Dieses Modell ist Teil eines größeren Projekts. Gekauft habe ich das gute Stück, bevor mir klar wurde, dass das Internet auch im Bereich Modellbau eine gute Info-Quelle ist :rolleyes: . Naja, zu Roden findet man viele "mixed emotions", so geht es mir auch hier. Um ehrlich zu sein ist mir jetzt schon klar, dass die Firma meine blacklist eröffnet hat :5: . Leider habe ich noch einen Tank-Opel-Blitz von denen rumliegen. Wie auch immer... aus psychologischen Gründen und auch um evtl. was von Euch zu lernen, beginnt hiermit der Baubericht mit integriertem Review des Bausatzes.
Review Bausatz:
1. Schickes Bild auf dem Klappkarton nach guter alter Revellmanier.
2. Theoretisch kann man wohl auch die frühen Serien mit dem Inhalt bauen und es gibt Zusatzmaterial für Raketen mit Rosten und zwei Zusatztanks, die alternativ an den Flieger gehängt werden können. Zumindest letzteres kam wohl auch bei den späten Modellen (wie hier) zum Einsatz. Raketen afaik nur früh im Krieg.
3. Das Cockpit ist innen ganz gut detailliert (Seitenwände, Funkgerät hinter dem Sitz). Es stehen zwei ungeteilte Cockpithauben zur Wahl, nur die eine ist für den S.66 gedacht. Leider kann man nicht beide zersägen, um das Cockpit "verlustfrei" geöffnet darzustellen, da jeweils beide Hälften (Frontteil und Schiebehaube) unterschiedlich sind / weiterentwickelt wurden. Die Gußäste weisen einiges an Flash auf.
4. Guter Ansatz aber schlecht umgesetzt: Die Auspuffstutzen sind getrennt vom Rumpf, ich weiß blos noch nicht wie ich sie nach dem Lackieren des Rumpfes einbringen soll. Da ist nämlich ein Loch, wo sie hingehören, keine Fläche...
5. Decals sehen gut aus, kleine Markeriungen sind allerdings keine dabei.
6. Die Anleitung besteht auf einem doppelseitig bedruckten gefalteten DIN A4-Blatt. Zumindest die Nummern der Höhenleitwerke sind falsch. Würde man bauen wie angegeben, wären die beiden Seiten unterschiedlich. Werde mich an der Rückseite des Kartons orientieren, da ich hierzu in meiner Literatur nichts eindeutiges gefunden habe.
Zum Bau, soweit ich bisher bin (Rohbau demnächst fertig)
Nichts passt gut zusammen...
1. fertiges Cockpit passt nicht in die Rumpfschale,
2. Seitenfenster ebenso. Letzere sollte man "leicht geöffnet darstellen", das ist zumindest auf allen Fotos die ich gefunden habe so. Vermutlich war es im Cockpit heiß oder abgaslastig oder beides. Ich hab's natürlich erst zu spät gelernt...
3. Rumpf ist verzogen, es ergeben sich große Spalten in fast allen Bereichen. Die hier notwendigen Werkzeuge heißen Feile, Messer und Fräse, das dazugehörige Material Putty und Cyanoacrylat. Bei letzterem denkt man doch gleich an Selbstmord bzw. WK2-Interessierter "Führerbonkaaa" :D
4. Flächen-Konstrukt passt nicht an den Rumpf. An den Flächen sind unten außerhalb der Fahwerksanbringung je eine Beule dargestellt, die ich werde auf historischen Fotos noch in anderen Darstellungen gefunden habe. Weiß jemand was dazu? :winken:
5. Leider sind mir die Decals fürs Instrumentenbrett gleich mal beim Verschieben zwecks aufbringen zerfallen, obwohl ich sehr vorsichtig war.
Jetzt mal noch eine allgemeine Frage: Wie bekommt man den speziellen Revell-Kleber für transparente Bausteile so dünn an die entsprechenden Stellen, dass die Teile auch transparent bleiben? Ist mir selbst mit einem Zahnstocher nicht gelungen. Kann man den irgendwie flüssiger machen oder ist das ein schlechter Kleber?
Boar, die Roden Kits können echt mies sein. Hier lohnt ja fast ein Tauchbad in Spachtelmasse mit anschließenden Beischleifen bis man wieder Kunststoff erkennen kann. Das ist ja fast Mach2 Niveau.
Ja, das ist ein wirklicher Spass
Hätte mich auch gewundert wen bei Roden etwas ohne Schnitzarbeiten passt.
Ein Tipp von mir Decals vor Verarbeitung mit "Liquid Decal Film" von Microscale oder ähnlichem überziehen, lösen sich sonst mit Sicherheit in Wohlgefallen auf.
Gruß
Manfred
Zitat von: yogy in 07. Februar 2026, 13:11:34Jetzt mal noch eine allgemeine Frage: Wie bekommt man den speziellen Revell-Kleber für transparente Bausteile so dünn an die entsprechenden Stellen, dass die Teile auch transparent bleiben? Ist mir selbst mit einem Zahnstocher nicht gelungen. Kann man den irgendwie flüssiger machen oder ist das ein schlechter Kleber?
Zuerst mal wünsch ich viel Spass noch mit Spachteln und Schleifen, wird schon! Was deine Frage betrifft, ich benutze den Kleber nicht, ich benutze entweder Weißleim, der wird in der Regel durchsichtig genug oder Humbrol Clearfix, der ist von Anfang an immer klar.
Die Beulen an den Tragflächenunterseiten sind ungefähr an der Stelle wo sonst die kleinen Bombenaufhängungen waren oder wo die Zusatztanks waren.Ich würde das weg schneiden und vernüftige Halterungen machen
Manfred, Martin: Danke für die Tips, probier' ich mal aus.
Zitat von: Waschbär in 11. Februar 2026, 17:24:31Die Beulen an den Tragflächenunterseiten sind ungefähr an der Stelle wo sonst die kleinen Bombenaufhängungen waren oder wo die Zusatztanks waren.Ich würde das weg schneiden und vernüftige Halterungen machen
Ah, bist Du auch ein Opfer dieses Bausatzes :winken: . OK... das Thema hatte ich schon wieder verdrängt, aber danke!
Gestern habe ich ca. 1 Stunde an der Verkleidung des Ölkühlers und seiner Auslassklappe gefeilt, das wird. Nun noch den Wasserkühler hübsch formen und dann... Tadaaah... Das nächste und aber auch quasi letzte Riesenproblem:
Die Schiebehaube soll ja auch im geschlossenen Zustand etwas über das "Razorback" dahinter ragen, passt aber im Bausatz nicht drauf :5: . Entweder ich nehme die "early" Haube, die ist kürzer. Oder ich schrubbe auch noch das "Razorback" passend. Nach der LaGG braucht es auf jeden Fall einen jener Bausätzen, deren Teile sich von allein magnetisch anziehen und lückenlos verspachteln. Eduard soll ja solche Kandidaten im Programm haben...
Nein , das nicht. Ich baue nicht in 72, mein Maßstab ist 1/48. Ich habe die von ICM gebaut und nach Büchern.
Hier kannst sie sehen :
https://www.scalemates.com/de/profiles/mate.php?id=14584&p=albums&album=104903
Sehe grade das Du beim Spachteln die Lufteinlässe an den Flügeln zugespachtelt hast
Zitat von: Waschbär in 12. Februar 2026, 13:05:54Sehe grade das Du beim Spachteln die Lufteinlässe an den Flügeln zugespachtelt hast
Alder, muß isch aufbohren die schaisndrecks Maschin :3:
Sorry wegen der Wortwahl, ist auch nur zitiert von Dragan und Alder:
https://www.motor-talk.de/videos/dragan-und-alder-3er-bmw-v3446132.html
Im Ernst: Jupp, danke, ich weiß. Sollte ich dran denken vor dem Grundieren...
Kein Problem, Spaß muß sein.
Grundieren !!???
Ich hab in 42 Jahren meiner Modellbaukarriere noch NIE !!! ein Modell grundiert.Schade um Zeit und die Gravuren.
Konnten Dir meine Fotos helfen ?
Grundieren: Hm, zumindest hat es mir vor dem Lackieren gezeigt, dass die Oberfläche noch nicht sauber ist. Und selbst die feinen Gravuren, die es ja bei diesem Bausatz durchaus gibt, bleiben erhalten so wie ich es mache: unverdünntes AMMO One Shot bei ca. 3 bar, 0,3mm Düse.
Fotos: Oh danke, hab ich jetzt erst gesehen. Schön gebaut, man kann ja sogar teilweise das "Holz" sehen! Ich orientiere mich an dem Gordon/Khazanov Buch, steht seit meiner Flight-Sim-Zeit im Bücherregal. Werde die Maschine aber vermutlich in Grün/Schwarz tarnen, der Übergang auf grau/grau war ja irgendwann Ende '43... und in grau habe ich schon eine La-5FN :3:
PS: Hab' zu dem Thema spaßeshalber mal "die KI" gefragt und eine überraschend kompetent wirkende Antwort erhalten:
ZitatUmstellung 1943 – Einführung der Grau-Tarnung
Mit der NKAP-Vorschrift vom Juli 1943 (Volkskommissariat für Luftfahrtindustrie) wurde ein neues Standardschema eingeführt:
AMT-11 Grau-Blau
AMT-12 Dunkelgrau
Unterseiten weiterhin AMT-7 Hellblau
Diese Änderung erfolgte offiziell im Juli 1943.
Gründe für die Umstellung
Bessere Tarnwirkung in mittleren Höhen
Anpassung an Luftkämpfe gegen die zunehmend grauen Tarnschemata der Luftwaffe
Reduzierung des starken Kontrasts von Schwarz/Grün
Erfahrungen aus 1941–42
Betroffene Muster
Ab Spätsommer/Herbst 1943 erschienen neu produzierte Maschinen im Grauschema, u.a.:
Yakovlev Yak-9
Lavochkin La-5FN
späte Serien der Yakovlev Yak-7
Wichtig:
Frontreparaturen führten zu Mischmustern.
Viele 1943 gebaute Maschinen flogen noch mit Grün/Schwarz.
Die vollständige Durchsetzung dauerte bis 1944.