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Autor Thema: Kleben, Spachteln, Formen Photoätzteile verarbeiten  (Gelesen 914 mal)

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Modeler´s Apprentice

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Kleben, Spachteln, Formen Re: Photoätzteile verarbeiten
« Antwort #15 am: 19. März 2020, 16:42:04 »
Wenn ich das so lese, scheint das wohl eine Wissenschaft für sich zu sein. Die Ätzteile sind wohl dünner und wesentlich zerbrechlicher, als ich annehme?

wefalck

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Re: Photoätzteile verarbeiten
« Antwort #16 am: 19. März 2020, 16:51:06 »
Dünn ist relativ. Ich denke kommerzielle Ätzteile können bis zu einer Blechdicke von 0,1 mm heruntergehen, die dann noch partiell of 0,05 mm heruntergeätzt wird.

Zerbrechlich im eigentlichen Sinne sind sie, da aus Blech nicht. Das dünne Blech verbiegt allerdings sehr leicht, weswegen es ja diverse Halte- und Biegegeräte gibt. Durch die rasche Materialermüdung bei mehrfachem Biegen enden Korrekturen leicht in Bruch an der Biegekante.

Modeler´s Apprentice

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Re: Photoätzteile verarbeiten
« Antwort #17 am: 20. März 2020, 16:36:26 »
Die Teile sind nun da. Ich muß sie eigentlich nur auf die groben Detailteile des Modells draufkleben. Nur eines muß ich leicht biegen, weil es auf eine kleine Kurve auf dem Modell muß. Soll ich das Teil direkt auf dem Modell in die Position biegen oder doch irgendwie anders machen?

Jensel1964

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Re: Photoätzteile verarbeiten
« Antwort #18 am: 20. März 2020, 17:25:42 »
Nur um mit der Angst vor Ätzteilen aufzuräumen: Das ist echt keine Wissenschaft. Wer normale, kleine Kunststoffteile verarbeiten kann, für den sind Ätzteile auch kein viel größeres Problem.
Man muss nur aufpassen, dass einem die Teile nicht wegfliegen. Das Teppichmonster liebt Ätzteile.
Man muss beim rechtwinklig Biegen aufpassen, dass man sie in die richtige Richtung biegt. Zu oft hin und her biegen führt gerne mal zum Bruch. Also: Vorher die Anleitung gut durchlesen.
Beim Bearbeiten von z.B. Relingteilen sollte man vorsichtig vorgehen, damit man die Teile nicht verbiegt/verdreht. So ein filigranes Teil wieder in die richtige Form zu bekommen ist echt schwer, wenn nicht unmöglich. Frag nicht woher ich das weiß...  :pffft:
Bei winzigen Teilen sollte man sich vorher überlegen, wie man sie verklebt. Manchmal, z.B. bei Werkzeughalterungen oder Schiffsflak, ist es sinnvoll, ein Teil an der Platine zu lassen und die anderen Teile daran zu befestigen.
So, und nun zum "an Rundungen anpassen": ich hab bei der Bf109 F und G von Eduard einen rechteckigen Decken an den Rumpf anbringen müssen. Der musste sich auch an die Rundungen des Rumpfes anschmiegen. Bei meinem ersten Versuch (Bf109 F2) hab ich das Teil ein wenig vorgebogen und dann mit Druck an Rumpf befestigt. Das ging so einigermaßen, schloss aber nicht 100% bündig ab. Metall ist da oft etwas unflexibel.
Beim 2. Versuch (Bf109 G6) habe ich das Teil mit dem Feuerzeug ausgeglüht. Dadurch wurde es weicher und ließ sich besser biegen. Dummerweise habe ich beim Abschleifen (um den Ruß zu entfernen) einen Teil der Details entfernt. Das war aber eigene Doofheit. :woist:
Insofern ist die Reihenfolge "Ausglühen, Biegen, Ankleben" eine ganz gute Idee.
Aber vielleicht hat jemand anderes hier eine bessere Idee.
Das würde mir bei der nächsten 109 helfen  :D
Viele Grüße und bleib gesund,
Jens

wefalck

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Re: Photoätzteile verarbeiten
« Antwort #19 am: 20. März 2020, 17:46:45 »
Metall hat etwas, wie ein Gedächtnis. Wenn man es biegt, möchte es (teilweise) in seine Ursprungsform zurück. Durch Ausglühen kann man das vielen Metallen abgewöhnen.

Oft ist aber gerade auch diese Eigenschaft gewünscht, um z.B. schön gleichmäßige Rundungen zu erzeugen. Wenn man ein Blech über den Gegenstand biegt, an den es angepaßt werden soll, so werden seine Enden hochstehen, d.h. daß der Biegeradius wieder größer wird. Man kann dem entgegenwirken, indem man das Blech über einen kleineren Radius biegt, als notwendig, so daß es beim Zurückspringen den gewünschten Radius erreicht.

Manchmal ist es auch besser, auf dem Teil ein Rundholz mit geringerem Radius hin und her zu rollen. Dadurch wird das Blech etwas auf der Innenseite gestreckt und rollt sich dann von selbst in den richtigen Radius. Man braucht dazu eine nicht zu harte Unterlage, etwa ein Stück Linoleum oder auch eine Schneidmatte.

Modeler´s Apprentice

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Re: Photoätzteile verarbeiten
« Antwort #20 am: 20. März 2020, 18:35:00 »
Ich werde mal versuchen den Grad der Kurve zu messen. Mal sehen, ob das klappt und ihr mir dann das geeignete "Biegewerkzeug" empfehlen könnt. Versauen möchte ich es ja nicht. Eventuell finde ich auch noch ein paar Photos vom Problem.
« Letzte Änderung: 20. März 2020, 18:36:32 von Modeler´s Apprentice »

hein52

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Re: Photoätzteile verarbeiten
« Antwort #21 am: 20. März 2020, 20:22:53 »
Wenn ich einem Ätzteil eine Rundung verpassen muss, lege ich es auf eine Unterlage aus Moosgummi oder Balsaholz (also nicht zu hart) und walze mit einem Rundmetall (z.B. Bohrerschaft) solange mit etwas Druck darüber, bis die gewünschte Form erreicht ist.

Gruß Heiner