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Autor Thema:  ICM 1:35 AC-40-137A Soviet Firetruck  (Gelesen 589 mal)

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SisterMaryNapalm

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ICM 1:35 AC-40-137A Soviet Firetruck
« am: 01. November 2020, 03:06:32 »
ICM 1:35 AC-40-137A Soviet Firetruck  
 




Modell:  AC-40-137A Soviet Firetruck
Hersteller:  ICM
Maßstab:   1:35
Art. Nr. :   35519
Preis ca. :  zwischen 39 Euro und 60 Euro (Durchschnittlich ca 45 Euro)


Sehen wir uns das Ganze mal im Detail an - VORSICHT! Könnte Spuren von Humor enthalten!

Das Original / Zum Hintergrund

Das Löschfahrzeug AC-40-137A von ICM basiert auf dem in Deutschland als AZ-40 bekannten Original, einem Feuerwehrfahrzeug, das wiederrum auf dem seit 1967 in Produktion befindlichen Militärlastkraftwagen ZIL-131 basiert. Als Standardfahrzeug der sowjetischen Streitkräfte und deren Verbündeter, wie bspw. auch der DDR, bot sich das leistungsfähige Chassis des Kraftfahrzeugs für die Verwendung als Löschfahrzeug regelrecht an.

Neben dem kleineren ZIL-130, dessen Chassis ebenfalls als Feuerwehrfahrzeug Verwendung fand, wurde das vielseitige Chassis des ZIL 131 zur Basis für verschiedenste Rettungs-, Bergungs- und Hilfsfahrzeuge im gesamten Ostblock. Neben verschiedenen Ausführungen als Löschfahrzeug basieren auch Drehleitern, Wasserwerfer und Rüstfahrzeuge auf dem charakteristischen Rumpf des Sechsachsers.

Obwohl es über die Jahre bereits deutlich weiter entwickelte Fahrzeuge im Bereich des Feuerwehrwesens gegeben hat, wird ein Teil dieser Fahrzeuge auch heute noch eingesetzt, so etwa in kleineren Kommunen in Russland, in Ostdeutschland oder in der Ukraine. Wer sich in diesem Bereich mal etwas weiter umgucken möchte, dem empfehle ich den Kanal "Odessa Rescue" auf Youtube. Dort kann man sowohl den ZIL 130 wie auch den ZIL 131 in verschiedenen Konfigurationen im Einsatz sehen.

Obwohl der ZIL 131 ein recht markantes Aussehen hat und bereits im Bereich des Modellbahnbaus und der Fertigmodelle gut vertreten ist, ist der Feuerwehrwagen AZ-40 im größeren Maßstab erst mit dem Erscheinen der Serie "Chernobyl" in den Fokus von Modellbauern gerückt.

Wer die Serie nicht kennt, der kann sich hier einen Zusammenschnitt der Feuerwehrszenen aus der ersten Episode ansehen. Der AZ-40 ist hier in hohem Maße vertreten. Ich warne aber vor: Es sind auch einige Strahlungsverletzungen zu sehen - wer schwache Nerven hat, der sollte sich das Ganze vielleicht nicht ansehen.



Der Hype, den die Serie um alles Chernobyl-bezogene ausgelöst hat, hat ICM, die selbst aus der Ukraine kommen, veranlasst, einige Bausätze auf den Markt zu werfen. Neben dem AC-40-137A gibt es noch den ZIL-131 KShM, eigentlich von 2016, der 2019 noch einmal neue Bauteile spendiert bekam und direkt in ein Chernobyl-Diorama geworfen wurde (Nr. 35901) und ein Feuerwehr-Diorama, in dem neben dem AZ-40 auch Feuerwehrleute und ein Diorama mit Trümmerteilen des Reaktors (Nr. 35902) zu finden sind. Wer da noch meint, er sähe kein Grafit, denn es wäre nicht da, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Das Modell / Zum Bauen

Kehren wir dem Hintergrund dieses strahlenden Vorbilds den Rücken und wenden uns dem ebenso strahlenden kleinen Nachahmer zu.

Auf das Modell aufmerksam geworden bin ich, auch durch Chernobyl, Ende 2019, als das Modell angekündigt wurde. Eigentlich mag ich ja die kantigen amerikanischen Trucks mehr, aber irgendwie hat mich der Kleine dann doch gepackt. Aus irgendeinem Grund habe ich auf irgendeiner Website gelesen, dass es wohl schon mal 2010 eine Version gegeben haben soll - aber irgendwie konnte ich auch keine richtigen Belege dafür finden, also nehme ich an, dass es sich dabei um eine Fehlinformation handelt.

Endgültig verfügbar wurde das gute Stück Mitte 2020, und ich griff sofort zu. Zumindest für mich war die Vorfreude berechtigt, denn als ich den Karton öffnete, schaute mich Qualität an. Oder zumindest das, was ich dafür halte.

