Wie die Wasserlöslichen Tamiya Farben verdünnen?

Begonnen von NetRider, 11. Mai 2007, 14:17:13

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NetRider

Hallo zusammen, ich habe da mal eine Frage, und zwar wie ich die Wasserlöslichen Tamiya Farben verdünnen kann, wenn sie Wasserlöslich sind, kann ich sie dann auch mit Wasser verdünnen? Oder brauche ich da einen spezial Verdünner?

mfg
Marcus

panzerchen

Wasser oder Alkohol, in beliebigem Mischungsverhältnis.
Alkohol löst allerdings darunterliegende Acrylfarbschichten an.

Ich selber verwendete jahrelang stinknormales Hahnenwasser ( etwa 15 Grad dGH ).
Seit einiger Zeit benutze ich zum Verdünnen zum Spritzen meistens  Isopropylalkohol,--> das vielzitierte Isopropanol.
Ich habe aber auch schon erfolgreich mit Brennspiritus verdünnt und gespritzt,  es stinkt allerdings gotterbärmlich !

Im Grunde geht jeder Schnaps.

Und es ist sicher auch kein Fehler, den Tamiya Verdünner zu nehmen.
( gibbet da nicht 2 verschiedene ????  )

NetRider

Hi Panzerchen, danke für die Info, ja ich habe auch schon mal gesehen, dass es zwei verschiedene Tamiya Verdünner gibt, was mit nur nicht klar ist, warum? Wenn man die Farben mit Wasser verdünnen kann.

mfg
Marcus

Hans

Also, es gibt keine zwei verschiedenen Verdünner für diese Farben. Es gibt nur einen, den Tamiya X20A. A wie Acryl. Der andere ist für die Enamels von Tamiya. Aus irgendwelchen blödsinnigen Gründen bekommt man zwar den Enamel-Verdünner zu kaufen bei uns, aber die dazugehörigen Farben nur extrem selten. Also nochmal: Tamiya X20A ist es.

Alternative:  Gunze Verdünner für die Aquaeus Hobby Paints. Geht genauso gut, ist absolut gleichwertig.

Der Vorteil dieser Verdünner ist einfach das bessere Lösungsverhalten und die Möglichkeit, wirklich feinste Linien zu spritzen. Bei Wasser oder Ethanol etc. geht das nicht so fein runter.


Alternative: Isopropanol. Geht ebenfalls sehr gut. Nicht immer einfach zu beschaffen. Wer keine feinsten Linien braucht, ist mit Alkohol gut beraten. Löst auch an/eingetrocknete Farbe gut wieder an.


Alternative: Spiritus. Panzerchen hat da offensichtlich den guten alten Brennspiritus erwischt, wahrscheinlich seit 1973 in Keller gelagert...  :D . Heutzutage gibts geruchsfreien Spiritus. Handelsname zB AHK-Spiritus, gibts zB beim Drogeriemarkt Müller oder bei Obi.  Keinerlei Nachteil gegenüber Isopropanol. Geht sehr gut.

Anderer Ethanol geht auch perfekt, muss ja nicht Spiritus aussen drauf stehen. Aber da gibts jetzt wieder ggf. Geruchs- und Beschaffungsprobleme.

Wasser: Geht, aber naja. Panzerchen pinselt damit u.a. seine Panzer an, wenn man unbedingt Tamiya-Acryl zum Pinseln nehmen will, ist das das Mittel der Wahl. Zum Spritzen würde ich es nicht nehmen, allenfalls für einfarbige grossflächige Lackierungen.

H.
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

panzerchen

Wahrscheinlich kann man auch mit Red Bull verdünnen.

Ich widerspreche den Empfehlungen vom Hans nicht, denn ich kenne seine Kompetenz.
Dessen ungeachtet sind seine und meine Erfahrungen nicht zu 100% deckungsgleich, vielleicht auch nicht die Ansprüche.

Dieses alte Modell ( nur 1 Beispiel ) ist ganz sicher Tamiya Acryl mit Hahnenwasser verdünnt gespritzt, ich gebe aber zu, daß die Tarnflecken nicht allzu prägnante Begrenzungen aufweisen.
Je nach Aufgabenstellung funzt Hahnenwasser also recht gut !



Ich gehe heute sogar soweit, bei kleineren Militärmodellen sogar Gunze Acrylfarben mit Hahnenwasser verdünnt zu pinseln, obwohl es so seine Tücken hat, das glitscht gern über die Plastikoberfläche und schäumt-->die Blasen können u.U. nach dem Trocknen noch weiter bestehen ( das wird bei mir immer als Rost umgefunzt.   :4:

Und ich hatte lange Jahre die matten Tamiya Acryle ( XF.... ) mit Hahnenwasser verdünnt großflächig gespritzt ( 1:32 Flugzeuge ), die Oberflächen, das muß ich aber anmerken, waren dann extrem matt, schon fast rauh zu nennen !
Das läßt sich aber mit einem Tuch oder Pinsel bis hin zu Speckglanz polieren !

Aber ich stimme Hans sehr wohl zu:
Für allerbeste Ergebnisse ist der Griff zu den Original Werkstoffen und Materialien sicher zielführend.
( Tamiya und Gunze spritze ich ja jetzt ohnehin mit Isopropanol. )

deleted_Account

Also ich hatte einmal Tamiya-Farbe mit Wasser verdünnt. Es ging in die Hose die Farbe konnte ich nachher wegschmeißen. Das wasser hat sich nicht mit der farbe vertragen. panzerchen vieleicht habt ich bei euch ein sehr weiches Wasser. Nur bei uns im südlichtsten Süden ist das Wasser sehr Kalkhaltig. Hat wahrscheinlich daran gelegen. Ansonsten hat es Hans schon erklärt.

Gruß Maeks :woist:

panzerchen

mittelhartes Wasser, etwa 15 Grad dGH-->deutsche Gesamthärte.
Hartes einheimisches Wasser ( 26 Grad dGH ) gemischt mit etwa 50 % weichem Bodenseewasser.

Wie äußerte sich konkret "hat sich nicht vertragen."  ????

P.F.N.

Hallo,

ich will hier jetzt nicht klugscheissen, aber ich verwende auch nur Wasser für die Acryfarben. Ich habe nun 'mal destilliertes probiert und bin auch damit sehr zufrieden. Alkohol nehme ich nicht, da ich in der Bude spritze und Raucher bin - das passt leider nicht zusammen  :rolleyes:

Schönen Gruß

Paul  :winken:
Aktuelles Projekt: Diorama, mittelalterliche Stadt zu Tudorzeiten 1/72

Murdock

ZitatDer Vorteil dieser Verdünner ist einfach das bessere Lösungsverhalten und die Möglichkeit, wirklich feinste Linien zu spritzen. Bei Wasser oder Ethanol etc. geht das nicht so fein runter.

Grundsätzlich richtig, sofern man den kleinen Hebel an der Double-action auch dosiert einsetzen kann....:D

ZitatHartes einheimisches Wasser ( 26 Grad dGH ) gemischt mit etwa 50 % weichem Bodenseewasser.

Ich lebe in einer Kalksteinverwerfung (Sauerland) und der Bodensee ist weit weg.  :evil:  Ich denke, ich bleibe beim AHK. Da spare ich mir auch die Wassermischerei.  :tongue:

 :winken: Murdock

panzerchen

Der Bodensee ist auch von hier aus weit weg.
Nee, im Ernst:
Neckarsulm ist an die Wasserversorgung aus dem Bodensee angeschlossen.
Die Wasserwerke Neckarsulm mischen das Bodenseewasser zum heimischen sehr harten Wasser hinzu.
Das Ergebnis:
aus der Wasserleitung kommt Wasser mit etwa 15 Grad dGH, also mittelhart.

Und nach wie vor pinsele ich immer wieder mal 1:35 Panzer mit Tamiya XF.... nur mit diesem Hahnenwasser verdünnt ( die Grundfarbe ! ).
manchmal muß ich ein 2. Mal darüber pinseln, da warte ich aber keine Viertelstunde, sondern wen nich an einem Ende fertig geworden will geht´s am Anfang gleich wieder weiter.
So fix wie ich mit meinen ollen Knochen pinsele, so schnell kann sich die Farbe gar nicht lösen !    X(

Aber nochmals:
Ich will  ja keinesfalls von den anderen o.g. Lösungen abraten.

Nachteil von Wasser im Gegensatz zu Alkohol:
man kann es nicht trinken !      trinken

Hans

Ich denke, man darf ganz bestimmt nicht vergessen, was eigentlich gespritzt werden soll und wie da die Anforderungen sind. Wenn ich von 'fein' spreche, mein' ich Linien unterhalb eines Millimeters. Oder zb eine Flecktarnung an einer Bf 109. In 1/144.  Und da gibt der Originalverdünner bzw Gunze wirklich den letzten Kick.

H.
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Spritti Mattlack

Man kann auch am falschen Ende sparen.

Soooo  unerschwinglich ist doch Isopropylalkohol, Brennspiritus, Tamiya- oder Gunze-Verdünner nun auch nicht.

Ich jedenfalls würde da eher auf No. Sicher gehen.

Spritti :winken:
A man who is tired of Spitfires is tired of life

Hans

Bingo! Zudem  braucht man zum Einstellen der Spritzfähigkeit ja nun wirklich nur ein paar Tropfen des edlen Zeugs. Zum Säubern der Spritzpistole reicht ein billigstes Wasser-Spüli-Spiritusgeschmisch.

AHK-Spiritus kostet so um die 2€ bis 2,50 € der Liter.

H
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger