlich jemand ein vernüfntiges Tutorial, wie man Einschußlöcher und Beschußschäden darstellen kann?
Ich werde es zwar für dieses Modell wohl nicht verwenden (vielleicht auch doch...), aber generell würd mich interessieren, wie man das realisiert.
Habe schon mal was von "mit Lötkolben einschmelzen" oder "heißen Nagel ins Plastik drücken" gelesen, weiß aber nicht mehr wo.

Vielen Dank & Gruß
Jan  :winken:

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Re: Macross Tomahawk (Battletech Warhammer) 1:100
« Antwort #14 am: 19. August 2011, 08:37:29 »
Teil 4 - zusätzliche Details / Verfeinerungen

Auch wenn die Qualität bei vielen Bausätzen heutzutage gut bis sehr gut ist, gibt es kaum ein Modell, welches man nicht durch weitere Details und Modifikationen aufwerten könnte.
In diesem Fall schätze ich mich glücklich, dieses Modell auch noch in größerem Maßstab (1:72) mein Eigen nennen zu dürfen, bei dem man sich einige Feinheiten abgucken kann.

Zunächst möchte ich die acht Geschützrohre auf der Vorderseite des Torsos realistischer gestalten. Der Bausatz deutet die Mündungen lediglich durch kleine Mulden im Rohr an.

Mit Handbohrern verschiedener Durchmesser - von 0,3 mm bis 2 mm - bohre ich diese Mulden zu einem richtigen Rohr auf. Bei den Exemplaren mit größerem Durchmesser fange ich dabei ebenfalls zunächst mit einem kleinen Bohrer an und werde dann nach und nach größer.



Auf diese Weise setze ich den Kunststoff keiner zu großen Spannung aus, die ihn zum Platzen bringen könnte.
Auf der Abbildung unten erkennt man sehr deutlich den Unterschied zwischen dem Originalteil und ca. 10 Minuten Mehraufwand.



Beim ersten Anbohren ist es wichtig, möglichst mittig und mit wenig Druck zu beginnen. Ansonsten kann der Bohrer schnell verrutschen und es wird schwierig, wieder zurück in die Mitte zu gelangen.

Später werde ich am Torso noch ein paar weitere Details und Strukturen mit Hilfe von Evergreen-Profilen (Plastic-Sheet) hervorheben.

Auch an anderen Stellen des Modells lassen sich mit einem kleinen Bohrer feine zusätzliche Details herausarbeiten.
Bei der, zuvor glatt geschliffenen, SRM-6 (Rake­ten­werfer) habe ich - gemäß dem 1:72er Vorbild - mit einem 0,5 mm Bohrer einige Schraub- oder Nietlöcher angedeutet.



Diese beiden Löcher erkennt man gut an den schrägen Vorderkanten der seitlichen Streben.
Trotz aller Begeisterung, die jemanden dabei überkommen kann, sollte man stets einen Grundsatz nicht vergessen:
Weniger ist mehr!

Also nicht zu viel des Guten!

Auf der Rückseite der SRM-6 wiederholen wir das Spiel. Zusätzlich erhält die Rückwand des Containers vier Schraublöcher mit dem 0,5 mm Bohrer.



Die auf der Abbildung deutlich sichtbaren Kratzer an der Seitenwand stammen vom Schleifen, sollten aber nach dem Lackieren nicht mehr zu sehen sein - hoffe ich...!
Nachdem die SRM-6 erstmal soweit fertig ist, widmen wir uns dem Suchscheinwerfer für den linken Torso. Hier gibt es zwar keine Löcher, dafür werden die tristen glatten Seitenwände mit Evergreen-Profilen aufgemöbelt.

Getreu dem 1:72er Vorbild des Tomahawk will ich dort Verstrebungen anbringen.

Plastic-Sheet für zusätzliche Details

Evergreen (Plastic-Sheet) gibt es in verschiedensten Dicken und ist im Architekturbedarf oder Modellzubehör erhältlich.
Tipp: Plastic Sheet lässt sich unter Wärme (z.B. mit dem Fön) gut in Form bringen.



Ich verwende für Detaillierungen in diesem Maßstab vorzugsweise eine Stärke von 0,15 mm oder 0,25 mm. Die Bögen sind handliche 15 x 30 cm groß und lassen sich mit einer ganz normalen Schere zunächst grob zuschneiden.
Ich schneide mir einen langen, ca. 2 cm breiten Streifen vom Bogen und lege den Rest wieder zurück ins Lager.

Dann beginne ich mit dem Cutter und einem Alulineal - gibt es ebenfalls im Architekturbedarf - mehrere ca. 1 mm breite Streifen zu schneiden.



Das mache ich Pi mal Daumen, ohne Abmessen. Das wäre zuviel unnötiger Aufwand. Wenn ein Streifen mal zu breit oder zu schmal wird, lege ich ihn beiseite (den kann man sicher irgendwann an anderer Stelle brauchen) und schneide einen neuen.
Da schneide ich auch lieber ein paar mehr, denn ein bisschen Schwund gibt es auch später beim Verkleben oder Kürzen immer mal.
Nachdem ich eine handvoll Streifen beisammen habe, widme ich mich damit dem Bauteil.



Hauchdünn bestreiche ich den ersten Plastik­strei­fen (blau umrandet) mit Revell-Kleber (grün) und lasse dabei Anfang und Ende frei.
Dort kann man das Teil für die folgende Ausrichtung auf der Scheinwerferwand gut anfassen und sich der gewünschten Position nähern.

Ist diese erreicht, drücke ich den Streifen, ohne seine Position zu ändern, fest an. Sollte dabei Kleber an den Seiten austreten, hat man wohl zuviel genommen. Das ist aber nicht schlimm, da man diesen einfach mit einer langen Cutterklinge senkrecht abtrennen kann, sobald er etwas fester geworden ist.

Wenn die ersten beiden Profile (blau umrandet) fest auf der Seitenwand kleben, kürze ich sie vorn an der gewünschten Stelle und hinten exakt an der Hinterkante des Schein­wer­fer­gehäuses durch senkrechtes Aufdrücken der Cutterklinge (rot gestrichelt).
Da ich diese Stellen nicht geklebt habe, sollten sie von selbst abfallen. Die Reste benötigen wir später noch.

Nun folgt der dritte, etwas breitere Streifen, den ich vor Kopf klebe (gelb). Die Vorgehensweise ist dabei dieselbe, wie zuvor.

Nach dem Trocknen des Klebers trenne ich die überstehenden Kanten leicht schräg mit dem Cutter ab.



Nachdem auch das vollbracht ist, finden die zuvor beiseite gelegten Reststücke Verwendung.
Daraus schneide ich 8 kurze Stücke, je zwei für die Vorderkanten der Gehäuseseiten und zwei für die Rückwand.
Diese werden punktförmig mit Kleber betupft und mit einer Pinzette an die gewünschten Positionen gebracht.
Auch hier sollte sehr sparsam mit dem Kleber umgegangen werden, damit nichts an den Seiten heraus quetscht.



Im nächsten Schritt werden die Beine weiter zusammengebaut.

Fortsetzung folgt...
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« Letzte Änderung: 18. Oktober 2012, 14:49:22 von Tigerzivi »