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Autor Thema: Doppel und Mehrdecker Avia Bk. 534 D-IUIG Erprobungsstelle Travemünde - Frage zur Farbgebung  (Gelesen 1227 mal)

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Jensel1964

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Doppel und Mehrdecker Avia Bk. 534 D-IUIG Erprobungsstelle Travemünde - Frage zur Farbgebung
« am: 01. Mai 2020, 19:12:27 »
Hallo zusammen.
Aus reiner Heimatverbundenheit und weil es irgendwie mit Marine zu tun hat, baue ich grad die o.g. Maschine. Dabei stellt sich mir die Frage, welche Farbe die Maschine hatte.
EDUARD gibt an, dass diese Flugzeuge,es waren wohl drei, die 1940 für Trägertests verwendet wurden, einen tschechischen Vorkriegsanstrich hatten. D.h. die Oberflächen waren "Khaki" und die Unterseiten "Grau". Die Kennung war eine tschechische Kennung und keine Balkenkreuze.
Auf dem Karton trägt die Avia übrigens einen sehr schönen Anstrich in RLM2. Aber das kann künstlerische Freiheit sein.

Nun meine Frage: Weiß jemand, welche Farbtöne dem "Khaki" und dem "Grau" ungefähr, z.B. analog zu den RLM Farben oder den Farben eines Herstellers (ideal wäre Vallejo), entsprachen?

Die Wunschantworten wären übrigens:
1. Die Farben entsprachen RLM X und Y
2. Nimm Vallejo X und Y
3. EDUARD hat schlecht recherchiert. Die Maschinen waren in RLM2 lackiert.

Ich danke Euch im Voraus für Eure Hilfe.
Viele Grüße und bleibt gesund,
Jens  :winken:

Primoz

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Da das Flugzeug vergleichsweise dunkel aussieht, würde ich eher auf Khaki tippen.
Das Leben ist eine sexuell übertragbare unheilbare Krankheit mit tödlichem Ausgang

Hajo L.

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Habe fachlich nix beizutragen, wollte aber anmerken, dass meine Großeltern auf dem Priwall gewohnt haben und ich daher ebenfalls aus Gründen des Lokalkolorits gerne zuschaue! ;)


HAJO
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Aufgrund der Photobucket-Problematik sind zahlreiche Bilder von mir nicht sichtbar. Bei signalisiertem Interesse stelle ich die fehlenden Bilder gerne über einen anderen Host wieder online.

Flugi

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...

3. EDUARD hat schlecht recherchiert. Die Maschinen waren in RLM2 lackiert.

Jens  :winken:

Eduard macht im allgemeinen eine sehr gute Recherche. 

Jensel1964

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Ich freue mich, dass sich hier doch jemand meldet.  :D
@Primoz: Ja, ich denke auch, dass der sehr helle Farbton auf dem Deckelbild falsch ist und der Farbton eher etwas dunkler ist.
Zur Erläuterung der Farben füge ich mal einen Link zu einer meiner Lieblingsseiten im Netz mit einer Besprechung des Modells ein:
http://www.kitreviewsonline.de/avia-bk-534-von-eduard-70105/
Ich muss aber wohl einige Khakitöne mal durchprobieren, um auf den richtigen Ton zu kommen.

@HAJO: Der Norden lässt einen nicht los, oder?  :D :P

@Flugi: Da gebe ich Dir grundsätzlich recht. Allerdings wäre ein Vorschlag seitens Eduard zum richtigen Farbton (sprich, Nennung eines Herstellers und der zugehörigen Farbe) gut gewesen. Aber RLM 2 ist eine der Farben, die ich mal testen werde. Das wird aber wahrscheinlich zu hell sein.

Auf jeden Fall vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich stelle hier mal ein Bild des Modells ein, wenn ich mich für ne Farbe entschieden habe.
Viele Grüße,
Jens

Hans

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Jens, es gibt so wenige Rückmeldungen, weil die Beantwortung der Frage praktisch nicht möglich ist. Es ist ein absoluter Sonderfall und es gibt nur zwei drei Fotos. Auf denen sieht das Ding deutlich dunkler aus als PLM 02. Das Deckelbild von Eduard ist ein ich-weiss-es-auch-nicht-genau-grau. Das Khaki der Tschechen dagegen war sehr dunkel, unter der Voraussetzung, die Maschinen in Kbely sind einigermassen richtig restauriert.

Du kannst nix falsch machen, weil es keine richtige Lösung gibt. Versuchs doch mal mit RLM 02 von Tamiya XF-22. Ist eh zu dunkel für echtes 02, aber kommt an das Foto ran
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Frank74

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Hi,

Auf der Anleitung stehen doch Farben drauf! Khaki H81 und Grau H334 das muß man doch nur mittels Farbkonverter(App) in Tamiya oder Vallejio um'rechene'

Frank
Im Bau: RWB 930 'STELLA ARTOIS' ; DeAgo Millenium Falke

Jensel1964

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Auch Euch vielen Dank für Eure Antworten.
@Hans: Ich hab meinen Eingangssatz nicht als "Beschwerde" gemeint. Ich weiß, das das schon Special-Interest ist. Ich hatte nur gehofft, dass Ihr Experten da weitere Infos habt. Aber Ihr habt mir schon weitergeholfen.vielen Dank dafür.
@Frank: Danke für den Hinweis. Da hätte ich auch drauf kommen müssen. Stimmt, die Farben lassen sich natürlich konvertieren. Für das Khaki wird Vallejos Nr. 998 angegeben. Das geht tatsächlich in die RLM 02-Richtung. Ich muss das mal ausprobieren.

Und letztendlich ist der Anstrich auf dem Deckelbild sicherlich dekorativ aber leider falsch.

Sobald ich etwas Vorzeigbares habe, stelle ich mal ein Foto ein.
Nochmal vielen Dank für Eure Hilfe.
Viele Grüße,
Jens :winken:

Wolf

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Ich sage direkt von Anfang an, ich weiß es nicht. Aber ich versuche eine Logik zu finden.

Wenn die Maschinen für die Luftwaffe flogen, hatten sie deutsche Hoheitsabzeichen und werden bestimmt für den den Einsatz in einer Werft überarbeitet und auf einen gewissen Luftwaffenstandard gebracht worden sein. Irgendwas was muss ja dann auch mit der Lackierung gemacht worden sein, denn die BKs wurden ja nicht über die tschechischen Hoheitsabzeichen gemalt bzw. diese wurden auch nicht mit der Tarnfarbe übermalt. Das würde man ja sehen.

Warum sollte man dann aber tschechische Farbe genommen haben?
Höchstens wenn die Maschinen in einem tschechischen Werk aufgearbeitet wurden und man die vorhandene Farben genommen hätte. Würde aber der LW DV widersprechen und auch logistische Probleme mit sich bringen wenn man vor Ort nacharbeiten will (zb bei kleineren Reparaturen)

Wie gesagt, nur ein Gedankenanstoss
Wer Future hat, hat noch lange keine Zukunft

Jensel1964

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Hallo Wolf.
Erstmal vielen Dank für Deinen "Gedankenanstoß". Das ist wahrscheinlich der einzige Weg, sich einer Lösung (bzw. einem Ansatz) anzunähern.
So wie ich den Text zum Farbblatt von EDUARD verstanden habe, hat man drei tschechische Maschinen mit tschechischen Kennungen und einem tschechischen Anstrich mit einem Fanghaken versehen und in Travemünde für Tests verwendet. Das rote Band an der "Heckflosse" war dann wohl der Hinweis darauf, dass es sich um kein Feindflugzeug handelt. Das war 1940 bestimmt sinnvoll. :pffft:
Weitere Hoheitskennzeichen hatten die Maschinen (Markierungsvariante A) nicht.
Für Maschinen, der Farbtafel C, die von der Luftwaffe als Schulflugzeug verwendet wurden, hat man dann ja auch Balkenkreuze und RLM 02 verwendet.
Allerdings, und hier hinkt meine Argumentationskette, macht dann die Variante B der Markierungsvorschläge (Khaki und Balkenkreuz) nicht so viel Sinn. :woist:

Aber die richtige Lösung wird man wohl nicht herausfinden. Ich möchte nur keine völlig absurde Variante darstellen. :D
Nochmal vielen Dank für Deine Gedanken,
Jens

P.S.: Ich stelle übrigens fest, dass ich in diesem Jahr mehr Flugzeuge als Schiffe gebaut habe....Das macht mir Angst 8o :3:

f1-bauer

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Servus Jens,
geht es um diese hier?
https://en.avia-club.com/gallery_detail.php?id=297&ddlb_model=29

Es klang ja schon an: zu dunkel für RLM02, zu hell für tschechisches Khaki. Ich gehe aber auch davon aus, dass es ein offizieller Luftwaffe-Farbton war. Könnte es möglicherweise RLM62 (Gunze H303) sein? Der Farbton auf dem Foto kommt mir irgendwie bekannt vor aus meinen Legion Condor Recherchen.

