Englischer Hafen Napoleonische Zeit

Begonnen von Wolfgang Meyer, 23. Januar 2023, 12:57:03

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Wolfgang Meyer

Ich würde gerne ein Diorama eines englischen Hafen zur Napoleonischen Zeit bauen. Der Maßstab sollte wie immer bei uns 1/72 sein.
Ich würde gerne eine englische Fregatte, im Hafen am Kai liegend zeigen, dazu ein paar kleinere Schiffe um die Szenerie auszuschmücken. Die Schiffe werden alle Wasserlinie sein. Dazu möchte ich die Häuser am Hafen, den Hafen selbst, etwas Gelände und etwas Meer zeigen.
Ich habe vor, die passenden Schiffe bei Curro Agudo Mangas aus Badajoz in Auftrag zu geben. Was mir fehlt sind bildliche Anregungen eines solchen Hafens. Kann mir da jemand von euch mit Bildern weiterhelfen. Auch gerne per PM falls sie nicht gemeinfrei sind.

Ich danke euch!

Liebe Grüße, Wolfgang

Sparky

Bemühe einfach mal Google. ,,Mayflow steps Plymoth"
Da gibt es in der Bildersuch schöne Ansichten von alten Hafenanlagen und Gebäuden. Was seit mind 1620 existiert, d.h. heute noch da ist, war natürlich in der napoleonischen Zeit auch da. Bei allen Gebäuden bin ich mir nicht sicher, sie sehen aber zum Teil verdammt alt aus.
Vl. hilft es dir ja etwas weiter.
Die Pubs ,,Navy Inn" und Admiral MacBride" am Barbican machen auch was her und könnten in die Zeit passen.

 :winken:
Sparky


"People sleep peaceably in their beds at night only because rough men stand ready to do violence on their behalf." -- George Orwell



Wolfgang Meyer

Herzlichen Dank für die schönen Links!

Ich habe gestern die maritime Seite mit dem Bootsbauer Curro aus Spanien besprochen. Ich werde wohl anstatt der Fregatte eine Korvette als Hauptschiff nehmen.
Die Fregatte wäre im Maßstab 1/72 ca. 90 cm lang geworden, die hätte das Diorama erschlagen. Die Korvette wird jetzt 72 cm lang.
Vermutlich werde ich sie auch vor dem Hafen ankern lassen und kleinere Schiffe an die Kaimauern legen. Da kann ich auch schön den Bootsverkehr zwischen Korvette und Hafen zeigen. Die Korvette wird 30 Geschütze haben, die Fregatte hätte 44 gehabt.

Wenn ich mit dem Diorama beginne, werde ich einen Baubericht starten.

Danke für eure Hilfe, liebe Grüße,

Wolfgang

maxim

Im Bau: Geschützter Kreuzer SMS Vineta (Kombrig)


Wolfgang Meyer

Ich auch, freue mich ungemein darauf und habe schon schöne Ideen im Kopf!

wefalck

#7
(Größere) Kriegsschiffe lagen praktisch immer vor Anker bzw. an der Boje, um zu verhindern, daß sich die Seeleute aus dem Staub machten bzw. daß Personen unerlaubt an Bord kamen. Deswegen hatten die Kriegsschiffe zahlreiche Beiboote und es herrschte ein reger Verkehr zwischen den Schiffen und dem Land. Praktisch alle Versorgungsgüter wurden mit Booten an die Schiffe herangebracht.

Um einen Kriegshafen, wie Portsmouth oder Chatham darzustellen bräuchte es aber viel Platz. Außerdem gäbe es da eigentlich nur Lagerhäuser und Werkstattgebäude in einiger Entfernung vom Wasser. Die Areale sind weitläufig mit einer Mauer umfaßt, um Unterschleif und Sabotage zu verhindern.

Es gibt verschiedenes an Literatur zu den Dockyards:

COAD, J.G. (1989): The Royal Dockyards 1690-1850. Architecture and Engineering Works of the Sailing Navy.- Studies in Naval History No. 1: XXVI+2+ 399 pp., Aldershot (Scolar Press).
DICKER, G. (1969): A Short History of the Devonport Royal Dockyard.- 69 p., ? (Second Edition George Dicker).
EVANS, D. (2004): Building the Steam Navy, Dockyards, Technology and the Creation of the Victorian Battle Fleet 1830 - 1906.- 208 p., London (Conway Maritime Press).
MACDOUGALL, P. (1989): Royal Dockyards.-Shire Album 231: 32 p., Aylesbury (Shire Publications Ltd.).
RITCHIE-NOAKES, N. (1987): Old Docks.- Shire Album 199, 32 p., Aylesbury, Bucks. (Shire Publications).

Man müßte sich ein hübsches 'story-board' einfallen lassen, um ein britisches Kriegsschiff in einem britischen Handelshafen zu zeigen.

Buckler's Hard (https://de.wikipedia.org/wiki/Buckler's_Hard) wäre vielleicht auch ein interessanter Hintergrund.

Hier findet sich vielleicht auch etwas: https://historicengland.org.uk.
www.maritima-et-mechanika.org
www.imago-orbis.org
www.arbeitskreis-historischer-schiffbau.de

Wolfgang Meyer

Danke dir!

Das habe ich auch schon gesehen, ein Marinehafen wäre im Diorama nicht so attraktiv. Ich werde also ein kleines Hafenstädtchen planen, einen Fischerort. Da kann ich auch noch Fischerboote zeigen.
Für das Szenario werde ich schon einige glaubwürdige Ideen finden.
Da Schiffe nicht mein Spezialgebiet sind, werde ich bestimmt noch viele Fragen an euch haben.

Die erste hätte ich schon mal. Wie war der Stand und die Situation der Segel, wenn solch ein Kriegsschiff für ein bis zwei Tage vor Anker lag?

Liebe Grüße, Wolfgang

wefalck

Bei solchen Szenarien sollte man beachten, daß Segelschiffe viel Raum zum Manövrieren brauchen, zumal in einer Zeit, in der es noch keine Schlepper gab. Ein Kriegsschiff würde also nicht in eine Buch einlaufen, in der nicht genügend Raum war, um auch bei ungünstigeren Windverhältnissen wieder hinauszukommen.

Bei der Gestaltung des Wassers ist auch zu beachten, daß ein Segelschiff sofort Anker auf gehen würde, sobald das Risiko auflandigen Windes besteht. Anderenfalls besteht die Gefahr, daß sich das Schiff nicht freisegeln kann und sogar strandet.

Ob Segel gesetzt sind oder nicht hängt von vielen Umständen ab. Wenn das Wetter schön war, dann sind die Segel aufgetucht, d.h. ordentlich auf den Rahen gestaut. Vielleicht sind sie aber auch nur lose aufgegeit, um sie schnell setzen zu können. Im Sommer ist vielleicht auch noch ein Segeltuchventilator geriggt, um die unteren Decks zu belüften. Hat es vorher geregnet, hängen sie vielleicht einfach lose zum Trocknen herunter, wobei Vorsegel nur halb gesetzt und Bramrahen gefiert sind, so daß die Bramsegel halb über den Marssegeln hängen.

In einer solchen Situation sind wahrscheinlich auch die Bootstakel geriggt, um die Schiffsboote auszusetzen.
www.maritima-et-mechanika.org
www.imago-orbis.org
www.arbeitskreis-historischer-schiffbau.de

Wolfgang Meyer

Danke dir!

Das gibt mir schon einige Eindrücke, an die speziellen Bezeichnungen muss ich mich noch gewöhnen. Sehr spannend für mich, da ich Recherche liebe. Wenn ich sowas baue, möchte ich auch alles verstehen.

Danke, ich habe in Zukunft bestimmt noch viele Fragen zum Thema.

Liebe Grüße, Wolfgang

AnobiumPunctatum

Das ist ein spannendes Thema. Ich freue mich schon auf die Fortschritte. Hoffentlich gibt es dann endlich gute Figuren zum Thema.
:winken:  Christian

in der Werft: HMS Triton 1773, Maßstab 1/48

"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."