Fujimi Mercedes-Benz SLS AMG GT3 "Curbside war gestern" - 1:24

Begonnen von Daniel_22, 17. November 2016, 21:58:41

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Daniel_22

Hallo Freunde des Modellbaus,

nach längerem Überlegen habe ich mich dazu entschieden euch am Baufortschritt meines 1:24 Fujimi Mercedes SLS GT3 teilhaben zu lassen.

Angefangen habe ich bereits im April 2015. Seitdem habe ich mehr oder weniger kontinuierlich an dem Projekt gearbeitet. Dabei ist natürlich viel Material angefallen, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Daher lade ich in den nächsten Tagen Stück für Stück weitere Teile des Baufortschritts der Vergangenheit hoch. Sobald alles auf dem aktuellen Stand ist, berichte ich ,,live".

Da sowohl Motorhaube als auch Türen im Bausatz von Fujimi nicht zu öffnen sind, war von Anfang an die Grundidee, dies zu ändern und den Motor komplett zu bauen und zu detaillieren. Dieser sollte von der Straßenversion des SLS von Revell kommen. Daher sollten auch diverse andere Teile kommen wie etwa die Türschwellen und die Innenseite der Türen. Alle Verstrebungen im Motorraum mussten jedoch vom Reißbrett aus selbst entwickelt und gebaut werden. Auch im Cockpit war viel geplant, um es vollkommen auszustatten. Das war die Ausgangslage. Wie sich zeigen wird, kam noch einiges mehr im Laufe der Zeit dazu... :6:

Hier erstmal die beiden Bausätze:





Bis die Tage :winken:
  
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Daniel_22

#1
So, los gehts...

Angefangen hat alles mit weitreichender Recherche im Internet und dem Besuch des 1. sowie 2. VLN Laufs 2015 auf der Nordschleife. Ich habe alles an Bildern gesammelt, das mir über den Weg gelaufen ist, um überhaupt alles nachbilden zu können, wie ich es geplant hatte.
Vom Anfang des Bauprozesses am Modell habe ich leider nur wenige Bilder, ich versuche aber alles zu zeigen so gut es geht.
Zu allererst habe ich mir den Bausatz, Zusatzteile und Carbon-Decals bei HLJ in Japan bestellt. HLJ ist einer der wenigen, mir bekannten Händler, der den Bausatz des SLS GT3 noch zu einem vernünftigen Preis führt, zudem gibt's da auch gleich alles an Zusatzteilen zu kaufen, was man sich nur wünscht.
Nachdem die Zollrechnung in Höhe von 13,76 €  8o beglichen war konnte es dann losgehen.
Zunächst habe ich vorsichtig die Türen und die Motorhaube aus der Fujimi Karosserie, sowie den ,,inneren" Türrahmen bzw. die Türschwelle aus der Karosserie des Revell Bausatzes herausgeschnitten. Dieser Türrahmen wurde dann in die Fujimi Karosserie eingeklebt und grob verspachtelt. Außerdem habe ich den Teil unter der Frontscheibe, auf dem die Scheibenwischer aufliegen durch den von Revell ersetzt, da dieser besser nachgebildet war als der Ursprüngliche von Fujimi.





Die Form der vorderen Cockpitwand war nicht exakt dem Original nachempfunden, und da eine korrekte Formgebung in diesem Bereich mit Sicht auf den später folgenden Motorraum wichtig war, musste sie entfernt werden und durch einen Eigenbau mit Syrene-Platten von Evergreen ersetzt werden. Einzig die leichte Wölbung auf der Beifahrerseite musste beibehalten werden. Außerdem habe ich die Seitenwände der Cockpitschale entfernt, da an dieser Stelle ja später die Türen sein sollen.



Zudem waren die Geräte auf der Beifahrerseite alle ,,zusammengegossen" und wurden daher rausgeschnitten, um sie später realistischer nachbauen und wieder einsetzen zu können. Das fehlende Stück Cockpitboden habe ich daraufhin nachgebaut und eingeklebt.


(das Bild ist leider erst entstanden als schon alles Lackiert war)
  
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mumm

Wow, ein ambitioniertes Projekt  :P

Da der SLS für mich immer noch eines der geilsten Autos ist schaue ich gerne zu...

Peter  :winken:

Modellbau Atelier

Roadmap 2023
Begonnene Projekte beenden:
- McLaren MP4-30 (Ebbro 1:20)   
- Lotus 99T (Tamiya 1:20)
- Ferrari 87/88C 
- Lotus 72E (Ebbro 1:20)

Daniel_22

Ja Peter, das stimmt :1:

Schon die Straßenversion des SLS ist sehr elegant und unverkennbar. Alleine der klassische V8-Sound ist Musik in den Ohren! Die Rennversion setzt da einfach noch einen drauf...auch vom Sound her :D
  
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Daniel_22

#5
Weiter gehts:

Wir befinden uns jetzt im Sommer 2015, wo ich zunächst die Radkästen vorne so angepasst habe, dass sie

1. Aussehen wie beim echten Auto
und
2. später ohne Probleme in die Konstruktion im Motorraum passen

Links der Originale Radkasten, rechts der umgebaute:



Hier sieht man nochmal gut, wie die Form beim Original ist:



Danach habe ich angefangen, die Streben im Motorraum zu produzieren. Hierfür habe ich wieder Styrene-Platten genommen. Dieser Prozess hat Unmengen an Zeit geschluckt, da ich immer wieder anpassen musste und mich exakt an die originalen Proportionen halten musste, damit später alles ineinander passt (Auspuff, Radkästen, Motorblock, sonstige Geräte im Motorraum, etc.)

Hier mal ein paar Referenzbilder vom Original:


Quelle: www.youtube.com


Quelle: www.youtube.com

Zunächst habe ich die einzelnen Teile der Streben produziert...





...dann Stück für Stück eingepasst



Auch die Radaufhängungen mussten mit eingebaut werden...



Schlussendlich sah das dann so aus:


(auch auf diesem Bild sind schon die Carbon-Decals drauf. Ursprünglich war alles erst einmal mit Vallejos White Primer eingesprüht)

Um das mal ein bisschen zu zeigen: Grün ist alles, was ich selbst gebaut habe



Der Auspuff musste zudem noch angepasst werden, da dieser im Bausatz nicht 1:1 der Formgebung des Originals entsprach. Das war aber wichtig, damit er später noch unter den ganzen Rahmen im Motorraum passt.



Auch die Lenkstange habe ich neu gebaut, sodass sie sich in einer Röhre bewegen kann, die fest an den Verstrebungen im Motorraum festgemacht ist. Die Lenkstange selbst ist aus einem Stück Metallstab und die Röhre ist aus dem Stiel eines Wattestäbchens. Zufällig haben beide perfekt ineinander gepasst :D



Die Befestigungen für die Räder sind von der Lenkstange aus dem Revell-Kit und die schwarzen Teile an beiden Enden der Stange sind von der Fujimi-Lenkstange. Diese wurden dafür in zwei Teile geteilt und "ausgehöhlt", um sie dann um die neue Lenkstange herum wieder ankleben zu können. Der Vorteil ist, dass sie so fest verbaut sein können, sich die Lenkstange jedoch immer noch bewegen kann.
  
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Daniel_22

#6
Als nächstes waren die Radkästen dran. Sie wurden weiter verfeinert und dann wurden die ,,Plastik-Gitter" durch "Wide Use Metallic Mesh (A)" von Crazy Modeller ersetzt.

Hinten:





Ende Sommer war die Zeit gekommen, mich zu entscheiden. Ich war mir nämlich bis zur Notwendigkeit der ersten Lackierungen in schlussendlicher Wagenfarbe noch nicht sicher ob ich den ROWE SLS bauen soll, oder den, den ich 2014 im Europapark gesehen hatte, der Silber war und auf der Seite einen großen AMG-Aufkleber hatte. Ich habe mich dann aufgrund des zu großen Aufwands für Lackierung und Decals des ROWE SLS gegen ihn entschieden und mich entschieden von Zero Paints das Mercedes Iridiumsilber zu ordern (das ist laut AMG Customer Sports die passende Farbe) und den AMG- und alle weiteren Aufkleber auf der Karosserie selbst zu drucken.

So sieht das Ding aus...wahrhaftig ein "Silberpfeil" ;):


Quelle: https://i.ytimg.com/vi/_3ytwlfrIc4/maxresdefault.jpg

Nach Erhalt der Farbe, habe ich als ersten Schritt das Cockpit und die damit verbundenen Streben des Motorraums silber lackiert

Der Herbst 2015 fing damit an, dass ich den Unterboden mit Vallejo-Schwarz lackiert habe und versucht habe, die Holzplatte vorne nachzubilden.



Zunächst habe ich alles mit verschiedenen Brauntönen eingepinselt, um das Holz darzustellen...



...dann hab ich das gut trocknen lassen und mit Schwarz komplett überdeckt...



...am Ende hab ich die schwarze Farbe wieder in Teilen abgeschliffen und mit etwas brauner Pastellkreide ein paar letzte Akzente in das Holz gesetzt.



Zum Schluss kam noch schwarz angemalter, dünner Stoff auf die Lufteinlässe im Unterboden, obwohl man das am Ende wohl eher nicht mehr sehen wird :3:



In der Zwischenzeit lag die VLN-Saison 2015 in ihren letzten Zügen. Und was gibt es schöneres als gemütlich da zu sitzen und das Auto zu bauen, das da gerade live auf der Nordschleife fährt :P...auch wenn die Lackierung schlussendlich anders sein wird.

  
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Daniel_22

Richtung Winter 2015 ging's dann in die Carbon-Offensive...

Zuerst war der Frontsplitter dran, dann das Cockpit. Verwendet habe ich die Carbon Decals für den SLS GT3 von Studio27 und für den Rest "Carbon Pattern Decal 3S" von barchetta.













Bei Mittelkonsole und Sitz war ich echt froh, dass es Weichmacher gibt :7:. Genommen habe ich den von Vallejo. Wobei  dieser nicht allzu aggressiv zu sein scheint, da man nach dem Auftrag immer noch mit dem Pinsel problemlos auf dem Decal arbeiten kann. Das soll man ja bei anderen Produkten lieber nicht tun, da habe ich persönlich jedoch noch nichts von ausprobiert. Mit den Ergebnissen war ich am Ende dann sehr zufrieden. Am Ende wurde alles mit Vallejo Gloss Varnish überpinselt, um es zu fixieren und glänzend zu machen. Die Sitzschale habe ich jedoch mit Createx Gloss Topcoat eingesprüht, da dieser auf den Carbon Decals einen Glanz hinterlässt, der leicht ins Seidenmatte geht und daher sehr realistisch bzw ,,in scale" für Carbon aussieht. Ich bin jedoch nicht ganz zufrieden mit dem Createx-Lack, da er sich noch lange irgendwie "klebrig" angefühlt hat und auch gegen Maskierband nicht ganz so resistent zu sein scheint.
  
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Daniel_22

#8
Mit dem Sitz geht's auch gleich weiter:


Quelle: https://c2.staticflickr.com/6/5225/5575057186_d9b850c4fd_b.jpg

Ich hatte mir den SLS GT3 Sitz von Hobby Design gekauft, jedoch musste die Sitzschale noch etwas verbessert werden. Mit Milliput habe ich das Sitzpolster etwas realistischer geformt und Löcher Für die Sitzgurte reingeschnitten.



Dann alles mit Vallejo Schwarz lackiert und zwar extra so, dass es rau und matt wird, um ein bisschen die Flockung auf dem Sitzpolster zu imitieren. Danach wurden die ersten Sitzgurte mit den, dem Bausatz beiliegenden, Fotoätzteilen und schwarz angemaltem Tamiya Maskierband (als Gurtmaterial) nachgebildet und eingeklebt.



Zwischendrin habe ich noch den Motor soweit zusammengebaut und lackiert. Das Ganze wurde dann mit einem Gemisch aus dunkelgrauer Pastellkreide, Vallejo Schwarz und Vallejo Klarlack eingepinselt, um etwas Tiefe bzw. Weathering reinzubringen. Den Auspuff habe ich mit brauner Pastellkreide bearbeitet, sodass er eine realistische Farbgebung bekam.



Im Cockpit habe ich den Feuerlöscher und die schwarze Box aus dem ursprünglichen Teil des Bausatzes (das ich vorher aus dem Cockpit herausgeschnitten hatte) genommen und vervollständigt. Zudem habe ich angefangen, die ersten Kabel und Leitungen im Cockpit einzubauen.







Den Aufkleber auf dem Feuerlöscher habe ich schnell selbst erstellt und auf "EXPERTS-CHOICE DECAL"-Papier von Bare Metal Foil ausgedruckt. Das gleiche hab ich mit dem "RACECOM" Teil gemacht.

  
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Daniel_22

#9
So, Halbzeit...

etwa 9 Monate hatte mich die Arbeit an dem Modell bereits gekostet. Das sah man dem Modell zwar wohl noch nicht wirklich an, aber die Zeit, um alles aufeinander abzustimmen und zu entscheiden, in welcher Reihenfolge welche Dinge passieren müssen darf man wirklich nicht unterschätzen. Ich habe versucht, mir eine gute Grundlage zu schaffen um gröbere Unstimmigkeiten am Ende des Baus zu umgehen. Zudem waren mir einige benutzte Methoden und Materialien noch weitgehend unbekannt vor dem Bau, da dies erst mein zweites Modell war, dass ich angefangen habe, so detailliert zu bauen.

