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Die Modellbau Themen* => Das Militär Forum => Thema gestartet von: Bongolo67 am 10. Juni 2012, 00:31:16

Titel: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 10. Juni 2012, 00:31:16
Hallo liebe Modellbaukollegen!

Mit diesem Beitrag gebe ich mir selbst den Startschuss für ein großes Projekt, das mir sehr am Herzen liegt.

1952 schreibt der ehemalige Wehrmachtssoldat Walter Düpmann einen Roman mit dem Titel "Einen bessern findst du nicht", in dem er seine Erlebnisse während des Krieges beschreibt und verarbeitet. Der Roman wird in der Zeitschrift "Revue" auszugsweise vorab veröffentlicht und erscheint anschließend im Münchner Kindler Verlag. Das Buch sorgt im damaligen Nachkriegsdeutschland für einiges Aufsehen, weil es eines der ersten literarischen Werke ist, in dem der Zweite Weltkrieg aus der Sicht eines unmittelbar Beteiligten geschildert wird. In den Jahren zuvor waren die Deutschen in Ost und West mehrheitlich mit dem Überleben im physischen Sinne beschäftigt. Viele Kriegsteilnehmer, u.a. in Jugoslawien und der Sowjetunion sind noch nicht einmal aus der Gefangenschaft zurückgekehrt.
Der Roman ist nicht im wörtlichen Sinne autobiographisch, beruht aber nach Angaben des Autors in allen wesentlichen Teilen auf selbst Erlebtem. Er setzt sich in überaus kritischer Art und Weise mit dem Krieg und dem NS-Regime auseinander. (Eine Zusammenfassung findet Ihr weiter unten (http://www.modellboard.net/index.php?topic=41203.msg611681#msg611681))
Weil er einige damals noch lebende Personen in sehr schlechtem Licht schildert, rät ihm der Verlag, das Buch nicht unter seinem echten Namen zu veröffentlichen. So erscheint die Erstausgabe und einige weitere Auflagen nur mit *** anstelle des Verfassers. Spätere Auflagen erscheinen unter dem Pseudonym "Andreas Engermann".
Heute ist dieses Buch weitgehend in Vergessenheit geraten. Nicht so bei mir.

In den späten 60ern wurde eine Lizenzausgabe für den Deutschen Bücherbund aufgelegt. Meine Eltern bestellten diese Ausgabe, lasen sie und fortan fristete dieses Buch sein Dasein in unserem Wohnzimmer-Bücherregal - bis ich es 1979 im Alter von zwölf Jahren in die Hand nahm und selbst las.
Ich war von der ersten Seite an beeindruckt von der lebendigen bildhaften Ausdrucksweise des Autors (die für mich auf Augenhöhe mit Erich Maria Remarque liegt) und zunehmend wurde ich auch durch den Inhalt seiner Schilderungen in Bann geschlagen, wenn ich damals auch noch beileibe nicht alles verstand, was er da schrieb. Ich möchte im Nachhinein fast behaupten das war ein bisschen viel für einen Jungen meines Alters, denn dieses Buch hat mich zeitlebens nicht mehr losgelassen und ich habe es im Laufe der Jahre mehrere Dutzend Male gelesen und kenne es eigentlich von der ersten bis zur letzten Seite auswendig. Manchen passiert so was mit "Herr der Ringe", bei mir war es eben "Einen bessern findst du nicht".

Dieses Buch machte es mir erstmals möglich, ansatzweise nachzuvollziehen, was meine Großväter in diesem Krieg erlebt haben mochten. Von da an entwickelte ich ein für mein Alter sehr ungewöhnliches Interesse für die Geschichte des III. Reiches und des 2. Weltkrieges. Ein Interesse, das bis heute anhält und sich in meinen modellbauerischen Vorlieben auch in gewissem Sinne widerspiegelt.

Seit etlichen Jahren trage ich mich mit dem Gedanken, Modelle, Vignetten, Dioramen und Figuren zu bauen, zu denen mich Szenen dieses Buches inspiriert haben. Seit ich vor etwa zwei Jahren wieder intensiver in den Modellbau eingestiegen bin, drängten sich diese Gedanken immer mehr in den Vordergrund und ich begann, mir immer konkreter zu überlegen, wie sich das in die Tat umsetzen ließe. Parallel dazu begann ich, passende Bausätze zu sammeln.
Der Wiedereinstieg in den Modellbau fiel in Etwa mit der Anmeldung hier im Modellboard zusammen. Für mich war klar, dass ich nicht einfach nur diese Modelle bauen wollte, sondern auch erklären, was mich dazu inspiriert hat. Mit anderen Worten ich muss in einem öffentlichen Forum, das der deutschen Rechtssprechung unterliegt, in größerem Umfang zitieren. Da es sich z.T. um Passagen in Länge einiger Buchseiten handelt, wollte ich gern sichergehen, dass ich dazu die Genehmigung des Rechteinhabers hätte.

Ich hatte zuvor schon durch Recherchen herausgefunden, dass sich hinter "Andreas Engermann" Walter Düpmann verbirgt und dass er als Autor und Lehrer in Baden-Württemberg lebte. Ein Todesdatum war nicht verzeichnet, jedoch musste ich 2011 bei einem Geburtsjahr 1919 davon ausgehen, dass der Autor inzwischen verstorben war. Also machte ich mich auf die Suche nach dem derzeitigen Rechteinhaber.
Ich will Euch nicht mit Einzelheiten langweilen. Es endete jedenfalls vor einigen Tagen damit, dass ich mit dem Sohn des Autors ein langes Telefonat geführt habe - ein für mich sehr bewegender Moment! - in dessen Verlauf er mir erklärte, dass sein Vater 1995 verstorben sei, er selbst der Rechtsnachfolger und Besitzer der Autorenrechte an dem Buch sei und schließlich, dass er keine Einwände gegen mein Vorhaben hätte.
Seit heute halte ich diese Genehmigung in schriftlicher Form in den Händen, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte! Dem Modellboard-Team, für dessen Unterstützung während der "Findungsphase" ich mich ebenfalls ganz ganz herzlich bedanken möchte, liegt der entsprechende Text vor und damit kann es jetzt endlich losgehen!

Ich stelle mir das so vor, dass ich in diesem Thread jedes Teilprojekt einmal beschreibe und von hier aus auf die dazugehörigen Bauberichte und Galerieeinträge verlinke.

Ich werde mit einigen kleineren Sachen anfangen, sozusagen als Fingerübung und allmählich zu den anspruchsvolleren Dioramen übergehen. Das große Problem bei diesem Projekt sind die Figuren. Es reicht mir nicht, einfach Figuren auszusuchen, die in Etwa zum Modell passen. Sie sollen die im Buch beschriebene Handlung darstellen und einen Wiedererkennungswert haben. Ich bin schon lange auf der Suche, aber weder im PS- noch im Resinbereich gibt es viele Figuren, die auf Anhieb passen würden. Das heißt ich werde viele davon selbst modellieren müssen und betrete damit absolutes Neuland... Nun ja, man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben!

Ich hoffe sehr, dass ich Euch mit diesem Beitrag nicht gelangweilt sondern Euer Interesse geweckt habe und dass Ihr meine Motivation nachvollziehen könnt.
Ihr seid alle herzlich eingeladen, mich auf diesem Weg zu begleiten. :winken:

Über Eure Resonanz und vielleicht weitergehende Fragen zu diesem Vorhaben würde ich mich sehr sehr freuen!

Bis hierhin erstmal

Gruß

Ulf
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Warlock am 10. Juni 2012, 00:39:14
Da bin ich nun echt mal gespannt.  8o

Ich hatte auch schon überlegt "Szenen" aus dem Buch "Liberation Road" in einem oder mehreren Dios zu verarbeiten, aber irgendwie kommen ja dann doch immer andere Ideen und Projekte dazwischen. Deshalb bin ich um so gespannter wie Du den Spagat zwischen Literatur und Modellbau angehst.
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: cookiemonster am 10. Juni 2012, 01:02:11
DAs hört sich interessant an Ulf.
Ich werde deinen Bericht mit großem interesse verfolgen.
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: tigrazor2012 am 10. Juni 2012, 01:23:14
Das erinnert mich schwer an mein eigenes gescheitertes Projekt, die Ju52, mit der mein Opa irrtümlicherweise über Böhmen abgeschossen wurde, im Modell darzustellen. 7 Tage Fussmarsch nach Hause, dann gings direkt an die Westfront...  :rolleyes: Letzlich an mangelnden Modellbaukenntnissen und fehlendem Recherchematerial gescheitert. Ich war damals.... ääääh... 15 (?!). So ein persönlicher Bezug - direkt oder indirekt - verleiht dem Ganzen doch einen etwas aussagekräftigeren Charakter! Ich bin mal sehr gespannt jedenfalls, was Du hier so aus dem Modellbau-Hut zauberst, Ulf!

 :winken:
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: fellfrosch79 am 10. Juni 2012, 09:59:39
Moin,

verfolge dieses Projekt schon ein paar Tage hinter den Kulissen und ich finde die Idee echt super :P
Ich bin echt gespannt was uns da erwartet :1:

:winken:
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Jensel1964 am 10. Juni 2012, 10:53:27
Hallo Ulf.

Du hattest mir auf dem vorletzten Stammtischtreffen von Deinem Plan erzählt und ich fand die Idee schon damals sehr interessant.
Du langweilst überhaupt nicht mit Deinem "Intro".
Im Gegenteil. Es ist gut mal in die Gedanken und Motive, die hinter so einem Projekt stecken schauen zu können.

Modellbau ist eben nicht nur "auspacken-kleben-lackieren-fertig". Es geht vor allem bei Dios darum, eine Zeit, einen Ort und eine Handlung darzustellen. Eben fast wie in einem "Kurzroman".
Und wer Dich kennt weiß, dass Du Lichtjahre davon entfernt bist, die NS-Zeit oder Opas Wehrmacht verherrlichen zu wollen (Bitte keine Diskussion zu diesem Thema. Das hatten wir schon ausreichend an anderer Stelle. :2:)

Insofern freue ich mich auf Dein Projekt und werde es mit großem Interesse verfolgen. Das wird bestimmt ein echter Hingucker! :klatsch: :klatsch:

 :winken: Jens
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bono1975 am 10. Juni 2012, 11:09:45
Hi Ulf,

eigentlich bin ich ja hier eher der stille Mitleser, aber zu diesem Projekt möchte ich Dir gratulieren!
Ich kenne diese Faszination die von Büchern ausgehen kann (hatte ich zuletzt bei "Im Sturm" von Tom Clancy), aber der persönliche Bezug fehlte bei mir bisher. Umso interessanter finde ich Dein Projekt!
Deine penible Vorarbeit bezüglich der Rechte finde ich übrigens äußerst bemerkenswert, diese Gedanken machen sich heutzutage leider Gottes immer weniger Leute. Alleine schon diese überlegte Vorarbeit lässt bei Deinem Projekt auf Großes hoffen!

Ich bin dabei!

Beste Grüße aus Bochum,

Marcus
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Graf Spee am 10. Juni 2012, 11:21:36
Ich muss gestehen, dass ich seit der ersten Erwähnung auf dem Stammtisch schon drauf warte, dass es losgeht :pffft:

Insofern: Super, dass es nun losgeht. :P :9:
Ich bin schon auf die ersten Modelle gespannt. :1:

Was das Buch anbelangt:
Ich habe es mir bei Amazon letzte Woche auf Ulf´s Empfehlung hin erstmal selbst besorgt.
Und in 2 Tagen durchgelesen, ach was: verschlungen.
Ich kann es nur empfehlen :P

:winken:
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Skyfox am 10. Juni 2012, 12:33:00
Moin Ulf!

Langweilig? Mit Sicherheit nicht - im Gegenteil.
Danke für das "Intro" zu Deinem, meiner bescheidenen Meinung nach, sehr ambitionierten Projekt von dem Du auf dem Stammtisch erzählt hast.
Ich bin sehr gespannt darauf, was uns hier erwartet, zumal die Umsetzung von Buchvorlagen Sicherlich noch eine Stufe weiter geht als die einer Fotovorlage.
Mal sehen ob mich das inspiriert, eine bestimmte Szene aus dem Buch "Er flog an meiner Seite" von Erwin Morzfeld umzusetzen - dieses Buch habe ich (komischerweise auch als 12-jähriger) geschenkt bekommen und seither X-mal gelesen...

Ich wünsche viel Glück!
 :winken:
Skyfox
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Spritti Mattlack am 10. Juni 2012, 12:57:20
Das beschriebene Buch werde ich mir auch einmal zulegen. Und ich nehme es mir fest vor, es auch zu lesen. Die Thematik interessiert mich nämlich auch.

Das ist als eine Art Ritterschlag zu bewerten, Ulf. ;) :D

Dann mach mal toh, min jong......
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 10. Juni 2012, 13:18:45
Schönen Dank Leute! :winken:

Ich freue mich über Euer Interesse und hoffe sehr, das im Laufe des Projektes auch rechtfertigen zu können. Es ist ja nicht so, dass die Dioramen, die mir vorschweben, per se sensationell oder sonstwie spektakulär werden sollen, sondern deren Gesamtzusammenhang macht das Ganze für mich zu einer Herzensangelegenheit.

@Warlock, tigrazor & skyfox: ich kann Euch nur raten, diese Ideen, die Ihr Drei beschrieben habt, umzusetzen! Ihr werdet vermutlich selbst staunen, was so ein Vorhaben für Energie freisetzen kann! Skyfox, mit 12 ist man für so etwas offenbar besonders empfänglich... und den Morzfeld kenne ich auch sehr gut :P. Ist ganz ähnlich, nur bei de Fliegers.

@Bono1975: Danke, dass Du für diese Idee Deinen Status als stiller Mitleser temporär vergessen hast! ;)

@Graf Spee: freut mich mächtig, dass es Dir offenbar ebenfalls gefallen hat, überhaupt imponiert es mir sehr, dass Du aufgrund meiner Beschreibungen einfach mal losgehst und Dir das Werk besorgst. :P

@Spritti Mattlack: das mit dem Ritterschlag ist mir durchaus bewusst, weiß ich doch, dass Du einer derjenigen bist, die nicht leicht zu beeindrucken sind! ;) Matzes Empfehlung macht mir Mut, dass es Dir vielleicht auch gefällt.

Wer übrigens noch Interesse an diesem Buch hat, es ist nicht nur über Amazon beziehbar. Da gibt es auch noch das "Zentrale Verzeichnis antiquarischer Bücher", ZVAB, guckt Ihr hier. (http://www.zvab.com/index.do)

Gruß

Ulf
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - der Roman in Kürze
Beitrag von: Bongolo67 am 10. Juni 2012, 13:19:23
"Einen bessern findst du nicht" Zusammenfassung

Der Titel des Buches ist die zweite Zeile aus dem Lied "Ich hatt' einen Kameraden".

Die Handlung beginnt unmittelbar vor Beginn des Polenfeldzuges. Der Erzähler beschreibt die sieben Kameraden seines Infanterie-Zuges und sich selbst. Die acht Männer sind keine Freiwilligen sondern wurden eingezogen. Sie gehören nicht zu den Jugendjahrgängen, denn alle haben Zivilberufe und z.T. Familie. Die Ausbildungszeit wird nicht geschildert, lediglich ein paar Episoden angerissen.

Während des Polenfeldzuges zieht die Infanterie meist "nur" in endlosen Märschen den motorisierten Truppen hinterher. Die unklaren Frontlinien des schnellen Vorstoßes bringen aber auch einmal unvermuteten Beschuss durch polnische Feldartillerie und ein erstes Gefecht, ausgerechnet bei Nacht, gegen ein polnisches Regiment mit sich. Der Erzähler belauscht auf dem Feldflugplatz einer Stuka-Staffel eine Auseinandersetzung zwischen Piloten und erlebt mit, wie aus einem Kofferradio die Übertragung eines Choralgesangs ertönt und jemand kurz bevor die Motoren der Bomber angeworfen werden feststellt, dass es sich um den Sender Warschau handelt - dem Angriffsziel der Staffel.
Die Männer des Zuges hören in Bromberg von den Greueln gegen die deutschstämmige Zivilbevölkerung und erleben am Ende des Feldzuges eine erste - noch friedliche - Begegnung mit sowjetischen Truppen.
In Königsberg geraten sie in eine völlig außer Rand und Band geratene Siegesfeier in der Stadt. Eingebettet in die Schilderungen aus Polen sind noch einige weitere Episoden ohne direkten Zusammenhang miteinander.

Das nächste Kapitel springt übergangslos zum sog. "Sitzkrieg" am Westwall. Es wird ein Spähtruppunternehmen geschildert, bei dem ein Kriegsberichterstatter durch eine außergewöhnliche Aktion auffällt, die dem Regiment den ersten französischen Kriegsgefangenen einbringt. Eine Predigt aus einem Feldgottesdienst sorgt unter den Männern für eine theologische Diskussion. Danach kommt der Erzähler mit einer Gelbsucht ins Lazarett, kurz nach der Besetzung von Dänemark und Norwegen. Im Lazarett beschreibt ein Kamerad den Untergang des Kreuzers "Blücher" im Oslofjord und wie er diesen überlebt hat. Schließlich, begünstigt durch eine kleine glückliche Fügung, kommt der Erzähler wieder zu seiner Einheit zurück, um am Westfeldzug teilzunehmen. Nachdem zunächst lediglich gefangene Belgier zu bewachen sind, von denen einer den Fallschirmjäger-Handstreich auf das Fort Eben-Emael beschreibt, wird die Einheit nach Frankreich in Richtung Westen in Marsch gesetzt. Die Perspektive der Infanteristen ist ähnlich wie in Polen: Märsche und gelegentliche Gefechte mit eingekesselten französischen Truppen, die einen Ausbruchsversuch wagen. Die Geschwindigkeit des Vormarsches wirkt geradezu berauschend auf die Männer. Dabei kommt es zu einer Begegnung mit französischen Flüchtlingen, die für beide Seiten nicht einfach ist.
Unmittelbar vor der Kapitulation Frankreichs verliert der Zug den ersten Mann bei einer nächtlichen Bombardierung des Schulgebäudes, in dem der Zug untergebracht ist und wo die Männer unvorsichtigerweise ein großes Feuer im Hof entzündet haben.

Bei der Wachtruppe in Paris wird ein gemeinsamer Ausgang der Männer beschrieben, der in einer kleinen Bar endet. Ein Sanitäter, der Bruder des gefallenen Kameraden, taucht auf, lässt sich den Hergang des Todes seines Bruders schildern und erzählt seinerseits eine Anekdote aus seinem Lazarett.

Damit ist der "gemütliche Teil" des Buches vorbei. Die Handlung springt über Nord-Norwegen in die finnischen Urwälder Kareliens. Der Erzähler ist mit fünf der Kameraden seines Zuges zu Panzerjägern ausgebildet worden. Sie werden angeführt von dem blutjungen Leutnant Schleiermacher. Die Einheit ist motorisiert und mit 3,7cm-Pak-Geschützen ausgerüstet. Die Älteren spüren, dass etwas in der Luft liegt. Der junge Leutnant weiß es: der Angriff auf Russland steht bevor. Als er es bekannt gibt herrscht große Betroffenheit, denn die Division zu der die Panzerjägerkompanie gehört, ist nicht fertig ausgebildet und als vollmotorisierte Einheit in den finnischen Wäldern völlig deplatziert.
Als das "Unternehmen Barbarossa" beginnt, gerät der Angriff im äußersten Norden folgerichtig zu einem totalen Desaster. Zum ersten Mal wird massive Kritik an der unfähigen Führung laut. Die Ereignisse gipfeln in einer Massenpanik des Regiments, die auf einer Falschmeldung über angreifende russische Panzer beruht.
Bei dieser Panik zeichnet sich Schleiermachers Einheit durch entschlossenes Handeln aus, jedoch müssen die Männer das völlige Versagen ihrer höheren Offiziere miterleben. Dies führt in der Folge groteskerweise nicht dazu, dass die Offiziere bestraft werden, sondern dass Leutnant Schleiermacher, zusammen mit dem Erzähler als seinem persönlichen Melder und seinen Kameraden zur Infanterie versetzt wird.
Dort werden sie auf ein Himmelfahrtskommando geschickt, in dem es darum geht, als Spähtrupp zu einem in den Wäldern abgeschnittenen Bataillon durchzustoßen. Sie schaffen den Durchbruch und erleben in dieser Einheit höllische Kämpfe. Am Ende wird der völlig erschöpft eingeschlafene Erzähler von seinen Kameraden für tot gehalten und zurückgelassen. Mit knapper Not entkommt er unmittelbar unter den Augen der russischen Soldaten und gelangt zu seiner Einheit zurück. Die Teilnahme an diesem Einsatz führt beim Erzähler und seinen Kameraden zu Beförderungen und Auszeichnungen. Der Erzähler wird zum Unteroffizier befördert und erhält das EK I und EK II.
Danach springt die Handlung unvermittelt in den Winter '41-'42 und zu einer denkwürdigen Weihnachts- und Silvesterfeier. Im Frühjahr geht jedoch das Grauen der Waldkämpfe von Neuem los. Der Erzähler wird verwundet und mit einem abenteuerlichen Transport per LKW durch die Wälder zurück nach Deutschland gebracht. Seine Kameraden aus Polen und Frankreich muss er zurücklassen.

Er landet in einer Panzerjäger-Ausbildungsabteilung in Holland. Die Überraschung ist groß, als sich herausstellt, dass Leutnant Schleiermacher, inzwischen Oberleutnant, die Ausbildungskompanie kommandiert. Die beiden Männer sind im Laufe der Zeit enge Freunde geworden. An dieser Stelle gibt der Erzähler dem Leser seinen angeblichen Vornamen preis, Erasmus, was ihn einige Überwindung kostet. Erasmus beschreibt die schikanöse und realitätsferne Ausbildung der Panzerjägerrekruten und wie die verhassten Schleifer von Oberleutnant Schleiermacher fertiggemacht und Stück für Stück an die Front abgeschoben werden. Nach einiger Zeit wird die Etappe für die beiden Männer dennoch unerträglich und sie melden sich zum Fronteinsatz nach Russland an den Mittelabschnitt.

An der Ostfront des Jahres '43 übernimmt Oberleutnant Schleiermacher den Befehl über eine total improvisierte Panzerjägerkompanie, die mit 5cm-, 7,5cm- und 8,8cm-Geschützen und einigen "selbsgebastelten" 5cm-Paks auf 1to-Zugmaschinen ausgerüstet ist. Der Oberleutnant hat nur wenig Zeit, sich mit seiner Kompanie vertraut zu machen. Bald schon gerät die Einheit zusammen mit der Infanteriedivison, der sie angehört, in die höllischen Materialschlachten und Rückzugskämpfe. Die Beschreibungen dieser Ereignisse erstrecken sich über viele Seiten des Buches und sollen hier nicht im Einzelnen wiedergegeben werden. Am Ende werden Erasmus und der Oberleutnant durch einen Granateinschlag verwundet und in der Folge getrennt.

Aus der darauffolgenden Lazarettzeit werden die überraschende Begegnung mit einem seiner früheren Kameraden, der eigene Erlebnisse zum Besten gibt, und eine weitere theologische Episode beschrieben. Außerdem denkt er intensiv über Oberleutnant Schleiermacher und sein Verhältnis zu ihm nach und beschließt, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um wieder zu ihm zu kommen, denn..."einen besseren konnte ich nicht finden als ihn!"

Er kommt tatsächlich zu seiner Einheit und zu Oberleutnant Schleiermacher zurück. Die improvisierte Panzerjägerkompanie, deren Männer im Feuer zusammengeschweißt wurden wird jedoch kurz danach aufgelöst. Eine neue Division wird aufgestellt, zu der eine ordnungsgemäße Panzerjägerabteilung gehört, deren eine Kompanie von Schleiermacher geführt wird. In dieser Aufstellung wird die Division nach Slowenien verlegt und gerät in Partisanenkämpfe. Von dort aus geht es weiter nach Ungarn, wo in verzweifelten Abwehrkämpfen gegen die sowjetischen Truppen die letzten Reserven verheizt werden. Es werden einige sehr bittere Episoden geschildert und die Division wird im Laufe der Ereignisse weiter in die Slowakei, um den Aufstand der Slowaken niederzuschlagen, und wieder an die Ostfront gespült, wo sie bis auf ein letztes Häuflein zusammenschmilzt.

In einem Sperrauftrag zur Deckung des Rückzuges geht das letzte Geschütz verloren. Erasmus kann sich zum Gefechtsstand der Einheit durchschlagen, doch Oberleutnant Schleiermacher taucht dort nicht auf. Für den Fall des Falles haben die beiden Männer verabredet, sich jedes Jahr zu einem bestimmten Termin in Passau zu treffen. Auch dort erscheint Schleiermacher niemals.
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 10. Juni 2012, 13:19:51
Reserviert für Links zu Bauberichten und Galerieeinträgen

(http://www.modellboard.net/files/spacer200.png)(http://www.modellboard.net/files/spacer200.png)(http://www.modellboard.net/files/spacer200.png)(http://www.modellboard.net/files/spacer200.png)
"Wie ein Ei dem anderen"Vorstellung (http://www.modellboard.net/index.php?topic=41203.msg612257#msg612257)Baubericht (http://www.modellboard.net/index.php?topic=41234.0)Galerie (http://www.modellboard.net/index.php?topic=53325.0)
(http://www.modellboard.net/files/spacer200.png)(http://www.modellboard.net/files/spacer200.png)(http://www.modellboard.net/files/spacer200.png)(http://www.modellboard.net/files/spacer200.png)
"Ein jammervoller Pilgerzug"Vorstellung (http://modellboard.net/index.php?topic=41203.msg884099#msg884099)Baubericht (http://modellboard.net/index.php?topic=57406.0)Galerie
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Universalniet am 10. Juni 2012, 21:51:32
Hallo Ulf,

Dein Projekt kenne ich ja nun schon seit einigen Monaten, und da ich ungefähr eine Ahnung habe was für Szenen Dir das vorschweben ziehe ich hier formell vor den den Hut!   :respekt:

Viel Glück und ich werde Dich jede Minute begleiten!!!!  :winken:
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Drache74 am 10. Juni 2012, 22:10:46
Hi Ulf,

ich bin ja auch mal gespannt, was Du zeigen wirst. Aber darf man erfahren was es eigentlich genau werden soll? Oder hab ich in Deinem Intro was überlesen? Ein paar wissen ja anscheinend schon, um was es genau geht.

Viele Grüße und schon mal viel Erfolg
Drache74  :winken:
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bohemund am 10. Juni 2012, 22:29:29
Moinsen Ulf,

mal eines vorweg: Selten hat mich eine Vorankündigung in Sachen Modellbau so neugierig gemacht. Zu Deiner persönlichen Motivation entdecke ich bei mir Analogien. Als ich so 13/14 war, habe ich angefangen mich über die Bibliothek meines Bruders (9 Jahre älter) herzumachen, welche sich fast ausschließlich mit der jüngeren deutschen Geschichte befasst. Romane, Biographien, wissenschaftliche Abhandlungen - es war alles dabei. Dieses Fachwissen hat mich übrigens bei meinen Politik- und Geschichtslehrern nicht immer beliebt gemacht, man fängt halt an unangenehme Fragen zu stellen...

Fazit: Ich harre mit großer Neugier der Dinge die da kommen mögen!

Viele Grüße,
Torben
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 11. Juni 2012, 00:15:28
Universalniet, Drache74 und Bohemund vielen Dank! :winken:
Ich hoffe ich werde Euch nicht enttäuschen!

@Drache74: wie bereits erwähnt, werde ich einzelne Szenen aus diesem Buch als Vignette oder Diorama zum Leben zu erwecken versuchen. Dabei habe ich schon so Einiges vor meinem geistigen Auge und hoffe sehr, es diesen Bildern entsprechend umsetzen zu können. Ich werde demnächst das erste Teilprojekt hier einstellen, indem ich die entsprechende Passage hier zitiere, die Einzelheiten meines Vorhabens erläutere und einen Baubericht beginne, auf den ich dann von hier aus verlinke. Natürlich auch auf den Galeriebeitrag des fertiggestellten Modells. Wenn es sich als sinnvoll erweist, werde ich die Zitate in Baubericht und Galerie nochmal voranstellen, evtl. findet sich der Leser dann schneller darin zurecht.

Gruß

Ulf
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Russfinger am 11. Juni 2012, 01:28:56
Hallo Ulf,

bin auch stiller Mitleser - Gratulation.
Das ist zum Einen wirklich ein akribisches und sorgfältiges Vorgehen - heute in der Tat nicht mehr sooo üblich wie einer der Vorschreiber ja richtig bemerkte. :P
Vor allem hast Du damit auch ein Thema gefunden, dass Dich über Jahre hinweg zu immer wieder neuen Projekten inspirieren wird. Pörfekt!
Von da aus freue mich ich sehr auf alles, was Du uns hier präsentieren wirst.

 :winken:

Russie
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Mandelus am 11. Juni 2012, 08:25:06
Hallo Ulf,

das ist ein sehr interessantes Vorhaben und mein tiefer Respekt davor!  :P

So etwas Ähnliches in der Art, ich glaube es war da allerdings eine fiktive Person - sicher bin ich mir aber nicht mehr, habe ich schon mal von Japanern in einem wunderbaren Dioramebuch erlebt. Da wurden von diversen Leuten unterschiedlichste Dioramen (eines davon in 1/16, der Rest alles 1/35) mit dem Thema Schalchtum Berlin erstellt. Zentrales Tehma war allerdings ein Offizier der Wehrmacht, der in allen Dioramen figürlich dargestellt enthalten war und wo so eine gewisse Geschichte um die Person in der Schlacht erzählt wurde.
Waren unheimlich gute Dioramen gewesen von der Qualität her, kaum wie sonst japanisch üblich überfüllt (was Anzahl Fahrzeuge / Figuren zur Grundfläche angeht) und wie gesagt, sehr interessant halt mit der Geschichte. Alle haben hier die "Person" in ihren Werken integriert und man erkannte den auch immer wieder, egal ob mal im langen Mantel dargestellt oder im Tarnhemd ... lag allerdings auch daran, dass er Brillenträger war, was die Sache vereinfachte.

Leider finde ich das Teil momentan nicht mehr und evtl. hatte ich es auch mal getauscht, sonst könnte ich mehr Infos geben. Wie auch immer, einen aufmerksamen Leser hast du hier gewonnen!  :P
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: MaFi12353 am 11. Juni 2012, 15:03:55
hi Ulf,

ich lese seit einger Zeit kaum noch, lasse Vorlesen (Höhrbücher), ist einfacher und es geht währent der Arbeit...
Aber das Buch werde ich mir besorgen und selber lesen.
Zu Deinem Vorhaben kann ich nur sagen, da bleib ich dran und viel Glück.
Meinen respekt für die Arbeit haste jetzt schon.

gr MArco
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Drache74 am 11. Juni 2012, 17:35:25
Hi Ulf,

das hilft schon ein bissi weiter und ich weiß was Du meinst, aber spann uns nicht so auf die Folter, was kommt genau vor, also ich was hast DU Dir denn so alles vorgestellt?  :D
Sorry für die vielen Fragen, aber Du hast mich jetzt neugierig gemacht  :pffft:

Viele Grüße
Ein Drache74 der auf mehr gespannt ist.  :D :winken:
Titel: E.B.F.D.N. - "Wie ein Ei dem anderen"
Beitrag von: Bongolo67 am 12. Juni 2012, 21:37:16
So, hiermit werde ich jetzt das erste Teilprojekt beginnen und zwar wie folgt.

Wie in der Zusammenfassung beschrieben, gerät der Erzähler Erasmus zusammen mit seinem Leutnant Schleiermacher und ihrer Panzerjägereinheit gleich bei Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion in eine Massenpanik ihres eigenen Regiments, in deren Folge die Kompanie - trotzdem sie sich bewährt hat - aufgelöst und ihre Soldaten zur Infanterie versetzt werden. An diesem Punkt findet sich folgende Textstelle:

Zitat
"... Sehr eigenartig berührten uns ihre Kanonen. Diese erbeuteten russischen Kanonen waren von Deutschland an Russland geliefert worden. Und die russischen Pak-Kanonen sahen den unseren zum Verwechseln ähnlich. Als Leutnant Schleiermacher, der mich eisern bei sich behalten hatte, einmal mit mir bei einem kurzen Halt unterwegs so ein Geschütz näher betrachtete, stellten wir fest, dass es von der deutschen Firma Rheinmetall-Borsig stammte....
Es gab tolle Sachen in der Welt."

Walter Düpmann, "Einen bessern findst du nicht", ©1952 Kindler Verlag, München, S. 236-237

Bei der erwähnten Kanone dürfte es sich mit einiger Sicherheit um die '45mm Pak M1937 53-K' handeln, die in der Tat unter Mitwirkung von Rheinmetall entwickelt wurde. Rheinmetall stellte auch die deutsche 3,7cm-Pak her und da lag der Hase im Pfeffer! Die Sowjets hatten eine von der deutschen abweichende Militärdoktrin, die besagte, dass Panzerabwehrgeschütze auch als leichte Artillerie verwendbar sein mussten und umgekehrt. Sie befanden, dass das deutsche Geschütz in der Artillerierolle zu wenig Durchschlagskraft habe und vergrößerten das Kaliber daher auf 4,5cm, was zu einem abweichenden Aussehen der Rohre führte. Lafette und Schutzschild sahen jedoch tatsächlich identisch aus.

Ich habe mir überlegt, eine verlassene russische Pak-Stellung an einer Waldstraße darzustellen, in der die deutschen Soldaten die Kanone untersuchen. In der Nähe steht eine zerstörte russische Zugmaschine, die plausibel macht, warum das Geschütz bei der Flucht vor den Deutschen zurückgelassen wurde.
An einem Punkt muss ich von der Textvorlage abweichen - und komme mir dabei wie ein Filmregisseur vor, der in seinem Drehbuch eine Literaturvorlage den Erfordernissen des Mediums Film anpasst: wie erwähnt sind der Erzähler und Schleiermacher an dieser Stelle bereits zur Infanterie versetzt. Um aber die Ähnlichkeit zwischen der russischen und der deutschen Pak unterstreichen zu können möchte ich so tun, als seien sie noch bei den Panzerjägern. Auf der Straße hält also eine deutsche Krupp-Protze mit einer angehängten 3,7cm-Pak.

Mich würde interessieren, was Ihr von diesem Kunstgriff haltet. Soll ich mich besser buchstabengetreu an den Text halten oder kann ich mir diese "künstlerische Freiheit" herausnehmen?

Also diese Szene ist natürlich jetzt keine allzu große Sache, ich weiß! Ich hatte ja erwähnt, dass ich klein anfangen wollte und das ist jetzt mal meine erste Übung.

Und hier geht's auch schon zum Baubericht! (http://www.modellboard.net/index.php?topic=41234.0)

Gruß

Ulf
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Graf Spee am 12. Juni 2012, 21:42:50
Schwierige Frage, zur künstlerischen Freiheit...

Einerseits macht die von Dir vorgeschlagene Szenerie das Ganze etwas plausibler, andererseits würdest Du Dich ja vom Text enfernen.
Da dieser dank Deines Zitates ja aber bekannt ist, würde ich aus meiner Warte sagen:
Bleib beim Text :1:

Für Protze und PaK gibt es ja noch andere Szenerien :pffft:

:winken:
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bohemund am 12. Juni 2012, 23:15:07
Hallo Ulf.

Die Geschichte und Dein Ansatz für das erste "extrahierte" Dio gefallen mir sehr gut. Zu Deiner Frage: Mir würde die Szene mit der verlassenen Pak ohne den quasi aufgedrängten Vergleich besser gefallen. Nicht wegen der Texttreue allein, auch und gerade wegen der subtilen, ja schon ein wenig versteckten, Pointe.
Und da Dein geneigtes Publikum eh eingeweiht ist...

Gruß,
Torben
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Skyfox am 13. Juni 2012, 00:07:03
bei dieser Vorgeschichte, Deine Recherche zum Verfasser und schlußendlich nach Erlaubnis des Erben für Dein Projekt,
würde auch ich für die originale Umsetzung der Buchvorlage plädieren...

...macht Dich am Ende auch sicher zufriedener

 :winken:
Skyfox
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: bigalf am 13. Juni 2012, 00:40:00

Leider kenne ich weder Buch noch Inhalt............

Massenpanik bei den Russen........zurückgelassenes Material zu Hauf und deutsches Erstaunen über die Herkunft der gegnerischen Kanonen

Jeder hat da andere Bilder im Kopf.
Bezugnehmend auf den zitierten Text sehe ich vor dem berüchtigen geistigen Auge einige russische Geschütze die von deutschen Soldaten untersucht werden

Ich bezweifle leider, das irgendjemand ohne die Erklärung den tieferen Sinn des Dios, also die Herkunft der Geschütze,  verstehen würde
 :winken:




Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 13. Juni 2012, 07:51:51
Danke für Eure Rückmeldungen. :winken:
Da zeichnet sich doch ein recht klares Meinungsbild ab.
Und Eure Argumente kann ich durchaus nachvollziehen.

Wenn ich auf die deutsche Pak verzichte, müsste stattdessen ein Kübelwagen o.ä. eingesetzt werden.
Die "Pointe" der Szene lag für mich in der auffälligen Ähnlichkeit beider dargestellter Geschütze. Diese Pointe fiele dann weg und damit ergäbe auch der Titel, den ich mir überlegt habe, keinen Sinn mehr.
Gut, das soll kein Hindernis sein, aber ich müsste mir die ganze Sache dann nochmal intensiv durch den Kopf gehen lassen.

Auf jeden Fall könnte ich aber schon mal mit der Pak und der Zugmaschine anfangen.

...auch und gerade wegen der subtilen, ja schon ein wenig versteckten, Pointe.
Und da Dein geneigtes Publikum eh eingeweiht ist...

Hallo Torben, was ist denn diese versteckte Pointe aus Deiner Sicht? Bin da grad nicht ganz sicher...

...Massenpanik bei den Russen...Ich bezweifle leider, das irgendjemand ohne die Erklärung den tieferen Sinn des Dios, also die Herkunft der Geschütze,  verstehen würde

Hallo Alf! Nicht bei den Russen, sondern bei den Deutschen. Wenn Du magst, lies doch mal die Zusammenfassung des Buches.
Und mir reicht es, wenn Ihr das versteht, was ich da mache. Wie ich so was auf Ausstellungen etc. präsentiere ist ein ganz anderes Thema und da weiß ich auch noch keine Lösung.

Gruß

Ulf
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: fellfrosch79 am 13. Juni 2012, 09:02:27
Moinsen,

hier mal mein virtueller Senf dazu:

Torben hat im Prinzip schon recht -> für den fachkundigen Betrachter wird die Ähnlichkeit der russischen PAK mit dem deutschen Pendant gleich ins Auge springen. Nur wird das der  Laie m.E. nicht erkennen. Die russische PAK wird ja nicht nur ein etwas anderes Rohr, sondern auch noch einen anderen Anstrich haben. Der Laie wird dann den Vergleich vom deutschen zum russischen Geschütz brauchen damit er den Titel des Dioramas versteht.
Ist halt die Frage wen Du erreichen willst

Und mit der Präsentation auf einer Ausstellung würde ich mir, zumindest bei diesem Diorama, keine Gedanken machen:
1. Der Titel ist m.E. eindeutig
2. Wenns wer nicht versteht kann er ja fragen ;)

:winken:

Dennis
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Wolf am 13. Juni 2012, 11:06:57
Es ist vielleicht einfach eine Grundsatzfrage die du dir stellen musst. Denn solche Fragen wie oben werden bestimmt häufiger auftreten.

Also: Entweder du machst dein Projekt Original nach Buchvorlage oder du machst dein Projekt angelehnt an die Buchvorlage. Wenn du dir darüber schlüssig bist, brauchts du dir solche Fragen wie hier nicht mehr zu stellen.

Ich persönlich habe bei Büchern immer auch weiterführende Bilder im Kopf. In deinem Fall hätte ich das Bild im Kopf wie denn die ähnliche deutsche Pak ausgesehen haben mag. Ich würde mir die Freiheit nehmen das umzusetzen was ich beim lesen gedacht habe, nicht was da Wort für Wort steht. VOn daher wäre ich für die nicht ganz authentische Version der künstlerischen Freiheit.
Titel: Re: E.B.F.D.N. - "Wie ein Ei dem anderen"
Beitrag von: Bono1975 am 13. Juni 2012, 12:28:06
Mich würde interessieren, was Ihr von diesem Kunstgriff haltet. Soll ich mich besser buchstabengetreu an den Text halten oder kann ich mir diese "künstlerische Freiheit" herausnehmen?

Hi Ulf!

Ich kann nur von mir sprechen, ich würde versuchen mich wirklich an den Text zu halten ... ist vielleicht auch verzwickter und herausfordernder die entsprechende Passage dann wirklich umzusetzen.

Zu Deinen Protagonisten: wirst/ willst Du versuchen den beiden im Modell "Charakter" zu verleihen? Also im Prinzip EIN Aussehen für die beiden jeweils zu entwerfen, das ich durch alle gezeigten Szenen zieht - nur mit passagenbezogenen Veränderungen (Verwundungen, Alter, Stress)?

Grüße aus Bochum,

Marcus
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: tigrazor2012 am 13. Juni 2012, 15:00:53
@Ulf:

Ich hab Dir mal ne PN geschickt...
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: bigalf am 13. Juni 2012, 15:29:22

Ich bin mal so frei.

Oben Deutsch, ca. 15000
Unten Russisch  ca 35000
 :winken:


(http://i832.photobucket.com/albums/zz250/bigalf/Bundesarchiv_Bild_101I-299-1831-26_Nordfrankreich_Soldaten_mit_Geschtz.jpg)
(http://i832.photobucket.com/albums/zz250/bigalf/Bundesarchiv_Bild_183-B21659_Russland_erbeutete_sowjetische_Pak.jpg)
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Russfinger am 13. Juni 2012, 18:39:39
Grundsätzlich finde, dass Wolf Recht hat - Aber  ;)
Du baust ja nicht eine Szene nach, die Du irgendwo mal gelesen hast, Du stellst Szenen eines Buches nach, das Dich lange begleitet und das Dir sehr viel bedeutet.
Deine Fragen wirken nun so, als ob Du für ein imaginäres Publikum baust, dem Du, via Szenerie, einiges erklären möchtest, dass Sie als Nicht-Leser nicht wissen.
Hey - das ist DEIN Ding, es ist DEIN Hobby, bau für Dich und für sonst niemand anderen. Und lass Dich dabei einfach von Deinen Gefühlen beim Lesen der jeweiligen Szenen leiten.

 :winken:

Russie
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 13. Juni 2012, 19:00:39
"Luke! Lass dich von deinen Gefühlen leiten!"
"Ich werde es versuchen, Obi-Wan..."
"Nein! Tu es - oder tu es nicht, es gibt kein Versuchen!"
"Meister Yoda, ihr auch hier?!"

Danke für Eure Empfehlungen! Ich denke noch darüber nach. Wie gesagt, ich werde erstmal mit Geschütz und Zugmaschine loslegen. Kommt Zeit, kommt Rat!

Alf, Danke für die coolen Fotos! :winken: Da kann ich was mit anfangen!

Marcus, ich würde mir sehr wünschen, dass ich das hinkriege, den beiden, die in (fast) jeder Szene auftreten, einen Wiedererkennungswert zu verpassen. Vielleicht geht das ja, wenn ich sie mit Köpfen ausstatte, die eindeutig aus ein und derselben Hand stammen, z.B. von Hornet. Ich finde die ähneln sich auch bei unterschiedlichen Gesichtsausdrücken.

Gruß

Ulf
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Russfinger am 13. Juni 2012, 19:28:46
Zitat
"Luke! Lass dich von deinen Gefühlen leiten!"
"Ich werde es versuchen, Obi-Wan..."

Möge die Pak mit Dir sein.

 :winken:

Russie

Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: tigrazor2012 am 13. Juni 2012, 19:40:55
Aber Ulf, nicht die Rückseite Schwarz bemalen ("Dunkel die andere Seite ist...!")

;)
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: bigalf am 14. Juni 2012, 16:18:45

Die ollen Speichenräder sehen auf einigen Bildern schlicht etwas kleiner als die gummibereiften Scheibenräder aus.

Irgendwie drängt sich da die Motorradfelge auf.

Wie groß ist denn der Durchmesser des kpl. Scheibenrades der 3,7 cm Pak?? ( Merke: Grobes Gummiprofil macht auch optisch sehr groß )
Das Vorderrad vom ollen Zündapp Tamiya Bausatz bringt es auf 14,5 mm.
Das Schutzblech lässt sich gut wegfrickeln.

Auch scheint es sich auf dem unteren Bild nicht unbedingt um Kanonen mit dem neuen längeren 45 mm Rohr zu handeln. :woist:
 :winken:
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: fellfrosch79 am 16. Juni 2012, 15:49:09
Hab mir das Buch jetzt auch mal bestellt... Bin echt gespannt :1:
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 16. Juni 2012, 19:21:49
An alle, die sich das Buch aufgrund meiner Vorstellung hier besorgt haben:
Es würde mich sehr freuen, wenn Ihr, nachdem Ihr es gelesen habt, hier mal Eure Meinung dazu kundtun könntet - natürlich auch, wenn Ihr meine Begeisterung nicht teilen solltet, das kann ich ab.

Gruß

Ulf
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Sparky am 16. Juni 2012, 20:05:07
..hab mir den Titel auch besorgt und gedacht, der Autor hat noch unter einem weiterem Pseudonym veröffentlicht:
http://www.amazon.de/Einen-bessern-findst-nicht-Krieg/dp/3806110832/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1339869525&sr=1-2 (http://www.amazon.de/Einen-bessern-findst-nicht-Krieg/dp/3806110832/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1339869525&sr=1-2)
Nach erstem Anlesen denke ich aber, dass meine Neuerwerbung 'ne andere Geschichte ist; beschreibt auch die persönlichen Erlebnisse eines einfachen Soldaten an der Ostfront, aber von '41 bis '45. Na ja, für 7 Euronen kein teurer Fehlgriff - mal weiterlesen. Aber das Buch von Engermann wird auch noch beschafft!
Bin gespannt wie's hier weiter geht.

 :winken:
Sparky
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 16. Juni 2012, 20:39:53
Oooops! Den Titel kannte ich noch gar nicht! Hat aber definitiv nichts mit Walter Düpmann zu tun.

Um weitere Irrtümer auszuschließen:
Walter Düpmann hat zunächst 1952 als unbekannter Verfasser (***), dann unter dem Pseudonym "Andreas Engermann" das Buch "Einen bessern findst du nicht" veröffentlicht.

Kurz darauf erschien ein zweiter Roman mit dem Titel "Er ging an meiner Seite" (ebenfalls aus dem Lied "Ich hatt' einen Kameraden"). In diesem Roman reiht Düpmann mehrere voneinander unabhängige Erzählstränge aneinander, die alle in dem Zeitraum spielen, als Deutschlands Gegner bereits auf deutschen Boden vorgedrungen waren.

Der Roman "Er ging an meiner Seite" wurde später wiederum von einem anderen Verlag unter dem Titel "Und keiner wusste warum" und dem Pseudonym "Herbert Schmidt" herausgebracht.

Darüber hinaus hat Walter Düpmann meines Wissens keine weiteren Bücher veröffentlicht.

Also, wenn Ihr das Buch sucht, nur als *** oder Andreas Engermann, sonst ist es was Anderes.

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N. - "Wie ein Ei dem anderen"
Beitrag von: BF am 21. Juni 2012, 15:46:56
Hallo Ulf,

hoffe, ich gebe meinen Senf nicht zu spät dazu:
Was hältst Du davon, deine untersuchenden Figuren vorlagengetreu zu Infanteristen zu machen, aber eine Abteilung Panzerjäger vorbeimarschieren zu lassen? So könntest Du 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen, zumal das enge Zusammenspiel der Waffengattungen in der Wehrmacht ja ein charakteristisches Merkmal war und in der Szene keinen Widerspruch begründet.
Bliebe natürlich die Frag, wie groß das Dio werden soll...

Viel Erfolg jedenfalls schonmal!!! :P

Gruß
Bodo

Überflüssiges Zitat entfernt - Bongolo67
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 09. Juli 2012, 00:39:02
Hallo Bodo,

sorry für die späte Antwort, aber vielen Dank nochmal! So in der Art wird es aussehen, aber die Infanteristen machen dann natürlich eine Marschpause.
Übrigens, was sollte eigentlich dieses Riesenzitat am Ende Deines Beitrages?

@diejenigen, die sich das Buch besorgt haben: hat es schon jemand außer Mathias/Graf Spee durchgelesen? Wenn ja, wie ist Eure Meinung dazu?

Gruß

Ulf
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: BF am 09. Juli 2012, 09:59:20
Wollte nur nochmal schnell rezitieren, worauf ich mich beziehe. Die letzten Mitteilungen galten ja eher dem Buch.

Außerdem dachte ich, so stocke ich meine Beiträge ganz billig auf...  :7:
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: fellfrosch79 am 09. Juli 2012, 10:30:26
Moin,

habe mein Buch jetzt vor ein paar Tagen fertig gelesen. Gott, ist der Schluss traurig. Ist schon schwer zu fassen, was diesen Männern alles zugemutet wurde...

Was ich nicht verstanden habe: Warum nennt sich Herr Düpmann im Buch "Erasmus"?

:winken:
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 09. Juli 2012, 10:39:37
Dazu nochmal ein Zitat aus dem Eröffnungsbeitrag:

Zitat
...Weil er einige damals noch lebende Personen in sehr schlechtem Licht schildert, rät ihm der Verlag, das Buch nicht unter seinem echten Namen zu veröffentlichen. So erscheint die Erstausgabe und einige weitere Auflagen nur mit *** anstelle des Verfassers. Spätere Auflagen erscheinen unter dem Pseudonym "Andreas Engermann".

Ich denke die Namenswahl für seinen Protagonisten fällt in die gleiche Kategorie: Verschleierung des tatsächlichen Verfassers.

Ja, das Ende! . . . Es passt halt zum Verlauf und Ausgang des Krieges selbst, genau wie er geschrieben hat:
Zitat
...Armselig wie der Schluß des Krieges ist also der Schluß dieses Berichtes. Es soll wohl so sein. Ich kann es nicht ändern.

Ich weiß noch ganz gut, wie ergriffen ich nach der ersten Lektüre des Buchs war - dummerweise ist das Ende, so oft ich das Buch auch gelesen habe, immer gleich geblieben!

Gruß

Ulf
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Vasquez am 13. Juli 2012, 21:46:47
Hallo Ulf.

Ich gucke eindeutig zu selten in dieses Forum hinein.......
Wie Du Dir vorstellen kannst gibt es niemanden, der auf Deine Projekte gespannter ist als ich!
Ich werde mich ganz sicher auf dem laufenden halten.

(Zur Erklärung: Ich bin die kleine Schwester und teile die Liebe zu diesem Roman, der auch mich dazu gebracht hat, mich sehr für diese Epoche zu interessieren. Auch ich habe das Buch etliche male gelesen, und nehme es auch heute noch alle paar Jahre mal zur Hand.)
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: tsurugi am 13. Juli 2012, 21:49:49
Warum kann Er sich das nach einem Beitrag vorstellen können ?
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Universalniet am 13. Juli 2012, 21:57:40
@tsurugi

Geschwister können sowas  :D :D :D

Geschwister reden auch mal ohne das Internet miteinander ....  :6:
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Vasquez am 13. Juli 2012, 22:01:24
Wiederholung des vorangegangenen Beitrags entfernt - Bongolo67

*rechtgeb*
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: tsurugi am 13. Juli 2012, 22:27:21
Oh Mann, auch noch Vettwernwirtschaft hier.....   lol
Titel: Re: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 14. Juli 2012, 01:17:00
Hallo Schwesterherz! Freut mich, dass Du Dich mal zu Wort meldest! :winken:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Uwe B. am 15. September 2012, 20:49:21
Hallo Ulf,

ein wirklich supertolles Projekt, das Du hier aufziehst. Danke auch für die ausführlichen Erklärungen, die Du am Anfang dieses Threads abgegeben hast. Ich habe den Roman in den 70' er Jahren auch verschlungen und mindenstens noch einmal gelesen, aber die Hintergrundinformationen, die Du am Anfang geliefert hast, die erfährt  man ja in der Regel nicht - außer, wenn man dermaßen tief in die Recherche geht wie Du. Leider hab ich das Taschenbuch nicht mehr ...

Die Idee, Szenen aus einem Buch visuell umzusetzen in Dioramen oder Vignetten, find ich gut. Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, bin ich im Besitz des Kriegstagebuchs meines Opas. Ich hatte da auch mal die Idee, davon vielleicht die eine oder andere Szene im Modellbau umzusetzen, aber das ist Zukunftsmusik, ob ich da jemals zu komme, das steht noch in den Sternen.

Ich wünsche Dir viel Glück und Spaß bei deinem Projekt, ich werde es weiter verfolgen.

LG - Uwe
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 10. November 2012, 19:31:22
Ich richte hier mal einen Beitrag ein, in dem ich die Kommentare derjenigen Mitstreiter, die das Buch ebenfalls gelesen haben, sammle.

1.
Was das Buch anbelangt:
Ich habe es mir bei Amazon letzte Woche auf Ulf´s Empfehlung hin erstmal selbst besorgt.
Und in 2 Tagen durchgelesen, ach was: verschlungen.
Ich kann es nur empfehlen :P

2.
habe mein Buch jetzt vor ein paar Tagen fertig gelesen. Gott, ist der Schluss traurig. Ist schon schwer zu fassen, was diesen Männern alles zugemutet wurde...

3.
...teile die Liebe zu diesem Roman, der auch mich dazu gebracht hat, mich sehr für diese Epoche zu interessieren. Auch ich habe das Buch etliche male gelesen, und nehme es auch heute noch alle paar Jahre mal zur Hand.)

Bodo, Andy, Ihr seid die nächsten, Bin schon sehr gespannt auf Eure Anmerkungen! :1:

Edit 11.11.12
4.
...ich habe übrigens nicht mal 4 Tage gebraucht um es durchzulesen...
Um es auf den Punkt zu bringen: ich kann jetzt noch besser nachvollziehen, warum Dir dieses Buch so am Herzen liegt.
Mir erging es, wie schon gesagt, mit dem Buch "Er flog an meiner Seite" von Erwin Morzfeld sehr ähnlich.
Was mir gleich eingangs auffiel, ist die (aus heutiger Sicht) anfänglich recht naive Sichtweise der Dinge die geschildert werden, die im weiteren Verlauf der Ernüchterung und Resignation weicht.
Auch der Schreibstil ist anfangs beim lesen etwas ungewohnt - man merkt, daß das Buch von einem Zeitzeugen geschrieben wurde.
Die Schilderung der Kämpfe in den karelischen Wäldern, die Beschreibung des Nachtbombardements durch die Französische Luftwaffe und dem Tod des Kameraden, der nur noch schnell eine Tafel Schokolade holen wollte, und die Rückzugsgefechte gegen Ende sind dagegen schon recht heftig und die Lektüre solcher Bücher macht mich immer wieder Gottfroh,
nicht damals dabei gewesen zu sein.
An einigen Stellen hätte ich mir eventuell eine flüssigere Überleitung zum nächsten Kapitel gewünscht aber das hätte wohl den Rahmen gesprengt und auch so sind die Erlebnisse des Autors eindringlich genug, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
/Edit

Edit 28.11.12
5.
...Über den Inhalt ist hier ja bereits praktisch alles gesagt worden, deshalb beschränke ich mich darauf noch einmal zu umreißen, dass das Buch sich von kurz vor Kriegsbeginn bis zum persönlichen Kriegsende des Ich-Erzählers im letzten Kriegswinter erstreckt.
Das alles geschieht gleichermaßen ohne aufgeblasenes Pathos oder moralinsaure Selbstzerfleischung, sondern aus der Sicht des kleinen Landsers, der ohne großes Zutun ins Spinnrad der Geschichte gewoben wurde.
Meiner Meinung nach muss sich das Buch zu keiner Sekunde hinter den Werken eines Willi Heinrich oder Gert Ledig verstecken, die mit Werken wie "Steiner - Das geduldige Fleisch" oder "Die Stalinorgel" auch international für Aufsehen gesorgt haben...
/Edit

Edit 08.12.12
6.
Das Buch "Einen Besseren Findest Du nicht" ist bestimmt kein Werk, dass sich handwerklich mit einem Heinrich Böll oder Thomas Mann messen kann, das muss es aber auch nicht. Die Sprache des Autors ist einfach gehalten und entspricht der der Ich erzählenden Romanfigur, von der der wir am Ende nur wissen, dass sie Erasmus heißt. Es reihen sich in seiner Erzählung Anekdoten und Ereignisse aneinander, ganz aus der Sicht eines einfachen Landsers.
Dies irritierte mich anfangs da dadurch kein flüssiger Erzählstil zustande kommt, erweist sich aber im Laufe des Buches, vielleicht ungewollt, vielleicht auch gewollt, zu einem Glücksgriff, das sich dem Leser das langsam wachsende Unbehagen und das später entstehende Grauen des Mannes langsam offenbart.
Der Erzähler nimmt am 2. Weltkrieg von der ersten bis zur letzten Minute teil. Anfangs in Polen mit nur wenig Erfahrung und viel Dusel, dann im "Drole de Guerre" an der Westfront und dann gegen Russland an verschiedenen Fronten. Im Mittelpunkt der Erzählung steht nicht das große Weltkriegsgeschehen sondern die Beziehungen der Kameraden untereinander. Die vielen verschiedenen Charakter werden dabei sehr lebhaft dargestellt und durchleiden erst ein wenig dann immer mehr das ganze Elend des Krieges. Bezeichnend der Bericht von der Weihnachtsfeier in den Stellungen in Karelien.
Eine besondere Beziehung baut der Erzähler zu seinem Leutnant auf, einen "jungen Burschen" der aber aus seiner Sicht alles hat, was man braucht. Es wird dem Leser deutlich warum die Männer nicht vor dem Elend und der Gefahr fliehen, obwohl es dazu Möglichkeiten gibt. Die tiefe Verbundenheit der Leidensgemeinschaft macht es den Männern unmöglich aufzugeben. Nicht wegen seiner selbst sondern wegen des Kameraden, der neben einem steht und ganz auf einen vertraut. Erasmus erkennt irgendwann das, was ihn eher unterschwellig bewusst war, nämlich dass sie verraten und verkauft wurden. Und trotzdem hält bis bitteren Schluss seinen Kameraden die Treue, den Kameraden zuliebe.

Ich kann verstehen, warum der Autor anfangs das Werk Anonym veröffentlichte. Es hat bestimmt einer Vielzahl von Menschen mit seiner Kritik hart zugesetzt, den damit hat er nicht gespart. Erschreckender Weise gibt es in dem Buch viele Parallelen zu meinem eigenen Großvater, der strafversetzt an die Ostfront bis zum bitteren Ende durchhielt und noch aus dem Lazarett schwer verwundet mit seinem Kameraden vor den Russen floh. Das Werk bedrückt in seiner Einfachheit auch dadurch, dass einem klar wird, dass hier einer erzählt, der es erlebt hat. Der erzählt wie Unfähigkeit der Blut und Leben an der Front kosten. Wie die Trostlosigkeit mit Alkohol ertränkt wird.

Der Titel zitiert das Lied von guten Kameraden, rückblickend eine Art von Kondensation des Buches:

Zitat von: Wikipedia
Ich hatt’ einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
In gleichem Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen,
Gilt’s mir oder gilt es dir?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen,
Als wär’s ein Stück von mir.

Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad.
Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ew’gen Leben
Mein guter Kamerad!

Das Buch zu lesen ist bedrückend. Parallel lese ich gerade "die Nackten und die Toten" von normal Mailer und atmosphärisch steht ihm diese Werk in nichts nach.

Edit 26.03.14
7.
...ich fand es sehr bewegend. Wie ich Dir schon schrieb, man hat das Gefühl, da schreibt jemand der das alles auch selbst erlebt hat, nicht einfach nur ein "Schreibtischtäter".

Natürlich ist die Sprache Relativ einfach, aber an der Front hat man nicht so häufig Zeit gehabt, auf gehobenem Niveau zu pilosophieren (was ja überraschderweise doch hin und wieder vorkommt) und dadurch wirkt das ganze auch so "nah", als würde man die Dinge von jemandem erzählt bekommen, der sie gerade erlebt hat...

Und da mein Großvater, den ich leider nie kennen lernen durfte, eine ähnliche "Karriere" gemacht hat und sich teilweise scheinbar sogar an den selben Orten aufgehalten hat, kann ich mich nun viel besser in sein erlebtes hinein denken.

Und ich kann nur sagen, wie gut das uns (zumindest mir) ein Krieg erspart blieb. Auch wenn ich nach wie vor an den Ereignissen dieser Zeit und der Technik interessiert bin, würde ich mich freuen, wenn ich nie an so etwas teilnehmen müsste.

Sicherlich gibt es Zeiten im Leben, in denen es notwendig ist seine Familie, seine Freunde, sein Land, auch mit Waffengewalt zu schützen und es ist gut (in meinen Augen) das wir Menschen haben, die für den Notfall bereit stehen, aber ich wäre überglücklich, wenn das in absehbarer Zeit nicht mehr nötig wäre.

Wie schon gesagt ein echt gutes Buch, das ich jedem empfehlen möchte, der sich für diese Thematik interessiert.

Liebe Grüße

Pegasus / Marco

PS: Ich sollte unbedingt darauf hinweisen, das meine Frau (eigentlich eine überzeugte Pazifistin) dieses Buch förmlich gefressen hat und es sehr beeindruckend fand  ;)

/Edit

Edit 04.04.14:

Hallo, ich habe das Buch auch besorgt und gelesen auf Grund dieses schönen Bs hier.
War interessanter Lesestoff für in der Strassenbahn nach Feierabend aber richtig fesselnd fand ich es persönlich nicht.
In dem Buch wird ja ein Abschnitt behandelt der im hohen Norden war, und da wurde beschrieben das die Art und weise wie die Finnen mit Ihren messern die Russen töteten als "Motti" bezeichnet.
Meines wissens waren "Mottis" aber Kesselschlachten im kleinen Stile  wo kleine russische Einheiten isoliert und vernichtet wurden.

/Edit

Edit 16.06.14:

Die Ausdrucksweise des Autors gefällt mir sehr gut, und schildert die Schrecken des Kriegs vortrefflich.
Besonders Karelien und die Ostfront wurden sehr blutig beschrieben, und teilweise saß ich total vesteinert mit aufgerissenen Augen vor einigen Stellen.
Vor allem die Stelle in der das Munitions-Maultier getroffen wird und der Fahrer nicht rauskommt, hat mich sehr erschrocken.
Und viele Szenen sind hängengeblieben.  Kurz: Eine Leseerfahrung die ich nciht missen möchte, und auch nur weiterempfehlen kann. Ein Freund hat sich das Buch auf meine Empfehlung bestellt. Bin mal gespannt was er sagt.

/Edit

Edit 25.11.14

Ich habe das Buch bestimmt schon 4mal gelesen, das erstemal vor 26 Jahren und bin immer wieder auf's neue begeistert.
Besonders interessant finde ich die kleinen Zwischengeschichten zwischen den Einsätzen die, meiner Meinung nach den Schrecken, aber auch die Absurdität, ja selbst die grausame Komik des Krieges sehr anschaulich rüberbringen.
Meine Lieblingsstelle ist allerdings das Schleiermacher'se Rätsel, den Theologen hab ich ergooglet und sogar überlieferte sprüche von Ihm gefunden - aber nicht das Rätsel. ?(

/Edit

Edit 14.01.15

Die ersten ca 30 Seiten zulesen empfand ich als recht mühsam. Der Sprachstil des Autors ist doch sehr ungewohnt und die Geschenisse machten auch noch nicht viel her. Also habe ich das Buch erstmal wieder zugeklappt.

Allerdings kann ich ein angefangenes Buch auch nicht einfach liegenlassen...

Ich habe weitergelesen und auf Seite 76 wurde es für mich dann interessant.
Heinz-Ottos Geschwafel über Verantwortung.
Erschreckend, mehr will ich dazu gar nicht sagen.
Und ab Seite 86 das Tagebuch von Kurtchen Zechs Freundin.

Das war's. Ich war angefixt. Bis Seite 202 habe ich weitergelesen. Bis zu der Geschichte mit Schwester Isolde.
Da war es dann 3 Uhr früh, mir haben die Augen geglüht und ich bin ins Bett.

Dann die Geschichten der Gemetzel in den karelischen Wäldern. Gefolgt von den Abwehrschlachten im Mittelabschnitt.
Gegen dieses Grauen erscheint die Episode als Ausbilder in Holland wie eine Gute-Nacht-Geschichte.

Die letzte Etappe begann für mich dann mit der Geschichte über das Wiedersehen mit Kurtchen Zech.
Das könnte man wohl als die  Ruhe vor dem letzten Sturm, oder besser dem endgültigen Untergang beschreiben.
Noch einmal werden alle Register der Kriegsschrecken gezogen.
Und am Ende fehlen dem Autor die Worte, um seine Gedanken zum Kriegsende nieder zu schreiben.
Ich denke da hat er das Höchstmaß an Abstumpfung erreicht.

Besorgt habe ich mir das Buch bei ebay für nicht mal 5 Euro.
Ein Taschenbuch von 1973, schon ziemlich vergilbt und abgegriffen.
Aber dennoch wird dieses Buch mein Regal nicht mehr verlassen.
Und ich bin mir sicher, daß ich es auch wieder zur Hand nehmen werde.

/Edit

Edit 04.03.15

Das Buch habe ich nun zum zweiten Mal gelesen und so möchte ich auch ein paar Worte dazu zu schreiben.
Dabei geht es mir nicht darum, zu beurteilen, ob es ein gutes oder weniger gutes Buch ist, denn letztendlich sind es die Schilderungen eines Soldaten, der den Krieg hautnah miterlebt hat. Das ist mir bisher zum Glück erspart geblieben; so wer bin ich, dass ich das beurteilen könnte.

Das Buch hat mir beide Male sehr gut gefallen, weil es in flüssiger, leichter Sprache erzählt ist. Die Schilderungen des Umgangs der Kameraden untereinander, die trotz der Grauen, Anspannungen, Verwundungen, Verluste und Ängste, die sie erleben mussten, immer auch humorvolle Momente hatten, geben wieder, wie die unterschiedlichsten Menschen in der schwersten Not ohne mit der Wimper zu zucken zusammen halten, für einander da sind - echte Kameraden eben.

Der Alltag außerhalb der direkten Gefechtssituationen, die Gespräche unter den Kameraden um den Autor, geben Einblicke in die unterschiedlichsten Charaktäre der Individuen.
Sie sind nicht alle gleich, sind nicht „einfach nur“ Soldaten, die ihre Pflicht erfüllen. So geht es nicht in erster Linie darum, sensationslüstern das Rumgeballer eines Krieges mit den dadurch gruseligsten Verwundungen bis ins letzte Detail zu schildern. Es werden auch die Menschen dahinter dargestellt mit ihren Macken, Ängsten, ihrem unterschiedlichen Humor, ihrer Ernsthaftigkeit, ihren Sorgen, Bedenken und Träumen, ihren familiären und beruflichen Hintergründen etc. und natürlich auch mit ihren Gedanken zum Krieg generell und zu ihrer Situation. Das gefällt mir gut.

Interessant finde ich auch die Auszüge aus dem Tagebuch einer schwangeren Freundin eines der Kameraden um den Autor. Im Zeitalter von Sateliten, Handys, Laptops, Smartphones, PCs und weiß der Geier was noch alles, macht man sich gar nicht bewußt, was es heißt, oftmals monatelang von einem Angehörigen nichts zu lesen, nichts zu hören.

Und natürlich verdeutlicht auch dieses Buch, wie irrsinnig Kriege generell sind.

Ein für mich lesenswertes Buch. Trotz des bedrückenden Themas, das einem zuweilen eine Gänsehaut verpassen kann, stellt man sich die Situationen, in denen die Soldaten waren, vor. 
Der Autor schreibt in einem Stil, der einen seine Erlebnisse wie in einem Film sehen lässt.
Es ist eines von wenigen Büchern, die ich gelesen habe, bei denen ich am Ende dachte: „Schade, dass es schon zu Ende ist.“

Liebe Grüße, Angela

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/Edit 05.05.15

Nachdem ich mich mit dem heute nicht mehr so üblichen Schreibstil des Autors vertraut gemacht habe, war es doch ein sehr interessantes Buch.
Gerade diese schlichten Worte eines "einfachen Soldaten" lassen den Leser tief in die Geschichte eintauchen.
Mit Geschichte meine ich nicht den Roman, sondern vielmehr die Vergangenheit.
Ich persönlich denke,  das  viele,viele Tausend andere ähnlich gefühlt,  gedacht und erlebt haben und dieses Buch darum ein sehr gutes Zeitzeugnis ist.
Dieser einfache, "ungelernte " Schreibstil erinnert mich ein wenig an ein anderes Buch, nämlich "Herbstmilch ", welches ja zum Teil in der gleichen Zeit spielt.
Schade,  dass es nicht mehr solcher Bücher gibt, die uns einen so authentischen Blick in die Vergangenheit erlauben.

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/Edit 31.07.15

Das Buch gehört auch zu meinem Lieblingsbüchern. Habe es auch schon öfters gelesen.
Dabei habe ich es aus Zufall kennengelernt. Ein Nachbar hat in den 80ern seine Büchersammlung verkleinert und ich konnte mir daraus Bücher aussuchen. Vom Titel her wollte ich es gar nicht mitnehmen, bis ich doch mal den Klappentext gelesen habe. Leider fehlten in dem Taschenbuch die ersten ca.150 Seiten. Soweit ich mich erinnern kann. Nachdem ich es gelesen hatte, versuchte ich das Buch überall zu bekommen, was damals nicht mehr möglich war. Bis ich es in den ebay Anfangszeiten für kleines Geld als gebundenes Buch bekommen habe.
Ich kann das Buch auch nur empfehlen. Ich halte es auch heute noch für eines der besten Bücher, die das Grauen und den Schrecken des Krieges so darstellen wie es wohl gewesen ist. Sehr kritisch und nicht reisserisch geschrieben.

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/Edit 16.09.16

...
Das Buch hat mich gefesselt. Es ist eine Schilderung der Ereignisse aus der Sicht des einfachen Landsers. Das ist ganz bewusst so von mir geschrieben, weil hier die Zerissenheit von Erasmus klar zum Ausdruck kommt. Einerseits die vielfältigen Gedanken über Kameradschaft (die glaube ich nur Leute beurteilen können, die selbst gedient haben) und was dieser "Zwang" aus den einzelnen Soldaten macht - im Sinne von "immer weiter, immer weiter" bzw. "wenn ich das nicht mache gehts dem anderen dreckig". Das gilt beim Barras immer, egal ob im Krieg oder nur bei der BW im Wehrdinst. Andererseits die (richtigen) Gedanken über die Sinnhaftigkeit des ganzen Unterfangens "Feldzug" und die sich daraus ergebenden Greuel, die mit zunehmender Abstumpfung als normal erlebt werden. Der Erzählstil und die Sprache waren für mich anfänglich gewöhnungsbedürftig, das hat sich aber schnell gelegt und ich war "drin". Einige Teile erinnern mich z. B. an die 08/15 Bücher von Kirst: Schleiermacher hat was von Asch, der eine oder andere Soldat erinnert mich an Vierbein und der Kompaniechef Patz hat was von Hauptmann Witterer. Aber das ist sicher nicht abgekupfert, sondern diese Typen gab es wohl an jedem Frontabschnitt.

Der Autor macht zwar hie und da mal Andeutungen über die Dinge die sonst so "im Dritten Reich und im Feldzug" passiert sind (Stichwort "Parteisoldaten"), aber er setzt sich bewusst nicht damit auseinander. Warum nicht? Weil es dem einfachen Wehrmachtssoldaten wurscht war oder weil er es nicht wahrnehmen wollte? Eindeutiges nein, sie hatten m. E. schlicht was anderes zu tun und das kommt in dem Buch klar raus. Ich will hier nichts beschönigen oder kleinreden, aber ich denke mal, das hatten alle überlebenden, nicht in Gefangenschaft geratenen "kleinen Landser" gemein. Der Autor schildert Geschehnisse, die von Frontschweinen erlebt wurden, nicht mehr und nicht weniger und das muss genauso sein wie die Auseinandersetzung mit dem großen Thema.

Einen persönlichen Bezug, also jemanden, der mir davon erzählen könnte, habe ich nicht. Die drei Brüder meiner Mutter (Jahrgang 1919, 1923 und 1927) sind gefallen und mein Vater (Jahrgang 1928) hat als sechzehnjähriger sechs Wochen als FlaK-Helfer ohne Einsatz gedient. Er wurde kurz vor Kriegsende von den Franzosen gefangen genommen.

Allen, die so freundlich waren, nach der Lektüre eine Rezension zu schreiben, vielen Dank! :winken:

Gruß

Ulf

Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Skyfox am 11. November 2012, 01:22:19
Hallo Ulf

Erstmal Danke dafür, das Du mir ein Exemplar ausgeliehen hattest - ich habe übrigens nicht mal 4 Tage gebraucht um es durchzulesen...
Um es auf den Punkt zu bringen: ich kann jetzt noch besser nachvollziehen, warum Dir dieses Buch so am Herzen liegt.
Mir erging es, wie schon gesagt, mit dem Buch "Er flog an meiner Seite" von Erwin Morzfeld sehr ähnlich.
Was mir gleich eingangs auffiel, ist die (aus heutiger Sicht) anfänglich recht naive Sichtweise der Dinge die geschildert werden, die im weiteren Verlauf der Ernüchterung und Resignation weicht.
Auch der Schreibstil ist anfangs beim lesen etwas ungewohnt - man merkt, daß das Buch von einem Zeitzeugen geschrieben wurde.
Die Schilderung der Kämpfe in den karelischen Wäldern, die Beschreibung des Nachtbombardements durch die Französische Luftwaffe und dem Tod des Kameraden, der nur noch schnell eine Tafel Schokolade holen wollte, und die Rückzugsgefechte gegen Ende sind dagegen schon recht heftig und die Lektüre solcher Bücher macht mich immer wieder Gottfroh,
nicht damals dabei gewesen zu sein.
An einigen Stellen hätte ich mir eventuell eine flüssigere Überleitung zum nächsten Kapitel gewünscht aber das hätte wohl den Rahmen gesprengt und auch so sind die Erlebnisse des Autors eindringlich genug, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Ich werde mir wohl auch mal ein eigenes Exemplar besorgen um gelegentlich mal wieder reinzulesen, wie ich auch den Morzfeld immer wieder zur Hand nehme.
Auf Dein weiteres Vorgehen bei deinem Projekt und welche Szenen Du im weiteren Verlauf darstellen willst, bin ich jedenfalls sehr gespannt.

Danke und Viele Grüße
 :winken:
AnD.Y.
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 11. November 2012, 01:43:54
Andy, vielen Dank für das ausführliche Feedback! :winken:

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: BF am 28. November 2012, 19:46:56
Sooo, jetzt finde auch ich endlich mal Zeit und Gelegenheit, das fantastische Werk zu loben!  :winken:

Über den Inhalt ist hier ja bereits praktisch alles gesagt worden, deshalb beschränke ich mich darauf noch einmal zu umreißen, dass das Buch sich von kurz vor Kriegsbeginn bis zum persönlichen Kriegsende des Ich-Erzählers im letzten Kriegswinter erstreckt.
Das alles geschieht gleichermaßen ohne aufgeblasenes Pathos oder moralinsaure Selbstzerfleischung, sondern aus der Sicht des kleinen Landsers, der ohne großes Zutun ins Spinnrad der Geschichte gewoben wurde.
Meiner Meinung nach muss sich das Buch zu keiner Sekunde hinter den Werken eines Willi Heinrich oder Gert Ledig verstecken, die mit Werken wie "Steiner - Das geduldige Fleisch" oder "Die Stalinorgel" auch international für Aufsehen gesorgt haben.

Vielen Dank nochmal an Ulf für den großartigen Tip!!!  :klatsch:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 28. November 2012, 23:56:44
Im Gegentum, Bodo, ich habe zu danken! :winken:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: BF am 29. November 2012, 07:42:04
Nee, nee, Ulf, da habe schon ICH zu danken!!!  :1:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Pegasus_HH am 29. November 2012, 11:17:33
Hallo ihr Lieben,

da ich von dem Buch jetzt schon so viel "gehört" habe und auch einen Teil des Dioramas (die Protze mit Geschütz) bewundern durfte, bin ich so neugierig, das ich es mir auch gerne besorgen möchte.

Nach was muss ich da suchen? Der Titel ist schon klar, aber ich habe gehört es gibt wohl unterschiede beim Namen der Schriftsteller (wg. Synonym usw.), wer ist denn jetzt der "Echte"? Oder hat jemand eine ISBN Nummer die sicher stellt, das ich das richtige bekomme?

Liebe Grüße

Pegasus
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 29. November 2012, 12:05:57
Freut mich sehr, dass Dein Interesse geweckt wurde! :1:

Es ist sehr einfach, sich das Buch zu besorgen. Es gibt das Zentrale Verzeichnis antiquarischer Bücher, kurz ZVAB (http://www.zvab.com/index.do).
Dort suchst Du nach dem Titel (aber Schreibung beachten: "...bessern findst..."), eventuell kombiniert mit dem Namen Engermann.
Die Trefferliste sollte mehrere Dutzend Bücher enthalten, von der Erstausgabe 1952 bis zu Bücherbund-Ausgaben etc.. Ich glaube ich habe auch mal eine Taschenbuchausgabe gesehen.
Wenn Du Dir einen Band ausgesucht hast, kannst direkt dort online bestellen. Die Bestellung wird an den jeweiligen Händler weitergeleitet und bearbeitet. Der Versand ist ja bei Büchern bekanntermaßen günstig.

Wenn Du Dir eins erstanden und es gelesen hast, wäre ich sehr froh, auch Deine Meinung dazu hier wiederzufinden - ob gut oder schlecht!

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: fellfrosch79 am 29. November 2012, 12:16:13
Moin Pegasus,

bei Amazon z.b. reicht es völlig aus wenn man den Titel des Buches eingibt:

http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_i_0_11/279-9875176-1715353?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=einen+besseren+findest+du+nicht&sprefix=einen+besse%2Caps%2C262 (http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_i_0_11/279-9875176-1715353?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=einen+besseren+findest+du+nicht&sprefix=einen+besse%2Caps%2C262)

Da habe ich mein Exemplar auch her.

:V:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Pegasus_HH am 29. November 2012, 14:12:03
@Bongolo67

sorry für meine Blindheit  :pffft: irgendwie habe ich Deine Beschreibung bezüglich des Buch-Findens weiter vorn im thread völlig übersehen...

@fellfrosch

Ja, auch ein gute Idee. Es ging mir wie gesagt nur darum, am Ende nicht das Falsche Buch zu haben...

Danke ihr Lieben

Pegasus
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 29. November 2012, 15:02:43
Dann solltest Du den Titel unbedingt mit dem Namen Engermann zusammen eingeben, sonst könntest Du am Ende wirklich das falsche Buch (http://www.modellboard.net/index.php?topic=41203.msg613183#msg613183) in Händen halten.

Gruß und gutes Gelingen! :winken:

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: BF am 29. November 2012, 18:18:04
@ Pegasus (und alle anderen Bestellwilligen):

Solltest Du über AMAZON bestellen: bloß nicht bei "Zaahnfee" ordern!!!
Ich habe mein Exemplar zuerst da bestellt und dann wochenlang - und eigentlich bis heute - nichts mehr von dem/den Affen gehört! Zumindest wurde mir der Kaufbetrag nicht berechnet...
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Pegasus_HH am 29. November 2012, 18:25:18
Ok, danke für den Tip, ich werde auf den Namen achten.
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: BF am 29. November 2012, 22:47:00
Gern geschehen!  :winken:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Universalniet am 08. Dezember 2012, 20:53:32
Nachdem Ulf mir dankenswerter weise das Buch geliehen hat nun meine Sicht auf das Buch und die Geschichte:

Das Buch "Einen Besseren Findest Du nicht" ist bestimmt kein Werk, dass sich handwerklich mit einem Heinrich Böll oder Thomas Mann messen kann, das muss es aber auch nicht. Die Sprache des Autors ist einfach gehalten und entspricht der Sprache der erzählenden Romanfigur, von der wir am Ende nur wissen, dass sie Erasmus heißt. Es reihen sich in seiner Erzählung Anekdoten und Ereignisse aneinander, ganz aus der Sicht eines einfachen Landsers.
Dies irritierte mich anfangs, da dadurch kein flüssiger Erzählstil zustande kommt, erweist sich aber im Laufe des Buches, vielleicht ungewollt, vielleicht auch gewollt, als ein Glücksgriff, da sich dem Leser das langsam wachsende Unbehagen und das später entstehende Grauen des Mannes langsam offenbart.
Der Erzähler nimmt am 2. Weltkrieg von der ersten bis zur letzten Minute teil. Anfangs in Polen mit nur wenig Erfahrung und viel Dusel, dann im "Drole de Guerre" an der Westfront und dann gegen Russland an verschiedenen Fronten. Im Mittelpunkt der Erzählung steht nicht das große Weltkriegsgeschehen sondern die Beziehungen der Kameraden untereinander. Die vielen verschiedenen Charakter werden dabei sehr lebhaft dargestellt und durchleiden erst ein wenig dann immer mehr das ganze Elend des Krieges. Bezeichnend der Bericht von der Weihnachtsfeier in den Stellungen in Karelien.
Eine besondere Beziehung baut der Erzähler zu seinem Leutnant auf, einen "jungen Burschen" der aber aus seiner Sicht alles hat, was man braucht. Es wird dem Leser deutlich warum die Männer nicht vor dem Elend und der Gefahr fliehen, obwohl es dazu Möglichkeiten gibt. Die tiefe Verbundenheit der Leidensgemeinschaft macht es den Männern unmöglich aufzugeben. Nicht wegen seiner selbst sondern wegen des Kameraden, der neben einem steht und ganz auf einen vertraut. Erasmus erkennt irgendwann das, was ihn eher unterschwellig bewusst war, nämlich dass sie verraten und verkauft wurden. Und trotzdem hält er bis zum bitteren Schluss seinen Kameraden die Treue, den Kameraden zuliebe.

Ich kann verstehen, warum der Autor anfangs das Werk Anonym veröffentlichte. Es hat bestimmt einer Vielzahl von Menschen mit seiner Kritik hart zugesetzt, den damit hat er nicht gespart. Erschreckender Weise gibt es in dem Buch viele Parallelen zu meinem eigenen Großvater, der strafversetzt an die Ostfront bis zum bitteren Ende durchhielt und noch aus dem Lazarett schwer verwundet mit seinem Kameraden vor den Russen floh. Das Werk bedrückt in seiner Einfachheit auch dadurch, dass einem klar wird, dass hier einer erzählt, der es erlebt hat, der erzählt wie Unfähigkeit Blut und Leben an der Front kosten. Wie die Trostlosigkeit mit Alkohol ertränkt wird.

Der Titel zitiert das Lied von guten Kameraden, rückblickend eine Art von Kondensation des Buches:

Zitat von: Wikipedia
Ich hatt’ einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
In gleichem Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen,
Gilt’s mir oder gilt es dir?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen,
Als wär’s ein Stück von mir.

Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad.
Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ew’gen Leben
Mein guter Kamerad!

Das Buch zu lesen ist bedrückend. Parallel lese ich gerade "die Nackten und die Toten" von normal Mailer und atmosphärisch steht ihm dieses Werk in nichts nach.

Danke Ulf für's ausleihen!!!


Marc  :winken: :winken: :winken:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 08. Dezember 2012, 22:27:46
Marc, vielen vielen Dank für diese ausführliche Rezension. :klatsch: :winken:

Freut mich, dass das Buch auch auf Dich seine Wirkung nicht verfehlt. :1: :P

Gibst Du's mir beim nächsten Stammtisch zurück?

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Universalniet am 08. Dezember 2012, 22:44:54
Na klar,  ich kann es aber auch schicken, wenn es Dir lieber ist!  :winken: :winken: :winken: Wobei,  .... Stammtisch ist sicherer!

Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 08. Dezember 2012, 22:52:00
Deswegen! :1:
Erstausgabe, weißt schon...
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Pegasus_HH am 05. September 2013, 16:07:53
Hallo Bongolo67,

zwischenzeitlich habe ich mir das Buch auch zugelegt. Ich bin derzeit bis zum 1/3 des Buches gekommen und man merkt wie die unbeschwertheit der ersten Schilderungen verfliegt...

Da meine Großväter den Krieg nicht überlebt haben, fand ich es wichtig, die Ereignisse aus der perspektive von einem von den Teilnehmern zu lesen und ich finde es ist wirklich gut geschrieben, man kann sich gut in die Situation einfühlen...

Ich werde mich nochmal äußern, wenn ich das Buch durch habe, aber schon jetzt mein Dank an Bongolo. Durch diesen Thread bin ich zum 1. Mal auf diese Buch aufmerksam geworden und ich wäre sonst sicher nicht mehr drüber gefallen. Danke.

Pegasus
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 05. September 2013, 17:26:35
Hallo Pegasus,

Danke für Deine Mitteilung. Ich freu mich schon auf Deine Rezension, wenn Du's durch hast. :P :winken:

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Pegasus_HH am 26. März 2014, 14:06:04
Hallo Ulf,

da ich die letzten 2 Wochen gesundheitlich dazu genötigt wurde, hauptsächlich zu liegen, bin ich endlich dazu gekommen das Buch mal zu Ende zu lesen und ich muss sagen, ich fand es sehr bewegend. Wie ich Dir schon schrieb, man hat das Gefühl, da schreibt jemand der das alles auch selbst erlebt hat, nicht einfach nur ein "Schreibtischtäter".

Natürlich ist die Sprache Relativ einfach, aber an der Front hat man nicht so häufig Zeit gehabt, auf gehobenem Niveau zu pilosophieren (was ja überraschderweise doch hin und wieder vorkommt) und dadurch wirkt das ganze auch so "nah", als würde man die Dinge von jemandem erzählt bekommen, der sie gerade erlebt hat...

Und da mein Großvater, den ich leider nie kennen lernen durfte, eine ähnliche "Karriere" gemacht hat und sich teilweise scheinbar sogar an den selben Orten aufgehalten hat, kann ich mich nun viel besser in sein erlebtes hinein denken.

Und ich kann nur sagen, wie gut das uns (zumindest mir) ein Krieg erspart blieb. Auch wenn ich nach wie vor an den Ereignissen dieser Zeit und der Technik interessiert bin, würde ich mich freuen, wenn ich nie an so etwas teilnehmen müsste.

Sicherlich gibt es Zeiten im Leben, in denen es notwendig ist seine Familie, seine Freunde, sein Land, auch mit Waffengewalt zu schützen und es ist gut (in meinen Augen) das wir Menschen haben, die für den Notfall bereit stehen, aber ich wäre überglücklich, wenn das in absehbarer Zeit nicht mehr nötig wäre.

Wie schon gesagt ein echt gutes Buch, das ich jedem empfehlen möchte, der sich für diese Thematik interessiert.

Liebe Grüße

Pegasus / Marco

PS: Ich sollte unbedingt darauf hinweisen, das meine Frau (eigentlich eine überzeugte Pazifistin) dieses Buch förmlich gefressen hat und es sehr beeindruckend fand  ;)
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 26. März 2014, 14:50:39
Herzlichen dank für Deinen Beitrag, Marco! :winken:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Uwe B. am 01. April 2014, 09:37:52
Hallo Marco und Ulf,

jetzt habt Ihr mich soweit - Buch ist bestellt (nachdem ich es in den 70'ern schon einmal als Taschenbuch hatte).

Ansonsten kann ich mich Marco's Ausführungen nur anschließen, Du hast das ambivalente Verhältnis, das gerade Militärmodellbauer zu ihrem Hobby haben, auf den Punkt gebracht.

LG - Uwe
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 01. April 2014, 09:53:08
Hallo Uwe!

Ha! Wieder einer. :P

An den Aspekt des ambivalenten Verhältnisses der Militärmodellbauer zu ihrem Hobby hab ich in diesem Zusammmenhang noch gar nicht gedacht - sehr interessant! :8:

Wenn Du das Buch gelesen hast, wäre ich auch sehr an Deiner Meinung dazu interessiert, wie auch immer sie ausfällt. :1:

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Uwe B. am 03. April 2014, 20:36:51
Hallo Ulf,

gerne - Buch ist heute eingetroffen, übrigens für 1 € plus 1,80 € Porto bei der E-Bucht, Buch galt als 1x gelesen, war aber eingeschweißt. Ich denke, viel günstiger war's wohl noch nicht mal bei Amazon zu bekommen.

BTW, erstaunlich auch, dass das Buch dort noch nicht rezensiert wurde ...

LG - Uwe
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 03. April 2014, 23:09:51
Ist einfach viel zu alt und wird nicht mehr aufgelegt.

Ich wünsch Dir spannendes Lesevergnügen!

 :winken:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: tsurugi am 03. April 2014, 23:42:03
Hallo, ich habe das Buch auch besorgt und gelesen auf Grund dieses schönen Bs hier.
War interessanter Lesestoff für in der Strassenbahn nach Feierabend aber richtig fesselnd fand ich es persönlich nicht.
In dem Buch wird ja ein Abschnitt behandelt der im hohen Norden war, und da wurde beschrieben das die Art und weise wie die Finnen mit Ihren messern die Russen töteten als "Motti" bezeichnet.
Meines wissens waren "Mottis" aber Kesselschlachten im kleinen Stile  wo kleine russische Einheiten isoliert und vernichtet wurden.
mein Buch würde ich bei Interesse wieder veräussern wollen.

Gruß

Markus
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 04. April 2014, 00:05:43
Hallo Markus,

Danke für Deine Rückmeldung und die offenen Worte.

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: cookiemonster am 16. Juni 2014, 15:02:17
Jetzt bin ich mit dem Buch fertig und muss mal meine Meinung loswerden.
Die Ausdrucksweise des Autors gefällt mir sehr gut, und schildert die Schrecken des Kriegs vortrefflich.
Besonders Karelien und die Ostfront wurden sehr blutig beschrieben, und teilweise saß ich total vesteinert mit aufgerissenen Augen vor einigen Stellen.
Vor allem die Stelle in der das Munitions-Maultier getroffen wird und der Fahrer nicht rauskommt, hat mich sehr erschrocken.
Und viele Szenen sind hängengeblieben.  Kurz: Eine Leseerfahrung die ich nciht missen möchte, und auch nur weiterempfehlen kann. Ein Freund hat sich das Buch auf meine Empfehlung bestellt. Bin mal gespannt was er sagt.
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 16. Juni 2014, 21:04:01
Danke für Deine Rückmeldung, Cookie! :winken:

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: oggy01 am 17. Juni 2014, 10:42:10
So, Ihr habts geschafft.... Hab mir das Buch jetzt auch mal bestellt. Nach allem was ich hier so gelesen habe bin ich doch nun ganz gespannt....

 :winken:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 17. Juni 2014, 12:03:44
So, Ihr habts geschafft....

Als ob wir's drauf angelegt hätten! :3:
Ich hoffe, dass Du die Anschaffung nicht bereust! :P
Wünsche spannende Unterhaltung.

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Moltke am 25. November 2014, 22:38:01
Auf Ulf's speziellen Wunsch hin werd ich auch mal meinen Senf dazu geben. :meld:
Ich habe das Buch bestimmt schon 4mal gelesen, das erstemal vor 26 Jahren und bin immer wieder auf's neue begeistert.
Besonders interessant finde ich die kleinen Zwischengeschichten zwischen den Einsätzen die, meiner Meinung nach den Schrecken, aber auch die Absurdität, ja selbst die grausame Komik des Krieges sehr anschaulich rüberbringen.
Meine Lieblingsstelle ist allerdings das Schleiermacher'se Rätsel, den Theologen hab ich ergooglet und sogar überlieferte sprüche von Ihm gefunden - aber nicht das Rätsel. ?(
Kann man hier eigentlich was Bestellen? Falls ja, bitte als folgedio einen Truppenumbau Panzerjäger auf Selbstfahrlafette mit Holzpanzerung! :7:

Gruß von der Spree, Frank
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Universalniet am 25. November 2014, 22:46:47
Ich glaube Du kannst drauf wetten, dass das kommt ....  :D
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 25. November 2014, 22:47:42
Hey, das ging ja schnell! Danke! :winken: Nehm ich gleich in meine Sammlung (http://www.modellboard.net/index.php?topic=41203.msg643090#msg643090) auf.

Kann man hier eigentlich was Bestellen? Falls ja, bitte als folgedio einen Truppenumbau Panzerjäger auf Selbstfahrlafette mit Holzpanzerung! :7:

Was glaubst Du, warum ich diesen Bausatz hier (http://www.modellboard.net/index.php?topic=51378.0) vorgestellt habe?! :6:

Aber bitte bitte wenigstens endlich mal das erste fertig kriegen! :rolleyes: :pffft:

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Postbote am 12. Januar 2015, 23:39:14
Hallo Ulf,
ich habe mir jetzt mal die 6 Seiten dieses Freds durchgelesen. Bis dato habe ich das vermieden, da hier ja doch so einiges aus dem Roman zitiert wird. Ich wollte allerdings zum Einen keine Vorkenntnisse über den Inhalt haben und zum anderen auch keine Einschätzungen oder Beurteilungen anderer kennen.

Die ersten ca 30 Seiten zulesen empfand ich als recht mühsam. Der Sprachstil des Autors ist doch sehr ungewohnt und die Geschenisse machten auch noch nicht viel her. Also habe ich das Buch erstmal wieder zugeklappt.

Allerdings kann ich ein angefangenes Buch auch nicht einfach liegenlassen...

Ich habe weitergelesen und auf Seite 76 wurde es für mich dann interessant.
Heinz-Ottos Geschwafel über Verantwortung.
Erschreckend, mehr will ich dazu gar nicht sagen.
Und ab Seite 86 das Tagebuch von Kurtchen Zechs Freundin.

Das war's. Ich war angefixt. Bis Seite 202 habe ich weitergelesen. Bis zu der Geschichte mit Schwester Isolde.
Da war es dann 3 Uhr früh, mir haben die Augen geglüht und ich bin ins Bett.

Dann die Geschichten der Gemetzel in den karelischen Wäldern. Gefolgt von den Abwehrschlachten im Mittelabschnitt.
Gegen dieses Grauen erscheint die Episode als Ausbilder in Holland wie eine Gute-Nacht-Geschichte.

Die letzte Etappe begann für mich dann mit der Geschichte über das Wiedersehen mit Kurtchen Zech.
Das könnte man wohl als die  Ruhe vor dem letzten Sturm, oder besser dem endgültigen Untergang beschreiben.
Noch einmal werden alle Register der Kriegsschrecken gezogen.
Und am Ende fehlen dem Autor die Worte, um seine Gedanken zum Kriegsende nieder zu schreiben.
Ich denke da hat er das Höchstmaß an Abstumpfung erreicht.

Besorgt habe ich mir das Buch bei ebay für nicht mal 5 Euro.
Ein Taschenbuch von 1973, schon ziemlich vergilbt und abgegriffen.
Aber dennoch wird dieses Buch mein Regal nicht mehr verlassen.
Und ich bin mir sicher, daß ich es auch wieder zur Hand nehmen werde.

Mit schönem Gruß
Christoph
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 14. Januar 2015, 07:52:40
Hallo Christoph,

vielen vielen Dank für Deine ausführlichen Anmerkungen! :winken:
Ich hoffe Du bist einverstanden, dass ich sie in meine Sammlung (http://www.modellboard.net/index.php?topic=41203.msg643090#msg643090) aufnehme.

Freut mich sehr, dass das Buch Dich nach etwas holprigem Start doch noch fesseln konnte.

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: doom99 am 14. Januar 2015, 08:23:25
So jetz habt ihr es geschafft, ich hab mir das Buch auch bestellt. 8€ bei amazon. Scheint ja gut zu sein...
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 14. Januar 2015, 08:48:58
Hallo Martin,

freut mich! Auch wenn ich's nicht drauf angelegt habe, ich schwöre! :6:

Ich wünsch Dir spannende Unterhalteung und würde mich freuen, wenn Du Deine Eindrücke ebenfalls hier schilderst.

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: darkmoon2010 am 14. Januar 2015, 13:11:01
Ich oute mich auch mal, habe das Buch in der Bucht gefunden und es ist auf den Weg zu mir.

Gruß
Thomas
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 14. Januar 2015, 13:38:44
Fein, auf Deine Meinung bin ich genau so gespannt. :1:

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Mariposa am 04. März 2015, 00:49:59
Das Buch habe ich nun zum zweiten Mal gelesen und so möchte ich auch ein paar Worte dazu zu schreiben.
Dabei geht es mir nicht darum, zu beurteilen, ob es ein gutes oder weniger gutes Buch ist, denn letztendlich sind es die Schilderungen eines Soldaten, der den Krieg hautnah miterlebt hat. Das ist mir bisher zum Glück erspart geblieben; so wer bin ich, dass ich das beurteilen könnte.

Das Buch hat mir beide Male sehr gut gefallen, weil es in flüssiger, leichter Sprache erzählt ist. Die Schilderungen des Umgangs der Kameraden untereinander, die trotz der Grauen, Anspannungen, Verwundungen, Verluste und Ängste, die sie erleben mussten, immer auch humorvolle Momente hatten, geben wieder, wie die unterschiedlichsten Menschen in der schwersten Not ohne mit der Wimper zu zucken zusammen halten, für einander da sind - echte Kameraden eben.

Der Alltag außerhalb der direkten Gefechtssituationen, die Gespräche unter den Kameraden um den Autor, geben Einblicke in die unterschiedlichsten Charaktäre der Individuen.
Sie sind nicht alle gleich, sind nicht „einfach nur“ Soldaten, die ihre Pflicht erfüllen. So geht es nicht in erster Linie darum, sensationslüstern das Rumgeballer eines Krieges mit den dadurch gruseligsten Verwundungen bis ins letzte Detail zu schildern. Es werden auch die Menschen dahinter dargestellt mit ihren Macken, Ängsten, ihrem unterschiedlichen Humor, ihrer Ernsthaftigkeit, ihren Sorgen, Bedenken und Träumen, ihren familiären und beruflichen Hintergründen etc. und natürlich auch mit ihren Gedanken zum Krieg generell und zu ihrer Situation. Das gefällt mir gut.

Interessant finde ich auch die Auszüge aus dem Tagebuch einer schwangeren Freundin eines der Kameraden um den Autor. Im Zeitalter von Sateliten, Handys, Laptops, Smartphones, PCs und weiß der Geier was noch alles, macht man sich gar nicht bewußt, was es heißt, oftmals monatelang von einem Angehörigen nichts zu lesen, nichts zu hören.

Und natürlich verdeutlicht auch dieses Buch, wie irrsinnig Kriege generell sind.

Ein für mich lesenswertes Buch. Trotz des bedrückenden Themas, das einem zuweilen eine Gänsehaut verpassen kann, stellt man sich die Situationen, in denen die Soldaten waren, vor. 
Der Autor schreibt in einem Stil, der einen seine Erlebnisse wie in einem Film sehen lässt.
Es ist eines von wenigen Büchern, die ich gelesen habe, bei denen ich am Ende dachte: „Schade, dass es schon zu Ende ist.“

Liebe Grüße, Angela
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 04. März 2015, 07:43:50
Hallo Angela,

vielen vielen Dank für Deine Schilderung. :winken:
Nehm' ich gleich in die Sammlung (http://www.modellboard.net/index.php?topic=41203.msg643090#msg643090) auf.

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Uwe B. am 04. April 2015, 22:33:18
Hallo Ulf,

bin gerade erst frisch mit dem Lesen durch. Und ich muss sagen, dass ich während der Lektüre mir immer wieder vorstellte, welche der gerade geschilderten Szenen wohl noch bei Dir im Hinterkopf rumschwebt, um sie später auch noch zu realisieren. Und da dachte ich schon, wenn das "Wie-ein-Ei-dem-anderen"-Diorama, das ja ursprünglich von Dir nur als Einstieg gedacht war, schon so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie und wann Du das dann alles überhaupt umsetzen willst. Das schreibt übrigens einer, der selbst immer wieder was neues anfängt, daher nie was fertig kriegt und hier auch noch nur so wenig bis fast gar nichts gezeigt hat  :pffft: . Mir passiert es nämlich auch immer wieder, dass ich einfach zu lang an einem Thema herum werkele und dann irgendwann einfach die Lust verliere.   :(

Aber dann kam ja genau diese Diskussion in Deinem "Wie ein Ei dem Anderen"-Baubericht  hoch und ich schrieb dann dazu lieber nix.

Aber eine Frage kann ich mir nicht verkneifen. Mein Favorit für eine Umsetzung als kleinere Vignette mit 6 Mann und zwei Beiwagenkrädern wäre noch eine kleine Szene zum Schmunzeln, vielleicht mit dem Titel: "D. S. n. g. w. (Daß Sie's nur glei' wissen, ...)". Gehört die vielleicht auch zu den Szenen, die Du noch auf dem Zettel hattest?

LG - Uwe
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 06. April 2015, 20:09:40
Hallo Uwe!

Wann ich das noch alles schaffen will? Keine Ahnung! :3: Ich marschier einfach los und sehe, wie weit ich komme. Es ist schon viel wert, wenn man nicht mehr zu überlegen braucht, was als nächstes gebaut werden soll.

Die (erste) Konfrontation zwischen Leutnant Schleiermacher und Leutnant gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten!!! :1:
Zwei Beiwagenkräder in entgegengesetzter Richtung, die Beiwagen nebeneinander, zwei Offiziere, einander zugewandt, zwei Fahrer die nach oben schauen, zwei Unteroffiziere, die ins Leere starren - das schreit doch geradezu nach einer Umsetzung im Modell! :6:

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Uwe B. am 13. April 2015, 22:17:33
Hallo Ulf,

und trotz aller Uniformität müßte die Szene nicht langweilig sein. Zwar beide Protagonisten im Gummimantel, aber Lt. Klingler mit seiner "Bergmütze", OLt. Schleiermacher mit seiner an anderer Stelle im Forum schon durchdiskutierten Schirmmütze (ohne Versteifungsdraht  ;)). Die Motorräder könnten, da nicht explizit erwähnt, eine BMW und eine Zündapp sein, die Fahrer mit oder ohne Gummimantel, Helm usw., die Unteroffiziere auf den Notsitzen könnten ebenfalls die unterschiedlichsten Kleidungsstücke anhaben. Schwierig wäre nur die passende Mimik für den "Berserker" (hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass dieser Lt. Klingler trotz der viel umfangreicher beschriebenen Charaktere wie z. B. "Kurtchen" Zech oder "der Krumbhaar" meine absolute Lieblingsfigur in dem Roman ist?). Die ganze Szenerie könnte sich auf einem ziemlich matschigen, vielleicht schon von Reifenspuren arg zerpflügten Untergrund abspielen.  :pffft:

LG - Uwe
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 13. April 2015, 22:48:22
Hallo Uwe,

ich dachte auch schon an unterschiedliche Typen von Motorrädern. Klingler bräuchte auf jeden Fall seinen "giftgrünen Kopfschützer". Der ist auch eine meiner Lieblingsfiguren. Am eindrucksvollsten fand ich seinen Wutausbruch bei der Lagebesprechung in reinstem Hochdeutsch ohne eine Spur seines Steiermärker Dialekts. :D

Ich hatte die Szene mit den Motorrädern übrigens mehr so auf einer von Schnee verwehten Straße vor Augen.

Kommt Zeit kommt Rat...

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Uwe B. am 14. April 2015, 00:01:06
Zitat
Ulf verriet: Ich hatte die Szene mit den Motorrädern übrigens mehr so auf einer von Schnee verwehten Straße vor Augen.

Auch nicht schlecht 8)
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Private_Paula am 01. Mai 2015, 13:37:48
Hallo Ulf,


habe gestern das Buch bekommen und schon begonnen es zu lesen.
Es war nicht zuviel versprochen man liest es an und kann es gar nicht mehr weglegen.
Der Autor hat einen guten Stil der einen sofort fesselt und einen in seinen Bann zieht
durch seine Erzählweise. Durch dein Dio und die "Rezensionen" hier im Board
ist man sofort drin in der Geschichte und im Geschehen.
Ich kann jetzt schon sagen, dass ich es nicht bereue das Buch gekauft zu haben.



Gruß aus dem Schwarzwald Manne
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: AceofSpades am 04. Mai 2015, 21:49:57
Hallo Ulf!
Nachdem du so nett warst, mir eines deiner Exemplare zu leihen und ich es mit großem Interesse gelesen habe, will ich nun auch ein paar Worte sagen :

Nachdem ich mich mit dem heute nicht mehr so üblichen Schreibstil des Autors vertraut gemacht habe, war es doch ein sehr interessantes Buch.
Gerade diese schlichten Worte eines "einfachen Soldaten" lassen den Leser tief in die Geschichte eintauchen.
Mit Geschichte meine ich nicht den Roman, sondern vielmehr die Vergangenheit.
Ich persönlich denke,  das  viele,viele Tausend andere ähnlich gefühlt,  gedacht und erlebt haben und dieses Buch darum ein sehr gutes Zeitzeugnis ist.
Dieser einfache, "ungelernte " Schreibstil erinnert mich ein wenig an ein anderes Buch, nämlich "Herbstmilch ", welches ja zum Teil in der gleichen Zeit spielt.
Schade,  dass es nicht mehr solcher Bücher gibt, die uns einen so authentischen Blick in die Vergangenheit erlauben.

Dank dir nochmal fürs Ausleihen und ich bin schon sehr gespannt,  wie dein Dio erst aussieht wenn es fertig ist.

Gruss
Holger
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 04. Mai 2015, 22:47:21
Vielen Dank Euch beiden! :winken:

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: PK-Mann am 17. Mai 2015, 17:07:56
... Wann ich das noch alles schaffen will? Keine Ahnung! ...

Hallo Ulf

Unglaublich was du dir da vorgenommen hast. Ich war und bin ja nur ein Fahrzeugbauer und hatte/habe mit Dioramen nix am Hut, schau mir die auf Modellbauausstellungen nun nicht mal an.
Dennoch bewundere ich es, daß man sich in ein Thema ... das noch dazu so vielfältig und komplex ist, so vertiefen kann

Gratuliere, Suuuuper

Schöne Grüsse
Roland
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: f1-bauer am 19. Mai 2015, 21:49:09
Servus Ulf,
jetzt kanns losgehen  :D

Ausgabe von 1952, 41. - 45. tausend, Autor ***, 0,79 € + 2,85 € Versand + 1 € Paypalgebühr bei Booklocker :D
Ich habe die Stelle vom Dio schon gefunden, steht tatsächlich auf Seite 236 und 237  :D

Gruß
Jürgen  :winken:

Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: schloddy23 am 19. Mai 2015, 23:34:56
Salut,

Oha, jetzt weis ich schon wo die Stelle kommt. Aber ich eins macht mich skeptisch. Die Ausgabe die ich hier habe, da steht 11-20.000 und auch 1952. aber nur Copyright 1952, nicht das es auch wirklich da gedrückt wurde.  Nur mal so nebenbei. Das Buch scheint also noch bisschen älter zu sei als deines, es fehlen aber diese goldenen Streifen auf dem Buchrücken. Ansonsten genau gleich. Komisch. Aber 0,79€? Hmm das ja ein Schnäppchen gewesen.

Ulf lang dauerte nicht mehr. Seite 145 und ich denke mal paar Seiten schaff ich ionisch heut Nacht  :winken:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: f1-bauer am 20. Mai 2015, 00:05:59
Servus Schloddy,
die Erstauflage von 1952 waren 1. - 10. Tausend. Also hast du offensichtlich eines von der zweiten Auflage, die wohl auch noch 1952 war mit 10.000 Büchern. Die achte Auflage von 1958 war das 51. bis 55. Tausend. Also ging es wohl ab der Dritten Auflage in 5.000er Schritten weiter. Demnach habe ich ein Buch der sechsten Auflage, also wird mein Buch wohl so aus 1955 rum sein.

Gruß
Jürgen  :winken:  
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 20. Mai 2015, 08:19:37
@Roland: vielen Dank! :winken:

@Jürgen: freut mich für Dich. Ich wünsch Dir spannende Unterhaltung! Du hast wahrlich ein Schnäppchen geschossen - und das auch noch sehr gut erhalten. :P

@Sebastian: es scheint Dir ja so weit zu gefallen, freut mich ebenfalls. :1:



Ich bin zwischendurch immer wieder mal dabei, nach Einheiten und Schauplätzen, die im Buch behandelt werden, zu recherchieren und habe dabei kürzlich auch was herausgefunden:
In der Beschreibung des Beginns des Überfalls auf die Sowjetunion in Karelien ist im Buch von den Angriffen auf die "Stadt S." die Rede. Dabei dürfte es sich um die Stadt Salla handeln.

Im Netz gibt es einen Artikel über die "Schlacht um Salla" (http://retro.seals.ch/cntmng?pid=asm-004:1954:120::1018). Die Beschreibung der Topographie, der sowjetischen Befestigungsanlagen und der Kampfhandlungen decken sich weitgehend mit den Schilderungen aus dem Buch. Demnach dürfte der Autor in Finnland Angehöriger der 169. Infanteriedivision gewesen sein. Beschreibung bei Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/169._Infanterie-Division_%28Wehrmacht%29) und im Lexikon der Wehrmacht (http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Infanteriedivisionen/169ID.htm).
Einen Teil seiner Zeit in Karelien war der Autor bei den Panzerjägern, das wäre dann gemäß den Quellen die Panzerabwehr-Abteilung 230.

Interessant fand ich Bei dem Artikel aus der Schweizerischen Militärzeitschrift u.a. den Hinweis auf die auf dem karelischen Schauplatz zum Einsatz gekommenen Panzer auf deutscher Seite, nämlich französische Beutepanzer vom Typ Somua S-35. Im Wikipedia-Artikel über diesen Typ (http://de.wikipedia.org/wiki/Somua_S-35) findet sich quasi als Bestätigung ein Eintrag über die Panzer-Abteilung 211 in Finnland. Im Buch gibt es eine Szene, in der die PaK-Bedienungen auf Panzer (die dort aber nicht bezeichnet werden) aufsitzen und ihre 3,7cm-PaKs händisch in Schlepp nehmen. Vor meinem geistigen Auge hatte ich da immer Pz.Kpfw. III. Falls ich irgendwann mal diese Szene in Angriff nehme, was ich derzeit noch nicht geplant habe, müsste ich also noch einen S-35 Bausatz besorgen.

Eine gute Zusammenfassung über den Kriegsverlauf in Finnland findet sich übrigens hier. (http://italappi.lappi.fi/c/document_library/get_file?folderId=26888&name=DLFE-19139.pdf)

Ich habe auch mehrmals versucht, die Infanterie-Sturmdivision mit der improvisierten Panzerjäger-Kompanie zu identifizieren, zu der der Autor 1943 im Mittelabschnitt der Ostfront stößt. Aber damit hatte ich bisher kein Glück. :2:

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: f1-bauer am 20. Mai 2015, 13:22:49
Das sieht nur von außen so aus. Innen ist es vergilbt, hat ein paar kleine Stockflecken und müffelt sonderbar. Aber der Zustand ist besser als die Beschreibung vom Händler  :D Ich brings zum Stammtisch mit, vielleicht bekomme ich ja eine Signatur vom Künstler  8)

Gruß
Jürgen  :winken:
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Christian1970 am 31. Juli 2015, 09:32:54
Das Buch gehört auch zu meinem Lieblingsbüchern. Habe es auch schon öfters gelesen.
Dabei habe ich es aus Zufall kennengelernt. Ein Nachbar hat in den 80ern seine Büchersammlung verkleinert und ich konnte mir daraus Bücher aussuchen. Vom Titel her wollte ich es gar nicht mitnehmen, bis ich doch mal den Klappentext gelesen habe. Leider fehlten in dem Taschenbuch die ersten ca.150 Seiten. Soweit ich mich erinnern kann. Nachdem ich es gelesen hatte, versuchte ich das Buch überall zu bekommen, was damals nicht mehr möglich war. Bis ich es in den ebay Anfangszeiten für kleines Geld als gebundenes Buch bekommen habe.
Ich kann das Buch auch nur empfehlen. Ich halte es auch heute noch für eines der besten Bücher, die das Grauen und den Schrecken des Krieges so darstellen wie es wohl gewesen ist. Sehr kritisch und nicht reisserisch geschrieben.
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 31. Juli 2015, 10:01:08
Danke Dir, Christian! :winken:

Hab Deine Kritik gleich meiner Sammlung (http://www.modellboard.net/index.php?topic=41203.msg643090#msg643090) einverleibt.

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: f1-bauer am 11. September 2016, 15:03:21
Servus Ulf, 
hüstel, hüstel, ganz schön staubig hier  :pffft:. Sodale, dann will ich auch Mal ... 
Ich habe das Buch jetzt auch zu Ende glesen. Der erste Anlauf war letztes Jahr auf Pellworm und führte mich bis Paris. Jetzt habe ich es zügig fertig gelesen.

Das Buch hat mich gefesselt. Es ist eine Schilderung der Ereignisse aus der Sicht des einfachen Landsers. Das ist ganz bewusst so von mir geschrieben, weil hier die Zerissenheit von Erasmus klar zum Ausdruck kommt. Einerseits die vielfältigen Gedanken über Kameradschaft (die glaube ich nur Leute beurteilen können, die selbst gedient haben) und was dieser "Zwang" aus den einzelnen Soldaten macht - im Sinne von "immer weiter, immer weiter" bzw. "wenn ich das nicht mache gehts dem anderen dreckig". Das gilt beim Barras immer, egal ob im Krieg oder nur bei der BW im Wehrdinst. Andererseits die (richtigen) Gedanken über die Sinnhaftigkeit des ganzen Unterfangens "Feldzug" und die sich daraus ergebenden Greuel, die mit zunehmender Abstumpfung als normal erlebt werden. Der Erzählstil und die Sprache waren für mich anfänglich gewöhnungsbedürftig, das hat sich aber schnell gelegt und ich war "drin". Einige Teile erinnern mich z. B. an die 08/15 Bücher von Kirst: Schleiermacher hat was von Asch, der eine oder andere Soldat erinnert mich an Vierbein und der Kompaniechef Patz hat was von Hauptmann Witterer. Aber das ist sicher nicht abgekupfert, sondern diese Typen gab es wohl an jedem Frontabschnitt.

Der Autor macht zwar hie und da mal Andeutungen über die Dinge die sonst so "im Dritten Reich und im Feldzug" passiert sind (Stichwort "Parteisoldaten"), aber er setzt sich bewusst nicht damit auseinander. Warum nicht? Weil es dem einfachen Wehrmachtssoldaten wurscht war oder weil er es nicht wahrnehmen wollte? Eindeutiges nein, sie hatten m. E. schlicht was anderes zu tun und das kommt in dem Buch klar raus. Ich will hier nichts beschönigen oder kleinreden, aber ich denke mal, das hatten alle überlebenden, nicht in Gefangenschaft geratenen "kleinen Landser" gemein. Der Autor schildert Geschehnisse, die von Frontschweinen erlebt wurden, nicht mehr und nicht weniger und das muss genauso sein wie die Auseinandersetzung mit dem großen Thema.

Einen persönlichen Bezug, also jemanden, der mir davon erzählen könnte, habe ich nicht. Die drei Brüder meiner Mutter (Jahrgang 1919, 1923 und 1927) sind gefallen und mein Vater (Jahrgang 1928) hat als sechzehnjähriger sechs Wochen als FlaK-Helfer ohne Einsatz gedient. Er wurde kurz vor Kriegsende von den Franzosen gefangen genommen.

Ich bin jedenfalls gespannt, was als nächstes aus dem Buch als Dio kommt  :pffft:

Gruß
Jürgen  :winken:   
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 16. September 2016, 13:30:48
Hallo Jürgen,

entschuldige bitte die verspätete Würdigung Deines Beitrags! *dummi*

Vielen Dank für Deine ausführliche Rezension, die ich natürlich gleich in meine Sammlung aufgenommen habe (http://quote author=f1-bauer link=topic=41203.msg879611#msg879611 date=1473599001).
Es freut mich, dass es Dir gefallen und einen Eindruck bei Dir hinterlassen hat.

Bis hoffentlich bald mal wieder! :winken:

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Uwe K. am 17. September 2016, 12:49:49
Habe gerade bemerkt, dass das Buch sich auch bei mir noch im Bücherschrank versteckt.
Sollte ich mir mal wieder zu Gemüte führen....
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 18. September 2016, 20:34:48
Nur zu! :1: ;)
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: MauzeTung am 28. September 2016, 07:54:55
Hallo an euch alle,

angeregt durch die sehr interessanten Kritiken hier habe ich mir nun auch das Buch geholt (gebraucht in einem sehr guten Zustand für 2,70 Euro; davon 2 Euro Versandkosten).

Leider bin ich momentan so eingespannt, dass mir jegliche Ruhe und Zeit zum lesen dieses sehr vielversprechenden Buches fehlt, aber ich hoffe, dass ich in der Winterzeit dazu komme...  ich freue mich schon sehr darauf, es zu lesen!

Viele Grüße
Marc
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 28. September 2016, 09:30:49
Hallo Marc,

das freut mich zu hören!

Ich bin schon sehr gespannt auf Deine Rezension.

Ich darf übrigens der Allgemeinheit mitteilen, dass Herr Düpmann junior, der Sohn des verstorbenen Autors, sich sehr darüber freut, dass das Buch seines Vaters nach wie vor Leser findet.

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 31. Oktober 2016, 00:02:07
Heute habe ich den nächsten Baubericht aus dieser Reihe gestartet.
Das Projekt trägt den Titel

Ein jammervoller Pilgerzug

Das entsprechende Buchzitat ist folgendes:

Zitat
"... Also ich kam mit einem Transport von Verwundeten und Kranken von der nordkarelischen Front zurück und fühlte mich zunächst wie im Himmel. Den andern erging es auch so, soweit ihre Schmerzen sie nachdenken und fühlen ließen.
Und dann verging uns die ganze Freude. Der Transport ging auf holprigen Waldwegen und Pfaden an die sechshundert Kilometer weit durch den Urwald, zunächst bis Torneo an die schwedische Grenze. Sechshundert Kilometer sind eine Zahl mit der man wenig anfangen kann. Aber wenn sich der Leser vorstellt, daß wir etwa von Hamburg nach Nürnberg auf schmalen holprigen Waldwegen, nicht auf einer Autobahn, nicht auf einer Straße und nicht einmal auf einem festen Weg gefahren wurden, von Hamburg bis Nürnberg, dann kann man sich vielleicht ein ungefähres Bild davon machen.
Es war eine Schinderei ohnegleichen. Und auf diesem Transport gingen auch welche drauf, es war gar nicht anders möglich. Wenn eine frische Wunde, mag sie noch so sachgemäß verbunden und versorgt sein, sechshundert Kilometer lang geschüttelt, gestoßen und massiert wurde, vergingen dem fröhlichen Besitzer dieser Wunde Hören und Sehen.
So war es ein jammervoller Pilgerzug von Klagen, Wimmern, Schreien und Brüllen, der sich da auf den klapprigen, durch endlose Strecken hergenommenen Lastwagen durch den ungeheuren Wald bewegte.
Ich will nicht mal von den Schwerverwundeten sprechen, sagen wir mal von den Bauchschüssen, die gerade noch transportfähig waren. Wenn ich nur an meine Wunde dachte, diesen Durchschuß und mehr nicht, bleibt mir schon die Sprache weg, wenn ich meinen Zustand erzählen sollte.
Nun wir trösteten uns gegenseitig so gut es ging. Und so wütend wir über die Fahrer fluchten, die uns rücksichtslos über Stock und Stein und Wurzeln und Erdhaufen kutschierten, so sehr leuchtete uns ein, was sie immer wieder vorbrachten, wenn wir einen Halt machten. 'Haltet die Schnauzen und beißt eure Zähne zusammen', sagten sie. 'Wenn wir im Schritt fahren, gebt ihr unterwegs euren armen Geist auf. Beißt euch in die Finger oder zerkaut einen Stiefel. An der Grenze stehen die schwedischen Lazarettzüge, ihr habt keine Ahnung, was das heißt.'..."

Walter Düpmann, "Einen bessern findst du nicht", ©1952 Kindler Verlag, München, S. 312-313

Die Überlegungen zu Thema und Umsetzung sind Bestandteil des Eröffungsbeitrags. Hier gehts lang. (http://modellboard.net/index.php?topic=57406.0)

Ich freu mich sehr, wenn ich Euer Interesse damit ebenfalls wecken kann.

Gruß

Ulf
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bohemund am 31. Oktober 2016, 10:05:10
Als ehemaligen Sani und KrKw-Fahrer beim Bund nimmt mich dieser Auszug in vielerlei Hinsicht mit.
Bin sehr gespannt wie Du das umzusetzen gedenkst!


P.S.: Ich habe das Buch "Der Sanitätsdienst des Heeres: Organisation, Ausrüstung, Einsätze" im Bestand. Da sind "tolle" (qualitativ) Bilder drin von Sanfahrzeugen und Kolonnen.
Bei Bedarf bitte hupen.
Titel: Re: E.B.F.D.N.: "Einen bessern findst du nicht" - vom Roman zum Modell
Beitrag von: Bongolo67 am 03. November 2016, 07:52:51
"Hup Hup" :tröt:

Da bin ich brennend interessiert. :1: :P
Im Internet finde ich immer nur dasselbe halbe Dutzend Bilder von San-Koffer-Opels.

Bist Du beim nächsten Stammtisch dabei?

Gruß

Ulf