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Autor Thema:  Ätzteile selber herstellen?  (Gelesen 4310 mal)

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pucki

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #15 am: 18. August 2017, 16:35:24 »
Hier mal ein Foto meiner noch nicht geschnittenen und gebohrten Platine.

Diese soll in "Mikroserie" von mir gefertigt werden und in jedes meiner Modelle eingebaut werden. An die Bohrlöcher in der Mitte werden LED's angelötet, die kleinen Balken sind für das IC + die SMD-Wiederstände. Die dicke Kupferbahn ist Absicht. Sie ist technisch unwichtig aber sie schont das Ätzbad (je weniger Kupfer gelöst werden muss je länger hält das Bad). Erstellt wurde die Platine mit den kostenlosen KiCad.

Die Platine wurde genau so Hergestellt wie oben beschrieben. Die Konturen der Leiterbahnen sind super scharf.

Ich poste das nur damit du den Unterschied siehst.

Gruß

   Pucki
« Letzte Änderung: 18. August 2017, 16:38:01 von pucki »
Ich bin PucKi, ein älterer Mann und überzeugter Single, der immer noch versucht ein perfektes Modell zu bauen.

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #16 am: 22. August 2017, 20:52:10 »
So, ich habe am Wochenende das erste mal geätzt. Die Ergebnisse sind meiner Meinung nach ganz akzeptabel für das erste mal.
Nur ist mir ein Problem entgegengekommen, die 0.3mm Messing sind einer Seits zu stark um sie richtig zu biegen und andererseits so stark das es selbst bei Beidseitiger Belichtung immer wieder Unterätzungen gibt. Was kann ich effektiv dagegen machen? Bzw welche stärke haben die Industriellen Ätzteile aus Bausätzen?

bughunter

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #17 am: 22. August 2017, 22:07:31 »
Viele Platinen von Eduard, die ich in den Fingern hatte, hatten eine Stärke von 0,15mm. Wird aber wohl nicht für alle gelten.
Die neue Eduard "Steel" Reihe ist 0,1mm and Details wie Gurtschnallen etc, die "Gurte" sind auf 0,05 dünner geätzt.
Bei der Postkutsche hatte ich Messing in 0,3mm und sogar 0,7mm dabei, das war von beiden Seiten eher bogenförmig geätzt.

Viele Grüße,
Bughunter

Wikipedia sagt: "Ein Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit."
Deshalb baue ich lieber verkleinerte Originale.

jaykay

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #18 am: 22. August 2017, 23:07:30 »
 
Du kannst gegen das Unterätzen nicht viel machen.
Geschwindigkeit beim ätzen ist da das Gegenmittel.
In der Industrie benutzen sie Sprüh-Ätzanlagen.
Mit denen geht es wohl schneller/besser.

pucki

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #19 am: 23. August 2017, 21:04:04 »
Du musst das Teil während des gesamten Vorgangs permanent in Bewegung halten dadurch bekommst du eine gleichmäßige Ätzung.  Bei Semi-Professionellen Anlagen wird das gemacht in den man Luft von unten in die Säure pumpt. Durch die aufsteigenden Luftblasen erfolgt die Bewegung der Säure.

Sehr gut zu erkennen bei diesen Modell.
https://www.conrad.de/de/aetzstation-100-w-passend-fuer-platinen-bis-250-x-175-mm-proma-141030-1-st-530328.html

Und versuche dabei wenn möglich NICHT das Objekt an einer ungünstigen Stelle zu berühren. Bei so einer Folie würde ich auf beiden Seiten ein Loch rein machen und da ein Faden durchziehen. Und dann die Folie durch das Säurebad bewegen.

Gruß

   Pucki



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Panzerwart

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #20 am: 18. Juli 2020, 00:48:21 »
Sehr informativer Thread hier.
Kann mir jemand sagen, welche Auflösung der Laserdrucker zum erstellen der Folie haben sollte?
Danke und gruss
Jörg

wefalck

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #21 am: 19. Juli 2020, 10:23:20 »
So hoch, wie möglich, damit es keine ‚digitalen Treppchen‘ bei den Linien gibt.

Das Hauptproblem ist aber, daß meist weder Laser- noch Tintenstrahldrucker eine für unsere Zwecke ausreichende Schwärzungsdichte haben.

pucki

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Re: Ätzteile selber herstellen?
« Antwort #22 am: 19. Juli 2020, 13:41:43 »
Das Hauptproblem ist aber, daß meist weder Laser- noch Tintenstrahldrucker eine für unsere Zwecke ausreichende Schwärzungsdichte haben.

Also die Probleme hatte ich noch nie. Aber bei billigen Laser-Modellen habe ich die schon gesehen.  Aber die Industrie denkt an uns ;) Sie hat dafür TONERVERDICHTER erfunden. z.b. https://www.reichelt.de/tonerverdichter-lf-a-400-ml-tvd-lf-a-p89770.html

Aber ein Tipp. Wer kein kein (gescheiten) Laserdrucker hat, druckt die Datei einfach auf PDF. Selbst in unser Kreisstadt gibt ein ein Copy/Druckstudio was für kleines Geld die PDF auf sehr hochwertige Folie ausdruckt.  Aber SEHR WICHTIG.  Der Typ muss das 1:1 drucken, NICHT SKALIEREN.. Darauf muss man ihn speziell hinweisen.

Bevor ich ein Laserdrucker abgestaubt habe (Das alte Teil sollte in die Müll) habe ich es genau so gemacht. Hat mich pro DIN-A4 Blatt 2 Euro gekostet.

Gruß

   Pucki



Gruß

   Pucki
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