Kompressor - Wasser im Drucktank

Begonnen von Koffeinfliege, 09. April 2021, 20:47:05

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Koffeinfliege

Heute habe ich meinem guten alten (1989) ,,Super Silent 20A" eine Wartung gegönnt.

Teilweise zerlegt, geputzt, Öl und Luftfilter frisch und herausgefunden, warum er zweimal nicht sofort ansprang. Sämtliche Schraubklemmen im Druckschalter waren lose – ein Wunder, dass er überhaupt noch lief.
Alles gut, nur die Wassermenge im Tank hat mich erschrocken. Mich wundert, dass der nicht längst durchgerostet ist. Aus Messing scheint er nicht zu sein, da das Wasser/Öl-Gemisch eine orange Färbung zeigt. Oder kommt die vom Öl?

Einfach tauschen kann man den Tank nicht, da er mit dem Kompressor verschweißt/verlötet(?) ist.
Muss ich mir Sorgen machen und schon mal 400€ zur Seite legen? Macht es Sinn, bei nichtgebrauch die Entlüftungsschraube rauszudrehen, damit das Wasser im Tank verdunsten kann?

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ehvorwald

Servus.

Die Entlüftungsschraube ist eigentlich eine "Wasser Ablaßschraube". Je länger im Betrieb, desto mehr Kondenswasser sammelt sich. Wasser ablaßen ist eigentlich eine regelmäßige Wartungsmaßnahme. Auch beim "Wasserabscheider" (Foto rechts) sollte regelmäßig Wasser abgelassen werden.

Servus.
Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem

Wolf

wenn es in all den Jahren das erste Mal ist, dass du die Ablassschraube geöffnet hast, ist die Wassermenge nicht ungewöhnlich.

Natürlich kann ein Tank durchrosten aber so lange da noch keine rostigen Bröckchen mitkommen, sehe ich kein Problem
Wer Future hat, hat noch lange keine Zukunft

Koffeinfliege

Super, Danke euch! Dann bin ich erst mal beruhigt. :P :)

Entleert habe ich schon, wenn auch selten. Aber ihr kennt das, die Kiste steht in der hintersten Ecke und da kommt man schlecht ran und kann ihn kaum kippen. Jetzt, mal richtig gekippt, kam halt die Menge.

Gilmore

Bei meinem Revell Omega war nach einigen Jahren bei wenig Gebrauch der Tank (der gleichzeitig Tragegriff war) durchgerostet. Mit Milliput hatte ich das Leck abgedichtet. Wenig später hatte er wieder woanders einLeck. Beim dritten Mal trat das Malheur an einer Stelle auf, an die man nicht herankam. So musste ich den ausmustern und habe mir einen neuen gekauft, einen ölfreien, der unten eine Ablasssschraube hat. Von schlechten Erfahrungen gezeichnet, nehme ich jetzt jedes Mal nach Gebrauch die Ablassssschraube raus und lasse den Kompi fünf Minuten laufen, in der Hoffnung, dass die Feuchtigkeit so herausgeblasen wird. Ob es nützt, weiss ich nicht, schaden kann es auf keinen Fall.
Ich bin multitasking-fähig. Ich kann alle anfallenden Arbeiten gleichzeitig liegenlassen.

Koffeinfliege

Ja, ich habe die Schraube jetzt auch daneben liegen. Muss nur daran denken, sie beim nächsten Gebrauch wieder reinzudrehen... ;)

Iceman-Pilot

Wenn die Schraube nicht drin ist und Du schaltest ihn an, dann merkst Du das. Versprochen!

:7:

Aber danke für den Tip. Ich suche auch gleich mal den Ablass an meinem Kompressor. Hab ich nicht gewußt, das es eine gibt. Die Anleitung war nicht aussagekräftig...  :woist:


Alex
:winken:
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Skyfox

Moin

Danke für den Hinweis – ich vergesse das irgendwie immer...  *dummi*
Mein EuroTech 20A, Baugleich bzw. Vorgänger? des Sil Air 20A tut seit dem  23.5.97! (für 495,-DM) seinen Dienst und ist Unverwüstlich.
Von gelegentlichem reinigen/entleeren des Wasserabscheiders und alle paar Jahre ein wenig Öl nachgießen mal abgesehen, absolut Wartungsfrei.