Gruß
Jürgen  :winken:

Primoz

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Wenn man das Foto noch einmal genau betrachtet, dann wirkt der Kühler, der eindeutig im Schatten liegen muss, heller als das Fahrwerk, also liegt die Vermutung nahe, dass die Unterseiten eine andere Farbe hatten als die Oberseiten mitsamt Rumpfseiten. Das würde eindeutig gegen RLM 02 über alles sprechen.
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f1-bauer

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Da kann ich Primoz nur beipflichten, unten anderer Farbton, insgesamt aber doch "vorschriftsmäßig".

Ich lehne mich mal aus dem Fenster:
Es ist ein Jagdflugzeug.
Sie hat eine zivile Kennung.
Es ist kein Prototyp.
Es ist kein Schulungsflugzeug.

Daher wurde m.E. als "Kompromiß" für die Erprobung der (abgeschaffte) Jägeranstrich der 109er bei der Legion Condor aufgebracht: oben und Seiten RLM 62, unten RLM 65. Wegen der zivilen Kennung würde ich auch sagen, sie ist unbewaffnet. Das beste: auf dem Foto ist sogar das Fangseil im Haken zu erkennen. Stimmt auffällig mit dem Deckelbild vom Profipack überein, auch die Fahrzeuge und Leute im Hintergrund.

Gruß
Jürgen  :winken:

Hans

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Hier noch zwei Aufnahmen in tschechischen Farben.


wikipedia


https://digit.wdr.de
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Russfinger

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  • in memoriam Ulf Petersen 1967 - 2018
Das zweite Foto macht mich ein wenig stutzig.
Es zeigt slovakische Maschinen, die, nehme ich an, an der Ostfront zum Einsatz kamen.
Ich denke, dass diese Flugzeuge neu bemalt wurden. Mit etwas Phantasie (oder vielleicht täusche mich meine Augen auch), kann man den Platz des ehemaligen Tschechinen Hoheitszeichens am Leitwerk der vordersten Maschine erkennen. Diese Fläche scheint mir dunker.
Igrdenweie scheint mri auch bei der Mühle die alte Farbe hier und da wieder zum Vorschein zu kommen, obwohl beide Farbtöne recht nah beieinander sind.
Anderseits, wir haben keine Farbchips etc.
Kann daher nur anmerken, was ich machen würde, wenn ich die Avia bauen würde:
hier gibt es das bereits verlinkte Foto noch eimla.
http://www.vintagewings.ca/VintageNews/Stories/tabid/116/articleType/ArticleView/articleId/460/Fascist-Flattops.aspx
Bitte weiter runterscrollen.
Da nix vom alten Hoheitszeichen zu sehen ist, und die Mühle recht sauber erscheint, bin ich geneigt, von einer Neulackierung auszugehen. Ein weiteres Indiz: Die Avia wurde ja umgebaut. Da sind aber nirgendwo Spuren von zu sehen. Nehme an, dass das Motto lautete: Wennse schon mal in der Werkstatt ist.
Auf diesem Bild sehe ich auch keine andere Farbe der Kühler.
Auf derselben Seite werden auch Bilder zweier weiterer Trägerversuchsflugzeuge mit ziviler Kennung gezeigt, die Fi 167 D-OOML sowie die Arado 197 D-IVLE
Frage: Welche Farbe?
Entweder: 01 über alles. War so für Zivilflugzeuge vorgseehen.
Oder 21 über alles. Galt entsprechend für Seeflugzeuge in dem Zeitraum.
Würde dementsprechend RLM 21 wählen.

 :winken:

Russie

« Letzte Änderung: 06. Mai 2020, 20:57:22 von Russfinger »


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