Wie ich es bei meinen letzten Käufen von ICM gewohnt bin, fand ich ein sauber verpacktes, gut geschütztes Innenleben des Kartons vor. Die Gießäste waren sauber und gut verpackt, und der Karton - auch wenn er nicht aus allen Nähten platzte, war bis obenhin voll. Da schlägt mein Bastlerherz höher.

Alle Teile waren gut und ihrer Bestimmung nach in Schutzfolie verpackt (sprich also Reifen zusammen, Klarsichtteile zusammen und die normalen Plastikteile ebenfalls). Hinzu kommen eine Bauanleitung, eine ziemlich dicht bedruckte Nassschiebefolie und eine Dogpage ... die aber behandeln wir später.

Die Gießäste selbst waren, soweit ich es erkennen konnte, sehr gut gearbeitet. Flash (zu Deutsch Fischhaut) oder Gussnähte waren auf den ersten Blick nicht zu sehen. Fehlgüsse habe ich auch nicht gefunden.

Dafür bestechen die Spritzteile mit vielen Details. Ich kann nun leider nicht sagen, ob diese Details auch der Wirklichkeit entsprechen und jemand, der sich mit dem Basis-Chassis ZIL-131 auskennt, wird vermutlich hunderte kleine Modifikationen vornehmen können. Ich aber war vom Detailreichtum begeistert.

Schauen wir uns die Gießäste mal im Detail an:

Lösch- und Rettungsequipment:



Achterer Aufbau:



Felgen:



Achsen, Motor und Co:



Heckwärts gelegene Wasserpumpe, Fensterrahmen, Gitter und Kleinkram:



Frontaufbau, Führerhaus:



Wirklich sehr schade ist, dass die Türen als ein Teil gegossen sind. Für einen Otto-Normal-Modellbauer heißt das, dass das Fahrzeug immer geschlossen gebaut werden muss. Das ist natürlich Schade, denn der Innenraum, wenn auch eher spartanisch aufgebaut, lädt natürlich ungemein zum Aufrüsten und Detaillieren ein.

Wer die Fähigkeit hat, kann die Türen vorsichtig voneinander trennen und sie offen darstellen. Das gibt dem Modell dann noch einen besonderen Kick.



Auch die Klarsichtteile wissen zu überzeugen. Dass die Lichter, Lampen und Rundumleuchten durchsichtig dargestellt sind, ermöglicht es dem geübten Modellbauer, LEDs im Modell zu verbauen und so ein wenig mehr Atmosphäre zu erzeugen.



Die Reifen hingegen - tja ... die sind aus Gummi. Das wirkt auf den ersten Moment gar nicht so schlecht, aber ...



Es gibt ja Leute, die auf Gummi in jeder Lebenslage schwören - in diesem Fall aber denke ich, dass Resin-Räder aus einem 1:35-Zurüstset vielleicht dann doch die bessere Alternative wären. Auf solche Gussgrate zumindest habe ich dann doch keine Lust. Außerdem gibt es Resinräder, die ein Fahrzeug mit Gewicht darstellen können. So etwas wirkt dann auch natürlicher als einfache Gummireifen, auf denen das mehrere Tonnen schwere Fahrzeug wie eine Primaballerina steht.

So - die Teile haben wir - was fehlt? Richtig, die Bauanleitung.

Die besteht aus vielen Seiten und enthält viele Bauschritte. Alle Bauschritte sind aber schlüssig und Stück für Stück aufgebaut, sodass man die Einzelteile des Fahrzeugs gut zusammenbauen kann und sich später alles sauber fügt.





Was sich hier deutlich zeigt ist, dass man offensichtlich einen bereits vorhandenen Bausatz genommen und das Chassis an den AZ-40 angepasst hat. Ein guter Teilesatz wird nämlich gar nicht verwendet. Macht aber nichts - kommt in die Restekiste.

Im Folgenden habe ich mal ein paar Bauseiten abgebildet, die einen Einblick in die verschiedenen Schritte geben. Rechnet mal mit etwas mehr als noch mal so vielen Bauschritten, die ich jetzt nicht fotografiert habe.















In der Bauanleitung sind auch Farben und Bemalschritte angezeigt, mit denen man das Fahrzeug hübsch und sich selbst glücklich machen kann.

Dazu passt auch der Decal-Sheet, der insgesamt vier Fahrzeugvariationen - zwei aus Russland, zwei aus der Ukraine - zeigt.







Und hier besteht nun ein Unterschied zum Chernobyl-Feuerwehr-Diorama. In dem sind im Fahrzeugbausatz - der diesem hier entspricht - nur zwei Decals beiliegend, welche die Wachen 6 und 2 der paramilitärischen Feuerwehr des AKW Tschernobyl und der Stadt Pripyat darstellen, also genau auf das Setting 1986 abgestimmt sind.

Aber - das ist ja kein Problem, denn wir haben ja auch noch unsere Dogpage, sprich also: die Hundeseite.



Eine Sache, die ich an ICM gut finde, ist die Tatsache, dass sie echt einen tollen Aftersale-Service haben. Bestimmt kriegt man da auch die Decals aus dem Tschnobyl-Set oder Ersatzteile für das Modell.

Fazit:

Ich mag da nicht ganz von Vorurteilen frei sein, denn bisher habe ich mit ICM echt gute Erfahrungen gemacht, aber das, was ich bisher gesehen habe, gefällt mir wirklich. Den Damen und Herren ist ein tolles Modell gelungen, das man sicherlich gut aus der Box heraus bauen kann. Änderungen und weitere Detaillierungen sind natürlich immer möglich und für den geübten Modellbauer kein Problem.

Positiv sind mir vor allem der detaillierte Motorraum, die Pumpanlage am Heck und die vielen kleinen Feuerwehrgerätschaften aufgefallen, die man an das Modell anbringen kann.

Schade hingegen ist, dass man den Innenraum und die seitlichen Staufächer nur geschlossen bauen kann. Das zu ändern, bedarf tatsächlich einigen Aufwandes.

Insgesamt aber für mich mehr als ein tolles Modell und ich freue mich bereits darauf, es zu bauen.


Liebe Grüße aus Heidelberg,

Eure Sista
« Letzte Änderung: 01. November 2020, 11:37:29 von SisterMaryNapalm »

Maesi

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Re: ICM 1:35 AC-40-137A Soviet Firetruck
« Antwort #1 am: 01. November 2020, 14:56:46 »
Sehr gelungene Vorstellung, klasse Bildqualität mit interessanten Hintergrund :klatsch: .

Finde ich immer wieder fein, wenn sich Kollegen dafür Zeit nehmen  :P .

Vielen Dank.

Gruß Matthias

Hörnchen

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Re: ICM 1:35 AC-40-137A Soviet Firetruck
« Antwort #2 am: 02. November 2020, 17:11:34 »
Da könnte man glatt überlegen fremd zu gehen. :pffft:

Gruß André

Es gibt eine Sache auf der Welt, die teuerer ist als Bildung - keine Bildung (JFK)

SisterMaryNapalm

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Re: ICM 1:35 AC-40-137A Soviet Firetruck
« Antwort #3 am: 21. November 2020, 14:34:34 »
Hallo ihr zwei,

Schön, dass euch meine Arbeit gefallen hat! Es hat mir auch echt Spaß gemacht, das Ganze zu bearbeiten!

//

Nachdem ich ein paar Stunden investiert habe, muss ich ein paar Sachen korrigieren:

1. Flash und Seamlines: Tatsächlich sind am Modellbausatz sehr kleine, feine Gussgrate enthalten. Die sind so nicht sichtbar, aber wenn man das Fahrzeug zusammenbaut, dann fallen sie doch auf. Besonders am Chassis sind mir diese im Nachhinein aufgefallen. Es gibt also Gussgrate, die man auch entfernen muss.

2. Passgenauigkeit: Eigentlich sehr gut, allerdings gibt es auch die eine oder andere kleine Lücke, sodass man dann doch das eine oder andere Mal etwas spachteln muss.

Ich habe aktuell nur einen Teilzusammenbau kleinerer Elemente vorgenommen, wie bspw. Sitze, Pumpen, etc. Aber besonders bei diesen fallen Ungenauigkeiten dann doch besonders auf.

Also: Nach wie vor uneingeschränkte Kaufempfehlung, aber mit dem Hinweis: Er baut sich dann doch nicht ganz wie von selbst  :D

Grüssli aus Heidelberg,

Eure Sista

darkmoon2010

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Re: ICM 1:35 AC-40-137A Soviet Firetruck
« Antwort #4 am: 21. November 2020, 17:40:19 »
Sehr interessanter Bausatz. Hier gibt es auch nen Baubericht dazu.
Thomas  :winken:

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Travis

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Re: ICM 1:35 AC-40-137A Soviet Firetruck
« Antwort #5 am: 22. November 2020, 09:04:29 »
Danke für die gelungene Vorstellung des Bausatzes!  :P

Sehr interessant, auch wenn es nicht unbedingt mein Beuteschema ist, gibt das bestimmt ein tolles Modell am Ende (und davon bin ich bekanntlich Fan :D)

Vielleicht kann man die Bausatzvorstellung um das eine oder das andere Detailbild ergänzen, um einen noch besseren Eindruck von der Qualität und der Oberfläche der Teile zu erhalten...  :woist:

Tho :santa:
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