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Autor Thema:  Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen  (Gelesen 1003 mal)

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PaladinX

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #15 am: 11. Februar 2020, 12:38:29 »
@Pucki,
danke, habe ich gesehen, nur sind mir die 29,- Versand in die Schweiz ein klein bissel too much  :pffft:
Ich muss nen Lieferanten in der Schweiz finden.

pucki

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #16 am: 11. Februar 2020, 15:04:17 »
@Pucki,
danke, habe ich gesehen, nur sind mir die 29,- Versand in die Schweiz ein klein bissel too much  :pffft:
Ich muss nen Lieferanten in der Schweiz finden.

Ihr armen Schweizer ;) Sogar Amazon mag euch nicht mehr.  Aber ich hätte da vielleicht eine Alternative.

https://www.funkelkram.de/  Die Versandkosten sind selbst in die Schweiz human. Kannst ja mal drüber nachdenken.

Gruß

   Pucki
Ich bin PucKi, ein älterer Mann und überzeugter Single, der immer noch versucht ein perfektes Modell zu bauen.

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #17 am: 11. Februar 2020, 19:54:12 »
So, hab mal gekuckt welche Farben bei mir betroffen sind. Zumindest jene, wo man das gut sehen kann. Das Orange-Brown habe ich zweimal, eine etwas jüngeren Datums, da ist nix zu sehen. Das helle Blau habe ich vor kurzem benutzt, es funzt noch. Wird wohl an den Inhaltsstoffen liegen, warum nicht alle Farben sich so verhalten.

Gruß aus Hamburg
Rolf Karotka
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Hans

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #18 am: 12. Februar 2020, 00:08:14 »
Beim Blau mal abgesehen, sind die Farben eigentlich alles Eisenoxid. Praktisch alle Ockertöne, helles Ocker, alle Brauntöne bis hin zu bestimmten Rottönen. Irgendwas passiert da, was weiss ich...ich denke die braunen Spuren stammen eher nicht von der Kugel, sondern die beeinflusst irgendwie die Pigmente. Wenn ichs nicht vergesse, frag ich die Woche mal nach.
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

pucki

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #19 am: 12. Februar 2020, 22:18:12 »
Eisenoxid. ;)

Das erklärt einiges.  Soweit ich weiß reagieren Edelstahl ziemlich sauer auf "unedles Material". Ich habe schon oft Edelstahl (v4a + v2a) rosten sehen, wenn in der Nähe Fräsarbeiten (mit der Flex meist) durchgeführt wurden, und der Funkenflug Eisenpartikel gegen das Edelstahl geschleudert hat. Ich hab immerhin 20 Jahre in der Branche gearbeitet.
Und habe einige Reklamationen von Kunden vor Ort mit bearbeitet.

Ich denke mal das eine ähnliche Reaktion auch in den Flaschen stattfindet, wenn man den Farben "unedles Material" zugefügt hat.

Deshalb ja mein Tipp mit Glasperlen. Es gibt nur sehr wenige chemische Dinge die Glas angreifen können. Und meines Wissens nach hat "Otto Normalverbraucher" kein Zugang zu solchen Zeug. Ergo ist Glas die mit Sicherheit beste Alternative.

Wer Glasflaschen benutzt sollte auf Kunststoffkugeln ausweichen. Die haben zwar weniger Bums aber so überlebt wenigstens das Glas.

Gruß

  Pucki
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PaladinX

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #20 am: 13. Februar 2020, 10:24:17 »
Spannend ist das ja auch unter dem Aspekt, dass zb Mig Jimenez auf seiner Website Stahkkugeln für seine Farben empfiehlt...eigentlich muss man tatsächlich davon abraten.  :2:

jackrabbit

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #21 am: 13. Februar 2020, 14:25:29 »
Hallo,

Ich habe schon oft Edelstahl (v4a + v2a) rosten sehen, wenn in der Nähe Fräsarbeiten (mit der Flex meist) durchgeführt wurden, und der Funkenflug Eisenpartikel gegen das Edelstahl geschleudert hat.

dann rostet allerdings nicht der Edelstahl sondern nur die Eisenpartikel, die auf der Oberfläche anhaften.
Das Problem hat die DB auf Bahnhöfen entsprechend mit dem Abrieb der Oberleitung und Bremsen auf z.B. Edelstahlgeländern.

Grüsse

pucki

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #22 am: 13. Februar 2020, 17:46:12 »
Hallo,

Ich habe schon oft Edelstahl (v4a + v2a) rosten sehen, wenn in der Nähe Fräsarbeiten (mit der Flex meist) durchgeführt wurden, und der Funkenflug Eisenpartikel gegen das Edelstahl geschleudert hat.

dann rostet allerdings nicht der Edelstahl sondern nur die Eisenpartikel, die auf der Oberfläche anhaften.
Das Problem hat die DB auf Bahnhöfen entsprechend mit dem Abrieb der Oberleitung und Bremsen auf z.B. Edelstahlgeländern.

Grüsse

Mag sein, aber diese kleinen Partikel haben dann große Löcher in das Edelstahlrohr gefressen.

Gruß

   Pucki
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Marco Scheloske

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #23 am: 13. Februar 2020, 19:12:53 »
Spannend ist das ja auch unter dem Aspekt, dass zb Mig Jimenez auf seiner Website Stahkkugeln für seine Farben empfiehlt...eigentlich muss man tatsächlich davon abraten.  :2:

Nicht, wenn man Farben herstellt und verkauft. Rost in den Farben steigert dann den Umsatz...  :D
Gruß aus MG und "Just glue it!"
Marco (Triliance.de), "The Baseman"


jackrabbit

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #24 am: 13. Februar 2020, 19:40:43 »
Hallo,

Mag sein, aber diese kleinen Partikel haben dann große Löcher in das Edelstahlrohr gefressen.

Das mag ich kaum glauben.  :4:
Vielleicht sollte ich meinen Dipl.-Ing. zurückgeben und meinem Chef die Kündigung anbieten.  ?(

Mal ganz ehrlich:  wenn ich so etwas lese, vergeht mir auf Dauer die Lust, mich hier fachlich einzubringen.

Grüße
« Letzte Änderung: 13. Februar 2020, 19:44:09 von jackrabbit »

Wolf

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #25 am: 13. Februar 2020, 22:26:32 »
Was soll das?
Wenn jemand etwas sachlich falsches anbringen sollte, kann man darauf fachlich sachlich antworten, wenn es was zu berichtigen gibt. Aber nur stumpf rumzupoltern hilft niemandem.
Wer Future hat, hat noch lange keine Zukunft

jackrabbit

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #26 am: 13. Februar 2020, 22:57:14 »
Hallo,

die Antwort hatte ich schon gegeben.  Soll ich sie noch einmal wiederholen?
dann rostet allerdings nicht der Edelstahl sondern nur die Eisenpartikel, die auf der Oberfläche anhaften.


Edelstahllochfraß entsteht nur in aggressiven Umgebungen und wenn die Oberfläche beschädigt wurde oder das Material nicht hoch genug legiert ist. Ab (früher) V4A  sollte aber auch, bei z.B. chlorhaltigen Wasser wie in Schwimmbädern, nichts mehr passieren.
Wenn die Kugeln in den Fläschchen also rosten, ist der (Edel-)Stahl wohl eher minderwertig und/oder der Flascheninhalt wirkt aggressiv.

Grüsse

wefalck

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #27 am: 15. Februar 2020, 11:36:50 »
Das Stichwort heißt 'Elektrochemie'. Wenn ich eine (Edel)stahlkugel in eine wässrige Lösung mit Metallen (Erdpigmente und viele andere Pigmente enthalten Metalle) gebe, dann entsteht ein 'Element', wie in einer 'Batterie' oder einem 'Akkumulator'. Was nun wirklich und in welchem Zeitrahmen passiert, hängt von der chemischen Zusammensetzung der Farbe und des Stahls ab. Auf jedenfall wir es zu einer Wanderung von Ionen zwischen Anode und Kathode kommen, wenn u.U. auch nur sehr langsam. Diese Wanderung führt zu Materialverlust, zu Korrosion.

Wie bereits von jemanandem oben bemerkt ist (Edel)stahl nicht gleich (Edel)stahl und sogenannte rostfreie Stähle sind meist nur unter bestimmten Bedingungen wirklich rostfrei. Rostfrei bedeutet nur, daß die Korrosion sehr, sehr langsam erfolgt. Rostfreier Stahl ist kein Edelmetall, wie Gold oder Platin.

Korrosion erfolgt vorallem an Ecken, Kanten, Bohrlochrändern u.ä. Das liegt daran, daß in solchen Bereichen die Metallatome weniger fest gebunden sind, als in einer ebenen Fläche. Es fehlen ihnen die Nachbarn, die sie gewissermaßen zurückhalten. In der Fläche braucht es mehr Energie, um ein Atom herauszulösen. Deswegen korrodieren auch ebene, polierte Flächen meist weniger schnell, als rauhe Flächen. Wenn ich mehrere Stahlkugeln zusammen in einer Flasche habe, schlagen sie beim Schütteln gegeneinander und es entstehen so u.U. Oberflächendefekte an denen die Korrosion ansetzen kann.

Wenn ich einen (Edel)stahl bis zur Rot- oder gar Weißglut erhitze, was eben beim Trennschleifen passiert, verändert sich seine chemische Zusammensetzung durch Oxidation und seine Struktur. Wenn sich nun ein solches heißes Stahlteilchen auf einem Edelstahl absetzt, verschweißt es mit der Oberfläche, wobei auch die Chemie und Struktur dieser Oberfläche verändert wird. Der Stahl verliert dabei meist seinen 'edlen' Charakter. Diese Stellen sind dann Ansatzpunkte für Korrosion. Wie schnell das passiert hängt von den Umgebungsbedingungen ab: ein immer feuchtes Klima mit Salz, wie an der See, begünstigt natürlich solche Prozesse.

Es ist also keine so gute Idee, Stahlkugeln, auch Edelstahlkugeln, in Acrylfarben, die ja ein wässriges Lösungsmittel haben, dauerhaft zu belassen. Falls ich wirklich meine, die Kugeln zu brauchen, würde ich eine oder zwei normale, magnetische Kugellagerkugeln nehmen und diese nach erfolgreichem Aufschütteln sofort wieder mit einem Magneten herausfischen.

Glas hat eine Dichte von um 3 g/cm3 gegenüber von Stahl mit so um 8 g/cm3. Glaskugeln sind deswegen weniger effektiv, da die Wirkung ja auf der Massenträgheit beruht. Ich persönlich habe nie die Notwendigkeit gesehen. Es ist einfach eine Frage der Geduld beim Schütteln. Irgendwie habe ich meine jahrelang unbenutzten Farben immer aufgeschüttelt bekommen. Jedenfalls würde ich lieber keine Metallkugeln in die Farbe tun - o.k. Gold- oder Platinkugeln würden gehen, kann ich mir aber nicht leisten  :D
« Letzte Änderung: 15. Februar 2020, 14:40:54 von wefalck »

Kontio

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #28 am: 15. Februar 2020, 12:30:02 »

Wenn ich einen (Edel)stahl bis zur Rot- oder gar Weißglut erhitze, was eben beim Trennschleifen passiert, verändert sich seine chemische Zusammensetzung durch Oxidation und seine Struktur. Wenn nun ein solches heißes Stahlteilchen auf einem Edelstahl absetzt, verschweißt es mit der Oberfläche, wobei auch die Chemie und Struktur dieser Oberfläche verändert wird. Der Stahl verliert dabei meist seinen 'edlen' Charakter.

Kann ich so bestätigen. Als Bautischler haben wir in Hamburg viel in Kasernen (rund um Rahlstedt/Wandsbek) gearbeitet. In einer Kaserne haben wir neue Türzargen gestellt.Die Türblätter haben unten auf jeder Seite ein 30 cm hohes Edelstahlblech zum Schutz bekommen (vielen scheint es einfacher zu sein eine Tür mit dem Fuß aufzustoßen,als mit der Hand).

Andere Gewerke waren dann aber so deppert, und haben fleißig auf den Fluren "geflext"..... :12: :12: :12:

Das Ergebnis könnt ihr Euch ja bestimmt vorstellen...Und derjenige der noch weis wie lang so ein Flur in einem alten Kassengebäude (Baujahr Ende 30) war, kann sich vorstellen wie viele Türen wir da wieder tauschen mussten !
Gruß von der Ostsee    

Dirk (Kontio)         "Bei mir stehen die Menschen im Mittelpunkt"    Jan (42) Scharfschütze

pucki

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Re: Edelstahlkugeln in Vallejo Fläschchen
« Antwort #29 am: 15. Februar 2020, 14:27:48 »

Wenn ich einen (Edel)stahl bis zur Rot- oder gar Weißglut erhitze, was eben beim Trennschleifen passiert, verändert sich seine chemische Zusammensetzung durch Oxidation und seine Struktur. Wenn nun ein solches heißes Stahlteilchen auf einem Edelstahl absetzt, verschweißt es mit der Oberfläche, wobei auch die Chemie und Struktur dieser Oberfläche verändert wird. Der Stahl verliert dabei meist seinen 'edlen' Charakter. Diese Stellen sind dann Ansatzpunkte für Korrosion. Wie schnell das passiert hängt von den Umgebungsbedingungen ab: ein immeer feuchtes Klima mit Salz, wie an der See, begünstigt natürlich solche Prozesse.

@wefalck Deine Erklärung ist viel besser als die die unser Dipl. Ing. mir damals für die Löcher gegeben hat.  :P :P :P

Das erklärt dann ja wohl auch woher die Löcher gekommen sind, die ich damals sehr oft gesehen habe. Die Umgebung war fast immer ein feuchter ungeheizter Keller.  Sobald das winzigste Loch durch das Rohr durch war, bekam der Rost übrigens sehr starke Verstärkung durch das Abgaskondensat.

Die Dauer lag i.d.R. bei 6 - 18 Monaten. Ich beziehe mich dabei auf den Zeitpunkt zwischen Lieferung des Materials und Eingang der Reklamation bei uns.

Gruß

  Pucki

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