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Tarnlackierung Me 262 V555 oder V484

Begonnen von eydumpfbacke, 24. Mai 2020, 19:10:50

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eydumpfbacke

Hallo zusammen, ich brauche mal eure Expertise.

Ich habe den Whitebox-Bausatz der Hobby-Boss Me 262 A 2a/U2 im Bau.
Im Netz habe ich folgende Bilder der Maschine gefunden:

https://i.imgur.com/DBxsjJw.jpg

https://i.imgur.com/r71N0pW.jpg

Während HobbyBoss dieses Tarnschema vorgibt:
http://originalundmodell.de/reviews2016_1/reviews2016_1_htm_files/322586.jpg
würde ich die obere Tarne auf den Originalen Bildern eher als wolkig, als mit geraden Kanten
zwischen den Farben interpretieren.

Wie mache ich das richtig?
Es grüßt der Reinhart :santa:

Ich bau grundsätzlich nicht originalgetreu.
Wenn doch, ist das Zufall

eydumpfbacke

Es grüßt der Reinhart :santa:

Ich bau grundsätzlich nicht originalgetreu.
Wenn doch, ist das Zufall

Hans

#2
Zum grundsätzlichen Verständnis guckst du hier: https://www.modellboard.net/index.php?topic=59792.15

Zusammenfassung: V-Maschinen können umgetarnt worden sein wg. der Umbauten. Oder auch nicht. Mir erscheint die V555 wie so viele andere V-Muster auch lackiert.

- Unterseite 76. Ob ganz oder nur teilweise bleibt dem Modellbauer überlassen. Folgt man der Werknummer, ist es eine Maschine aus Schwäbisch Hall, wohl erst im März 45 gebaut. Ich würde zu unlackierten Unterseiten neigen. Rumpf nur dünn mit 76 übernebelt

- Oberseite 82 (helleres Grün) dünn überlackiert

- Oberseite 81 (dunkleres Grün, leichter Braunstich (leicht!!) eingenebelte Felder.

- Flügeloberseite unbekannt, aber ich würde auch hier von Feldern ausgehen. Wenn du die normalen Splinter aufträgst, kann dir auch keiner was.

Es kann aber auch ganz anders sein, so wie bei vielen spät gebauten Maschinen: Alle Farben nur sehr dünn und fleckig ohne Grundierung auf das Metall aufgebracht. Die Fotos auf dieser Seite lassen den Schluss durchaus zu. Oberseite dann nur das dunklere Grün 81.

http://www.history-weimar.de/nohra/page/8mai.htm

Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

eydumpfbacke

Danke, Hans.
Demnach könnte/war die V555 (und ich vermute auch die V484) eine händisch nachgearbeitet Maschine, die dem Modellbauer einige Freiheiten lässt.
Die Bilder in deinem Beitrag hatte ich noch nicht über G**gle gefunden, hatte aber die Modellboardsuche wohl nicht ausgiebig genutzt.

Auf dem Bild http://www.history-weimar.de/nohra/pic/me262_4.jpg kommt mir das sowieso sehr 'abgenutzt' vor.
Oder wie soll ich die Streifen interpretieren.
Mir scheint das durch den Flug abgeriebene Farbe zu sein, was ja sein kann, wenn diese nur noch sehr dünn aufgetragen wurde (Farbknappheit)

Ich würde das jetzt so werten, dass ich mir der wolkigen Tarnung nicht allzuviel falsch machen kann.
Es grüßt der Reinhart :santa:

Ich bau grundsätzlich nicht originalgetreu.
Wenn doch, ist das Zufall

Hans

Ich halte das für Wasser oder Sprit. Maschine ggf verstaubt bei Start und dann hast du halt diese Regenspuren. Wie am Auto. Oder beim Tanken Diesel verschüttet, die Tanks wurden von oben befüllt. Dünner abgearbeitete Farbe sollte helle Spuren hinterlassen, Eher nicht bei einem wenig geflogenem V-Muster
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

eydumpfbacke

Ok.

Leider kann ich (mag sein, dass ich zu blöd bin dazu) nicht wirklich eine Tarnlackierung auf dem Bild erkennen, sondern nur diese Streifen.
Mag ja sein, dass meine Phantasie dafür nicht reicht.
Die Streifen sind ja auf voller Höhe der hinteren Rumpfes
Ich vermag ja nur etwas helleres am Arm/Ellenbogen des Soldaten und etwas dunkleres dahinter zu erennen.
Einzig genau kann man nur die Stöße der Bleche erkennen.
Es grüßt der Reinhart :santa:

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Hans

ZitatEinzig genau kann man nur die Stöße der Bleche erkennen.

Was meine These stützt, dass die Maschine oben zwar nur mit einer Farbe (81) gespritzt war und zwar dünn und etwas dicker. Was dann durchscheint, sind die schutzlackierten Blechstösse, da wo das Blech beim Verarbeiten geknickt wurde. Diese Farbe war von dunkelgrün bis hellgrau. Praktisch ein Predhading in 1:1. Meine weisse 12 zeigt diesen Effekt.

Einige Me 262 wurden sogar nur mit dieser Blechstosslackierung ausgeliefert, da die Lackierstrasse zerstört war.

http://falkeeins.blogspot.com/2017/11/messerschmitt-me-262-1-wnr-111711-at.html
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Wolf

Es gibt aber durchaus späte 262 die so lackiert waren wie man anhand der Bilder vermuten kann, nämlich in zwei Grüntönen bei denen der dunklere Ton eher wolkig/fleckig aufgetragen war.
Wer Future hat, hat noch lange keine Zukunft

Das Faultier

Auf dem ersten von Reinhard verlinkten Foto wirkt es auf mich, als wäre die ursprüngliche klassische Feldertanung noch etwas "runtergezogen" worden, also die Trennlinie zum Unterseiten 76 durch ein Übernebeln noch weiter nach unten gezogen worden - evtl. über das ursprüngliche Mottling sofern vorhanden hinaus (wurde ja in den letzten Monaten gerne gemacht um am Boden möglichst wenig vom hellen Blau der Unterseiten zu zeigen um die Maschinen besser gg. Tieffliegerangriffe zu tarnen). Irgendiwe scheint es auf diesem Foto, als wäre der Grünton auch nicht identisch mit dem des Feldes in dessen Bereich da genebelt wurde - und eher in einer auf- und ab Bewegung.

Andererseits würde es mich etwas wundern, wenn an einer erst im März 45 gebauten Maschine in den wenigen Wochen bis Kriesende noch groß umgetarnt wurde.

Kannonenvogel

Auch ich möchte mich melden ;habe mich über jahre mit der v555/484 beschäftigt eine auswahl meines zusamengetragenen
Gruss!!

Kannonenvogel

#10
Auserdem habe ich etwas (nach längerer suche)was die Ofene Frage der Fahwerkshöhe am Orginal löst.Ein Bericht der Schweizer mit den Abmessungender der Maschine in Dübendorf,(an hans wegen des von mir gemachter Kiritik "Hochbeinig" sorj)
Gruss

Hans

Danke! Ich hab grad in München-Schleissheim vorne die Schnauze vermessem, kam auf 185 cm, aber kommt ja hin,
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

eydumpfbacke

Super! Danke  :) :winken:

Auch die Bilder von Kannonenvogel helfen mir da sehr weiter.
Die farbigen Fotos sind original Farbfotos oder nachcoloriert?
Aber die farbigen Darstellung der Lackierung bestätigen meine Vermutung,
dass der Rumpf eher wolkig und nur auf den Tragflächen die geradlinige Tarnung aufgebracht wurde.
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Wenn doch, ist das Zufall

Kannonenvogel

Da das Bild von den US Trupen stammt würde ich auf Echt tippen .
Gruss

Hans

Bei der farbigen Zeichnung handelt es sich auch nur um eine Interpretation, keine 100% Quelle. Sie ist so gut wie jede andere. Der Zeichner hatte sicherlich auch keine anderen Quellen als zB Kannonenvogel. Ist ein fast schon grundsätzliches Problem - Flugeltarnungen sieht man auf Fotos wirklich selten
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eydumpfbacke

Diese Worte könnte ich jetzt so deuten, dass es auch auf den Flügeloberseiten wolkige Übergänge gegeben haben könnte?
Oder wäre das viel zu abwegig  *dummi*
Es grüßt der Reinhart :santa:

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Wenn doch, ist das Zufall

Hans

Könnte...ja...vielleicht nicht so extrem wolkig, aber schon weiche Übergänge. Die Zeichnung ist wirklich genau zu prüfen, sie zeigt auch "ersetzte" Teile in Naturmetall, derweil halte ich das für Reflektion des Lichtes.


Sammlung HT

Wenn du dich für zweifarbig entscheidest, die Oberseiten zweifarbig zu machen, musst du da keine scharfkantigen Splinter auflackieren
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eydumpfbacke

 :D Sehr schön.
Dann versuche ich mal, meine Idee umzusetzen.
Vielen Dank  :D
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eydumpfbacke

So, hier mal meine Umsetzung im Rohzustand:









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Hans

Ich hätte jetzt zwar die Unterseite blank gelassen, aber bei V Mustern kann das schon auch passen. Der Rest ist top.
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Russfinger

Da schließe ich mich gerne Hans an!  :)

:winken:

Russie

@ Kanonenvogel: Auch hier wieder: Unglaublich, was Du da hervorzauberst. Danke fürs Zeigen!


No Kit left behind!

Wolf

#21
Wie unterschiedlich ein und dieselbe Maschine aussehen kann sieht man am besten wenn man eine Serie von Bildern hat. Beispiel ist daztu mal die bekannte Maschine die in der Schweiz gelandet ist. Auf manchen Bildern wirkt es als ob sie einfarbig lackier tist, auf anderen Bildern wieder klar zweifarbig. Manchmal etwas blasser in der Lackierung, manchmal etwa ssatter

http://www.jagdgeschwader5und7.de/mutkes-me-262-geschichte/

Ein weiterer Anhaltspunkt sind ander V Maschinen wie die V 167 Die wirkt je nach Aufnahme und auch Alter mal kräftiger und mal abgenutzter/durchschimmernder





Quelle: www.warbirdsphotograph

Was den wolkigen Auftrag angeht den ich meinte, so´würde ich mal raten in Google nach "Me 262 Innsbruck" zu suchen. Dort sind Maschine hingeflogen worden (Wenn ich es richtig im Kopf habe, JV 44)

Die Maschinen wirken teilweis einfarbig, Nahaufnahmen zeigen aber zwei Farbtöne wobei der dunklere eher wolkig/fleckig auf den Rumpf aufgetragen wurde.
Wer Future hat, hat noch lange keine Zukunft

eydumpfbacke

Vielen Dank!

Ich habe jetzt die Unterseite noch mit Alu übernebelt.
Bin mit dem Ergebnis aber nicht zufrieden.
Werde es noch nacharbeiten und dann zeigen.

Die Oberseite ist mit Pledge schon mal für Decals vorbereitet.
Es grüßt der Reinhart :santa:

Ich bau grundsätzlich nicht originalgetreu.
Wenn doch, ist das Zufall

eydumpfbacke

Hier mal aktuelle Bilder.
Ich sehe, aber, dass das Alu über dem RLM auf den Bildern nicht wirklich sehen ist. Leider
Man sieht das hellblau hinter dem Alu (leider nicht auf den Fotos)







Es grüßt der Reinhart :santa:

Ich bau grundsätzlich nicht originalgetreu.
Wenn doch, ist das Zufall

Hans

Und jetzt bitte die Blechstösse mit Pinsel und grüngrau oder hellgrau auf der Unterseite nachziehen. Google mal Me 262 ,,711"
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger