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Autor Thema:  3D-Drucker - Tipps und Tricks  (Gelesen 61425 mal)

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Duckdalb

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Re: 3D-Drucker - Tipps und Tricks
« Antwort #90 am: 06. Dezember 2019, 23:19:14 »
PS Hier nochmal das Modell:
https://abload.de/img/deertaur504gkxb.jpg

Das Modell wurde jetzt im SLS-(Pulverdruck-) Verfahren gedruckt. Sowohl der Standard-FDM-Druck als auch ein Druck mit ABS und auswaschbaren Stützen konnten nicht angefertigt werden.

Offenbar ist so ein Modell in einem Stück grenzwertig für die üblichen Druckverfahren und erzwingt eine Zerlegung in Einzelteile. Das Papierschichtverfahren könnte noch funktionieren und soll sogar farbige Modelle liefern...

Die Oberfläche von Nylon ist sandig-rauh und das Modell ist - obwohl voll - sehr leicht. Es wirkt zudem sehr spröde. Die Feinheiten sind sehr gut rübergekommen, auch die Finger sind alle dran, allerdings sieht man die Schichtung (das Modell lag anscheinend beim Druck) bei flachen Wölbungen. Das Material PA12 ist leicht diffus-transparent - fast zu schade zum Anmalen...

Das Modell hatte. da es für FDM vorgesehen war, keine Ausgießöffnungen. Aber so immens groß ist das Volumen ja nicht (Höhe des Modells: ca. 20 cm), als dass es innen hohl sein müsste.

Apropos: welche Grundierung und welche Farben kann man empfehlen? Leider habe ich kein Abfallstück zum Testen... Das Material nimmt laut Datenblatt nicht unerheblich Wasser auf, sollte also vorlackiert werden.

« Letzte Änderung: 06. Dezember 2019, 23:34:30 von Duckdalb »

Marco Scheloske

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Re: 3D-Drucker - Tipps und Tricks
« Antwort #91 am: 07. Dezember 2019, 03:28:10 »
Habe mal von einem berufsmäßigem Modellbauer den Tipp bekommen, für Pulverdrucke "Clou Schnellschleifgrund" zum schließen der unzähligen mikroskopischen Poren zu verwenden. Nehme seitdem nichts anderes mehr, denn das klappt super. 2-3 Lagen aufpinseln, zwischendurch GUT trocknen lassen (da viel Grundierung durch Kapillarwirkung in das Modell hineingezogen wird - es fühlt sich schnell trocken an, weil an der Oberfläche nichts mehr ist, aber der Lack ist dann IM Druck und muss auch dort Zeit zum trocknen haben). Die Oberfläche wird dadurch deutlich glatter. Im Anschluss kann mit beliebigen Farben lackiert werden, ich verwende meist Acrylfarben auf Wasserbasis.
Gruß aus MG und "Just glue it!"
Marco (Triliance.de), "The Baseman"


Duckdalb

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Re: 3D-Drucker - Tipps und Tricks
« Antwort #92 am: 07. Dezember 2019, 13:28:27 »
Hört sich gut an. Ich weiß nicht genau, ob es genau PA12 ist, oder doch ein Abkömmling. Aber der Kunststoff soll sehr widerstandsfähig sein. Bloß nicht gegen Säuren. Habe gelesen, man könne ihn mit Ameisensäure kleben... naja, muss ich nicht ausprobieren...  :rolleyes:

PS Gibt es Unterschiede zwischen Clou 300 und Clou G1? Ist beides Nitrozelluloselack, und eigentlich beides für Holz gedacht.
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2019, 13:36:29 von Duckdalb »

bughunter

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Re: 3D-Drucker - Tipps und Tricks
« Antwort #93 am: 07. Dezember 2019, 20:28:51 »
Der "Clou Schnellschleifgrund" ist geniales Zeuch, das nehme ich auch für meine Holzarbeiten, z.B. die Luftschrauben. Nur leider verschwindet es nach und nach aus allen Baumärkten - meine Standardquelle, an der ich täglich vorbeikomme, ist bereits versiegt :12: Stattdessen haben sie jetzt so einen wasserbasierten Müll :5:
Habe das geahnt und habe noch eine Packung Reserve, ich hoffe, die reicht ewig!

Viele Grüße,
Bughunter

Wikipedia sagt: "Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit."
Deshalb baue ich lieber verkleinerte Originale.

Duckdalb

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Re: 3D-Drucker - Tipps und Tricks
« Antwort #94 am: 07. Dezember 2019, 20:43:39 »
Ja, habe ich auch gelesen. Ist wohl zu giftig und jetzt wird es absurd übertrieben. Und dabei brauche ich ja nur 150 ml oder so (für drei Anstriche reicht das locker...).

Wahrscheinlich haben die nur Angst, man könnte daraus Bomben bauen... Wasserstoffperoxid (30%) zum Bleichen bekommt man auch nicht mehr so einfach.

Früher erhielt man noch echtes Domestos für sein Geld, wenn man was wegätzen wollte... ;)

PS Und was mache ich, wenn es den nitrobasierten Lack nicht mehr geben sollte? Kann ich auch den auf Wasserbasis nehmen? Erscheint mir bei dem gesinterten Pulvermodell nicht so sinnvoll.
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2019, 21:08:08 von Duckdalb »

bughunter

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Re: 3D-Drucker - Tipps und Tricks
« Antwort #95 am: 07. Dezember 2019, 21:57:55 »
PS Gibt es Unterschiede zwischen Clou 300 und Clou G1? Ist beides Nitrozelluloselack, und eigentlich beides für Holz gedacht.
Keine Ahnung, habe auf meine ältere Packung geschaut, da steht "G1" drauf.


PS Und was mache ich, wenn es den nitrobasierten Lack nicht mehr geben sollte?
Direkt bei Clou kaufen:
https://www.clou-shop.eu/clou-heimwerker/holzlacke/g1-schnellschleif-grundierung.html

Amazon hat es auch:
https://www.amazon.de/CLOU-Clou-Schnellschleif-Grundierung-G1-750/dp/B0053PYATY/

Viele Grüße,
Bughunter

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Duckdalb

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Re: 3D-Drucker - Tipps und Tricks
« Antwort #96 am: 21. Dezember 2019, 18:05:00 »
Ich habe mal einen Test mit Bondex Schnellschleifgrund gemacht. Greift jedenfalls nicht das Material an. Am Ende male ich es mit einfachen Lukas-Acrylfarben an... das müsste eigentlich gehen.

Die Frage ist allerdings: wohin schlägt der Nitrozelluloselack überhaupt, wenn die gesamte Oberfläche benetzt ist und außen nach Stunden schon trocken wirkt? Wirkt das nicht wie eine geschlossene Haut? Das dürfte ja innen quasi nie trocknen...
« Letzte Änderung: 21. Dezember 2019, 18:08:43 von Duckdalb »

Leitplanke

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Re: 3D-Drucker - Tipps und Tricks
« Antwort #97 am: 22. Januar 2020, 12:29:44 »
...Die Frage ist allerdings: wohin schlägt der Nitrozelluloselack überhaupt, wenn die gesamte Oberfläche benetzt ist und außen nach Stunden schon trocken wirkt? Wirkt das nicht wie eine geschlossene Haut? Das dürfte ja innen quasi nie trocknen...

Hm... Nun ja man könnte das jetzt auch mal Wissenschaftlich betrachten und einen Studie drüber machen....
Damals als es nur diese Lacke gab, wurde so was nie hinterfragt. Auch da gab es Modellteile die hier und da Hohl waren und die ausschließlich mit solchen Lacken bearbeitet wurden. Der überwiegende Teil aber ist eben nicht Hohl. Teils trifft das auch auf Resin Teile zu. Ich gehe Regelmäßig seit gut 30 Jahren den Plastik Modellbau nach und hab so was noch nie beobachtet. Nicht bei Spray Dosen und auch nicht wenn die Lacke/ Farben mit der Airbrush verarbeitet wurden und ich hab auf diese Weise und vor allem mit solchen Lacken/ Farben schon viele Modell gebaut und bearbeitet. Viel mehr vergilben der ein oder andere Lack oder der ein oder andere Gummi Reifen löst sich auf, aber die Lackoberflächen die ich mit den Lösungsmittel Lacken bearbeitet habe stehen auch heute noch wie eine 1... und alles ist durch und durch Getrocknet und könnte das ein oder andere Modell sogar mit einer Lackpolitur aufarbeiten...

Gruß

Guido
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Re: 3D-Drucker - Tipps und Tricks
« Antwort #98 am: 22. Januar 2020, 18:09:41 »
Anders, als z.B. Acrylfarben, härten Nitrocelluloslacke nur durch das Verdunsten des Lösungsmittels aus. Das Lösungsmittel kann auch durch den Lack hindurchdiffundieren, dauert aber ein bißchen.

Ich verwende Clou Schnellschleifgrundierung zum Füllen von Poren und zum Härten von allen möglichen Materialien, nicht nur Holz: Gips, Papier, Karton, ...

Für Holzwerker sind das ganz schlechte Nachrichten, daß Lacke auf Basis von organischen Lösungsmitteln so langsam vom Markt verschwinden. Die Harze im Holz sind hydrophob und Acrylharzemulsionen dringen einfach nicht so gut ein. Bei anderen Materialien, wie Gips oder Papier macht das nichts, da sie hydrophil sind.

Ich verwende Lacke auf der Basis von organischen Lösungsmitteln (Zaponlack, Schnellschleifgrundierung) auch als reversible Klebstoffe. Das wäre mit Acrylharzemulsionen nicht möglich.

Clou Schnellschleifgrundierung und andere Lacke in Blechdosen sind leider auch nicht unbegrenzt lagerfähig. Bei mir scheinen die Dosen innen zu rosten, was dann zu einer Verfärbung des Lacks führt.

Duckdalb

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Re: 3D-Drucker - Tipps und Tricks
« Antwort #99 am: 24. Januar 2020, 22:10:09 »
Die Tests mit dem Bondex-Schnellschleifgrund mache ich dann, wenn ich wieder länger lüften kann. Jetzt ist mir das bei 2°C einfach zu kalt... ;)

Die Frage, wohin Farbe verschwindet, habe ich mir bereits bei Ölmalerei auf dichten Oberflächen  und Lackierung von Revell-Modellen gestellt.
Als Jugendlicher hatte ich meine Modelle wohl immer zu früh mattlackiert, so dass man diese ca. 6 Monate und länger (!!) nicht anfassen konnte - sie klebten immer noch. Ich schätze mal, dass die darunter aufgetragenen Humbrol-Farben einfach durch den schneller trocknenden Lack eingekapselt wurden und sich durch die Lackoberfläche hindurchquälten... äh... diffundierten...