Der Jahreswechsel '15/'16 war auch im Bauprozess eine Wendung. Denn Anfang des neuen Jahres kam mir die Idee, das ganze Teil zu beleuchten. Ich hatte jedoch bis dato überhaupt keine Ahnung und Erfahrung im Umgang mit Elektronik. Zudem ist in einem Modell in 1:24 mit allem drum und dran nicht viel Platz für Elektronik, Batterie und Co. übrig. Gerade weil der Motorraum gefüllt war und hinten das Getriebe vorgesehen war. Zudem wollte ich vermeiden, dass Stecker, Schalter oder sonstiges am Ende zu sehen sind. Die Elektronik sollte 100% unsichtbar sein. Trotz aller Schwierigkeiten hat mich die Idee nicht mehr losgelassen und so ging's dann tatsächlich los...

Der komplette Prozess zur Konzeption der fertigen Elektronik-Einheit hat mich etwa ein halbes Jahr harte Entwicklungsarbeit gekostet. Ich musste alles mehrfach durchdenken und bin mit allem immer kleiner und präziser geworden. Es gab viele Dinge, bei denen ich erst nach langem überlegen und rumprobieren auf eine akzeptable Lösung gekommen bin.


Schlussendlich besteht die Elektronik aus folgenden Teilen:

1. Lithium-Ionen-Akku, der auf dem Unterboden unter dem Cockpit liegt (hier kam aus Platzgründen nur ein iPod Nano Akku mit 500 mAh in Frage)



2. Im Unterboden integriert: Qi-Spule, zum kabellosen Aufladen



3. Ladesteuerung zum Schutz des Li-Ion Akkus an der Unterseite des hinteren Cockpits (quasi über dem Getriebe)



4. Steuerungsplatine: Layout erstellt und bei Fritzing zum Ätzen in Auftrag gegeben. Danach selbst mit Microcontrollern (mit Hilfe der Arduino-Software programiert), Widerständen und Transistoren bestückt. Zusammen mit einem Bluetooth-Receiver sollte das alles dann im Kofferraum verbaut werden. Diese beiden sollten also in dem kleinen Platz zwischen Getriebe und Karosserie ganz hinten sitzen. Der Einbau sollte jedoch erst nach dem Lackieren der Karosserie ganz am Ende kommen, dann wenn auch die Scheinwerfer eingebaut werden sollten



5. Magnetschalter zum Einschalten hinten in Höhe des Nummernschildhalters. Der Schalter ist ein sogenannter Reed-Relais, er kann also durch einen Magneten geschlossen werden. Ist dies geschehen, so bekommt der Microcontroller (Verantwortlich für die komplette Steuerung) Strom und schickt einen konstanten Strom an die Spule des Relais. Diese hält ein Magnetfeld aufrecht, womit auch bei Wegfall des Magneten der Schalter geschlossen bleibt. Somit kann das Modell dann berührungslos angeschaltet werden und sogar elektronisch abgeschaltet werden, da man einfach den Befehl geben kann, dass der Spulenstrom abgebrochen werden soll, womit das Magnetfeld zusammenbricht und alles aus geht. Kein Standby und damit auch 0 Stromverbrauch im ausgeschalteten Zustand sind die Folge.


Quelle: https://www.reichelt.de/bilder/web/xxl_ws/C300/MED_SIL.png

6. Gesteuert wird alles durch eine App, die ich mit "MIT App Inventor" per drag-and-drop selbst erstellt habe. Sie verbindet sich dann via Bluetooth mit dem Auto.


Jetzt zu den LEDs:

Es sollte folgende LEDs geben: Hauptscheinwerfer vorne; "Nebenscheinwerfer" vorne unter der Hauptscheinwerfern; Blinker vorne/hinten; Rücklicht = Bremslicht (wird dann einfach heller); Regenlicht direkt über dem Mercedes-Stern hinten

Zu den einzelnen Modi der Lichtsteuerung und deren jeweiligen Sinn komme ich dann wenn das Modell fertig ist.

Das Hauptproblem war zunächst die Frage "Wie sollen die Scheinwerfer realisiert werden?"

Die Antwort liegt in einer Methode die ich so zumindest noch nirgends vorher gesehen habe (schreibt wenn ihr das mal irgendwo so gesehen habt):

Zuerst habe ich die Scheinwerfer aus dem Fujimi-Kit abgeformt (mit einer Mischung aus Silikon und Speisestärke)


Dann habe ich UHU Schnellfest (transparenter 2K Kleber) genommen, mit alter, silberner Revell Enamel Farbe gemischt und in bestimmte Bereiche der Formen fließen lassen. Den Rest der Formen wurden dann mit dann mit der normalen, transparenten Mischung gefüllt. Im Endeffekt sind so bestimmte transparente Bereiche entstanden die unabhängig voneinander beleuchtet werden können.



Der riesen Vorteil war, dass durch das Abgießen die Form des Scheinwerfer exakt gleich geblieben ist und die Lichtbalken der Scheinwerfer in diesem Fall eine genaue Form und Texturierung haben.



Für die Hauptscheinwerfer wurde ein Loch gebohrt, sodass herkömmliche 3mm LEDs hindurchgesteckt werden konnten. Für alle anderen Lichtelemente waren jeweils 2 SMD-LEDs vorgesehen in der jeweiligen Farbe, die mit Hilfe eines Stücks Plexi-Kunststoff (aus einem transparenten Schullineal geschnitten) jeweils den kompletten Bereich des Abgusses gleichmäßig beleuchten sollten. An den Außenrändern der Plexi-Streifen wurden dann die LEDs später befestigt.



Erster Test:



Jetzt nur noch alles lackieren, bis auf die dünnen Leuchstreifen...



Nachher wurde dann alles dunkelgrau lackiert bzw. manche Stellen silber und rot, wie beim Original. Sehen wird man das dann am Ende, weil ich von vor dem Einbau leider kein Bildmaterial mehr habe, was die Scheinwerfer angeht. Das wurde natürlich mit jedem der 4 Scheinwerfer gemacht.

Mit dem Rücklicht musste etwas anders umgegangen werden, da es schon fest in der Karo eingegossen war...



Meine Idee war, den ganzen Teil der Karo mit dem Licht (im Bild markiert) rauszuschneiden, abzugießen und durch einen transparenten Abguss zu ersetzen. Der transparente Teil konnte dann wie gehabt beleuchtet werden :P



Den hab ich eingeklebt und sauber verspachtelt. Hier ein Bild, wo alles schon primiert ist. Alles sieht aus wie vorher, nur dass das Licht jetzt leuchten kann :D




(Hier klebt noch das Maskierband von der Lackierung auf dem Licht)

Puh...ich hoffe ihr habt das alles soweit verstanden :1:
Wenn nicht bin ich offen für jegliche Fragen. Ansonsten komme ich wieder auf die Elektronik zurück, wenn sie in der Karo eingebaut wird, nach der Lackierung dann.
  
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Heavensgate

Schwabe
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Daniel_22

#11
Im Sommer 2016 war dann die Elektronikgeschichte soweit abgeschlossen und die Arbeit an anderen Teilen des Modells ging weiter. Jetzt wurden diverse Teile rund ums Auto gefertigt

Eine Steuerungsbox im Cockpit:



Ein Belüftungsschlauch im Armaturenbrett:



Dazu habe ich aus Powerknete den Schlauch geformt, ihn orange angemalt und dann eine dünne, weiße Schnur drumherum gewickelt.



Auch die Pedale wurden gebaut.



Dann habe ich die ersten Teile fest auf dem Unterboden verbaut. Hier sieht man schon die Stecker für die Elektronik. Da ich in allen 3 großen Teilen vom Auto (Unterboden, Cockpitschale, Karosserie) Elektronik hatte, musste diese ja am Ende, beim Zusammenbauen, irgendwie miteinander verbunden werden. Der einzige, freie Platz war direkt unter den Türschwellen, dort hat sich ein kleiner "Kanal" zischen Cockpit-Innenwand und Außenhülle angeboten. Da ich auf diesem kleinen Raum aber nicht Löten wollte (zu friemelig und zu riskant), entschied ich mich für Steckverbindungen. Die Verbindungen vom Unterboden zur Cockpitschale (Ladesteuerung) waren rechterhand, die zwischen Cockpitschale und Karosserie sollten linkerhand hinkommen.



Im Motor ging's mit dem riesigen Ansaug-Teil weiter.



Um diese (ziemlich komplizierte Form) hinzubekommen, musste ich mir was einfallen lassen :santa: Die Form musste sowohl an den Motorblock, als auch an den großen Luftauslass, der später aus der Motorhaube kommt, als auch an den Lufteinlass vorne und die Karosserie angepasst werden. Die Lösung waren Strohhalmgelenke, die ich Stück für Stück aneinander geklebt habe und dann die Form zurecht gebogen habe. Als alles final war, habe ich UHU Schnellfest in die Ritzen laufen lassen, um alles fest zu fixieren.



Zum Schluss war die Grundform fertig.



Nun musste nur noch der Rest angebaut werde. Die Chromteile auf beiden Seiten in Höhe der Kante des Lustauslasses und das Carbon sollen erst ganz am Ende, kurz vor dem Einbau kommen.


Quelle: www.youtube.com

  
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mumm

Da ensteht wirklch ein tolles Modell, und deine Berichterstattung ist ebenfalls super, vielen Dank für die Mühe die du dir machst...

Peter  :klatsch:

Ein Tipp aber noch, die Originalbilde solltest du mit Quellenangaben versehen, wenn´s die eigenen sind vielleicht auch besser dazu schreiben.

Daniel_22

#13
Hi Peter,

vielen Dank! ;)

Die Bilder ohne Quellenangabe sind tatsächlich von mir :P Ich hatte damals das große Glück, während des 2. VLN-Laufs in der Boxengasse herumlaufen zu können, während die an den SLS geschraubt haben :D Die Chance habe ich natürlich genutzt. Das kann ich auch wirklich jedem empfehlen, der mal ganz nah dran sein will: Die Karten für einen Tag VLN kosten 15€ und dafür kann man auf die Tribüne, in die Boxengasse und in die Startaufstellung. Das ist wirklich noch Motorsport zum anfassen. :D Leider gibts so gut wie keinen SLS GT3 mehr, da ja jetzt der neue AMG GT3 für Ablösung gesorgt hat.

Ich schau mal, ob ich das bei den eigenen Bildern vielleicht auch noch dazuschreibe.

Bis dann
Daniel
  
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Daniel_22

#14
Als nächstes waren kleine Luftkanäle im Motorraum dran. Hier wird Luft von vorne angesaugt und über Luftkanäle auf der Unterseite der Motorhaube ans Ende des Motorraums geleitet, wo sie wieder in zwei Kanäle geleitet wird, die im Motorraum fest sitzen.




Quelle: www.youtube.com


Quelle: http://www.scaleproduction.com/wp-content/uploads/2012/01/IMG_6607.jpg



Gebaut habe ich sie wieder mit Styrene und die Dichtungen aus grüner 0,5 mm Litze. Die Schwierigkeit bestand darin, dass die Teile alle "schiefe" Formen haben und am Ende mit den Luftkanälen in der Motorhaube zusammenpassen mussten. Genaues Arbeiten war also von Nöten.





Dann noch Carbon drauf, Gitter aus schwarz angemaltem, grobmaschigem Stoff reingeklebt und fertig sind die Dinger.







Bei den Flüssigkeitsbehältern im hinteren Motorraum wurden wieder die Wattestäbchen-Stiele und Maskierband nützlich.





Nur noch alles einbauen und fertig :P


  
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Daniel_22

#15
Endlich! Im Oktober diesen Jahres war's dann soweit...die Karosserie wurde lackiert :D

Grundiert habe ich mit Vallejo Grey Primer in grau. Dazu muss ich direkt sagen, dass ich nicht ganz zufrieden war, denn der Primer wollte einfach nicht richtig auf der Karo bleiben. Wenn man Pech hatte, konnte man ihn einkratzen und wie eine Gummischicht abziehen oder einfach aufschleifen mit dem selben Ergebnis. Das war mir in diesem Umfang neu, weil ich vorher auch schon mit diesem Primer gearbeitet hatte und bisher eigentlich ganz zufrieden war. Es könnte an einer anderen Mixtur hängen (er riecht jetzt anders als vorher) oder an der Art meines Farbauftrags, der aber aus mehreren dünnen Schichten bestand...
Wie auch immer: Die ganzen fehlerhaften Stellen auszubessern (heißt: vorsichtig die Kanten des abgelösten Lacks glatt schleifen, dann überlackieren, VORSICHTIG zwischenschleifen und wieder von vorn) dauerte einige Zeit, am Ende war ich mit dem Ergebnis aber dennoch sehr zufrieden. Zwischenschleifen geht bei diesem Primer nur bedingt und mit höchster Vorsicht, aber es geht, sodass der Untergrund für den Basecote glatt ist.

