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darkmoon2010

Autor Thema:  Aichi D3A in 1/48  (Gelesen 2645 mal)

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Nihon Kaigun

  • Gast
Aichi D3A in 1/48
« am: 12. April 2005, 13:25:06 »
trägergestützter Sturzkampfbomber Aichi D3A1 Codename "Val"    


Hersteller: Revell / Hasegawa
Artikelnummer: 4565
Maßstab: 1/48
Teile: 117
Preis 9,00 + Versand in Onlineshops, ab 2 € bei Ebay
Modellgröße: Länge 209 mm x Spannweite 296 mm





[ALIGN=justify]Historischer Hintergrund
Was die Ju 87 für die Luftwaffe war, stellte die "Val" für die japanische Marine dar. Und in der Tat, eine Ähnlichkeit mit deutschen Produkten ist erkennbar - vor allem bei den Tragflächen und dem Leitwerk, waren doch Konstrukteure von Aichi 1937 nach Deutschland zu den Heinkel-Werken geschickt worden, um neue Techniken kennen zu lernen.
Mit der anfänglichen japanischen Lufthoheit im Pazifikkrieg demonstrierte sie eine Zielgenauigkeit, die bei den Alliierten Ihresgleichen suchte. Besonderen Anteil hatte sie an den Angriffen auf Pearl Harbor und den Trägerraids im Indischen Ozean im April 1942 (05.04.1942 zwei britische Kreuzer plus Geleitschiffe, 09.04. leichter Träger "HMS Hermes"). Nach der Niederlage bei Midway im Juni 1942 vorrangig an landbasierte Schuleinheiten abgegeben, kam sie, nun hoffnungslos veraltet, bei der Verteidigung der Philippinen im Oktober 1944 und bei Kamikazeangriffen 1945 noch einmal zum Einsatz, ohne nennenswerte Erfolge erzielen zu können.

technische Daten
Länge 10,20 m x Spannweite 14,37 m x Höhe 3,85 m

Antrieb
Höchstgeschwindigkeit 382 km/h
Reichweite 1820 km

Bewaffnung
2 x starre 7,7 mm MG im Rumpf
1 x 7,7 mm Abwehr-MG
1 x 250 kg Bombe unter dem Rumpf
2 x 60 kg Bomben unter den Flächen

Beschreibung:  

Der Bausatz
Hasegawa oder Revell? Die Frage stellt sich jedem, der dieses Modell bauen möchte, da die Form von beiden Herstellern verwendet wird. Nach dem Öffnen des - nunja diskussionswürdigem? - Kartons kommt eine Tüte zum Vorschein, welche sechs Gießäste enthält. Wann werden die Hersteller endlich anfangen, die Äste einzeln einzutüten? Auf jedem großen Bauteil finden sich Kratzer und ein Teil dürfte deshalb auch abgebrochen sein. Geiz ist geil, sechs Tüten geiler! Lediglich die Klarsichtteile sind separat verpackt.

Gebaut werden kann eine recht farbenfrohe Maschine des Flottenträgers "Soryu", die beim Angriff auf Pearl teilgenommen hat oder eine eher unscheinbare Maschine von Capitän Ema vom Flottenträger "Zuikaku", ebenfalls zum Zeitpunkt Pearl.

             

Die Bauanleitung
Revell und die Bauanleitungen. Bis auf die Farbangaben, die hier wieder nur in Revellfarben angegeben sind, kann man nicht meckern. Stolze 36 Bauabschnitte, verteilt auf 10 Seiten - hier sollten wirklich keine Fragen offen bleiben. Schön auch die Vierseitenansicht zur Bemalung - auch wenn man sie in unserem Fall nicht benötigt. Wer sich für die "Zuikaku"-Version entscheiden sollte, dem sei die Mr.Color-Mischung 95% ("318") + 5% ("9") mit auf dem Weg gegeben, dass passt etwas besser. Ein genaues Mischungsverhältniss zu diesem Farbton habe ich bislang leider nicht finden können - hier geht nichts über das Probieren. Zur Motorabdeckung sollte man ebenfalls nicht den von Revell angeegbenen Anthrazit-Ton verwenden - 60% ("5") + 40% ("2") (Hasegawa-Mischverhältnis) oder 60% ("5") + 35% ("2") + 5% ("3") erscheinen ebenfalls stimmiger, wobei auch hier wieder im Internet gesucht werden sollte.

           


Die Decals
Ich weiß ja nicht, ob die Hasegawa-Decals besser sind, die von Revell verdienen die Note durchschnittlich. Die Farben weisen einen mir nicht ganz erklärlichen Versatz auf. Während bei Decals 14 das Blau dort ist, wo es sein sollte, kommt bei Decal 13 ein Versatz von einem halben Millimeter zu stande. Alle Decals weisen einen zusätzlichen Versatz von einem weiteren halben Millimeter auf. Schön das Typenschild, dessen Schrift jedoch ein wenig zu fett gedruckt erscheint, weniger schön diese Dicke der Decals insgesamt.

   


Die Details
Die Gravuren sind hervorragend ausgeführt und in einer Stärke, die angesichts des Maßstabs stimmig erscheint. An vereinzelten Stellen tauchen Einschlüsse im Plastik auf, die jedoch allesamt mit feinem Schleifpapier beseitigt werden können.

       


Dem nackten Rumpfinneren wird eine zusätzliche Panele verpaßt. Einzig störend wirkt das mitangegossene Handrad.

 


Der Motor. Hier fehlt irgendwie mehr Tiefe. Mal sehen, wie es aussehen wird, wenn er unter der Abdeckung verschwindet. Bei dieser sieht man die bereits erwähnten Kratzer.

   


Beim Leitwerk und dem Fahrwerksabdeckungen könnte man der Kratzer wegen schreien: "Sehen die das bei Revell nicht?" Insgesamt stellt das Fahrwerk den "Schwachpunkt" des Bausatzes dar. Die Reifen haben zwar eine Abflachung, dafür aber kein Profil.

     


Die schönsten Details verschwinden im Loch der Ahnungslosen (sprich Cockpit), wäre nicht die offen darstellbare Kanzel. Anders als bei anderen Herstellern, bei denen man die Kanzel entweder mühsam mit einen Scalpell teilen muss oder eine geschlossene Haube aus mehreren Einzelteilen zusammen bauen muss, bietet Revell gleich zwei Varianten an. Wobei eigentlich nur die offene in Frage kommt... Das Abwehr-MG ist als solches zu erkennen - zum Glück baut Murdock nicht solche Flieger, er hätte bestimmt was auszusetzen ;) Dies kann im Übrigen in drei Varianten gebaut werden (eingeklappt im Cockpit, halb oder ganz ausgefahren). Was beim Ast F besonders auffällt, sind die vielen Auswurfmarken. Diese stellen jedoch auf dem ersten Blick keine Schwierigkeit dar.

     

   


Veredelungen
Obwohl ich gewarnt wurde, dass der Originalbausatz bereits von sehr guter Qualität sei, konnte ich nicht wiederstehen und habe mir den Detailsatz von Eduard geholt.

Hersteller: Eduard
Artikelnummer: 48 259

 


Die Bauanleitung ist in A4 und hält 17 Schritte zur Veredelung bereit. Doch was kann verbessert werden? Da wäre zum einen der Amaturenträger, der mittels Photofilm und Ätzteil in insgesamt 6 Teilen (ursprünglich zwei) aufgewertet wird.

 

       


Insgesamt muss man einige angegossene Teile von der Wandpanel abtrennen, darunter auch das bereits erwähnte Handrad. Wenn wir Eduard nicht hätten, müsste die Sauerstoffflasche runterfallen, wenn sie nicht am Wandpaneel angegossen wäre. Eine kleine Aufwertung des Motors, ein abgeänderter Fanghaken und ein Trittbügel stellen die gröbsten Verbesserungen an der Außenseite dar.

 


Das Maschinengewehr bekommt noch ein Visier, die Kanzeln Haltegriffe und die Bomben neue Steuerflächen, kleine Propeller und Halteösen.



Fazit:

Vorteile
++ detailiertes Cockpit und Inneneinrichtung
++ Gravuren
++ übersichtliche Bauanleitung
+ Preis (für das Revell-Modell)
+ zwei Kanzeln

Nachteile
- Decals
- fehlendes Reifenprofil

Der Originalbausatz ist schon eine Augenweide. Die Kratzer auf dem Rumpf sowie die vereinzelt auftauchenden Einschlüsse im Plastik sollten entfernbar sein. Getrübt wird der Eindruck lediglich durch die dicken Decals. Wer die geschlossene Varainte bauen will, für den lohnt sich der PE-Satz von Eduard nicht wirklich. Der Trittbügel sollte leicht selbst hergestellt werden, die Leitflächen der Bomben ebenfalls. Der Rest des Satzes beschränkt sich vorwiegend auf das Cockpit, welches im geschlossenen Zustand aufgrund der Kanzelverstrebungen kaum einzusehen sein sollte. Insgesamt erhält man ein wegen des starren Fahrwerks ein recht anachronistisch wirkendes, aber doch ansprechendes und bei der "Soryu"-Version recht farbenfrohes Modell![/ALIGN]

edit: zusätzliche Bilder und verlegt auf http://www.modellmarine.de