lohnt sich ein richtig teurer Bausatz für ein Schiffsmodell

Begonnen von Lorei, 06. März 2026, 13:48:16

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Lorei

Hallo Liebe Mitbastler,

Ein Modellbauer sei eine Person, die Probleme lösen will, von denen keiner weiß, das diese existieren.

Modellbauer wachsen an ihren Projekten. Plastikmodelle, anspruchsvolle Kartonmodelle, Holzmodelle und auch schon mal ein Kasten von OCCRE. Irgendwann kommt der Moment mit der Frage soll ich mal ein richtig großes Projekt beginnen? So mit High end Baukasten und ohne auf das Geld zu achten.
Auf dieser Frage habe ich ein Jahr rumgekaut und dann einfach zugeschlagen. Ein Baukasten von Artesanía. Die Surprise. Das Schiff aus dem Film Master and Commander. 1400€ allein der Kasten. Optionales Zubehör nochmal 400€.
Das ist schon was anderes. Fast 1,50m lang und 50cm breit. Ein sehr gut sortierter Baukasten. Aber kein Werkzeug wie bei OCCRE, kein Klebstoff und sehr doofes Garn. Dafür exzellente Farben, tolle Figuren und wirklich gutes Holz. Alle Etappen des Baus mit Videos unterlegt. Gute Bauanleitung gedruckt und digital.
Bei einem solchen Projekt nimmt man sich vor, alles gaaaanz genau zu arbeiten, sich Zeit zu lassen und niemals die Geduld zu verlieren. Der Rumpf ist nun nach drei Monaten fast fertig. Trotz größter Mühe gibt es einige Millimeter Verzug und nicht alles gelang so wie man es eigentlich vor hatte. In den Videos sieht man aber, das es dem Modellbaumeister aus Spanien auch nicht immer gelang alles völlig exakt zu bauen. Zwischen den Videos und der Bauanleitung gibt es auch abweichende Bemaßungen und ich musste nachfragen, welches Maß denn nun richtig ist. Durch die Irritationen ahne ich aber schon, das ich damit später noch Ärger haben werde.
Es ist jedoch definitiv eine andere Form des Modellbaus mit diesem Baukasten. An den Kanonen habe ich vieles anders gemacht als im Projekt vorgesehen, die sind nun aber auch recht realistisch. Als Seile für die Kanonen nahm ich anstelle der dafür vorgesehenen auch Seile die von einer Reeperbahn stammen und "fusselfrei" sind.
Die schiere Größe des Modells ist echt gewöhnungsbedürftig. Mein Schreibtisch darf keinerlei Gegenstände enthalten wenn das Modell drauf steht, sonst fliegt immer was runter.
Hier einige Fotos.
Der gesamte Bericht steht unter www.Lreinhold.de.

Ich werde ab und zu weiter berichten.

Gruß
Lothar

Leider kann ich Bilder nur einfügen, die kleiner als 300KB sind, daher lege ich Links ein

Spanten
Beplankung
Rumpf2
Rumpf3
Kanonen
Kanonen2
Deck achtern
Deck2
Beleuchtung
Deck3

Modellbau ist für alte Knaben eine von den teuren Gaben

Hans



Geht doch. "Bild einfügen", Link einfügen, Breite auf 800 bis 900 begrenzen
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Hans

Die Frage "lohnt sich...." bei einem sehr weit fortgeschrittenem Modell irritiert mich. Welche Antworten erwartest du denn?  8)  :D
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

freddy55

Hallo zusammen :winken:

Die Frage ''lohnt sich '' stellt sich weder für einen preiswerten
noch für einen  teuren Bausatz.
Der Preiswerte ist schneller fertig, beim teuren hat man länger was davon.
Das ist halt Hobby und entzieht sich daher sowieso jeder Kosten-/ Leistungsrechnung.
Die Hauptsache ist doch man hat Spaß dabei.

fred
am Borsigplatz geboren

Iceman-Pilot

Und nicht zu vergessen:

Ein Experte macht auch aus einem günstigen Bausatz ein Meisterwerk. Mir dagegen fällt es nicht schwer, den teuren Bausatz zu ruinieren  :pffft:

Alex
:winken:
mein Kanal auf YouTube
https://www.youtube.com/@alexw.2344

Tomwilberg

Man macht sich oft kein Bild vom Materialeinsatz, wenn Du edle Hölzer in bester Qualität im Kit hast.
Ich kenne so viele, die ihr Traumschiff als Baukasten günstig gekauft haben, nach und nach die nicht so tollen Hölzer gegen besseres Material getauscht haben - und die kommen dann auch gut vierstellig daher.

Auch wenn die Surprise Dein Traumschiff ist: Hast Du so etwas denn schon mal gebaut? Es wäre auch schade, einen Premium-Kit zu verhunzen, weil man vorher noch keine einschlägigen Erfahrungen hatte. Und ja: wer in Holz bauen will, braucht dann auch Werkzeug - so gut vorbereitet der Kit denn auch sein mag. Arbeitsfläche, Lehren / Klemmen, Bandsäge, Schleifmaschine, Bohrmaschinen (auch mit Stand, dann einennDremel oder so), eine Auswahl von hochwertigen Sägen, Feilen... - Absaugung

Alternativen: gibt es.
Ratschlag: sinnvoll anfangen - so eine Surprise wäre bei einem ambitionierten Modellbauer so etwa das 4.te Modell oder später. Vorher kommt der Lotsenschoner, der Cutter, die Kriegsbrigg oder Korvette, und dann der 38er.

Wenn Werkstatt ein Problem ist: es gibt auch tolle Modelle aus Papier, die brauchen weniger Werkzeug / Maschinenpark und sind auch Klasse. Einstiegskosten sind auch überschaubar.


Ich wünsche Dir eine gute Hand


jackrabbit

Moin,

der TO hat doch seine Homepage verlinkt und es ist daran ersichtlich, dass er schon recht viel und verschiedenes gebaut hat. Und sich halt dann mal einen teuren, großen Bausatz gegönnt hat.
An der ,,Surprise" baut er seit Nov. 2025 und hat dazu diverse Bilder eingestellt.
Sein Beitrag hier ist durch den Hinweis auf seine Seite eher eine Vorstellung seiner Person.

Grüße

Lorei

Di Reaktionen finde ich gut! Die Frage im Titel hatte ich tatsächlich mehr für mich gestellt, wollte aber eigentlich zum Ausdruck bringen, das man so ein Modell eben bauen sollte wenn man alles andere schon gebaut hatte. Und ja, ich habe wirklich schon viel gebaut. Schiffe, Panzer, Flugzeuge in Holz, Plastik und Karton. Und nun dieses Monster. Aber alles was ich schon baute und all die vielen vielen Werkzeuge haben nicht verhindert, das man bei aller Sorgfalt auch so ein teures Modell verhunzen kann. So ist es zwar nicht bei mir, aber einige kleine Fehler ärgern mich schon. Soll heißen, teuer führt nicht zwangsläufig zu gutem Ergebnis. Man muss schon aufpassen und selbstkritisch bleiben. In meiner Bstelkarriere habe ich auch zwei Segelschiffe gebaut für die es keinerlei Baupläne gab. Heute glaube ich, das so etwas irgendwie besser ist als einen teuren Baukasten zu nutzen und nach Anleitung zu bauen. Aber was solls. Es ist eine Herausforderung, hat viel Geld gekostet und muss fertig werden. Wird mich wohl noch 1 - 2 Jahre binden.

Gruß
Lothar
Modellbau ist für alte Knaben eine von den teuren Gaben

pucki

Für mich stellt sich da dieselbe Frage wie für alle anderen Dinge im Leben.

Ist es MIR das wert.

Und ich denke, diese Frage muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich habe z.b. gestern in einen Newsletter eine: Spitfire Mk IXc EN398 Flugzeugmodell – Zweiter Weltkrieg – Maßstab 1:24  aus Holz für 315 Euro angeboten bekommen. Feines Teil aber mir viel zu teuer.

Wie gesagt, ist Hobby und man muss das selbst entscheiden.  Man kann diese Frage aber pro Modell stellen, wenn man wissen will, ob es das Geld wert ist oder nicht.

Ist nur meine Meinung

Gruß

   Pucki

Ich bin PucKi, ein älterer Mann und überzeugter Single, der immer noch versucht ein perfektes Modell zu bauen.

Lorei

der Chat ist ja entstanden um Zweifel an der Wahl des Modells zu artikulieren. So wie Pucki das sagt: ja inzwischen ist es mir das wert.
Machen wir uns nichts vor, für so ein teures Modell muss man ja einen Antrag bei der Regierung einreichen und das dann begründen. Ja es klappte.

Und nun bringe ich zum Ausdruck, das so ein Premiummodell den Preis wert ist!

Der Service des Herstellers ist auch unschlagbar. Man bekommt Teile unverzüglich nachgeliefert wenn was schief ging.

Der Maßstab gestattet Details, die man bislang nicht kannte. Takelnägel aus Metall waren für mich neu. Die muss man natürlich mit einer auf Holz getrimmten Farbe anmalen- 157 Stück.
Ich bastele also weiter und versuche, die Bildsprache der Anleitung zu interpretieren.
Ihr habt mir geholfen- meine Motivation ist wieder da.

Gruß
Lothar
Modellbau ist für alte Knaben eine von den teuren Gaben

Duckdalb

#10
Ich würde die Frage eher so stellen: halte ich durch..?

Ich habe die ,,La Flore"-Fregatte von Revell gebaut. Ein ganz normales Standardmodell aus Plastik. Damals 20 Mark oder so. Dann Bücher angeschafft. Literatur vom feinsten. Fotos von echten Schiffen. Pläne. Fazit: die Masten waren zu lang, das Gallion war furchtbar, Details falsch, die Plastik-Qualität so naja. die Plastiksegel immer eine Katastrophe. Takelgarn besorgt, Holzjungfern, Holzblöcke. Heute weiß ich: war alles zu groß für diesen Maßstab, aber am Ende hat es über ein Jahr gedauert. Aber ich war sehr jung und am Ende wusste ich, dass einen Plastikbausatz zu ,,verschönern" mehr Arbeit erfordert als gleich ein ,,richtiges Modell" zu bauen. Und ich habe dann vieles NICHT verbessert, weil es sich nicht lohnte - dazu war der Bausatz einfach nicht gut genug. Das wird dir eigentlich mit jedem Kasten passieren, in jeder Preisklasse, weil die eigenen Ansprüche und die Kenntnisse mitwachsen. Du siehst, dass die Kanonen (z.B.) nur schlechter Bronzeguss oder gar Plastik sind. Willst du die verwenden? Nein, du besorgst dir ,,richtige" Kanonen. Der Spiegel ist ein gegossenes Bronzeteil? Oh, NEIN!!!! Der muss in Echtholz und geschnitzt sein... Goldbronze anpinseln? Neeeeee.... Echtgold muss her... Das Weihnachtsgeld ist schon mal weg.   :winken:  :3:  :1:  ;)

Gerade für die Eindecker-Fregatten gibt es sehr gute Literatur. z.B. ,,The 24-gun frigate Pandora" vom John MyKay und Ron Coleman bei Conway. Und da sind Details drin, die du UNBEDINGT auch einbauen willst. Das sage ich dir voraus. Du wirst am Ende die Püttings selber biegen oder dein Garn links- und rechtsrum schlagen, weil du dir diese Ansprüche selber setzt... Immerhin hast du ja 2000 Euro ausgegeben. Dann muss es auch perfekt sein...

Ich wünsche dir bestes Gelingen. Ich mag das Schiff auch.

PS Ich habe deine Seite aufgerufen.
Ich nehme alles zurück: du weißt Bescheid. Ich erzähle dir nichts Neues... Und die ,,Pandora" hast du auch.