Mil Mi-8MT, Zvezda, 1/48

Begonnen von BAT21, 07. März 2023, 19:17:08

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BAT21

Mil Mi-8MT


Modell:  Mil Mi-8MT
Hersteller:  Zvezda
Maßstab:   1/48
Art. Nr. :   4828
Preis ca. :  50 €



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Beschreibung:


Zur Einleitung ein paar Worte zum Vorbild:

Der Mil Mi-8 (russisch Миль Ми-8, NATO-Codename: Hip) ist ein in der Sowjetunion von Mil entwickelter und gefertigter Mehrzweck- und Transporthubschrauber mit zwei Turbinentriebwerken und großen Heckladetoren. Als Varianten des Mi-8 gelten die Modelle mit den Bezeichnungen Mi-17, Mi-18, Mi-19, Mi-171 und Mi-172. Ein naher Verwandter ist die Marineversion Mi-14, die aber als eigenständiges Muster geführt wird.

Die Mi-8 wurde als Ersatz für die ältere, mit einem Kolbenmotor ausgerüstete, Mil Mi-4 entwickelt und eingeführt. 1957 begann das OKB-329 die Eigenschaften für den neuen Hubschrauber zu spezifizieren. Da Nikita Chruschtschow in dieser Zeit der Entwicklung von Raketen den Vorrang gab, stand für die Flugzeugindustrie wenig Geld zur Verfügung. So bediente sich Michail Mil einer Notlüge und präsentierte den Entwurf als ,,massive Modifikation" der Mi-4 mit Turbinenantrieb und neuer Bug- und Rumpfsektion, die in Ganzmetall-Halbschalenbauweise aus Duraluminium gefertigt wurden. Der Heckausleger, der Antriebsstrang mit den Rotoren, das Flugregelungssystem und weiteres sollte von der Mi-4 übernommen werden. Da sich die zivile sowjetische Luftfahrtbehörde und die Spitze des sowjetischen Militärs neben der Transportversion auch für einen neuen VIP-Hubschrauber interessierten, wurde der Entwurf am 20. Februar 1958 akzeptiert und Mil mit der Entwicklung des W-8 (W für die russische Bezeichnung von Hubschrauber [Wertoljot/вертолёт]) beauftragt. Der Hubschrauber sollte eine Nutzlast von 1,5 bis 2,0 Tonnen haben. Als Antrieb war zum Verdruss von Mil eine einzelne Turbine vom Typ Iwtschenko AI-24W geplant, die normalerweise in der An-24 eingesetzt wird und für den Einsatz im W-8 von 2400 auf 1900 PS gedrosselt wurde, um die Kraftübertragung und die Rotoren der Mi-4 einsetzen zu können. Der erste Prototyp des einmotorigen W-8 wurde im Juni 1961 fertiggestellt und am 24. Juni 1961 von Boris W. Semskow erstmals geflogen. Nur zwei Wochen nach dem Erststart wurde der an seinem einzelnen Lufteinlauf gut zu erkennende Hubschrauber am 9. Juli 1961 bereits bei der jährlichen Flugschau in Moskau-Tuschino vorgestellt. Im Dezember 1961 wurde der Hubschrauber zu Abnahmetests abgegeben, und ab 1963 diente er als Testplattform am Boden.[2] Ein zweiter einmotoriger Prototyp nahm im November 1961 die Flugerprobung auf.

Mil sah die einmotorige Lösung in Bezug auf Sicherheit und Leistungsfähigkeit als unzureichend an und trieb nebenher die Entwicklung einer zweimotorigen Variante W-8A voran. Da kein geeignetes Triebwerk zur Verfügung stand, wurde vom OKB-478 Isotow das TW2-117 entwickelt. Die ersten Triebwerke und das WR-8-Untersetzungsgetriebe wurden im Sommer 1962 geliefert. Erste Flugtests mit diesem Hubschrauber wurden am 2. August 1962 von N. W. Leschin durchgeführt, der erste echte Flug folgte am 17. September 1962, und nur wenige Tage später wurde der Hubschrauber Nikita Chruschtschow und hochrangigen Funktionären der Warschauer Vertragsorganisation vorgeführt. Die Flugtests wurden bis Anfang 1963 fortgesetzt, bevor der Hubschrauber im März 1963 für erste Tests an die Aeroflot übergeben wurde. Im Laufe der Tests wurden verschiedene Modifikationen vorgenommen, so wurde zur Reduzierung von Vibrationen der Vierblattrotor durch einen im Aufbau identischen Fünfblattrotor ersetzt. Auch der Heckrotor, das Enteisungssystem und das Triebwerkskontrollsystem wurden verändert.[2]

Der im Sommer 1963 fertiggestellte dritte Prototyp W-8AT enthielt einige Änderungen, die sich aus den Flugtests ergeben hatten, und stellte das eigentliche Versuchsmuster für die zivile und militärische Transportvariante Mi-8T dar. So wurden unter anderem die bisherigen separaten seitlichen Türen für die Piloten durch Schiebefenster ersetzt, die Hecktore vergrößert und eine mit Kerosin betriebene Kabinenheizung in einer Verlängerung des externen Steuerbord-Kraftstoffbehälters installiert. Der im Mai 1964 fertiggestellte vierte Prototyp W-8AP diente von Beginn an als Testmuster für die spätere VIP-Version und für die spätere Passagierversion Mi-8P.[2]

Nach den vier Prototypen wurde im November 1964 die Freigabe zur Serienproduktion empfohlen, im März 1965 erteilt, und Ende 1965 liefen die ersten Serienhubschrauber Mi-8P und Mi-8T in Kasan vom Band. Der Testpilot des ersten W-8A, Leschin, kam im Januar 1966 bei einem Testflug mit einer Mi-8 ums Leben, als sein Hubschrauber wegen Versagens des Heckrotors unkontrollierbar wurde und abstürzte.[2]

Seit dieser Zeit wurden mehr als 12.000 Hubschrauber des Typs Mi-8 in mehr als 120 Versionen gebaut; der Hubschrauber wird ständig weiterentwickelt und ist immer noch in Serienproduktion. Hergestellt wurden die Mi-8-Versionen im Staatlichen Flugzeugwerk Nr. 387 in Kasan (mehr als 7.300 Stück) und im Staatlichen Flugzeugwerk Nr. 99 in Ulan-Ude (mehr als 3.800 Stück), UdSSR.

Antrieb und Flugwerk fanden Eingang in die Konstruktion des Kampfhubschraubers Mi-24. Die Mi-14 ist eine aus der Mi-8 entwickelte Marineversion, die am bootsähnlichen Schwimmrumpf (der einen separaten Waffenschacht u. a. für Torpedos und Wasserbomben besitzt) zu erkennen ist. Sie stellt jedoch aufgrund der kompletten Umkonstruktion des Rumpfes praktisch eine Neuentwicklung und damit ein unabhängiges Muster dar. Die Mi-38 basiert ebenfalls auf der Mi-8, wird aber mit westlichen Triebwerken und moderner Avionik ausgerüstet.


Weiterlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Mil_Mi-8


Der hier vorgestellte Bausatz erschien 2022 aus neuen Formen beim russischen Hersteller Zvezda.
Im Maßstab 1/48 kann ein Modell des Mi-8MT gebaut werden.
In der stabilen Schachtel befinden sich jede Menge sauber gespritzer Plastikteile.
Die Oberflächendetails wurden in diesem Bausatz mit Gravuren und erhabenen Nieten realisiert.
Das entspricht dem Vorbild, aber hoffentlich passen die Teile alle gut zusammen - viel Spachteln und Schleifen würden die Nieten nicht überstehen...
Der Bausatz bietet einige Optionen: so können alle Türen offen gestaltet werden. Auch die Wartungsklappen können offen gezeigt werden, die beiliegenden Triebwerke sollten in diesem Fall aber deutlich verfeinert werden.
Ansonsten befindet sich noch eine Anleitung und drei Blätter mit Abziehbildern im Karton.


Schachtelinhalt:

Fangen wir beim Blick auf den Schachtelinhalt mit der Anleitung an.
Diese kommt in Heftform:

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Die begleitenden Farbangaben beziehen sich auf die Systeme von Zvezda und Tamiya.
Für die Lackierung vom fertigen Modell gibt es eine farbige Anleitung:

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Wie zu sehen, gibt es eine Auswahl aus 5 verschiedenen Maschinen aus der Sowjetunion, Russland, Kuba und der Slowakei.
Die notwendigen Abziehbilder befinden sich auf 3 Bögen:

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#1
Werfen wir jetzt ein Blick auf die Bausatzteile:

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Die Klarsichtteile:

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#2
Zum Schluss noch ein paar Details:

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Fazit:

Zvezda lieferte mit diesem Bausatz das erste Großserienmodell einer Mi-8 im Maßstab 1/48 ab.
Der Schachtelinhalt sieht vielversprechend aus, wenn alles gut zusammenpasst, wird man sicherlich viel Bastelspaß haben... wer möchte, kann an einigen Stellen noch ordentlich nachdetailieren.
Zwiegespalten bin ich bei den erhabenen Nieten: die Darstellung ist zwar vorbildgerecht, ist aber bei eventuell notwendigen Schleifarbeiten kaum zu rekonstruieren. Aber das muss dann die Zukunft... also der Bau zeigen...


+  Vorbildauswahl
+  Details
+  Gussqualität
+  Bemalungsvarianten
+  Preis

+/- Nietendarstellung

-  Keine Gurte für die Sitze


StiftRoyal

Hi, danke für die Vorstellung!!!!

Das ist ja mal ein Brecher, einer der meist vertretenen Helis bekommt endlich einen würdigen Bausatz! Hier werde ich echt schwach, wenn ich nur daran denke die Orangene Bemalung zu verwittern  :love:  :love:  :love: .

Gruß,
Stefan

marjac99

 :klatsch:
Endlich! Ich hab schon seit langem Decals von DFHeloStuff für den Mi-8. Jetzt bin ich gespannt, wie der Zusammenbau funzt. Machst du einen BB?
lieben Gruss,
Martin
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Nietenzählen? Nein danke!

Aktuell auf dem Tisch: der GT-T und die Grumman G-21 Goose

Gøran

Vielen Dank für die tolle Vorstellung  :P  .

knightofthesky

Danke für die Vorstellung!
Die Teile machen einen guten Eindruck...vor allem scheint der Innen-/Frachtraum ansprechend detailiert zu sein.
Die Struktur der Innenseite der Hecktüren und des Bodens sieht z.B. toll aus.

mirami