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Autor Thema:  Eduard Decals - Entfernen des oberen Decalfilms nach dem Aufbringen möglich  (Gelesen 1602 mal)

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Schnurx

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für mich ist immer noch die Frage offen, ob der obere Film (in jedem Fall?) entfernt werden sollte,
weil er sich ja mit dem Klebeband doch relativ leicht löst.
Es wäre ja unschön, wenn das sporadisch, teilweise oder später „von alleine“ auch passiert.

Zumindest nach den Aussagen von Eduard, also dem Hersteller selbst, in dem PDF denke ich nicht, das das notwendig ist.
Ich habe auch nur einen Fall in Erinnerung, bei dem ich tatsächlich über Decals maskiert habe, das waren damals aber auch "Holzdecals". Glaube so oft,  kommt das nun nicht vor. Von selber ablösen würde ich eigentlich auch nicht vermuten, kann's aber natürlich auch nicht ausschließen. Normalerweise kommen ja eh auch immer noch 1-2 Lackschichten drüber.
Ganz so neu ist das Ganze ja jetzt auch nicht mehr. Wenn Eduard das seit September 2019 für alle neuen Bausätze und Decalsets verwendet, sind ja schon ein paar in Umlauf und auch gebaut worden.

Der Lingener

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Eine italienische Firma (wars Supermodel oder Polistil) hat das mal gemacht, aber niemand sonst.

Supermodel bei den einmotorigen Macchi- und Fiat-Jägern in den 1970ern...Hab ich alle hier, frag mich aber derzeit nicht nach dem korrekten Erscheinungsjahr... :rolleyes:

Letraset (und andere3) waren für uns damals die optimale Quelle für 1:87er BEschriftungen "Rettungsdienst", "Krankenwagen", "Notarzt" etc.) - nur für die gespiegelten Motorhaubenbeschriftungen musste man bei Müller/Siegen schauen!


Michael
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Wolf

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Das Verfshren von Supermodel war aber nicht das von Hans beschriebene. Da wurde nichts nass gemacht. Das von Supermodel und Letraset ist das Trockentransfer Verfahren. Dabei wurden die Abzeichen quasi von der Rükseite des Trägerpapiers mit z. B. einem weichen Holz auf die Oberfläche aufgerubbelt. Verlinden hat das auch mal angeboten. Einen solchen Bogen habe ich noch hier.

Das was Hans beschrieben hat erinnert mich an die Bildchen aus dem Kaugummiautomaten. Diese Kindertatoos. Wer kennt sie noch? Arm abgeleckt, Bildchen aufgelegt, am besten nochmal auf die Rückseite gespukt und dann 2 Minuten draufgedrückt.

Ist natürlich bei den heutigen Kindern in der ultracleanen Welt nicht mehr dran zu denken. Die Helikoptereltern würden durchdrehen wenn sich die Kinder gegenseitig den Arm mit Speichel benässen.
Wer Future hat, hat noch lange keine Zukunft

Schnurx

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Ja, Dry-Transfers gibt's (oder gabs) auch einige von Archer. Scheinen aber nicht mehr im aktuellen Programm zu sein.
War mal echt verbreitet, als Kind hatte ich wirklich sehr viel Spaß mit den "Action Transfers" (weiß nicht mehr, wie die in Deutschland hießen)=: http://www.action-transfers.com/

Nochmal zum Thema: Archer Transfers scheint eine neue Produktlinie zu haben, NCF Decals. Sind Decals ohne den klaren Deckfilm. Daher bsher wohl auf einzelne Symbole beschränkt, zumindest laut dem Mitglied "Archer Fine Transfers" im Large Scale Planes Forum. Das wäre wohl wie die Eduard Decals nach dem Aufbringen. 

Metamorphose

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Dry-Transfers ... weiß nicht mehr, wie die in Deutschland hießen

OT :

Rubbel-Abziehbilder oder heute neudeutsch : Rub-ons  :D

Schwer zu finden, in England und USA aber noch zu haben,
bei einigen Druckereien kann man sich aber noch welche anfertigen lassen ...

OT Ende  :pffft:
Gruß
George

Koffeinfliege

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Boah Schnurx, nach diesen Rubbelbildern (Action Transfers) hatte ich vor Jahren mal gesucht, weil ich mich dunkel an so was erinnerte.  :klatsch:

Aero

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Im Automodellbereich gibts noch nen asiatischen Hersteller der sowas macht, Museum collection, find die Dinger einfach Klasse weil es keinen dicken Trägerfilm bei den Decals gibt, Folie abziehen halte ich aber für notwendig, keine Ahnung wie die auf Lösemittel reagiert.

Hans

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"Früher" hiess dieses Anreibeverfahren nach dem führenden Hersteller "Letraset". Ein kleines bisschen was findet man immer noch, meist Buchstaben. Die hatten sogar "richtige" Serien in 1/72. Ab und an bekommt man die bei ebay. Sind aber durchaus tricky auf Modelloberflächen, weil die ja nicht flach sind. Ich habe die immer völlig systemwidrig auf klare Decalfolie aufgebracht und als "normale" Decals verwendet
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Schnurx

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Yep.War ja auch der Hersteller der "Action Transfers". Ich habe die Letraset-Dinger teils verwendet um Leiterplatten zu layouten. DIP/DIL Sockel und Lötaugen zum Aufrubbeln auf Belichtungsfolie....

Schnurx

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So.... habe mal ein paar aktuelle Eduard Decals gefunden, die ich nicht brauche und gestern auf einem Teststück aufgebracht. Ich werde die im Lauf des Tages dann mal versuchen zun "entblättern". Bei dem linken habe ich mit spitzer Klinge und Pinzette schon mal angefangen, bei den anderen werde ich das mit Klebeband versuchen.
Diffizile Sache, geht aber ganz gut. Die Deckfolie geht wirklich ziemlich leicht ab, evtl. könnte das tatsächlich ein Problem sein. Wobei ich grade nicht wirklich einen Arbeitsvorgang sehe, bei dem über die Decals maskiert wird.

Das linke ist mit Mr. Mark Setter aufgebracht, das rechte mit Mr. Mark Setter und Mr. Mark Softener und das untere nur mit Tamiya Mark Fit Super Strong. Mal schauen, ob das einen Unterschied macht.



Update: Langweiligen Telefonkonferenzen sei Dank.... ich habe die Deckfolie inzwischen abgezogen. Links mit Pinzette/Skalpell, ganz links an der Ecke scheine ich einen Teil übersehen zu haben.
Beim rechten Decal habe ich es erst mit Tamiya-Band (6mm) versucht, das ging erst nicht, daraufhin mit doppelseitigem Klebeband, an ein Rührstäbchen geklebt. Ging prima und sofort. Beim unteren habe ich es mit Tamiya-Band abbekommen, 18mm und das Band fest angedrückt. Das funktioniert also alles. Die Verwendung von Setter/Softener scheint kaum Auswirkungen zu haben, evtl. ging das untere, wo ich keinen Setter verwendet hatte, einfacher ab. Wäre logisch, da die durchsichtigen Ränder des Deckfilms dann wohl weniger kleben (so denn der Setter seine Dienste tut).

Ich schaue dann noch mal, wie resistent die Decals ohne Deckschicht gegenüber Softener und verschiedene "Washing"-Geschichten sind. Und gegenüber drübermaskieren, wenn die Deckschicht schon ab ist (d.h. Haftung der Farbe an der Grundschicht usw. )

Kurze Zusammenfassung bisher: Wenn man über diese Decals maskieren will/muss, dann sollte man das wirklich mit Bedacht tun und drauf achten, das das Maskiermaterial wenig Haftung aufweist.
Die Entfernung an sich ist ziemlich einfach, sogar mit Skalpell/Pinzette machbar.
Die Decals schmiegen sich prima in die Ritzen. Auf den Bildern sieht man den transparenten Deckfilm nicht, in der Realität schon, so lange er da ist.

Und was mir hierbei erst aufgefallen ist, keine Ahnung ob das schon länger so ist: Eduard scheint die Ränder des transparenten Films nicht mehr "parallel" zu dem Druck zu machen, die wirken sehr unregelmäßig und zufällig. Mir ist nicht klar, ob das Absicht ist oder nicht, es sorgt jedenfalls auch dafür, das die überstehenden Ränder des Decalfilms weniger auffallen, da sie eine sehr unregelmäßige, nicht klar geeometrische Form haben. Eine gute Sache, m.E..



« Letzte Änderung: 15. Juni 2021, 10:29:24 von Schnurx »

Schnurx

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Ohne den Deckfilm kann man die Decals problemlos mit Tamiya-Band maskieren, auch richtig fest angedrückt löst sich keine Farbe vom unteren Träger beim Abziehen.
Gegen mein übliches "Washing" Lösemittel (Windsor & Newton Artist White Spirit, mal in nem Hamburger Künstlerbedarf gekauft) sind die auch bei 1/2 Stunde Einwirkzeit völlig resistent.
Das Empfindlichste an denen ist wohl die Deckschicht.....

Gøran

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Sehr gut 👍, werde ich auch mal mit experimentieren.
Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat ja Zeit.