Revell´s 1:110er "Charles W. Morgan" - Frage an Experten 30.3.12 - und Antwort

Begonnen von Marcus.K., 08. Oktober 2010, 23:57:31

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Marcus.K.

Was lange währt, wird endlich gut ...

Also, nach fünf Jahren und ein zwei Anläufen will ich jetzt endlich doch auch mal ran! Ich habe mir eins meiner beiden Bausätze der Charles W. Morgan rausgegriffen, weil das Modell so schön billig ist - und ich´s bei bedarf einfach nochmal kaufe.

Wie die meisten der etwas länger hier anwesenden ja vielleicht wissen, schlage ich mich seit ca. 5 Jahren mit vor allem der Theorie herum. Das erste Modell, das mein Kindheitshobby wieder aus der Versenkung brachte, war die große Constitution, die mir meine Einzige geschenkt hat, als ich mit einem Meniskusschaden (mit Komplikationen) für längere Zeit zuhause verweilen musste. Damals habe ich angefangen, das Internet zum Recherchieren zu nutzen - und landete bei einem wunderschönen Baubericht eines BR06 (oder 09?)... Der Mann imponierte mir. Innenverschalung eines Plastebausatzes - wow. Was soll ich sagen: SO wollte ich auch bauen können.
Ihr wisst´s wahrscheinlich - der Mann hat die Sonne links liegen lassen und sich dem wirklichen Schiffsmodellbau zugewendet - und nennt sich jetzt Holzwurm ... für Intellektuelle  ;)

Nun, ich habe mich aber nicht an meinen Bausatz getraut - und statt dessen lieber gelesen .. und gelesen ... und gelesen ..
Das ein oder andere habe ich dann auch weiter gegeben ..

Bald war die Idee geboren, erst mal die Grundkenntnisse an einem billigen "kleinen" Bausatz auf zu frischen - also habe ich die HMS Beagle von Revell gekauft - und sofort nachgelesen, dass das ein dummer Fehler war.

Gut - also im Übermut das Beste draus machen wollen: einen Rückbau zur Bounty, .. oder doch wenigstens zu einem Flachdecker-Frachter. Und weil ich natürlich Optimist war, wollte ich gleich supern: das gute Stück sollte eine Holzbeplankung bekommen. Gesagt, begonnen - und wieder liegen lassen. ...

Der Gründe gab es reichlich: Startschwierigkeiten meiner beiden Söhne, die in ihren ersten Jahren gerade über Winters z. T. im 3-Wochenabstand je eine Woche in der Klink verweilen durften (meist ohne wirklich kritische Folgen - Puh!). Aber unter solchen Umständen ist an geregeltes Basteln nicht zu denken.

Dann war da noch das Problem mit der Entfernung zum Job: täglich 90 km (einfach) über die A8 .. da bleibt nach einem 8-h-Tag nicht viel vom Abend!

Und schließlich das Platzproblem: wohin mit dem Bastelkram - wo basteln in der Mietwohnung????

Nun: seit wir einen neuen Esszimmerschrank mit eingebautem Sekretär haben, habe ich etwas Platz für mein Bastelzeug - und einen leicht auf- und abzubauenden Bastelplatz ... Die Kids sind mittlerweile deutlich robuster - und so sind alle erholter und fitter - und ich will endlich mal anfangen!!!

Die Morgan .. warum die? Nochmal: weil´s ein billiges Schiffchen ist, nicht sehr groß, keine Kanonenorgien .. und weil mich der Walfang und Moby Dick zwischenzeitlich auch noch infiziert hatten.

Bernd hat das Modell vorgestellt
(Klick mich),
ich ein schönes Buch dazu
(Klick mich2) -
das sollte als Theorie schon mal genügend Grundlagen bieten.


Trommelwirbel:
NUN, meine Herren, möchte ich loslegen - und weil ich ja ein folgsamer Leser bin, will ich EUCH erstmal fragen:

Wie würdet IHR anfangen???

Wie gesagt: es soll erstmal weitestgehend OOB werden, damit ich endlich mal durchziehen kann! In 11 Tagen will ich das NICHT umsetzen (wie zuletzt einer mit der Constitution).. aber es darf ruhig flott sein.

Grundlagen:
- Historische Wiedergabe: trotz der historischen Ungereimtheiten (Heckfenster, Decksaufbauten, Takelage, etc.) soll das Modell zunächst mal OOB gebaut werden. Den zweiten Bausatz, den ich noch im Regal habe, den werde ich mal irgendwann supern und korrigieren!
- Farben: einzig die Bemalung des Rumpfes wird realistischer gestaltet: den Pseudo-Kanonestreifen lassen wir mal lieber weg!
- Takelage .. ich bin noch am zögern, ob ich dem Schiff eine Vollschifftakelage verpasse- oder es bei der Bark belasse.
- Besegelung - ja! Aber ich möchte versuchen, Stoff bzw. Papiertaschtuch-Segel zu erstellen ...
- Dio: es soll später auch für Versuche eines Dios herhalten - aber ich werde es wohl in relativ ruhiger See darstellen. Vielleicht eine Gam-Situation ..??

Material: Ich habe die Farben für das Schiff sowohl als Enamel (was ist das eigentlich für ein Wort???) als auch die wichtigsten Grundfarben in Aqua Color. Ölfarben will ich (noch) nicht verwenden ..


Wie sollte ich loslegen?

Zur Info: die Strukturen des Holzes und der Kalfaterungen sind erhaben dargestellt.

Mein Plan: ich stelle mir vor, dass ich die braunen Spritzteile für Rumpf und Deck zunächst schwarz "grundiere", danach je nach dem ob Deck oder Schiffswand, in verschiedenen Grau und Brauntönen Schicht um Schicht auftrage. Die Schiffswände mit mehr Schwarz - ggf. etwas Blau? .. und etwas Silbergrau. Das Deck mehr mit Weiß, Grau, hellem Beige und z. T. auch brauntönen.

Danach werde ich die Flächen mit feinem Schmirgel glatt schleifen, bis an den Kunststofferhöhungen die verschiedenen Farbschichten "geschnitten" und sichtbar werden ... und zwar je so lange, bis die schwarze Kalfaterung der schwarzen Grundierung zu erkennen ist. So hoffe ich eine glatte Fläche zu erhalten - und trotzdem die Holzstrukturen erahnbar zu machen.

Was denkt Ihr?

Und behandelt Ihr die Oberflächen vor? Säubern? Waschen? Anschleifen? Grundieren????


Zusammenbau - die Reihenfolge:
Der Bauplan sieht vor, dass ich zunächst Details an Deck montiere (nach dem bepinseln, versteht sich) und danach den Rumpf um das Deck füge. Ist das empfehlenswert?

Ich bitte gnädigst um Hilfe - auch wenn ich weiß, dass ich unter den erlauchten Holzwürmern hier natürlich als Plaste-Anfänger kaum glänzen kann ..  :-?
Bin für jeden Tipp dankbar - auch wenn ich mich vermutlich nicht an jeden halten werde (nicht böse sein!). Und Kritik ist erwünscht - auch wenn sie mal schmerzen sollte. Und wenn ich mich mal als kritikunfähig erweise, schickt mir bitte eine PN mit entsprechender Rüge - damit das im Thread nicht ausartet .. Wir klären das dann unter 4 Augen, ja?

Ich freu mich schon drauf!!! (da links von mir liegt der Bausatz - und ich muss immer wieder die Teile angucken und in Gedanken schon anfangen...

Gedult... ruhig Brauner!!! Morgen geht es los! Morgen, wenn die Kids im Bett sind!!!

AnobiumPunctatum

Zitatnd landete bei einem wunderschönen Baubericht eines BR06 (oder 09?)... Der Mann imponierte mir. Innenverschalung eines Plastebausatzes - wow. Was soll ich sagen: SO wollte ich auch bauen können.

BR06 war richtig.

Zitathr wisst´s wahrscheinlich - der Mann hat die Sonne links liegen lassen und sich dem wirklichen Schiffsmodellbau zugewendet - und nennt sich jetzt Holzwurm ... für Intellektuelle

:7: :7: :7:

Prima, ich freue mich richtig, dass es bei Dir losgeht. Wenn Du Probs bei der Conny hast ... der Bausatz ist einer der letzten Plastesegler, die ich auch noch zu Hause habe. Aus dem Kit kann man die entsprechende Geduld vorausgesetzt, ein spekatkuläres Modell bauen.

ZitatMaterial: Ich habe die Farben für das Schiff sowohl als Enamel (was ist das eigentlich für ein Wort???) als auch die wichtigsten Grundfarben in Aqua Color. Ölfarben will ich (noch) nicht verwenden ..

Warum keine Ölfarben. Die Technik ist wirklich sehr einfach benötigt nur etwas Zeit zum Trocknen. Nimm den Beagleschrott, pinsel eine Stelle mit einem aufgehellten Ocker ein, etwas verdünnte Ölfarbe drauf, antrocknen lassen und mit dem borstenpinsel abnehmen. Du wirst nicht mehr anders malen ;)

ZitatZur Info: die Strukturen des Holzes und der Kalfaterungen sind erhaben dargestellt.

Das ist nicht weiter schlimm. Nur Darstellung der Kalfaterung wird etwas schwierig werden. Im Zweifelsfall darauf verzichten. Bei der Ölfarbtechnik werden die Bretetrfugen ausreichend betont. Deine beschriebene Vorgehensweise zur Kalfaterung könnte funktionieren.

ZitatUnd behandelt Ihr die Oberflächen vor? Säubern? Waschen? Anschleifen? Grundieren????

Waschen auf jeden Fall. Bei Aqua-Colors evtl. eine Grundierung mit Tamiya um die Haftung zu verbessern.

ZitatZusammenbau - die Reihenfolge:
Der Bauplan sieht vor, dass ich zunächst Details an Deck montiere (nach dem bepinseln, versteht sich) und danach den Rumpf um das Deck füge. Ist das empfehlenswert?

Ich kenne den bausatz nicht, aber ich würde Details erst nach dem Zusammenbau von Deck und Rumpf anbringen. Du solltest aber vorher testen, ob Du an alle Details und Klebestellen kommst.
Meine Vorgehensweise (ohne Gewähr, ob das mit dem Bausatz zu realisieren ist):
zuerst das Deck bemalen, und evtl. die inneren Bordwände, aber nur diese;
anschließend Rumpf und Deck zusammenkleben; und ordentlich verspannen; wenn das Deck sich von oben einbauen lässt, erst der Rumpf; dann hast Du auch die Möglichkeit ein paar kleine Muttern in den Rumpf zu kleben, um das Modell auf einem Ständer zu verschrauben.
nach dem Verkleben, die Naht überschleifen und evtl. falss erforderlich mit Putty beiarbeiten;
nun kannst Du den Rumpf bemalen.

Bei der oben beschriebenen Vorgehensweise solltest du zu Beginn unbedingt prüfen, wie die Masten befestigt werden. Hier solltest Du prüfen, ob die vom Hersteller vorgesehene Vorgehensweise sinnvoll ist, oder ob Du anpassen musst. Beim Spannen der Takelage erzeugst Du schon einige Kräfte...

Hoffe die viel zu lange Antwort hilft Dir weiter  ;)

:winken:  Christian

in der Werft: HMS Triton 1773, Maßstab 1/48

"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

Bernd B.

Ein schöner Bausatz, aus dem man wirklich OOB etwas nettes machen kann - hatten wir uns nicht schon darüber unterhalten? :D

Zum Kalfatern ein Trick, den ich ab und an anwende (bitte erst an einem Reststück o.ä. ausprobieren, ob Dir der Effekt gefällt): Deck ganz normal streichen und gut durchtrocknen lassen. Dann eine billige Zeitung nehmen, eine möglichst eng bedruckte schwarze Fläche wählen und die dann über das Teil reiben. Die Druckerschwärze überträgt sich dann auf die erhebenen Gravuren. Anschliessend etwas versiegeln und fertig ist - weniger Aufwand als die (im Prizip gleiche) Schleifmethode und kein Staub.

Ideal geeignet ist das Magazin der Sunday Times ... das hinterlässt schon beim normalen Lesen schwarze Finger ...

Marcus.K.

Habt Dank für Eure Antworten - und zu lange ist mir bisher noch keine!!! Im Gegenteil! Ich lechze nach mehr Inspiration und Kenntniss!
:winken:

Da ich heute abend schon wieeeder aufgehalten wurde, zögert sich der Start (mist!) doch wieder etwas hinaus.
Aber es lohnt sich noch, ein wenig zu recherchieren, was ich eigentlich darstellen will:

Eine meiner wichtigsten Quellen sind die Photos, die Mystic Seaport online zur Verfügung stellt. Ich möchte das Schiff in einem eher typischen Zustand bringen -
also nach ein paar Monaten / Jahre auf See. Dazu fand ich folgendes Bild, das die CWM im Trockendock zeigt:


[size=10]Quelle: http://library.mysticseaport.org/ere/odetail.cfm?id_number=1945.452.17[/size]
ZitatTitle: CHARLES W. MORGAN hauled out

Accession Number: 1945.452.17
Category: PHOTOGRAPHS
Type: silver print
Maker: Church, Albert Cook
Place: USA, MA, Fairhaven
Date: Circa 1920
Materials:
Description: Silver print in album, possibly by Albert Cook Church; starboard bow view of whaling vessel, probably CHARLES W. MORGAN, hauled out; men working on hull; probably at Pierce & Kilburn, Fairhaven, MA, c. 1920-21; camera copy of 1995.99.
Ich vermute, dass der hellgraue Bereich unter der Ankerklüse abgeschliffene Bereiche sind, bei denen man entweder den Zustand des Holzes begutachtete oder aber einfach schlicht damit begann, die Oberfläche abzuschleifen. Auffällig auch, dass von der Kupferung (wenn ich das richtig erkenne) scheinbar nichts zu sehen ist. Abgefallen? Nö, schon entfernt? Möglich .. Aber dass man dann keine Spur von der ehemaligen oberen Abschlußkante erkennt, finde ich erstaunlich.. Hat jemand eine Idee?

Die Situation, in der ich das Schiff darstellen möchte, ist eine Mischung aus drei Bildern, die ich gefunden habe:

Quelle: http://library.mysticseaport.org/ere/odetail.cfm?id_number=1945.452.20
ZitatTitle: Bark CHARLES W. MORGAN by Albert Cook Church

Accession Number: 1945.452.20
Category: PHOTOGRAPHS
Type: silver print
Maker: Church, Albert Cook
Place:
Date:
Materials:
Description: Silver print; bark CHARLES W. MORGAN under sail, whaleman working on jibboom; possibly by Albert Cook Church; port view of whaling bark under sail, lookout on foremast.


Quelle. http://library.mysticseaport.org/ere/odetail.cfm?id_number=1956.1633
ZitatTitle: Whaling vessel CHARLES W. MORGAN

Accession Number: 1956.1633
Category: PHOTOGRAPHS
Type: albumen print
Maker: Packard, A. F.
Place:
Date:
Materials: paper
Description: Albumen print; starboard view of CHARLES W. MORGAN photographed by A.F. Packard.

Es gibt da noch ein drittes Photo in meinem Leavitt – wo tatsächlich ein Gam dargestellt ist. Die Vorsegel back gestellt – sehr schön.

Ob ich die Besegelung entsprechend der Zeit der San-Francisco-Zeit machen werde, weiss ich noch nicht. Die Schiff von dort hatten alle ein eher dreieckiges Besan-Segel – fast wie ein Sturmsegel. Aber wenn ich das machte, müsste ich auch den Rest der Takelage nicht OOB machen ... da habe ich aber wohl noch Zeit...

Weitere Quellen für schöne Anregungen finden sich in

[size=12]George Francis Dow – Whale Ships and Whaling – a Pictoral History. [/size]

Das kleine Paperback-Büchlein mit ca. 220 Seiten besteht quasi nur aus Bildern zum Walfang der Segelepochen .. und gegen Ende auch Photos davon. Natürlich auch von unserer CWM... Gerade Bilder vom Deck oder von den Arbeiten am Wal (wenn er z. B. noch seitlich vom Rumpf angeschlagen ist) geben schöne Detaileindrücke ..


Jetzt möchte ich noch mal auf die Technik eingehen, wie ich das Holz darstellen möchte. Natürlich habe ich die Beiträge unserer Holzwürmer und Koggenbauer fleissig studiert – wenn auch noch nicht getestet. Und natürlich haben mir die Ergebnisse von El Supremo überaus deutlich gezeigt, wie organisch die Ölfarbe einen Plastikrumpf oder –Deck wirken lässt .. dennoch möchte ich an diesem kleinen Schiffchen die Technik von
[size=12]Les Wilkins [/size]– dargestellt in seinem Heft [size=12],,How to build a Plastic Model Ship"[/size] – ein Kalmbach Book von 1980. Ich habe den dritten Neudruck von 1992 ..

Das 64-Seiten-Heft wird vor allem bei unseren amerikanischen Freunden des Plastik-Schiffmodellbaus gern empfohlen – und ich musste es haben, weil darin beschrieben wird, wie man aus der Revell Constitution eine USS President macht. ... Gut, naja, wie soll ich sagen .. Die so gewonnen Eindrücke haben mir wieder vor Augen geführt, dass die Amerikaner keine wirklich ernst zu nehmenden Konkurrenten sind – wenn ihnen solcherlei Empfehlungen genügen. Ein wenig andere Farbe, den Schuck am Heckspiegel entfernt – und voilá – hat der Amerikaner eine neue President. .. seufz! Hätte ich geahnt, dass es soooo einfach ist ..  ::)

Egal: Wilkins beschreibt eine Methode, die ich – so glaube ich jedenfalls – als Kind mal auch in einer Revell-Broschüre gesehen hatte - und die wie geschaffen scheint, für Revellsche erhabene Strukturen (wie auch an meiner Consti!):
1. Erst eine deckende Schicht SCHWARZ auf das Deck
2. eine Schicht Braun, Beige, Grau - ... was einem beliebt als Holzfarbe.
3. Abkratzen mit der Klinge – oder abschleifen – bis das Schwarz sich an den erhabenen Strukturen der Gravur langsam unter dem Braun zu erkennen gibt...

Ich selbst würde das mit ein wenig mehr Farbvarianten (also z. B. drei oder vier Farben. Z. B. Grau, Weiß, ) versuchen. Ich ahne aber schon, dass das nicht gut klappen wird, weil die Gravur der Holzmaserung irgendwie deutlich höher aussieht, als die Erhöhung der Kalfaterung... Das wird auch den Tipp von Bernd mit dem Abreiben mit Zeitungspapier (zumal ich dieses eine Blatt hier in Karlsruhe noch nicht gesehen habe ..) zunichte machen. Vermutlich würde zuerst die ganze Maserung schwarz sein, bis man die Kalfaterung erkennt. Könnte mir vorstellen, das die Technik beim Peter-Pan-Restaurant-Schiffchen gut funktioniert.. denn dort war glaube ich, keine Maserung eingebracht sondern nur Kalfaterungs"linien.

Hier mal eine Skizze von der Technik aus besagtem Heft:


So – für heute soll das mal genug sein. Demnächst mehr – und hoffentlich auch bald Bilder von Farbklecksen auf Plastik ... Drückt mir die Daumen!

Bernd B.

Zitat von: Marcus.K. am 10. Oktober 2010, 00:42:34
Ich ahne aber schon, dass das nicht gut klappen wird, weil die Gravur der Holzmaserung irgendwie deutlich höher aussieht, als die Erhöhung der Kalfaterung... Das wird auch den Tipp von Bernd mit dem Abreiben mit Zeitungspapier (zumal ich dieses eine Blatt hier in Karlsruhe noch nicht gesehen habe ..) zunichte machen.

Möglich ... ausprobieren und dann ansehen.  :winken:

JollyRoger

Hallo Marcus !
Das freut mich aber wenn wir mal was von dir zugesicht bekommen das du sie gealtert darstellen willst find ich sehr gut da kann man einiges machen und das du dir da zeit lässt verteht sich glaube ich von allein wenn du schon so recherchierst.
Ich wünsch dir viel spass beim bau.
Werd das hier weiter beobachten.
mfg Christian

Marcus.K.

#6
Zitat von: Bernd B. am 10. Oktober 2010, 09:11:05
Zitat von: Marcus.K. am 10. Oktober 2010, 00:42:34
Ich ahne aber schon, dass das nicht gut klappen wird, weil die Gravur der Holzmaserung irgendwie deutlich höher aussieht, als die Erhöhung der Kalfaterung... Das wird auch den Tipp von Bernd mit dem Abreiben mit Zeitungspapier (zumal ich dieses eine Blatt hier in Karlsruhe noch nicht gesehen habe ..) zunichte machen.

Möglich ... ausprobieren und dann ansehen.  :winken:
Schon klar: "Versuch macht kluch!" .. ich will mal sehen, wie´s geht  :1:


Zitat von: JollyRoger am 10. Oktober 2010, 10:32:28
Das freut mich aber wenn wir mal was von dir zugesicht bekommen das du sie gealtert darstellen willst find ich sehr gut da kann man einiges machen und das du dir da zeit lässt verteht sich glaube ich von allein wenn du schon so recherchierst.
Oh, hoffentlich irrst Du da mal nicht: ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch - und verliere auch schnell die Lust an einer Sache. Das Ganze vorhaben (Schiffsmodellbau) hat für mich auch einen gewissen "therapeuthischen" Beigeschmack. Ich möchte mich und mein Leben ein wenig "entschleunigen" und mich in Gedult üben (im wahrsten Sinne des Wortes).. Aber wie gut ich das hinbekomme .. Schau´n mer mal...
ZitatWerd das hier weiter beobachten.
Bitte nicht (nur ansehen) - Kommentare, Kritik und Anregungen sehr erwünscht!

Marcus.K.

#7
Ich schulde Euch noch das Bild mit dem "Gam". So nannte man das Treffen zweier Walfänger auf dem offenen Ozean, das meist ausgiebig zelebriert wurde: Ein Boot des einen Kapitäns wurde zu Wasser gelassen und zum andern Schiff gerudert - wohingegen sich der 1te Offizier des besuchten Schiffes mit einem eingene Boot zum andern Schiff aufmachte.) Alle Besucher (auch die Bootsmanschaft z. T.) tauschten dann mit Ihresgleichen Nachrichten, Positionen und Zeiten von großen Erfolgen und Walsichtungen, Seemannsgarn, die letzten (schon zigmal gelesenen) Zeitungen und Briefe für die / von der Heimat aus - auch für Schiffe, die man im Zielgebiet des andern vermutete ..



Quelle - das schon vorgestellte Buch von Leavitt!


Hier noch ein paar Impressionen vom Deck selbst.

Einer der Vorschläge war, eine "Stellprobe" mit den Decksaufbauten und Details zu machen. Ich habe darauf hin erstmal alles genau begutachtet - und vergleiche mal mit den Photos vom Schiff selbst.. Dabei wird deutlich, wie gebraucht, verschlissen und auch abgerundet viele Details beim Original waren - und wir scharfkantig und gerade sie am Modell wiedergegeben sind. Da wird die Feile gebraucht werden ..

HAUPTLADELUKE

Hier mal eine Decksansicht von der Hauptladeluke:

Quelle: http://library.mysticseaport.org/ere/odetail.cfm?id_number=1950.2703

ZitatTitle: Deck view of CHARLES W. MORGAN

Accession Number: 1950.2703
Category: PHOTOGRAPHS
Type: silver print
Maker:
Place: USA, MA, South Dartmouth
Date: Circa 1930
Materials:
Description: Silver print; deck view on board CHARLES W. MORGAN at Round Hill, MA, 1925-1936

Man erkennt, dass der Rand der Luke mit dicken Bohlen, die an der Oberkante stark zerzaust sind, verstärkt wurden ...
[IMG=http://img299.imageshack.us/img299/1745/dsc00057p.jpg]http://[/img]
Quelle: G. F. Dow - Whale Ships and Whaling - a pictoral History / Dover-Verlag - ISBN 0-486-24808-9 - im Folgenden [Dow] bezeichnet.

Dagegen hier das selbe Detail am Modell:


Man sieht, dass das Modell hier eine Stufe abbildet - und dass die Kanten - verglichen mit dem rohen Holz des Originals, viel zu scharfkantig und exakt verlaufen.


DAS (DER???) SPILL

Das Vorschiff mit der Manschaft am Spill:


Captain Tilton vor dem Spill

Quelle: http://library.mysticseaport.org/ere/odetail.cfm?id_number=1961.229



Uploaded with ImageShack.us
Quelle: [Dow]

Sorry für die Größe des Bildes - ich komme irgendwie mit dem ImageShack nicht klar ... hoffe, es geht trotzdem für Euch?

Auf den Bildern gut zu sehen: die kegelförmigen Teile rechts und links ist aus Holz aufgebaut - die "Verschleiß"-Leisten darauf, auf denen die Taue oder die Ketten laufen, scheinen aus Metall - ebenso die Verzahnung des Antriebs rechts und links der Mitte - in die das Gestänge der Hebelei beim Betreiben eingreift. Die Zähne für die Bremse (grobe Zähne in der Mitte des Spills) scheinen dagegen wieder aus Holz zu sein - und beim Bild mit dem Captain scheint dieser Teil frisch und weiß (oder gelb?) gestrichen.
Ganz aussen sind Trommeln - ich würde ebenfalls sagen - aus Metall. Beachtet die geschwungene Form und die flachen Abschlußflächen.



Uploaded with ImageShack.us
Dagegen jetzt das Detail des Bausatzes: zu wenig Verschleißleisten, keine Verzahnung des Antriebs erkennbar, keine Verzahung der Bremse in der Mitte - und die Deckflächen der beiden äußeren Trommeln sind natürlich viel zu dick...

Ach so - und auf dem großen Bild oben sieht man die Türen des Aufgangs .. im Bausatz sehen die SO aus:


Autsch - wie bekommt man denn solche Auswerfermarkierungen weg, ohne die schon dargestellte Strukur zu zerstören? Wow - da werde ich aber üben müssen.


KAPITÄNSOBERLICHT
Das Oberlicht der Kajüte - und daneben das Steuer, das mit dem Rudergestänge mitbewegt wird.



Uploaded with ImageShack.us

Hier nochmal von schräg oben aus gesehen - im Bild rechts unten:



Übrigens - auf diesem Bild sieht man ein Arbeitsboot - mit total krummen Kiel!!! Da kann man sehen, was man machen kann, wenn man beim Bootsbau keine Helling verwendet hatte. Ein "Stove Boat" ... eins, das einen Schlag eines Pottwals mit der Fluke bekommen hat. Das Boot wird dann für Reparaturzwecke oder eben als Brennholz weiter mitgenommen ...

Hier jetzt die Details des Oberlichts ... bedenklich:


Uploaded with ImageShack.us



Da sind ja hübsch viel Auswurfmarkierungen auf der Sichtseite ... hurra ...
Und die Stege sind vieeeel zu dick - und die Längsholme fehlen natürlich ganz .. wären auch nur wenige Zehntel dick ..

DECKSAUFBAUTEN - DIE PLATTFORMEN
Ein begeisterter Kapitänssohn .. mit Vater und Mutter - im Hintergrund wohl die Überdachung des Ofens, worauf auch Boote  und Material verstaut wurden. An der Kante wohl die Befestigungslaschen für die Wassereimer, die man an einem Bild von Bernd in seinem Berícht sehen kann...

Quelle: http://library.mysticseaport.org/ere/odetail.cfm?id_number=1973.899.231

ZitatTitle: Captain and Mrs. James A.M. Earle and son Jamie on deck of CHARLES W. MORGAN

Accession Number: 1973.899.231
Category: PHOTOGRAPHS
Type: photograph
Maker:
Place:
Date:
Materials: paper
Description: Black and white photograph; Captain James A.M. Earle, Mrs. Earle, and son James W. Earle on deck of whaling vessel, probably CHARLES W. MORGAN; captain in center with hands behind his back; Jamie at left wearing wide-brimmed hat, scowling; Mrs. Earle wearing white and carrying purse and parasol in right hand, standing to right of captain.

Hier nochmal das selbe Kind - mit einem Pottwalkiefer im Hintergrund - und dahinter wieder der Ofen mit dem Dach ..

Quelle: http://library.mysticseaport.org/ere/odetail.cfm?id_number=1973.899.256
ZitatTitle: Captain James Earle and son Norman on board CHARLES W. MORGAN with whale jaw, circa 1910

Accession Number: 1973.899.256
Category: PHOTOGRAPHS
Type: platinum print
Maker:
Place:
Date: circa 1910
Materials: paper
Description: Platinum print; Norman Earle and his father Captain James Earle on board whaling vessel CHARLES W. MORGAN, circa 1910; child standing between jaws of sperm, whale which are being steadied by 2 men, as his father looks on from the right.

Hier noch ein Bild in einem bemittleidenswerten Zustand im September 1941 - nur wenige Monate vor dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour - auf dem Weg nach Mystic Seaport. Das mit Pearl Harbour ist in sofern bemerkenswert, weil das Schiff von einer Küstenwacheinheit geschleppt wurde - und das wäre vermutlich nach Kriegsbeginn einfach nicht mehr drin gewesen ... Glück gehabt!

Quelle: http://library.mysticseaport.org/ere/odetail.cfm?id_number=1973.899.422
ZitatTitle: Whaling bark CHARLES W. MORGAN under tow to Mystic Seaport, November, 1941

Accession Number: 1973.899.422
Category: PHOTOGRAPHS
Type: photograph
Maker:
Place:
Date: 1941-11-06
Materials: paper
Description: Black and white photograph; starboard view of whaling bark CHARLES W. MORGAN under tow by small tugboat off starboard bow; unattached press release (?) accompanying photograph with caption "10552/ THE CHARLES W. MORGAN, LAST OF THE OLD TIME/ NEW BEDFORD, MASS. WHALESHIPS AS SHE LEFT THE/ NEW BEDFORD HARBOR NOV. 5 ON HER WAY TO THE END O-/ A TOWLINE TO MYSTIC, CONN. THE HISTORICAL SOCIETY/ PLANS TO KEEP HER AS A MUSEUM SHIP/ 11/6/41".

Bernd B.

Obacht beim Verschliss - m.W. wurden solche abgenutzten Teile während der Hafenliegezeit nicht nur neu angemalt, sondern wo irgend möglich auch komplett ausgetauscht. Nach der Fahrt sieht also immer ganz anders aus als vor der Fahrt. Bei einem Walfänger war es ja charakteristisch, dass der während der Fangfahrt non-stop im Einsatz war und daher weitaus mehr z.B. Ladevorgänge und Bootsausbringungen hatte als ein Fracht- oder Pasagierschiff.

Marcus.K.

#9
mist .. Ich kann einen längeren Artikel mit Bildern gar nicht hier reinkopieren .. "no acess" . Hilfe???!!!

ZitatForbidden
You don't have permission to access /index.php on this server.


--------------------------------------------------------------------------------

Server at www.modellboard.net Port 80

Was mache ich falsch?

Marcus.K.

Sehe gerade, dass das mein exakt 1000ster Beitrag ist - und den bekomme ich einfach nicht eingestellt.
Ich habe ausserdem noch das Problem, dass ich - wenn ein Beitrag länger ist, als das Textfenster - probleme mit dem Scrollen im Beitrag habe. Das Ende wird immer wieder weggestrollt - und ich kann nicht sehen, was ich tippe. Was mache ich nur falsch ?? (Ich weiß, das Problem sitzt immer VOR dem Bildschirm!)

Hans

Du benutzt den IE 8, nehme ich an? Geh auf "Extras" und setz bei Kompatibilitätsansicht einen Haken. Und dann gehts einwandfrei.

H
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Marcus.K.

das mit dem Scrollen geht jetzt, danke Hans, .. aber meinen letzten Beitrag kann ich immer noch nicht einstellen - immer noch ein Access-Problem .. ???

Bernd B.

Endet der Beitrag mit einem Fragezeichen? Wenn ja, dann nehm das 'mal weg ...

Marcus.K.

#14
Ach, die drei Fragezeichen machen die Probleme? Ich mochte die noch nie!
Danke Bernd!

Also dann:
Nachdem ich die letzten Tage dann doch kaum Zeit zum wirklichen Basteln bekommen hatte (das kalte Wetter sorgt für Bronchitis und eine Darmgrippe ist auch im Umlauf im Kindergarten!! Meine beiden Kurzen nehmen natürlich mit, was sie so kriegen können - und entsprechend aufwändiger ist die Pflege und der Haushalt ... Darmgrippe ist oft mit erhöhtem Wäscheaufkommen vereint .. urg!)

... und ich andererseits die Decksbemalung in Angriff nehmen möchte, musst ich mich erkundigen, welche Farben wohl die Süllleisten so haben. .. Leavitt (d. h. seine Nachfolgenden Editoren) sprechen im Afterword S. 100 davon, dass letzte Untersuchungen an Bildern und an Farbresten an Bord darauf schliessen lassen, dass das Schiff zw. 1895 und 1905 in den meisten Decksaufbauten mit OCKER bemalt war

Ocker:
Innenseite der Bulkward (Reling)
Rails (Handläufe?)
all deck furniture (also Decks"mobiliar"? - was meint man damit?)
the hurricane House (die Hütte über dem Achterdeck)
die Boat skid deck (also die Plattformen für die Boote)
the Skylight (das Oberlicht auf dem Achterschiff)
and whaleboad davids (die Davids der Walfangboote)

Weiss:
Maste und Rahen sowie die Walfangboote waren tatsächlich weiss (wobei keine Aussage gemacht wurde, wie weit das jeweils ging)

Außerdem in dieser Zeit (genauer von 1877 bis 1922) war ein "small deck cabin" "build for Mrs. Tinkham"unter dem Bootsdeck - und mit einem Gemüse/Gewürz-Regal an seiner Vorderseite.

In dieser Epoche scheint auch die erhöhte Arbeitsplattform des Vorderdecks sowie die Abdeckungen für die Mechanik des Dampfantriebs des Spills nachgewiesen - diese abdeckungen fehlen am Revell-Modell.

Die vier Fenster am Heck sind wohl um 1900 herum durch zwei Portholes ersetzt gewesen und das Heck war nur mit dem Adler geschmückt.

S. 99 wird erläutert, dass das Schiff 1974 gemäß dem damaligen Verständnis überall weiß gestichen wurde, wo man heuer mit Ocker rechnet (was also nach neuester Kenntniss falsch ist). Aber es wird auch aufgezählt, was in "electric blue" gehalten war:

Electric Blue:
Waterways (Waschbrett?)
Hatch coamings (Luken-Süll)
Hühnerstall und
Workbench (die Werkbank vor dem Ofen)

In Bernds Bausatzvorstellung haben wir dann gemeinsam versucht, herauszufinden, was electric blue denn nun für ein Farbton sei - und siehe da: tatsächlich wurde ein solcher Farbton (trotz des dafür eher seltsamen Namens) um 1900 herum gern auf Walfängern verwendet...
Zitat
Zitat von: Marcus.K. am 02. Juni 2010, 09:39:36
....
Nicht Melville beschreibt "Electric Blue" - sondern im Buch von Leavitt wird die Farbe als für einige Decksdetails authentisch erwähnt.

Ich habe auch mal im englischen Wiki gestöbert und bin auf folgendes gestossen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Electric_blue_(color)
ZitatThe original electric blue, shown here as dark electric blue, was in vogue in the 1890s.[1] The first recorded use of electric blue as a color name in English was in 1884.[2]

das würde mir sehr gut passen, weil ich das Modell am liebsten im Zustand um 1900 darstellen möchte.

Und weiter unten kommt ein Farbvergleich:
ZitatTones of electric blue color comparison chart
Electric Blue (Hex:7DF9FF) (RGB: 125, 249, 255)
Rich Electric Blue (Hex: 0892D0) (RGB: 8, 146, 208)
Medium Electric Blue (Hex: #035096) (RGB: 3, 80, 150)
Dark Electric Blue (Hex: #536878) (RGB: 83, 104, 120)
... bei dem die Farben als Hintergrund abgebildet sind.

Hier noch eine Quelle für die Farben:
http://tx4.us/nbs/nbs-e.htm

Und das "dark electric blue" sieht für meine Augen sehr grau und dunkel aus - und damit für mich eher einleuchtend und wahrscheinlich...

Bleibt nur noch die Fragen:
- aus was wurde diese Farbe wohl gemacht?
- was präzise wurde denn so angepönt?

Sag mal Bernd, kann es sein, dass Du Bilder vom Deck der CWM hast? Ich suche nach Bildern der Decksaufbauten und Details - und alles was ich im I-Net finde, sind Bilder vom aktuellen Umbau bzw. vom Gesamtaufnahmen des Schiffes (sehr schöne - aber eben ohne Informationen über das Deck). Kannst Du mir helfen? Hast Du da Quellen?

Bernd war so nett, tatsächlich Bilder einzustellen - seht mal hier nach:
http://www.modellboard.net/index.php?topic=25013.0

Hier kann man eigentlich nur am Bootsrand so etwas wie Elektric Blue erkennen...

Weitere Bildern auf dem Schiff von heute ...

hier der vordere Niedergang und die Hauptladeluke ...

... so scheint es eher so, als hätten die Restauratoren hier ein schwarz für die Sülleisten benutzt ... auch das Waterway wirkt eher schwarz.

Hier nun der Tranofen:


Uploaded with ImageShack.us

Das Skylight:


Uploaded with ImageShack.us

Das Ruder und das Hurricane House


Uploaded with ImageShack.us

Die Bilder sind von Carrie - und mit ihrer Erlaubnis von hier kopiert:
http://www.flickr.com/photos/cag2012/page251/


Was fällt also auf?
Ocker beherrscht das Geschehen.
Electric Blue scheint zumindest auf dem aktuellen Schiff nur bei den Booten eine Rolle zu spielen ...

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich es machen werde .. einfacher wäre natürlich, den Süllborden und dem Waschbrett (heißt das so?) die Farbe Schwarz zu geben - da das eh die "Grundfarbe" meiner Holzimitation werden wird und ich daher das Ganze Deck damit einsauen muss ..

Mein Plan - nochmal kurz gesagt - ist folgendermaßen:
1. Deck mit Schwarz einsauen, so dass vor allem die erhabenen Kalfaterungen eine schöne Schwarze Schicht haben
2. Deck (ohne Süllborde, etc.) mit braun / beige einfärben
3. Deck ( .. ) mit grau einfärben
4. Deck abschleifen / abziehen mit Messer, bis das Schwarz an den erhabenen Stellen erscheint.

Was wäre Eurer Meinung nach besser dafür geeignet?
Aqua-Farben oder
Emanel-Farben .. beides hätte ich da.

Oder eine Kombination? Erst das eine, dann das andere???
Bitte um Empfehlungen, wenn ihr da Erfahrungen habt.

Marcus.K.

Fachliche Frage: hat jemand der Herren eine Ahnung, was das für Pfosten sind?
Fer Name in Modellbauplänen lautet wohl "deck bitt"...



Auf den alten Photographien sieht es so aus, als sseine die Ecken mit einem Kantenschutz versehen. Oben ist in Schiffslängsrichtung ein vermutlich ca. 1,5 cm dickes rundes Querteil drin ..

Das eine Teil steht neben dem Niedergang im Vorschiff

Hier kann man auch sehr gut die dunkel erscheinenden "Kantenschoner" (so es so etwas sein soll) erkennen.
Der Querbolzen (oder besser Längs) ist hier etwa in der Mitte des Blocks zu erkennen.

das zweite direkt seitlich vor der Ladeluke (also zwischen Ladeluke und Tranofen)

Hier erscheinen die Kanten eher etwas heller (???) und das Querding ist hier tatsächlich quer zum Schiff.
An der Vorderkante scheint der Block auch eine Kerbe direkt über dem Deck zu haben? Für eine Tauschlinge?

und laut Revell-Bauplan ist noch ein drittes zwischen achterlichem Niedergang und dem Besanmast .. also knapp davor.

Da ich so etwas bisher auf keinem Schiff oder Modell entdeckt habe, gehe ich mal von was "Walfängerspezifischem" aus. Etwa Belegestellen für die "Kranfunktionen"? ... das würde das bei der Ladeluke erklären - aber wofür die im Achter- oder Vorderschiff?!?

Jemand eine Idee??
...

Bernd B.

Hm - könnte das einer der Pfosten sein, an denen der Walkadaver zur Bearbeitung längsseits verzurrt wurde?

dafi

Hallo Marcus,

faszinierende Bilder! Danke!

Ist das auf dem letzten Bild links am Rand eine Pumpe oder ein Schleifstein?

Gruß, Daniel

... keine Angst, der will doch nur spielen ...

... to Victory and beyond!
http://www.dafinismus.de

Marcus.K.

Zitat von: dafi am 29. Oktober 2010, 09:49:24
Ist das auf dem letzten Bild links am Rand eine Pumpe oder ein Schleifstein?
Es ist der Schleifstein. Allerdings ist der Stein selbst abgedeckt unter einer Haube. Das Bild zeigt den Bereich zwischen der Hauptladeluke und dem Tranofen. Blickrichtung ist nach achteraus, der Photograph stand (in Fahrtrichtung) rechts des Tranofens - also an der Steuerbordseite. Auf dem obersten Bild des Beitrages mit den aktuellen Bildern, wo ich den Pfosten eingekreist hatte, sieht man den selben Bereich des Decks, nur eben mit Blick zum Vorschiff. Der bärtige Mann sitzt auf der Werkbank, hier taten wohl Zimmermann und Schmied, je nach Bedarf, ihren Dienst.

@all: McCool hat die Antwort: - er hat mir im Napoleonforum geantwortet:
Zitat[quote name='McCool' timestamp='1288301084' post='20488']
Das ist es. Von vorn nach hinten fluke chain bitt, belly chain bitt, head chain bitt. Diese Poller dienten offenbar dazu, den erlegten Wal längsseits zu befestigen bzw mittels der Ketten zu handhaben.

Bernd B.


Marcus.K.

#20
So - jetzt isses doch mal soweit: ich habe tatsächlich mal die Farbdöschen aufgemacht, mir ein paar Pinsel ausgesucht, Teile bereitgelegt, gemischt und gepönt:

Hier in der Übersicht meine Vorbereitung ...

Die "Grundfarbe" für das Deck (man erinnere sich: ich möchte nach der Wilkinsschen Methode arbeiten - d.h. Aufbringen der dunklen Farben der räumlich hervorstehenden Kalfaterung & Maserung, danach Auftrag der hellen Holzfarbe, danach überschleifen bis "der Schnee" der "Berge" soweit abgetragen ist, dass das darunterliegende "Gestein" - die dunkle Farbe - wieder zu erkennen ist ...

Da ich die Kalfaterung und auch das Holz nicht in einem klaren matten Schwarz haben wollte, sondern schon eher auf Holz und verschmutztes Pech aus wollte, habe ich einfach ein wenig braun untergemischt - und ein wenig Verdünnung "nach Gefühl":

Das Ergebnis meiner stümperhaften Mischversuche:


Hier das Ergebnis: das Deck nach ca. 30 min.

Ich bin soweit eigentlich ganz zufrieden (von einigen Fehlstellen abgesehen) - und mir nicht ganz sicher, ob ich das ganze nochmal wiederholen soll, damit die schwarze Schicht dick genug bleibt und mir "Spielraum" für das Abschleifen schafft. Nur würde ich die selbe Mischung NIE wieder hinkriegen!!!

FRAGE 1 an die Experten: Wie mischt Ihr die Emanel-Farben (in kleinen Einheiten) .. Versuche mit einer Pipette scheitern daran, dass ich die danach ja wegwerfen kann. Ich habe mir damit geholfen, den Rührspatel (McDoof-Kaffee-Rührer) als "Transport"-Träger zu nehmen. Aber "dosieren" ist damit schwierig - und viel kriege ich damit nicht rüber. D.h. ich muss dann immer fünf oder sechsmal tauchen, vorsichtig rüberheben und abtropfen lassen ... gähn! Das geht doch sicher besser? Welche Tipps habt Ihr da auf Lager?
Wären (wegwerfbare!) Strohhalme eine gute Idee?

Was mir ganz gut gefällt - wenn´s auch etwas übertrieben wirkt - ist die Außenseite des Ladelukensülls. Da habe ich ja mit Spachtelmasse aufgefüllt, weil ich diesen verschrammten Look der Bilder wieder haben wollte. Es ist zwar noch nicht wirklich Holz, was man da sieht - aber besser als das "saubere" Kunststoff ist für mich schon mal.

Danach stand die Außenseite des Rumpfes (der Rumpfhälften) an. Da die eine etwas grünstichige matt-schwarze Oberfläche bekommen sollen und ich es mit dem Verwittern doch nicht so übertreiben will, habe ich mich hier für ungemischtes Mattschwarz entschieden. Ein Ursprünglicher Plan sah vor, Grau als Grundfarbe zu nehmen, so dass beim Schleifen die Kalfaternuten/Plankenstöße in einem Grau erscheinen würden. Aber das wurde erstmal als zu gewagt verworfen.

Das Ergebnis mit der Farbe direkt aus dem Pott:

Ich finde, man sieht, dass ich die Farbe zu dick aufgetragen habe. Teilweise ist die Holzstruktur nicht mehr erkennbar.
... und jetzt? Runter damit? Backofenspray? Was nehme ich da am besten?

Hier die Seite 2 - mit etwas Verdünnung verdünnt:

Der Farbauftrag wird nun stellenweise glänzend?! Da muss ich wohl eine zweite Schicht drüber machen, oder?

FRAGE 2 an die Experten: was kann ich besser machen? Verdünnen muss ich wohl ... mir erscheint das trocknen sehr schnell zu gehen. Wann könnte man eine zweite Schicht drüber pönen?

Nachdem das alles erstmal trocknen muss, habe ich mich an eine zweite Baustelle gewagt, die mir Kopfzerbrechen bereitet hatte: für jedes Schiff braucht man mehr oder weniger oft Augbolzen - an der CWM sogar Augbolzen mit Ring .. Die Drahtwickelmethode erscheint mir für mich Grobmotoriker ziemlich schwierig - drum bin ich in einen Modeschmuckladen und habe mich mit billigst-Kettchen eingedeckt (drei verschiedene Gliedgrößen).

Die ursprüngliche Idee: das vorletzte Glied mit der Zange durchknipsen und diesen offenen Ring so zurecht biegen, dass er einerseits den Augbolzen darstellt - andererseits durch das Deck (oder die Planke) gesteckt und dahinter verdrillt und verklebt werden kann.

Erkenntnis 1: DAS GEHT SO NICHT - die Stahlglieder sind so hart und spröde, dass manche von ihnen beim schneiden in eine Seite komplett zersprungen sind. Biegen und verdrillen geht damit sicher nicht!

Aber immerhin: ich habe schon mal vier RINGE - schöne runde, stabile Ringe. Den Augbolzen dazu muss ich mir vermutlich doch noch aus Draht zwirbeln... aber das könnte gehen.

Der Brio-Krankenwagen hilft mit seinem Magneten, die gesprungenen und weggeflogenen Einzelteile aufzusammeln.

JETZT wird mir auch langsam bewußt, in welchem Maßstab viele von Euch sich abmühen!
Dazu fällt mir jetzt auf:
1. für 1/700 bräuchte ich eine Uhrmacher- oder Juwelierlupe!
2. für Maßstäbe kleiner 1/100 bräuchte ich viel kleinere Hände - und selbst die Pinzette ist mir für manches zu grob!
Ich staune noch mehr über Euch!

Noch eine Frage hierzu:

FRAGE 3 an die Experten: Wie intensiv muss man reinigen? Und wie reinigt man am umweltschonendsten! ...

Frage 4: WAS macht Ihr mit Euren Verdünnerresten?
Keine Angst - das Hipp-Ettiket kommt noch runter und die Flasche steht vor meinen Kurzen gesichert! Ich weiß, dass man in Lebensmittelflaschen keine Gifte aufbewahren soll... aber es war im Moment (für heute, Sonntag Abend/Nacht) die einzige Option.

Nun bin ich gespannt auf Eure Kritik! Bitte reichlich und nicht zu knapp - ich will LERNEN!
:winken:

PS: ich gebe ja zu: ´s ist nicht viel: ein bischen schwarz grundiert ... phhh. Aber für meine Bastelwelt war das schon mal ein Quantensprung!

AnobiumPunctatum

Jupp, Backofenspray geht prima bei Enamels. Nimm aber nicht das Gute sondern das ganz Billige. Einschäumen, Liegen lassen, Abwaschen, evtl. den Vorgang wiederholen. Mehrere dünne Schichten sehen immer besser aus als eine dicke.

Wenn Du bei der Bemalung der Holzflächen auf Ölfarben zurückgreifen möchtest, solltest Du die Grundfarbe mit Acryls (z.B. die wasserlöslichen Recvells) auftragen.
:winken:  Christian

in der Werft: HMS Triton 1773, Maßstab 1/48

"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

SantaFeFan

Hallo Christian ,
Du meinst mit einem Acryl Ocker anfangen und dann ein Braun zum Beispiel in Öl drüber ?(und teilweise mit dem Borstenpinsel wieder weg ?.....)

AnobiumPunctatum

Genau so funktioniert die Technik.

Durch die erhabenen Gravuren malt Marcus, allerdings zuerst die Kalfaterung.
:winken:  Christian

in der Werft: HMS Triton 1773, Maßstab 1/48

"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."

Duckdalb

Hallo, Marcus.K,

ich habe Deinen Thread - obwohl schon einige Zeit her - zum Anlass genommen, meinen eigenen CWM-Bausatz mal wieder zu öffnen. Die Farbdöschen sind natürlich eisenhart eingetrocknet, ob ich die damals aufgetragene Farbe je wieder hinkriege, ist fraglich.

Hier fand ich auch jede Menge nützlicher Links zum echten Schiff. Recherche hatte mich damals nicht so interessiert; es sollte eigentlich "irgendein Walfänger" werden. Die Kanonenpfortenbemalung fand ich damals schon blöd, aber alles, was ich jetzt hier im Forum über die Spiegelfenster und die Walfangausstattung lesen durfte, war so hilfreich, um sich erneut Gedanken zu machen.
Am auffälligsten ist für mich der Wechsel von der einfachen Marsbesegelung zur doppelten. Die meisten Fotos zeigen schon Unter- und Obermarssegel, das Revell-Modell ist also früher angesiedelt. Kennt jemand den Zeitpunkt des Wechsels?

So kleinere Abweichungen, wie z.B. ob ein Süll nun rund oder eher gerade ist, würden mich nicht abschrecken. Immerhin ist die CWM über 70 Jahre gefahren (wenn ich das recht verstehe), da werden jede Menge Änderungen normal gewesen sein.

Gruß
Duckdalb