Dann kam das angesprochene Zero Paints Mercedes Iridiumsilber drauf. Ich hab es unverdünnt mit etwa 30 PSI durch die 0,4 mm Nadel meiner Evolution gejagt und muss sagen, dass ich höchst zufrieden mit diesem Lack bin :1: Auch nach 5-10 Minuten Trocknungszeit zwischen den Farbschichten (3 insgesamt) ist nix in der Nadel der Airbrush angetrocknet :P





Hier nochmal die Verbindung zwischen dem Inneren der Türen vom Revell-Kit und der Außenhülle vom Fujimi-Kit. Also ich bin sehr zufrieden.



Auf den Bildern sieht der Farbauftrag leicht körnig aus, aber das ist ja normal, da es ja eine Metallic-Farbe ist und man da eben die Flakes (oder wie das heißt) immer sieht. Beim drüberfühlen merkt man aber, dass es eine perfekt glatte Oberfläche ist.
Als ich dann das erste mal das Regenlicht angeschaltet habe, ist mir eine sehr blöde Fehleinschätzung aufgefallen: Das Silber deckt doch nicht so gut wie ich dachte, zumindest sah man noch die LED an manchen Stellen durch :5:



Das hieß dann nochmal mit Schwarz zu lackieren und dann nochmal Silber drüber da hinten. Ist aber zum Glück gut gegangen und jetzt sieht man nichts mehr :D



Dann hab ich die Seiten der Karosserie (inklusive Türen) mit Vallejo Gloss Varnish gesprüht, um eine glatte Oberfläche für die Decals zu haben.



Die Decals (selbst mit PAINT.net erstellt) wurden dann mit dem Laserdrucker ausgedruckt und erstmal auf einem Testobjekt ausprobiert.





Dann ging's an das richtige Modell..



Zum Schluss wurde alles mit einer Mischung aus Vallejo Gloss und Satin Varnish lackiert. Das Finish war dann schön seidenmatt, genau wie es beim großen Vorbild in dieser Lackierung auch ist.

Für das Decal auf der Frontscheibe galt ein besonderer Umstand: Da das AMG-Logo weiß auf schwarzem Grund ist und ein normaler Drucker ja kein weiß drucken kann, hätte ich auf weißes Decalpapier drucken müssen. Da man dann aber vom Cockpit aus auf einen weißen Banner schauen würde musste eine andere Lösung her:

Erst ein transparentes Decal drauf, dann weiß übermalen...



...und dann noch ein zweites transparentes drauf.



Dadurch sieht man jetzt sowohl von innen, als auch von außen das AMG-Logo richtig.



Hätte ich nur das transparente aufgeklebt und dann das 2. auf weiße Folie gedruckt, dann hätte man leichte weiße Ränder vom Schneiden gesehen...mit der Methode mit Farbe sieht man das Weiß nur da wo man es auch sehen will.
  
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jaykay

 
Sehr schöne Arbeit! Für so ein Nerd-Detail wie das von innen sichtbare Sonnenblenden-Decal gibt's Nietenzähler-Extrapunkte :-)

Daniel_22

#17
Haha danke :3:

Bei dem Modell sollte wirklich alles stimmen ;)

Und es geht auch gleich weiter mit den Details...ein paar Kleinteile im Motorraum. Zuerst dieses wunderschöne Teil, das meiner Meinung nach was mit den Bremsen zu tun hat (Bremskraftverstärker?).





Dann der Kühlmittelbehälter, geformt aus Powerknete.



Dann war die Elektronik einbaubereit...




(Das Rücklicht)



Im letzten Bild sieht man die "Kanäle" und Stecker ganz gut. Der Bluetooth-Receiver liegt unter der Platine und das schwarze Teil dahinter ist der Reed-Relais.

Ich hab dann alles mal zusammengebaut, um zu schauen ob alle Stecker richtig sind und alles funktioniert...und das hat es :P

  
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AnobiumPunctatum

Hattest Du den Motor auch schon auf dem Prüfstand?

Sehr interessanter Bericht und Wahnsinn, welche Arbeit Du Dir machst.
:winken:  Christian

in der Werft: HMS Triton 1773, Maßstab 1/48

"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

Starfighter

Dem Original kann ich abgesehen von Sound rein garnichts abgewinnen, aber das ist mal ein tolles Modell - gefällt mir wirklich sehr gut. Schade, dass du dir eine so unspektakuläre Lackierung ausgesucht hast, aber das ist ja Geschmackssache. Ich hatte vor ein paar Jahren das "Vergnügen", mich mit dem Ding auch etwas näher auseinander setzen zu müssen - der 1/18er Curbside von Minichamps ist auf meinem Mist gewachsen.

Daniel_22

Danke euch beiden,

Ein echter Motor wäre wirklich zu viel des Guten gewesen :3:

Und was die Lackierung angeht sag ich mal folgendes: Ich wollte eine Lackierung, mit der ich mich identifizieren kann, von daher kam nur eine vom 24h Rennen auf dem Ring, der VLN oder eben die Silberne in Frage (die hatte mich damals im Europapark zum Bau des Modells motiviert). Schlussendlich blieb die Entscheidung zwischen dieser und dem ROWE aus der VLN oder eben dem 24h Rennen. Damals (letztes Jahr) gabs aber noch keine aktuellen Decals vom Rowe und selbst drucken kam nicht in Frage. Zudem gibt es da einen schwarzen Streifen, der den weißen vom grauen Teil der Lackierung abtrennt, und bei dem hatte ich große Bedenken was die Umsetzung anging. Des weiteren haben alle Nordschleifen-SLS Luftauslässe über den Vorderrädern und die nachzubauen wäre zu kompliziert gewesen. Von daher hab ich den silbernen ausgesucht. Ich finde das AMG-Logo lockert das tatsächlich eher langweilige Silber auf und zusammen mit der seidenmatten Lackierung hat das am Ende schon seine Wirkung. Eventuell lackiere ich die Felgen auch noch schwarz. Aber das ist wirklich Geschmackssache.
  
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Capri-Schorsch


Daniel_22

#22
Danke :6:

Da die Lackierung nun abgeschlossen war, ging's dann weiter mit den PE-Gittern.



Der Mercedes-Stern inklusive der Metallpanele vorne am Kühlergrill wurden mit Bare Metal Foil chromiert...



...und dann eingebaut.



Auch die kleinen Teile oben auf der Motorhaube sind jetzt dank Bare Metal Foil chromfarben.



Dann gab's das letzte Mal einen großen Einsatz von Carbon-Decals an der Unterseite der Motorhaube. Die großen Teile habe ich selbst gedruckt, da mir das gekaufte für die Menge einfach ausging. Das gedruckte Decal ist schwarz/transparent, weshalb der Untergrund mit Gunmetal Grey von Vallejo vorher angemalt werden musste.



Dann hab ich die angesprochenen Luftkanäle eingebaut, die jetzt perfekt auf die kleinen Kanäle im Motorraum passen. Einzig die "Anschlüsse", die "Löcher" wenn man so sagen will, für die Teile hinten fehlen noch. Dann wurden diese und der ganze Rest auch mit Carbon eingehüllt. Hier habe ich dann aus Gründen der besseren Verarbeitung die gekauften Decals wieder genommen.



In die Heckscheibe waren die Heizstreifen der echten Heckscheibe eingegossen. Diese waren einfach "Rillen", die innen auf der Scheibe drauf waren. Da das Rennauto diese aber nicht hat, hab ich sie kurzerhand abgeschliffen.



Dann gut und lange poliert, eine Schicht Klarlack drüber, wieder poliert, gewachst und die schwarzen Umrandungen gemalt.


  
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Daniel_22

Dann kamen auch die Fenster in die Türen rein. Festgeklebt mit Humbrol Clearfix.



Die Lenkstange musste leider wieder aus ihrer schönen "Röhre" herausgerissen werden, da sie sich sonst doch nicht mehr hätte richtig bewegen können.
Jetzt ist die Lenkstange also frei...aber das ist ja nicht weiter schlimm.



Die selbstgemachten Federn kamen dann an die Aufhängung vorne...





...und dann konnte die Cockpitschale mit den Verstrebungen des Motorraums eingebaut werden. Der Kühler ist übrigens aus dem Revell-Kit und wurde entsprechend angepasst. Außerdem habe ich einen zweiten, kleineren Kühler unter dem Großen positioniert, den ich mir aus dem großen abgegossen habe.





Dann wurden die Stecker verbunden und der Einbau war abgeschlossen :D



Wer sich wundert, wo die Löcher in den Radkästen herkommen: die Frontlichter haben da angeeckt und da ich nicht genau sehen konnte wo genau (nicht wirklich ersichtlich von außen), habe ich einfach jeweils einen größeren Teil herausgeschnitten. Nach dem Einbau der Karosserie und damit auch den Frontlichtern wird diese Lücke wieder geschlossen bzw. verspachtelt.



Und damit sind wir auf dem aktuellen Stand :tröt:

Ab jetzt berichte ich live vom Baufortschritt.

Ich hoffe es war bisher interessant und informativ! ;)
  
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Starfighter