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Autor Thema: Flugzeuge Lockheed F-104J (1:48 von Hasegawa)  (Gelesen 10267 mal)

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Hobbybastler

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Flugzeuge [Luftfahrt] Lockheed F-104J (1:48 von Hasegawa) / erste Schritte mit Schlagaluminium
« Antwort #15 am: 24. Juli 2005, 17:33:03 »
@ panzerchen: Das wird sicher nicht leicht, aber ich denke, dass es den Versuch wert ist. Zumal ich für den Preis von einer Bare-Metall-Folie ungefähr die 50-fache Menge an Schlagaluminium bekommen kann. :D Somit hält sich auch das finanzielle Risiko in engen Grenzen. ;)

Viele Grüße, Christian

Hobbybastler

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So, mein Schlagaluminium ist heute gekommen, und ich habe gleich etwas herumexperimentiert. Die ersten beiden Versuche gingen voll in die Hose, der dritte an einem Übungsmodell aber schon ganz okay. Es sind zwar noch einige Falten drin, und eine perfekte Oberfläche ist etwas ganz anderes, aber ich denke, dass sich das Material in den Griff bekommen läßt.

Und es bleibt natürlich beim Preisvorteil, meine Versuche heute haben mich gerade mal 30 Cent gekostet. :D

Viele Grüße, Christian
« Letzte Änderung: 18. August 2017, 16:46:02 von Hobbybastler »

Falko

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Hallo Christian,
schauen vielversprechend aus,  deine ersten Versuche mit dem Alu.
Kannst du etwas mehr zur Verarbeitung sagen?
Womit wird es aufgeklebt?
Wie empfindlich ist es nach dem Aufbringen?
Wie wird die Oberfläche weiterbehandelt?
:winken: Peter

Hobbybastler

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Ja klar!

Am Anfang habe ich es mit der Anlegemilch - so ähnlich wie Weissleim - versucht, damit habe ich es aber nicht hinbekommen. Das Alu neigt dabei zum "zerkrüsseln" - ein anderes Wort fällt mir dafür nicht ein. Auch nicht mit einer verdünnten Version der Anlegemilch, keine Chance auf eine großflächig glatte Oberfläche. Bei den fehlgeschlagenen Versuchen ist mir allerdings aufgefallen, dass das Zeugs sowieso auch trocken am Modell kleben bleibt, wahrscheinlich ein elektrostatischer Effekt.

Daher habe ich im dritten Versuch nur Wasser genommen, das ich fein mit einem Zerstäuber auf das Modell aufgetragen habe. Darauf dann das Schlagaluminium aufgelegt und mit einem sehr weichen und nassen Tuch festgedrückt, um die Wasserschicht darunter an den Rand zu verdrängen. In diesem Stadium ist das Zeug höllisch empfindlich! Die Falten an der Flügelspitze kommen daher, dass ich dort eine zweite Lage aufgebracht habe, während die erste noch auf ihrem Wasserfilm geschwommen ist. Auch ein Lerneffekt! ;)

Nach dem Trocknen ist die Haftung am Modell relativ ordentlich, aber immer noch sehr empfindlich. Anfassen ist zwar jetzt okay, aber sobald die Fingernägel im Spiel sind, gibt´s Bruch! :D Bei dieser Stelle habe ich jetzt erstmal aufgehört, bei einem echten Modell würde ich allerdings unmittelbar nach dem "Versilbern" eine Klarlackschicht darüberziehen.

Was ich noch probieren werde, ist ein leichter Zusatz von Weissleim zum Wasser, um die Haftung zwischen Modell und Alu zu verbessern.

Bis dann, Christian

Hans

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Hmm....es muss nun ja jeder seine Erfahrungen selber machen und oft wird (auch von mir ) bemängelt, dass zu wenig erst mal selber ausprobiert wird. Gleichwohl seien mir die folgenden Worte gestattet:

Weissleim um Alu auf Plastik zu kleben? Hmm. Es wird haften, aber nicht mehr. Ich würde bei der Anlegemilch bleiben und versuchen, sie erst anziehen zu lassen, bevor du das Metall auflegst. Die Knittergefahr wirst du bei dieser Art Material nie ganz beseitigen können.

Die Frage, wie stark du eigentlich die Haftung benötigst, muss du selber beantworten. Wenn keine Decals mehr drauf kommen, keinerlei weitere Lackierung und schon gar keine Maskierung, dann mags gehen, ansonsten wäre ich skeptisch.

Hans
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Hobbybastler

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@ Hans: Dass das mit dem Weissleim keine gute Idee ist, habe ich inzwischen auch herausbekommen. ;) Und nur mit Wasser ist auch keine Lösung, nach dem Austrocknen des Wasserfilm geht die Haftung stark gegen Null. Das war wohl nur ein kurzfristiger Adhäsionseffekt, mehr nicht, wodurch die Empfindlichkeit der Oberfläche mit der Zeit wieder stark zunimmt. Deine Skepsis war also mehr als berechtigt.

Inzwischen bin ich wieder bei der Anlegemilch angekommen. Und zwar mit einem möglichst dünnen Auftrag, den ich sogar wieder mit einem Papiertuch teilweise wieder heruntergenommen habe. Dann mehrere Minuten warten, bis die Anlegemilch angezogen ist, und dann wieder eine dünne Schicht Wasser aus dem Zerstäuber, um eine möglich glatte Oberfläche zu erzielen, die ich auch wieder leicht anziehen lasse. Darauf dann das Metall auflegen. Nach einiger Zeit habe ich mit einem nassen Wattepad die überschüssige Anlegemilch entfernt. Mit einer Schicht Klarlack habe ich denn hinsichtlich der Empfindlichkeit keinen Unterschied mehr zu einer Lackierung, ohne dass der Metall-Effekt merklich nachläßt.

Was ich jetzt noch lösen muss, ist das Verschwindenlassen der Kanten um das kleinere Alustück. Ich vermute, dass die nicht ganz sauber angeklebt waren und vom Klarlack leicht unterkrochen und angehoben worden sind. Vor dem Klarlackauftrag waren die Kanten noch unsichtbar. Aber es geht voran! :D

Viele Grüße, Christian
« Letzte Änderung: 18. August 2017, 16:44:24 von Hobbybastler »

Hobbybastler

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Hallo! :D

Die Versuche gehen weiter, heute habe ich mir ein Glas vorgenommen, um eine nicht saugende und vor allem sehr glatte Oberfläche auszuprobieren.

Es ist bei der oben beschriebenen Bearbeitung geblieben, nur dass der Wasserspiegel auf der Anliegemilch auf jeden Fall noch da sein muss und nicht zu sehr angetrocknet sein darf; das Metall muss tatsächlich nass aufgebracht werden. Dann kann man es mit einem nassen Lappen schön vorsichtig andrücken und sogar noch ein wenig zurechtziehen. Löcher und Risse, die dabei oder bei der späteren Reinigung entstehen, sind nicht schlimm, weil das Material so unglaublich dünn ist, dass sich ohne weiteres mehrere Schichten auftragen lassen. Und es erst ab der zweiten Lage so richtig gut aussieht. ;)

.... to be continued ....

Viele Grüße, Christian
« Letzte Änderung: 18. August 2017, 16:44:48 von Hobbybastler »

standart2k

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Sieht echt klasse aus, das Modell. :P

Aber jetz mal ne Frage zu dem Schlagaluminium.

Wo kriegt man den sowas her und auch diese Anliegemilch?
Im Bau:
-Vieles
-und noch mehr

Hobbybastler

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Das bekommt man im Fachgeschäft für Künstlerbedarf ... oder bei eBay. :D

Ich habe jetzt für 100 Blatt Schlagalu (16 x 16 cm) und 50 ml Anlegemilch inkl. Versand 15 € bezahlt und mir das Zeug schicken lassen, da ich deswegen nicht extra losfahren wollte. ;)

Bis dann, Christian

Tudor99

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Darf ich mal dazu anmerken, dass die Restauratoren etc, die mit Blattgold arbeiten (solch ein artverwandtes Material haben wir ja hier), die Blättchen mit einem Pinsel aufbringen, den sie statisch aufladen und damit dann das Blättchen auf die zu beschichtende Oberfläche bringen.

Leider entzieht es sich meiner Kenntnis, wie sie die Fläche vorbehandeln oder wie die Blättchen "fest gedrückt" werden.


Vllt. sollte man in diese Richtung noch mal in einem Museum oder so anfragen.


Gruß von der Waterkant
Gruß Carsten

Charlie Brown

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8)

Ich habe das Schlagaluminium auch ausprobiert und bin zu den gleichen Resultaten gekommen. Für mich ist aber nach meiner Erfahrung das einzig wahre Bare Metal Foil für Flugzeuge. Es hat genau die richtige Dicke und ist schon mit Kleber beschichtet. Haushaltsalufolie ist mir zu dick und wirft zu viele Falten und Schlagaluminium ist zu dünn und schwierig in der Anwendung.

Leider hat Bare Metal Foil einen hohen Preis. Für eine P-39 1:48 bräuchte man wohl 2-3 Bögen à ca. 8,90 €. Kein Pappenstiel.

Gruß

Charlie

 :)

Hobbybastler

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Hallo zusammen! :D

Probieren geht ja bekanntlich über studieren, dennoch habe ich mir auf einigen Internetseiten bei den Blattvergoldern einiges abgeschaut. Vor allem, was die Anlegemilch angeht, die ich jetzt mit einem Baumwolltuch auftrage. Dadurch ist ein hauchdünner Auftrag ohne Strukturbildung möglich, wodurch der nachfolgende Wasserfilm deutlich sparsamer ausfallen kann. Und nach dem Auftragen des Metalls ist es auch nicht schlecht, mit einem Poliertuch letzte lose Alustellen wieder abzurubbeln und vor allem Reste der Anlegemilch, die das Alu heller und matter erscheinen lassen, wegzupolieren.

Dann habe ich mich an ein echtes Modell herangetraut und die Flügeloberschalen einer P-51 Mustang versilbert. Ich bin soweit ganz zufrieden mit dem Ergebnis, und ein wenig weiterpolieren wird auch nicht schaden. ;)

Viele Grüße, Christian
« Letzte Änderung: 18. August 2017, 16:39:05 von Hobbybastler »

funke4ever

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Wow, echt toll gemacht. Gefällt mir wahnsinnig gut

AnobiumPunctatum

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Deine Tests haben sich echt gelohnt. Das Ergebnis gefällt mir sehr gut. :respekt:
:winken:  Christian

"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

The Gunslinger

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n Abend ,

sieht super aus :P :P  aber das Zeug zu verarbeiten ist
dann doch ne ganz schön aufwendige Angelegenheit . :15:
Aber seis drum das Ergebniss muss stimmen und das tuts:klatsch:

Mfg Thomas:winken: