Echtholz-Decksdarstellung für Dio in 1:144

Begonnen von Gilmore, 22. Oktober 2023, 23:59:20

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Gilmore

Ich habe heute mal Fragen an die Schiffsfraktion: Für ein Wasserflugzeug-Dio in 1:144 bräuchte ich Material, um Holzflächen in größerem Umfang herzustellen. Es soll ja auch Echtholz-Material zum Aufkleben geben, aber wohl nur für bestimmte Schiffe bereits vorgeschnitten. Ich hätte da gern einfach solche Flächen, quasi "endlos", um ein Dio zu bauen, wie auf untenstehendem Bild ersichtlich:
Jibbet sowas, evtl. auch in etwas anderem Maßstab, bis etwa 1:200 oder so?
Ich bin multitasking-fähig. Ich kann alle anfallenden Arbeiten gleichzeitig liegenlassen.

marjac99

 8o Öhm.... Also ich würde in einen Baumarkt gehen.  :pffft:
Entweder Funierholz, oder 1mm Sperrholz, oder Balsa. Und dann selber schneiden oder ritzen.  ;)
lieben Gruss,
Martin
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Nietenzählen? Nein danke!

Aktuell auf dem Tisch: der GT-T und die Grumman G-21 Goose

Sparky

Ich habe bei meinem 1:35er KFK den Plankengang mit einem Fikzstift auf das Holz aufgezeichnet. Die genauer Struktur wurde vorher nach einem maßstäblichen kopiertem Plan mit zwischengelegtem Kopierpapier aufgepaust.
Sollte doch bei bei 1:144 auch funzen.
Die einzelnen Planken habe ich anschließend noch in versch. Grautönen gebeizt. Ging schnell und gut.

 :winken:
Sparky


"People sleep peaceably in their beds at night only because rough men stand ready to do violence on their behalf." -- George Orwell

b.l.stryker

Glück Auf, Björn


wefalck

Es gibt selbstklebendes Holzfurnier (früher unter dem Namen Micro-Holz dort verkauft, wo es Selbstklebefolien gab, die aber etwas aus der Mode gekommen sind - Modulor in Berlin hat es noch, meine ich). Obwohl Messerfurnier, war die Maserung recht geschlossen.

Ich habe solches Furnier dann zweimal mit Clou Schnellschleifgrund eingelassen, mit einem Zwischenschliff. Darauf kann man dann mit einem feinsten wasserfesten Tuschestift die Plankennähte aufzeichnen. Mit Acryllasuren kann man dann die einzelnen Planken leicht abtönen. Zum Schluß kommt als Firnis matter Acryl-Klarlack darauf.

Im Maßstab 1:144 sind aber praktisch jede Holzporen zu grob. Ich würde da von einer Polystyrol-Platte ausgehen und die Nähte ganz leicht eingravieren. Dann wird die Platte z.B. mit Vallejo 'Holz' grundiert. Das versiegelt man die Acryl-Glanzlack und kann dann die Nähte wiederum mit einem wasserfesten Tuschestift nachziehen, aber nur so, daß die Farbe in der Gravur bleibt, den Rest sofort abwischen. Im nächsten Schritt wird mit Acryl-Mattlack versiegelt, worauf man dann wiederum die einzelnen Planken abtönen kann. Anschließend mit Mattlack versiegeln.

Ich habe das z.B. hier so (im Maßstab 1:160) gemacht:



Man müßte aber noch verifizieren, ob Flugdecks tatsächlich kalfatert wurden. Damit kenne ich mich nicht aus.
www.maritima-et-mechanika.org
www.imago-orbis.org
www.arbeitskreis-historischer-schiffbau.de

Gilmore

Hallo Wefalck, hallo liebe Beantworter, es geht mir nur um die Arbeitsplattformen und die Helling, kalfatert ist das sicher nicht, für eine Anlage, die nur für den Bau einer Handvoll Flugboote gedient hatte. Da werde ich wohl tatsächlich mit Polystyrolplatten vorliebnehmen, vielleicht gibt es die sogar schon vorgeritzt. Holz war nur meine ursprüngliche Idee, weil man darauf so gut mit Aquarellkreide die endgültige Farbe erzielen kann, ob und wie das auf Plastik bzw. mattem Anstrich funzt, muss ich noch testen.
Gibt es ein Werkzeug, mit dem man Plastik in gleichmäßigem Abstand von ca. 1,5-2 mm ritzen kann?
Ich bin multitasking-fähig. Ich kann alle anfallenden Arbeiten gleichzeitig liegenlassen.

Sparky

Ich sitze gerade so am Tisch und habe zufällig Cuttermesser vor mir liegen. Und dabei kommt dann auch die Idee. Werkzeug eigentlich nicht - also eher Teile davon.
Die trapezförmigen Klingen dieser Messer sind beiseitig angeschliffen, d.h. bei mehreren aufeinander gelegten Klingen sind deren Schneiden voneinander getrennt. Die Trapezklingen haben zudem noch ein Loch...
Ließen sich da nicht einige einfach zusammenschrauben - evetuell mit flachem sheed dazwischen, um den Abstand der Schneiden auf das erforderliche Maß zu bringen?
10 Klingen (oder mehr) bringen dann schöne parallele Schnitte ins Material.
Wäre vl. einen Veruch wert und kostet fast nix.

 :winken:
Sparky


"People sleep peaceably in their beds at night only because rough men stand ready to do violence on their behalf." -- George Orwell

BAT21

Zitat von: Gilmore in 23. Oktober 2023, 16:08:32Gibt es ein Werkzeug, mit dem man Plastik in gleichmäßigem Abstand von ca. 1,5-2 mm ritzen kann?

Sägeblatt mit passendem Zahnabstand?

Sparky

Diese Klingen meine ich. Sie sind 0,5mm dick. Mit entspr. dickem ,,Trennmaterial" dazwischen sollte es doch klappen.



:winken:
Sparky


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Hans

Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

wefalck

#10
Diese Platten stellen 'Nut-und-Feder'-Bretter dar, was nicht dem entspricht, was man für so ein Flugdeck braucht, schon gar nicht im Maßstab 1:144.

Es ist schwierig mit einem Bündel von Klingen gleichmäßig Druck auszuüben. Außerdem würden die abgebildeten Klingen schneiden und nicht gravieren. Zum Gravieren müßte man eine Hakenklinge nehmen.

Das Gravieren von Polystyren-Platten ist nicht so einfach, da die Klingen leicht verlaufen oder sich zu tief eingraben. Ich würde mir das Muster in einem Zeichenprogramm erstellen, ausdrucken und darauf die Platte mit Klebeband fixieren. Mit einem guten Metallineal richtet sich man dann nach dem Abstand der der ausgedruckten Linine. Ich würde entweder eine der im Modellbaufachhandel angebotenen Gravierklingen verwenden oder einen klassischen Gravierstichel mit Messerklinge. Beim Gravieren wird leicht ein Wulst aufgeworfen, den man dann abschleifen muß. Wahrscheinlich sind mehrere Durchgänge erforderlich. Im Maßstab 1:144 sollte die Fuge sicher sehr fein sein. Der Erfolg hängt sicher davon ab, wie gut man mit welchem Werkzeug zurechtkommt.

Ich persönlich bevorzuge für solche Decks eher Hartpapier, als Polystyrol. Ersteres kann entlang der Gravierlinien zwar leicht ausbröckeln, hält aber die Gravur besser. Das Polystyrol der Platten ist irgendwie zu weich. Hartpapier ist allerdings nicht so einfach zu bekommen (auf ebay suchen). Je nach der erfolderlichen Größe wird man ggfs. in Elektronik-Geschäften fündig, wo es noch als Leiterplattenmaterial verwendet wird. Dort ist es in Dicken bis hinunter zu 1 mm erhältlich.

Auf mit mattem Acryllack behandelten Oberflächen kann man sehr gut mit Aquarellfarben arbeiten. Ich würde allerding eher Lasuren mit Acrylfarben verwenden, da diese rasch wasserunlöslich auftrocknen und man schnell die nächste Lasur aufbringen kann, falls nötog.
 
www.maritima-et-mechanika.org
www.imago-orbis.org
www.arbeitskreis-historischer-schiffbau.de

Gilmore

Ich bin multitasking-fähig. Ich kann alle anfallenden Arbeiten gleichzeitig liegenlassen.

Gilmore

@wefalck: Ich graviere mit dem Trumpeter-Ggravierer und schabe anschließend mit einer Klinge das nach oben ausgeworfene Material ab.
Inzwischen habe ich Versuche mit Hartfaserplatte gemacht, das Einritzen mit dem Gravierer war nicht so ganz überzeugend, das Hervorheben der Fugen mit dunkelgrauer Kreide kommt aber schon ganz gut.
Mit Plasticart habe ich angefangen, graviert und mit der Farbe "Sand" nicht ganz deckend bemalt, dabei werden die Fugen schon mal deutlich dunkler als die Fläche. Wie es sich nach Behandlung mit Kreide verhält, werde ich berichten.
Da Plastik ja im Ggs. zu Holz nicht saugfähig ist, wird die Darstellung feuchter (wesentlich dunklerer) Bereiche nicht möglich oder zumindest schwierig. Aber dann verzichte ich eben auf die Folgen eines kurzen Regenschauers.
Ich bin multitasking-fähig. Ich kann alle anfallenden Arbeiten gleichzeitig liegenlassen.


Gilmore

Kaufen tut nicht not, finde ich, da lege ich lieber Pappe oder Plasticart dazwischen.
Ich bin multitasking-fähig. Ich kann alle anfallenden Arbeiten gleichzeitig liegenlassen.

mause

#15
Das gewünschte Holzdecke auf schwerem hochauflösenden Papier ausdrucken und anschließend mit einem Uv-Schutz versiegeln.

Man könnte auch ein Relief in Kunststoffplatten fräsen oder den 3D-Drucker für sich werkeln lassen.
Für die Ritzerfraktion gibt es im Übrigen ein neues Spielzeug von der Firma Silhouette America, den Flachbettplotter Curio 2.
<°JMJ-