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Autor Thema: Dioramen Gallische Krieger nach McBride, 54 mm (1:32)  (Gelesen 3890 mal)

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Uwe B.

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Dioramen Re: Gallische Krieger nach McBride, 54 mm (1:32)
« Antwort #60 am: 21. Juli 2022, 14:03:25 »
Wahnsinn, Uwe. Das ist Modellbau der Spitzenklasse. Dank Corona hatte ich mal Zeit, mir den ganzen Baubericht durchzulesen. Deine Tipps sind wirklich Gold wert. Allein Deine Vorgehensweise bei den Karos. Da muss man erstmal drauf kommen.....einfach, super erklärt und effektiv.
Vielen Dank für Deine Mühe mit dem Bericht. :klatsch: :klatsch:
Viele Grüße, Jens  :winken:
Hi Jens,

besten Dank und schön, dass Dir der Bericht gefallen hat. Fällt mir ehrlich gesagt oft schwer, die richtige Balance zwischen Text, der bei mir auch schon mal persönliche Eindrücke enthalten kann, und Bildern zu finden. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, dass ich mich mit dem Bau-Berichten etwas schwer tue.
 :D 8)


Einfach nur großartig!  :P :P

Und ich bleibe dabei, diese Bergwiese beeindruckt mich fast genauso wie die Figuren.

Danke für's Zeigen.

Jorit
Hallo Jorit,

danke für Dein Lob. Dass die eigentlich recht schlichte und vom Gemäldevorbild wenig weitere Detaillierung zulassende Bergwiese so gut bei Dir ankommt, freut mich natürlich um so mehr.
 :P :D


LG Euch Beiden - Uwe   :winken:
MSV - einmal ein Zebra, immer ein Zebra

Uwe B.

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Re: Gallische Krieger nach McBride, 54 mm (1:32)
« Antwort #61 am: 22. Juli 2022, 01:30:30 »
Baubericht 8. Teil


Liebe Board-Kollegen!
   

Der Diorama-Sockel

Wie Ihr das zwischenzeitlich vielleicht schon von mir kennt ( Beispiel), werden die 4 Ecken des Diorama-Sockels wieder mit Eck-Büsten bestückt. Aufgrund des keltischen Themas suchte ich mir diesmal antike, keltische Kunstwerke als Vorlage hierfür aus. Diese haben - anders als bei meinen "Römer"-Dioramen - keinen unmittelbaren Bezug zu der eigentlichen Hauptszene. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist für viele der bekannten Abbildungen nicht wirklich bekannt, wen oder was die auf keltischen Kunstwerken abgebildeten Personen eigentlich darstellen (Götter, Krieger, Druiden?), da die Kelten uns leider keine Schriftquellen hierzu hinterlassen haben.

Wie gesagt, dies ist nur mein Eindruck und mein Wissen über dieses Thema ist nur äußerst rudimentär. Hier im Forum gibt es vermutlich 2 - 3 Mitglieder, die sich damit wesentlich besser auskennen, wobei mir beim Thema "Kelten" zuvorderst immer wieder unser Moderator Hans einfällt. Sollte ich hier also irgendwelchen Unsinn verbreiten, bitte ich vorab schon mal um Nachsicht und freue mich über jedwede Korrektur.
:1:

Von den vielen keltischen Abbildungen hat mich natürlich auch der sogenannte "Keltenfürst vom Glauberg" zum Nachbauen gereizt:



Quellen:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/7f/Keltenf%C3%BCrst_Glauberg_vorne_5.JPG/220px-Keltenf%C3%BCrst_Glauberg_vorne_5.JPG
https://dewiki.de/Lexikon/Keltenwelt_am_Glauberg

Der "Keltenfürst" ist eine bis auf die Füsse komplett erhaltene Steinfigur (Ganzkörperabbildung siehe hier) und zeigt einen voll gerüsteten Kriegerfürsten, bewaffnet mit einem Körperpanzer, Schild und Schwert, der statt eines Helms eine sog. Blattkrone in Form von 2 unterschiedlich großen Mistelblättern trägt, was auf eine gleichzeitige Funktion als Druide schließen läßt.

Für die Position hinten links am Sockel begann ich meine erste Eck-Büste mit zusammen gepresster Aluminiumfolie, die mit Holz-Fein-Spachtel überzogen und in den Details mit Pappe ergänzt wurde. Auf nachfolgendem Foto der erste "Kopf" von links; die beiden Kopf-Dummies rechts daneben fanden später bei zwei der anderen Eck-Büsten Verwendung:





Die fertig modellierte und in den Eckzwickel eingepaßte Büste des "Keltenfürsten"; vor dem Feinschliff und der Bemalung sieht es hier noch etwas rustikal aus:



An prominenter Stelle vorne links am Sockel sollte ein beeindruckender Charakterkopf, nämlich der Steinkopf von Mšecké Žehrovice, gefunden 1943 im heutigen Tschechien, seinen Platz finden. Nicht zuletzt auch zu Ehren meines oben in diesem Beitrag erwähnten Ratgebers, der eine Abbildung dieses Kopfes noch vor einiger Zeit als sein Profilbild verwendet hatte.



Quellen:
https://www.frankfurt-live.com/cache/62c7660ae248f37cd85e00f81976af68.jpg
https://www.frankfurt-live.com/-sbquowas-kann-h-aumlsslicher-sein-als-eine-keltische-stadt-lsquo-115939.html

Modellierung wie bei der ersten Büste, diesmal Feingestaltung mit Milliput, der Oberkörper wurde in Anlehnung an den "Keltenfürsten vom Glauberg" entsprechend ergänzt:



In die Ecken vorne und hinten rechts kamen zwei der Kopfabbildungen vom berühmten Silberkessel von Gundestrup, zunächst vorne rechts die Abbildung, die auch auf dem nachfolgenden Bild des Kessels vorne rechts zu sehen ist:



Quellen:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/92/Gundestrupkarret_F.I.7074b.jpg/1024px-Gundestrupkarret_F.I.7074b.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Kessel_von_Gundestrup

Hier der Kopf in zwei unterschiedlichen Fertigungsstadien, verwendet wurde bis hierhin ausschließlich Holz-Fein-Spachtel:





Feinheiten ergänzt mit Milliput:



Für die letzte Eck-Büste hinten rechts verwendete ich den sitzenden Mann mit Hirschgeweih als Vorlage, der ja auch auf dem obigen Foto des Kessels von Gundestrup hinten rechts auf der Innenseite erkennbar ist. Wahrscheinlich wegen des von ihm getragenen Geweihs wird er immer wieder als der keltische Gott Cernunnos interpretiert, z. B. hier in dem unten als Quelle verlinkten, englischsprachigen Wikipedia-Artikel:



Quellen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Cernunnos#/media/File:Gundestrupkedlen-_00054_(cropped).jpg
https://en.wikipedia.org/wiki/Cernunnos

Hier ein Foto vom Herstellungsprozeß:



Weitere Fotos nach Fertigmodellierung, während und nach der Bemalung:





Auf der "abschüssigen" Rückseite des Dioramas fanden noch zwei bisher nicht eingesetzte Figuren aus dem schönen Set von LINEAR-A Nr. 025 "Hannibal crosses the Alps", Set 5 "Celtic Salassi / Taurini vs. Carthaginians" ihren Platz, die auch auf dem hier verlinkten Deckelbild nach einem Gemälde des Illustrators Peter Connolly gut zu erkennen sind:



Schließlich brach sich bei mir noch der uns Modellbauern gelegentlich zusetzende Horror Vacui Bahn, indem ich die freie Fläche oberhalb des Titelplättchens auf der Vorderseite meinte, mit irgendeiner Skulptur noch ausfüllen zu müssen.
 :D

Meine Wahl fiel auf eine behelmte Kopfdarstellung auf dem Eimer von Aylesford (Aylesford Bucket):



Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Aylesford_bucketDSCF6596.jpg

Für die Anbringung einer weiteren hier noch unbemalten Figur eines Keltenhäuptlings oben rechts gilt im Grunde genommen die gleiche Begründung wie zu der Kopfskulptur:



Leider hab ich erst nach Fertigstellung festgestellt, dass der „Aylesford Bucket“ für den Zeitraum meines Dioramas eigentlich zu jung ist. Aber immerhin blieb Euch dadurch an dieser Stelle die Darstellung typisch keltischer Kopftrophäen erspart, die ich hier ursprünglich als Alternative ebenfalls ins Auge gefaßt hatte, etwa in der Art wie auf der nachfolgenden Seite, die ich hier als Bild irgendwie nicht verlinkt bekommen habe:

https://www.ancientpages.com/wp-content/uploads/2019/03/skullcult.jpg
Quelle: https://www.ancientpages.com/2019/03/21/ancient-cult-of-human-skulls-and-communication-with-other-world/

Bringt mich noch zu der etwas modellbau-ästhetischen Frage, ob ich dem berittenen Krieger von der eigentlichen Hauptszene des Dioramas auf seiner rechten Seite, also der dem Betrachter von vorn abgewandten Seite, am Sattel seines Pferdes noch entsprechende Schädel-Trophäen beigeben sollte; dies würde einerseits nach meinem Kenntnisstand (der, wie eingangs eingeräumt, hier nicht sehr umfassend ist) durchaus keltischen Gepflogenheiten entsprechen, andererseits aber auch der Gemäldevorlage von McBride nicht entgegen stehen, da diese Seite auf seinem Gemälde ja ohnehin nicht zu sehen ist. Was meint Ihr dazu?
 :rolleyes:



LG - Uwe    :winken:
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old rookie

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Re: Gallische Krieger nach McBride, 54 mm (1:32)
« Antwort #62 am: 22. Juli 2022, 07:03:04 »
Moin Uwe,
an den drei Herren auf dem Sockel würde ich nix mehr verändern, die scheinen nahezu perfekt!  :meister:
Bei "Kopfkult pro oder contra" bin ich definitiv contra.
Gruß, Robert

bughunter

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Re: Gallische Krieger nach McBride, 54 mm (1:32)
« Antwort #63 am: 22. Juli 2022, 18:15:15 »
Echt stark Uwe :P
Ich habe den Mann auf dem Sockel erst erkannt und mich danach an Deine frühere Erwähnung erinnert :6:

Das ist Kunst :klatsch:

Viele Grüße,
Bughunter

Wikipedia sagt: "Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit."
Deshalb baue ich lieber verkleinerte Originale.

Uwe B.

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Re: Gallische Krieger nach McBride, 54 mm (1:32)
« Antwort #64 am: 27. Juli 2022, 11:00:22 »
Moin Uwe,
an den drei Herren auf dem Sockel würde ich nix mehr verändern, die scheinen nahezu perfekt!  :meister:
Bei "Kopfkult pro oder contra" bin ich definitiv contra.
Gruß, Robert
Hallo Robert,

danke für Deine lobenden Worte und für Deine klare Aussage zum Thema "Kopfkult".
 :P :P


Echt stark Uwe :P
Ich habe den Mann auf dem Sockel erst erkannt und mich danach an Deine frühere Erwähnung erinnert :6:

Das ist Kunst :klatsch:

Viele Grüße,
Bughunter
Hi Frank,

ja, bist halt ein erfahrener Kenner dieses Forums und seiner Protagonisten.
 8)

Und danke für Deine Einschätzung meiner Bemühungen als Kunst.
 :D


LG Euch Beiden - Uwe    :winken:
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Hans

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Re: Gallische Krieger nach McBride, 54 mm (1:32)
« Antwort #65 am: 27. Juli 2022, 11:36:05 »
Oops, das Thema Kopfkult hab ich jetzt erst registriert. Bin dagegen, aber eher aus einem sachlichen Grund. Die Jungs stehen ja vor dem Angriff. Köpfe haben sie dann hinterher.
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Uwe B.

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Re: Gallische Krieger nach McBride, 54 mm (1:32)
« Antwort #66 am: 27. Juli 2022, 13:08:31 »
Hallo Hans,

sehr guter Punkt, Dank auch Dir für Deine klare Meinung. Ist jetzt 2x "contra".
Dann werd ich's wohl eher lassen.
 :P :P


LG - Uwe   :winken:
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