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Autor Thema:  U-Boote im "Päckchen"  (Gelesen 747 mal)

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flankerfan

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U-Boote im "Päckchen"
« am: 03. Mai 2021, 18:21:17 »
Hallo,

hab mal eine Frage an die Marine-Experten, bin da nicht so der Held, weil meist auf anderen Gebieten unterwegs und  weil auf den Fotos im Netz nicht so gut zu erkennen folgendes:
Wenn U-Boote im Hafen lagen, taten sie das häufig nebeneinander im "Päckchen". Hatten die dann untereinander eigentlich was dazwischen , z.B. Gummireifen (im WK II) oder Fender (im WK i) oder ging das so und/oder kam es nicht so drauf an und sie wurden einfach miteinander verzurrt?
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wefalck

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #1 am: 03. Mai 2021, 18:26:11 »
Fender. Alte Autoreifen sind etwas für die Handelsmarine.

Hans

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #2 am: 03. Mai 2021, 18:44:06 »
Wenn man Fotos (allerdings meist Schulboote) ansieht - nix. Die halten einen Laufsteg weit Abstand. Seltsamerweise auch die Typen VII mit den "weichen" Satteltanks.
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

flankerfan

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #3 am: 03. Mai 2021, 19:23:51 »
Danke für eure schnelle Antwort, war tendenziell auch bei der Variante "nichts", weil meist nichts zu sehen ist, ich denke auch, dass U-Boote eher keine Fender dabei hatten, wo auch hin mit den Dingern, auf Deck geht ja nicht und im Hafen liegt sowas vermutlich auch nicht zum Gebrauch von Bedürftigen rum. Wollte mich nur mal vergewissern, nicht dass meine geplantes Diorama dann wegen sowas völlig verissen wird...
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wefalck

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #4 am: 03. Mai 2021, 19:45:46 »
'Nicht' dürfte eher keine Option gewesen sein, da ein Schiffsrumpf, zumal der Druckkörper eines U-Bootes sehr empfindlich ist - besonders bei punktuellen Belastungen, wenn zwei Boote Rumpf an Rumpf aneinanderliegen. Sobald etwas 'schamfielen' kann, packt der gewissenhafte Seemann etwas dazwischen.

In 'RÖSSLER, E. (1997): Die Unterseeboote der Kaiserlichen Marine' kann man auf S. 75 U19 bis U22 im Päckchen liegen sehen. An der Seereling sind je zwei Fender so abgehängt, daß sie die Boote an ihrer breitesten Stelle auseinanderhalten. Bug und Heck der Boote sind mit Festmachern verbunden, so daß die Boote tatsächlich ein Paket bilden. Die Fender sind vermutlich untereinander verbunden, damit sie sich nicht in Längsrichtung verschieben können.

Aufnahmen aus der Zeit bis 1945 habe ich nicht zur Hand.

Hans

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #5 am: 03. Mai 2021, 20:05:19 »
Es gibt halt Fotos, wo man eben ‚nichts‘ erkennt.
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wefalck

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #6 am: 03. Mai 2021, 20:22:19 »
Die Fender hängen knapp unter der Oberkante des 'Decks', so daß auf vielen Photos nichts davon zu sehen ist.

Hans

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #7 am: 03. Mai 2021, 20:49:44 »
Abstand, Wefalk, Abstand. Die liegen wirklich auf Laufsteglänge auseinander.
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Duckdalb

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #8 am: 03. Mai 2021, 22:22:35 »
Hm... also: „Lage, Lage, Lage..?“  :winken:

flankerfan

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #9 am: 04. Mai 2021, 07:34:44 »
Gut dass wir das mal besprochen haben, danke für eure Gedanken und Erkenntnisse. Also wird ein guter Seemann wohl doch möglichst was zum Schutz der Boote getan haben, Fender zu verwenden wäre also auf keinen Fall falsch und ich werde es mal so vorsehen. Müssten aber vermutlich schon gut tief runter gehen, sonst werden sie bei den Rumpfformen der U-Boote garantiert raus- bzw. hochgedrückt. Ist aber in meinem Dio dann eh nicht zu sehen, wie es unter der Wasserlinie genauer aussieht.
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Hans

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #10 am: 04. Mai 2021, 11:19:46 »
Nach langer Suche für WK 1: Wie es scheint, reichte 1 (ein) Fender.



https://www.welt.de/geschichte/article161710820/So-verrechnete-sich-Wilhelm-II-beim-U-Boot-Krieg.html#cs-lazy-picture-placeholder-01c4eedaca.png


Hier noch welche. Ziemlicher Abstand.
https://www.alamy.de/stockfoto-deutsche-u-boote-im-hafen-von-der-marine-basis-wilhelmshaven-1917-48399682.html


Hier Typ-II-Boote, WK II


spiegel.de
Sieht nach "nichts" aus. Was unter der Wasserlinie passiert?

Auch Typ II, mit ziemlichen Abstand
https://www.akg-images.com/archive/-2UMEBMG132NO.html   ("Image not available" einfach wegklicken)



« Letzte Änderung: 04. Mai 2021, 11:29:32 von Hans »
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maxim

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #11 am: 04. Mai 2021, 12:31:23 »
Auf dem oberen Bild mit den Booten aus dem Ersten Weltkrieg sieht man zumindest bei den beiden rechten Booten in der ersten Reihe immer zwei Leinen mit dem befestigten Fender an Steuerbord. Auch bei mindestens einem der Boote der Reihe dahinter sieht man zwei Leinen. Mit zwei Fendern scheint das Vertäuen auch stabiler zu sein als mit einem.

Die beiden alten Kreuzerkorvetten links sind spannender :D
Im Bau: Schwerer Kreuzer HMS Dorsetshire (Aoshima)


Fumator

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #12 am: 04. Mai 2021, 14:35:43 »
Zumindest die frühen WK 1 Boote hatten auch eine Scheuerleiste . (Ist auf anderen Bildern deutlicher zu sehen, hier aber auch erkennbar.)

Duckdalb

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #13 am: 04. Mai 2021, 18:12:51 »
Mich wundert, dass die Ruder nicht gegen Berührung geschützt zu sein scheinen. Bei nur ein bisschen Wellengang dürften die Boote doch gegeneinander stoßen, da Gieren noch stattfindet.

Fumator

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Re: U-Boote im "Päckchen"
« Antwort #14 am: 04. Mai 2021, 19:17:12 »
Wurden sie doch. Die verspannten Stäbe neben bzw. über den Rudern sind Abstandhalter, die nur am Liegeplatz montiert wurden. Man ging jedoch bereits Mitte des WKI dazu über, die Ruder durch einen Bügel zu schützen. Der wurde z. B. bei S.M. U-9 im Verlauf des Krieges nachgerüstet, wie die Bilder vom Abwracken belegen.
Daß der 20 Jahre jüngere Typ II dieses System immer noch benutzte, überrascht mich auch etwas.