Ich schätze das Teil und mag seine Zuverlässigkeit
:V:
Skyfox
MBSTHH 
Im Gedenken an meinen Freund Ulf Petersen, 1967 – 2018

freddy55

Hallo Leute,

ich habe auch einen Silair 20A, allerdings erheblich jünger(  :3: BJ 1998  :3: )als der
von Skyfox.

Den habe ich 2000 kostenlos von einem Modellbaukollegen übernommen weil defekt.  :rolleyes:
Nach Austausch des total verschmorten Druckschalters ( ca. 25 € und eine Stunde Arbeit )
läuft das Teil Zuverlässig und sauber.

Regelmäßiges Wasser ablassen und Ölstand kontrollieren ist dabei allerdings unbedingt erforderlich.

Obwohl das Öl nach 20 Jahren Betrieb noch glassklar ist und ich am Anfang nur etwa
100ml ergänzen musste.

Fred 

Iceman-Pilot

Vor ein paar Tagen habe ich mal wieder lackiert und aus der Düse spritzte schön Wasser mit der Farbe raus. Der Wasserabscheider war leer. Da ist mir dieser Thread hier wieder eingefallen und ich gleich mal die Schraube unten rausgedreht. Tja, was soll ich sagen. Innerhalb von etwa einem Jahr hatten sich da bestimmt 50ml orange-braunes Wasser gesammelt.

Aber jetzt sollte alles wieder funktionieren...


Alex
:winken:
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Gilmore

Bei meinem Kompressor (habe aber einen anderen als den oben beschriebenen) drehe ich nach jeder Benutzung unten die Schraube raus und lasse ihn ca. 5 Min. laufen. Ich hoffe nämlich, dass dadurch etwaiges Kondenswasser wegtrocknet. Seit bei meinem Revell Omega der Drucktank durchgerostet war, will ich das nicht nochmal erleben.
Ich bin multitasking-fähig. Ich kann alle anfallenden Arbeiten gleichzeitig liegenlassen.

Aero

@gilmore: Die Ablasschraube sollte man nach jedem lackieren öffnen und das Wasser ablassen, generell kann man sagen das man immer machen soll.
Das du den Kompressor dann noch nachlaufen lässt ist jedoch völlig kontraproduktiv, das Kondenswasser bildet sich in erster Linie weil die komprimierte Luft warm ist und der Tank nicht, daher schlägt sich das Wasser dann auf den Wänden vom Tank nieder, da macht es mehr Sinn die Schraube bis zum nächsten Lackieren einfach weg zu lassen.

Die Vorratstanks rosten immer, es sei denn der Tank ist innen beschichtet, was in der Regel nie der Fall ist, daher ist das eher als Verschleiß abzuhaken. Ich selber habe 3 Kompressoren für unterschiedliche Sachen, und Pflege ist das A und O! Mein Revell/Badger Kompressor ist jetzt genau 30 Jahre alt, aber läuft noch immer einwandfrei.
Bei Ölgeschmierten Kompressoren kann es natürlich sein das auch Öl in dem Kondenswasser ist, liegt halt an der Natur der Dinge, wird halt mit Öl geschmiert und da passiert das halt.
Problematisch wird es nur wenn man den Kompressor nicht vernünftig wartet und keinen Wasser- und Ölabscheider nachschaltet, das bringt dann Silikonlöcher beim lackieren.
Trockenkompressoren wie man in der professionelen Lackierung einsetzt sind für den Privatgebrauch unbrauchbar weil unbezahlbar, leider! Damit hat man keinen Ärger, aber will auch nicht weiter drauf eingehen weil das eh keiner zuhause rumstehen hat.

Als Tip gebe ich noch den Hinweiß das sich auch im Schlauch selber Wasser bildet, daher verwendet man einen Abscheider möglichst nah an der Pistole, bei den meisten Kompressoren sitzt der Abscheider gleich am Auslass, da sollte man einfach keinen Meterlangen Schlauch dran hängen, sonst entsteht dasselbe Problem gleich wieder.

Gilmore

Danke für Deine Erläuterungen. Klingt plausibel. Jetzt weiß ich endlich, wie bei Lackieren manchmal die "Fettaugen" entstehen. Dachte bisher immer, daß an den Stellen doch noch Fett o. ä. auf dem Modell war.
Ich bin multitasking-fähig. Ich kann alle anfallenden Arbeiten gleichzeitig liegenlassen.

Hans

Ein Boomer-Beitrag aus der guten alten Zeit...völlig sinnlos und nix zur Problemlösung beitragend. Aber Foren sind halt nun mal so. Also: Mein erster selbstgebauter Kompressor (aus Kühlschrankkompressor) hatte eine Tank eines VW 1600. Plastik, druckfest bis 5 bar, rostfrei.....Ich hab das Teil nur nicht mehr, weil es mehr Platz wegnahm als einer der aktuellen Modelle und so unprofessionell aussah...
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Aero

@Gilmore: Gerne doch, es hat wirklich nicht immer was mit dem entfetten zu tun, das mache ich selbst auch, aber das ist halt nur eine Variable in dem Spiel.
Was ich noch vergessen habe, aber das sollte eigentlich ebenfalls logisch sein, man sollte nicht bei hoher Luftfeuchte lackieren, nach nem Regen wie jetzt grade im Sommer ist soviel Wasser in der Luft, das es dann trotz aller Vorsicht zu Problemen kommen kann.
Den Abscheider den ich selber nutze ist ein höherwertiger, vor dem lackieren öffne ich die Ablasschraube immer mal um zu sehen was aus dem Schlauch noch so raus kommt, schlagen sich da Tröpfchen im Sichglas nieder, entlüfte ich solange, bis da nichts mehr nachkommt. Manchmal wundert man sich was sich da trotzdem so ansammelt.

@ Hans: Klingt wenigstens kreativ! :D

Gøran

Hallo Koffeinfliege,

meine bescheidenen Erfahrungen, zu genau deinem Modell welches ich auch nutze :blabla:

Konstruktionsfehler Lage Ablassschraube; hier hätte ich mir eine Positionierung "unter" dem Kondensattank gewünscht. Warum? Nun, so wie die Ablassschraube verbaut ist, ist ein gründliches Entleeren des Kondensats schlichtweg nicht korrekt durchzuführen. Ein Kippen des Ölkolbenkompressor ist da eher kontraproduktiv  :D .

Ich habe das Glück im Umfeld einer relativen Luftfeuchtigkeit von 54 - 56% arbeiten zu können. Daher habe ich mir einen Wartungszyklus von drei Monaten auferlegt. Dabei nutze ich eine große Spritze mit Silikonschlauch um diverse Ansammlungen abzusaugen.
Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat ja Zeit.

pucki

Zitat von: Gøran am 15. Juli 2022, 20:42:26Nun, so wie die Ablassschraube verbaut ist, ist ein gründliches Entleeren des Kondensats schlichtweg nicht korrekt durchzuführen. Ein Kippen des Ölkolbenkompressor ist da eher kontraproduktiv  :D .

Klebe auf den Kompressor mit Klettband eine "Mini-Tasche".

Mach dir ein kleine Schild wo drauf steht "Schraube einbauen" und lege es in die Tasche.

Wenn du nun Entleerst machst du folgendes.

Du holst das Schild aus der Tasche und klebst mit Klettband über den Einschaltknopf.  In die Tasche steckst du nun die Schraube.

Sinn der Operation. :
Die Schraube lässt genug Luft rein das das Rest-Wasser irgendwann verdunstet.  Das Schild hilft dir das du nicht vergisst die Schraube einzubauen.

Es klingt lächerlich. Aber ich habe etwas ähnliches vor vielen Jahren in der Firma mal eingeführt bei einen Gerät. Und das hat viel Jahre überlebt. ;)

Gruß

    Pucki
Ich bin PucKi, ein älterer Mann und überzeugter Single, der immer noch versucht ein perfektes Modell zu bauen.