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Tiefziehen

Begonnen von ehvorwald, 03. März 2021, 22:09:31

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ehvorwald

Servus.

Bei der Suche nach Infos über Tiefziehen, über die "Suche" Funktion des Forum hab ich für mich nützliche Infos gewonnen.
Verwendungszweck soll für Cockpithauben, zum erstellen einer Matrize, Und daraus dann eines Stempel dienen.
Als Material für die Stempel werde ich jetzt mal Flüssigmetall versuchen. Kenne ich noch als "Kaltmetall" aus der Lehre.
Was ich dazu auch im Net. nicht gefunden habe ist ein geeignetes Trennmittel, um ein verbinden/verkleben mit dem Tiefziehmaterial zu verhindern.
Gekauft hab ich jetzt mal ein "PTFE trocken Schmiermittel Spray", (verspricht Antihaftwirkung). Ist eigentlich als Schmier/kühlmittel beim z.B. bohren gedacht. Das Flüssigmetall ist bestellt und unterwegs.

Hat da jemand Erkentnisse, oder einen Tip? Alle Ergebnisse der Suche im Forum hab ich nicht durchgelesen, waren einfach zu viele.

Servus Ehvorwald.

Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem

Hans

Hab noch nie gehört, dass man ein Trennmittel braucht.
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Fumator

Seit etwa 40 Jahren ziehe ich verschiedene Klarsichtfolien direkt über Stempel aus Polystyrol, Spachtelmasse und Holz. Dabei habe ich durchaus ein paar Fehler gemacht, aber verklebt ist noch nie etwas.

Gruß Axel

ehvorwald

Servus.

Da war`n mer mal wohl auf`m Holzweg. Soviel zu meiner Theorie und der Praxis. Irgendwie hat sich in meinem Schädel das mit dem trennen festgesetzt. Hab da wohl irgendwie an "Loctite" gedacht. Man sollte wohl das Denken doch den Pferden überlassen. Die haben die größeren Köpfe. ;)

Auf alle fälle mal Danke.

Servus Evorwald.



Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem

Blindgänger

Kl.Anfrage: was ist Flüssigmetall ? warmgemachtes Metall ? oder Epoxi und Metall drin ? Trennmittel hab ich noch nie erwogen . Meistens mach ich meine Formen aus Prestolit,
mfg Georg :winken:
pego, ergo sum    wer klebt, der lebt

Chickasaw

Die Verwendung von Trennmittel im Zusammenhang mit dem Tiefziehen kommt m.E. beim Erstellen der Tiefziehform zum Einsatz.
Wenn jetzt beispeilsweise der Tiefziehstempel anhand einer alten Vakuhaube erstellt wird, machen einige dort erst Trennmittel rein und dann das Material zum Auffüllen.
Bis die Tage

ehvorwald

Servus.

ZitatDie Verwendung von Trennmittel im Zusammenhang mit dem Tiefziehen kommt m.E. beim Erstellen der Tiefziehform zum Einsatz.
Wenn jetzt beispeilsweise der Tiefziehstempel anhand einer alten Vakuhaube erstellt wird, machen einige dort erst Trennmittel rein und dann das Material zum Auffüllen.

Genau dieses habe ich gemeint, und auch so geschrieben. :klatsch:

ZitatKl.Anfrage: was ist Flüssigmetall ? warmgemachtes Metall ? oder Epoxi und Metall drin ?

Laut WIKI zu Flüssigmetall gibt es 2 Arten:

-"Meist sind dies Metall- oder Keramikdispersionen in Epoxidharz."-

-"die ebenfalls als Flüssigmetall bezeichnet werden. Dahinter verbirgt sich meist ein in einem Polymer eingebettetes Metallpulver, das ähnlich einem Öl oder einer Paste verarbeitet wird."-

Ich denke mal, in der Lehre vor 40 Jahren als "Metaller" hatten wir das 2te. Ist eine schwarze, durchaus leichte Masse. Verhält sich in Festigkeit, Bearbbarkeit und Härte wie Metall! Die Oberfläche ganz leicht feinpoorig. Hitzebeständig bis so 1000 Grad mit hoher Zugfestigkeit. Dies haben wir unter anderem bei Stanzwerkzeugen zum spielfreien ausgießen von Führungsplatten verwendet. Aber jetzt wird es glaub ich zu speziell. ;)

Ein Beispiel wäre z.B.Loctite 3450, wird unter dieser Bezeichnung mal als Kleber, aber auch zum auffüllen /reparieren angeboten. Es gibt da eine Unzahl von Herstellern.
Aber Loctite kennt im Metallbereich halt wirklich jeder.

In der Arbeit haben wir nur unter "Flüssigmetall" Loctite 660. mit dem läuft gerade eine Testreihe von mir. Ist nach 24 Std. ausgehärtet. in Verbindung mit einem "Aktivator" ist er in 30 min "Endfest"
Der 660 ist allerdings als Kleber deklariert. Wer Loctite nicht kennt? so eine Verbindung ist eigentlich nicht mehr zu trennen!

Servus Ehvorwald.
Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem

Hans

Ich liebe die Handwerker mit ihren präzisen Bezeichnungen.
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

ehvorwald

Servus Hans.

ZitatIch liebe die Handwerker mit ihren präzisen Bezeichnungen.

Dies entspricht einem beruflichen Dilema.

Beispiel:
Der Schreiner kommt zu mir und will ein Blech dings, so 200 lang, da oben im Eck. So ungefähr läuft es in der Praxis. Ich mach wie ich es verstanden habe. Nur!:
Er meinte mit dings ein dongs, 200 in cm statt in mm, wie ein Metaller es handhabt, da oben im Eck von was weiß ich was. Dann schaut mein Blech anders aus als seines. ;)
Deshalb gibts in meiner Sparte z.B. Technische Zeichnungen, in der die Schrägstellung der Buchstaben mit 7,5 Grad, die Schriftdicken mit verschiedene Bedeutungen definiert  usw. Und schon wieder fall ich in meine Zwangsstörung.
Jetzt versuch doch mal mich mit 63 noch zu ändern?. Viel Erfolg wünsch ich. :klatsch:

Swevus Ehvorwald. :winken:
Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem

Hans

Im Modellbau sind solche "Sammelbegriffe" aber eher schädlich und führen nur zu Problemen. Lass die mal von einem Malergesellen, selbst einem Meister den Begriff Verdünnung erklären. Die behaupten heute noch, sie arbeiten mit "Nitro". Noch schlimmer bei Klebstoffen, die praktisch nie auf den eigentlichen Klebstoff zurückgeführt werden und nicht besser bei "Gießharz" oder "Schaumstoff". Beobachte mal die Fragen alleine bei Verdünnungsproblemen. Heutzutage gibts bei (fast) jedem Produkt auch die Sicherheitsdatenblätter im Netz, da kann man ja mal nachsehen. Gleichzeitig gibts aber eine tradierte Abneigung gegen die "Ingenieure", die immer alles so genau wissen wollen, aber selber keinen Schraubenzieher (aka - dreher) halten können. Sowas fasziniert mich.

...bin auch 63 und lerne jeden Tag was neues.... :D
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

ehvorwald

Servus Hans.

Die Bedeutung des "Sammelbegriff" verstehe ich jetzt nicht. Ist damit das angeführte Beispiel gemeint? (Wäre schon mal ein Beispiel eines Kommunikationsproblem.) Zu den restlichen Punkten gebe ich dir recht. Da gehöre ich auch dazu. Ich sag immer noch Schieblehre statt Meßschieber, Lehrling statt Auszubildender. Die meisten Meister wissen schon um die neuen Bedeutungen und funktionen, verwenden halt noch die alten Begriffe. Wie ich auch. ;)
Zu Sicherheitsdatenblätter: Ich schaue sie bewußt an, aber: "ein richtiger Mann liest keine Anleitung." Sie sind ja auch nur ein mittel, um eventuelle Regressansprüche abzuwehren.
Zu Ingenieure:
Deine erwähnte "tradierte Abneigung gegen Ingenieure" kann ich bestätigen.
Ich hoffe jetzt mal du bist keiner, um dir nicht auf den "Schlips zu treten". in 40 Jahren Beruf kann ich nur 3 kompetente Ingenieure benennen.
Wenns so ist, nimms nicht so ernst, Der Allgäuer als Typ ist sehr direkt! ;)
Zitatdie immer alles so genau wissen wollen, aber selber keinen Schraubenzieher
Wenns so wäre wäre es ja gut. Meine Erfahrung ist: Ein einfacher Arbeiter kann doch nicht mehr wissen als ich. Vorschläge lehne ich deshalb ab.
Ein guter Ingenieur sollte auch praktische Erfahrung haben. Dazu habe ich einige extreme absurde Erfahrungen, meine Vorschläge habe ich immer vorher durchgetestet.
Solltest du dies Gespräch weiterführen wollen, schlag ich email vor. Hat ja nichts mehr mit Modellbau zu tun.

Servus Ehvorwald.

Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem

Wolf

Bitte einfach mal beim Thema bleiben..... sonst nenne ich den Thread um in "dies und das und doch was anderes"  ;)
Wer Future hat, hat noch lange keine Zukunft

Lupusprimus

@Ehvorwald: Das mit dem Metall halte ich für zu aufwendig. Ich ziehe ja seit Jahren viel tief (Rumpfhälften meist). Für eine Form brauchst Du irgendwie eine Vorlage oder Du "schnitzt" sie Dir. Am einfachsten ist es, das vorhandene Original in einem kleinen Formkasten (z.B. aus Legosteinen) mit Silikon abzugießen. Ich gieße dann die Silikonform mit Resin aus. Das läßt sich nach dem Aushärten auch leicht bearbeiten (wenn da noch was passieren soll). Wenn Dich die speziellen Materialien interessieren, schick einfach eine PN.
Ich baue vorbildgetreue kleine RC Hubschrauber.

Hans

Grad red ich von Sammelbegriffen. Welches ,,Resin"?
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Lupusprimus

PUR-Gießharzsystem (genannt Resin), bestehend aus Harz und Härter (1:1 vermischt). Ich verwende das von Breddermann, der macht kleine Abfüllungen zu ertragbaren Preisen.
Ich baue vorbildgetreue kleine RC Hubschrauber.

Keks_nascher

Wie ist es dann mit der Materialstärke? Wenn ich eine Kanzel abgieße, den Abguss als "Stempel" nehme und anschließend darauf tiefziehe habe ich doch Übermaß. Oder kriegt man das so dünn hin, dass es nicht weiter ins Gewicht fällt?
Gruß Michi

Hans

Durch das Ziehen wird das seitliche Material sehr dünn.
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Fumator

Bei Bedarf schleife ich die Kanzel halt etwas dünner. Das ist aber eher selten erforderlich.

Chickasaw

Zitat von: Keks_nascher am 09. März 2021, 16:43:28
Wie ist es dann mit der Materialstärke? Wenn ich eine Kanzel abgieße, den Abguss als "Stempel" nehme und anschließend darauf tiefziehe habe ich doch Übermaß. Oder kriegt man das so dünn hin, dass es nicht weiter ins Gewicht fällt?

Eher Untermaß. Wenn Du eine Kanzel abgießt, machst du ja den Abguß von innen in der Kanzel. Wenn Du dann die Haube über den Stempel tiefziehst, solltest du das gleiche Innenmaß haben.
Aber da das Material dünner ist, wirst du außen Untermaß haben.
Bis die Tage

Fumator

Ich ziehe über die Kanzel. Das geht einfach schneller. Außerdem sind manche Kanzeln, insbesondere die schlechten, die man neu anfertigen muß, innen so abenteuerlich gestaltet, daß ein Abguß als Stempel unbrauchbar ist.

Kannonenvogel

Keine erzählung !bilder sprechen für sich!!
Gruss :winken:

Rafael Neumann

Sieht gut aus und funktioniert anscheinend.
Benutzt jemand auch eine dieser sog. "Tiefziehboxen", die man für relativ viel Geld auf dem Markt bekommt oder ist das bei Kleinteilen eher entbehrlich ?

Schöne Grüße
Rafael
Wenn ich mal sterbe, hoffe ich, dass meine Frau die Bausätze nicht zu den Preisen verkauft, die ich Ihr genannt habe ...

Hans

Ich hab mir grad eine gebaut, aber noch nicht ausprobiert. Holzkasten aus dem Künstlerbedarf, Alugitter von Obi, seitlich eine Lochsägenarbeit, damit der Staubsauger reinpasst. Muss noch den Rahmen bauen für das Tiefziehmaterial.
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Rafael Neumann

Das schaut auch gut aus.
Ich hatte 'mal vor 2 Jahren Kontakt zu einem Elliot R. Brown, der auf der Seite https://www.eliotrbrown.com/wp/www-warmplastic-com/ seine Boxen vorgestellt hatte. Sein Geschäft hat er aber dann geschlossen, angeblich gab es noch einige Teile, aber daraus ist dann nichts mehr geworden.
Wenn ich mal sterbe, hoffe ich, dass meine Frau die Bausätze nicht zu den Preisen verkauft, die ich Ihr genannt habe ...

Fumator

Bis etwa 1/48 kommst Du bei Kanzeln ohne Box aus. Bei größeren Teilen (z. B. Rümpfen) kommst Du irgendwann an Deine Grenzen.