Erste Tests für eine Wassergestaltung in 1:700

Begonnen von Hajo L., 29. August 2010, 21:00:37

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Hajo L.

Analog zu meinem sich immer weiter entwickelnden Flugzeugträger muss ich langsam mal die Präsentation des Modells in Angriff nehmen, denn das Schiff soll "ins Wasser".

Ich weiß schon jetzt, dass die erste Präsentationsmethode NICHT anwendbar sein wird - der Rumpf des Trägers ist leicht verzogen, Bug und Heck stehen hoch. Also wird die Wasserdarstellung auf der Glasplatte nicht funktionieren, weil das Modell in der Grundfläche zum Teil eingebettet werden muss.


Aber zum ersten Testaufbau: Ein Bilderrahmen mit Glasfläche, eine vorbemalte Wasserfläche mit simuliertem hellen Wasser für den sauerstoff/wasserumspülten Rumpf sowie eine Nanuchka-Korvette von Dragon.



OK, erstes Testergebnis, bevor es richtig losgeht: Wenn man das Wasser streifig malt, sollte man darauf achten, in welche Richtung es geht: So sieht es jedenfalls erstmal nach Seitenwind und -wellen aus. Die Korvette auf dem puren Glas.





So, Korvette runter, Acrylgel und Pinsel raus.



Hier schäumt das Wasser! Die Wellen sind nicht gerade Tsunami-verdächtig, aber für eine ruhige Patrouillenfahrt wird es wohl reichen. Durch seitliches Aufstumpfen des Gels (immer aus derselben Richtung) haben die Wellen auch eine relativ gleichmäßige Form, die Nanuchka dampft gegen den Wind.



Da ich am Ende der Bewässerungsaktion noch den "Liegeplatz" für das Modell wiederfinden wollte, habe ich die zentrale Fläche freigelassen. Übrigens, ich erwarte noch einmal Applaus: Ich habe die Abmessungen der hellen "Unterwasserfläche" auf den Milimeter genau getroffen beim Malen - und das, obwohl das Modell derzeit 90km entfernt in Lübeck weilte! :)



Ahoi, und immer eine Handbreit Glas, äh, Wasser unter dem Rumpf!



Und eine halbe Stunde später hat sich der "Schaum" schon etwas gelegt, den werde ich dann teilweise mühsam per Pinsel wieder nachmalen müssen.




Gleich geht es weiter mit der zweiten Methode.


HAJO
"My theory is longer, thicker and harder than yours." (Frank Farrelly)

Aufgrund der Photobucket-Problematik sind zahlreiche Bilder von mir nicht sichtbar. Bei signalisiertem Interesse stelle ich die fehlenden Bilder gerne über einen anderen Host wieder online.

Hajo L.

Und der zweite Versuchsaufbau, hier werden später die beiden auf den ersten Bildern oben zu sehenden "Osa"-Schnellboote zum Ensatz kommen.

Ausgangslage ist wieder ein Bilderrahmen mit Glasfläche, diesmal aber geht es rustikaler zu: Gips kommt zum Einsatz! Ich habe das Zeug mal seeeeeeehr dünn angerührt, denn Ziel ist es, dass sich eine gleichmäßige Fläche bildet. Auch wenn ich kein Betonfacharbeiter bin, so fürchte ich, das wird nicht so recht funktionieren - ein Bauchgefühl.



Und zwei Minuten später ist die Soße verteilt und beginnt den langwierigen Trocknungsprozess...




HAJO
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Hajo L.

Und ein erster Nachtrag zum ersten Test:



Ich bin ein wenig hin- und hergerissen, denn auf dem Bild sieht es ein wenig besser aus als in Realität (finde ich).

Ganz allgemein stelle ich es mir schwierig vor, bei diesen recht kleinen Wellen die Schaumkämme zu pinseln. Andererseits habe ich bei meinen Trägerflugzeugen in 1:700 die Kanzelstreben hinbekommen, da sollten die Wellenkämme das kleine Problem sein.

Dann finde ich das Wasser ein wenig zu sanft. OK, für die Nanuchka sind das angenehme Wellen, aber bei einem Flugzeugträger könnte es ruhig ein bisschen dramatischer aussehen. Ich werde aber wohl auf jeden Fall morgen auf die trockenen Wellen noch ein paar von der Verdrängung der Korvette erzeugte Wellen "aufpinseln". Und außerdem verstärkt nach etwas größeren Bilderrahmen Ausschau halten, ich habe noch mindestens eine "Ticonderoga" und eine "Arleigh Burke" (allerdings beide schon gebaut), die soch hervorragend auf so einer Glasplatte machen würden...
"My theory is longer, thicker and harder than yours." (Frank Farrelly)

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Graf Spee

Lässt sich alles schon mal interessant an. soweit. :P
Da werde ich dann wohl auf weitere Ergebnisse gespannt sein.

:winken:
Handle nur nach derjenigen Maxime,
durch die zugleich wollen kannst,
das sie ein allgemeines Gesetz werde.



Marco Scheloske

Ich habe gute Erfahrungen für diesen Maßstab gemacht mit "Seefolie" (Faller) in Verbindung mit Acrylgel für den Übergang zum Schiffsrumpf. Hier ein Beispiel: http://www.starshipmodeler.com/other/ms_hunt.htm

Die Folie kann einfach mit einem Cutter bearbeitet werden, daher kann man die Schiffe darin schön einbetten.
Gruß aus MG und "Just glue it!"
Marco (Triliance.de), "The Baseman"


Schnurx

@Hajo: Danke für die ausführliche Beschreibung, macht wirklich Lust drauf mich selbst mal an Wasser zu versuchen.

@Marco Scheloske: Mensch, Du kannst doch keine Links auf derart geniale Dioramen reinsetzen! Jetzt muß ich auch noch anfangen SF Bausätze zu horten! ;)

Marco Scheloske

Zitat von: Schnurx in 30. August 2010, 09:46:26
@Marco Scheloske: Mensch, Du kannst doch keine Links auf derart geniale Dioramen reinsetzen! Jetzt muß ich auch noch anfangen SF Bausätze zu horten! ;)

Zur Strafe direkt noch einer, auch mit Wasser in1 :700 in der gleichen Art gemacht: http://www.phoxim.de/marco_scheloske_thunderchild/marco_scheloske_thunderchild.html

Ein Vorgeschmack, was hinter dem Link steckt:
Gruß aus MG und "Just glue it!"
Marco (Triliance.de), "The Baseman"


Schnurx

Buhuuuuuu.... meine Brieftasche, meine arme, arme Brieftasche!

Graf Spee

Stimmt das mit der Faller-Folie hatte ich auch schon mal genutzt.
Die lässt sich recht gut für so was nutzen.

Aber ich bin jetzt erstmal auf Hajo´s Ergebnisse gespannt.
Vor allem mit dem Gips :1: Da hab ich nämlich noch einen 2kg Sack von hier stehen ;)

:winken:
Handle nur nach derjenigen Maxime,
durch die zugleich wollen kannst,
das sie ein allgemeines Gesetz werde.



Thorsten_Wieking

Ich habe die Tage mal die Busch Seefolie mit der von Faller und Noch(?) vergleichen. Rein von der Optik hatte mich die Busch Folie am ehesten überzeugt. Irgendwie waren die Wellen kleiner, feiner und regelmäßiger ausgeführt.
Mangels Anwendung habe ich jedoch bisher die Folie im Laden gelassen.

Gruß
Thorsten
"Erst wenn das letzte Spielzeuggeschäft geschlossen ist, werdet Ihr feststellen, das man beim Onlineshopping keine freudestrahlend-glänzenden Kinderaugen sehen kann."

Gibbs Rule #9 " Never Go Anywhere Without A Knife "

Hajo L.

Also, die reine Gips-Methode ist nicht geeignet, jedenfalls nicht für Wasserdarstellung in 1:700...

Ich habe auf Anraten eines Arbeitskollegen Spachtelausgleichmasse gekauft, konkret habe ich mir im Baumarkt eine Packung Moltofill Spachtelpulver - Innen ("Ideal zum Füllen und Glätten") zugelegt. Ich hoffe, morgen Ergebnisse zeigen zu können.


HAJO
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Hajo L.

So, hier also Testfall zwo:



Wie gesagt, das ist nicht wirklich geeignet, aber immerhin kann ich die Ausgleichmasse hier unter verschärften Bedingungen einem Praxistest unterziehen.



Testfall eins dagegen ist ein wahrer Wonneproppen, ich habe vorhin noch einmal ein paar zusätzliche Wellen getupft und die Bug- und Hecksee aufgebauscht.




HAJO
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Hajo L.

Nachtrag Wassertest 1: Aktueller Bauzustand


Mit weißer Farbe wurden die Wellenkämme betont (könnte besser sein) und das ganze danach mit glänzendem Acrylklarlack versiegelt.





Die Ausgleichsspachtelmasse wird hoffentlich morgen abend dann zum Einsatz kommen - ich habe sturmfreie Bude und wenn das Kleinkind ab 7 Uhr für die nacht "abgemeldet" ist (und nix gutes in der Glotze kommt) werde ich Zeit dafür haben.


HAJO
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Hajo L.

Ok, hier die ersten Arbeitsschritte mit der Ausgleichsmasse.

Die Grundlagen:



Mir fiel dann auf, dass das Zeug recht schnell trocknet, möglicherweise aufgrund der geringen "Stärke" (dünn aufgetragen) und dem gut saugenden Gipsuntergrund.



Und ein Close-Up:



Man müsste also recht schnell den Rumpf "einformen" in den Wasseruntergrund. Aber ichmuss ehrlich sagen, die Styropormethode, die leo hier vorgestellt hat, ist mein derzeitiger Favorit...


HAJO
"My theory is longer, thicker and harder than yours." (Frank Farrelly)

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Hajo L.

Wieder Technik 1, diesmal mit zwei Osa-Schnellbooten. Ich hatte einmal ausprobiert, wie das ganze aussieht, wenn man die "Wellenunterlage" mehrfarbig gestaltet. Ich bin nicht gerade begeistert und werde zukünftig wohl nur "einfarbige" Wellenunterlagen malen - oder wenn, dann mit minimalem Farbkontrast. So sieht das jedenfalls etwas seltsam aus.



Außerdem muss ich noch sorgfältiger bei der Bugwellengestaltung sein - da läuft mindestens eine Welle im falschen Winkel zum Boot!




HAJO
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