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Me-262 in der Endmontage (1:72)

Begonnen von Chowhound, 17. Oktober 2014, 08:12:42

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Chowhound

Hallo Modellbauer,
da ich momentan zum einen wegen Umbauarbeiten an meiner "Basteletage" wenig Platz zum Bauen an größeren Modellen wie der B24 habe, und zum anderen mich das jetzt vorgestellte Modell schon immer ein wenig gereizt hat, wollen wir mal loslegen.
Als Basis dient mir das Modell der Me-262 von Revell aus den frühen 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts im Maßstab 1:72. Hier mal zwei Bilder





Wie unschwer zu erkennen ist, handelt es sich um einen recht simplen Bausatz, den ich ein wenig aufmotzen werde. :D Warum habe ich mich für diesen alten Bausatz entschieden? Ganz simpel! Erstens habe ich ihn günstig bekommen, und zweitens ist gerade die Cockpit-Haube passgenauer als bei den späteren Bausätzen.
Hier das erste Teil, das geändert wird. Anstelle des von Revell vollverkleideten linken Strahltriebwerks setze ich dieses schöne Jumo Triebwerk von Quickboost ein.



Leider gibt es dieses Triebwerk nur für Hasegawa. Aber als Modellbauer sollte es kein Problem sein, das Teil auf Revell umzuarbeiten. ;)

Auch das Cockpit wird "umgestaltet". Hier kommt der Cockpitbausatz von Aires zum Einsatz.



Wer meine bisherigen Modelle kennt, weiß, das ich ein Fan von Dioramen bin. Selbstverständlich bleibe ich meinem Vorsatz treu! :D
Das Modell wird in dieser wunderschönen Umgebung präsentiert.





Es handelt sich um den REIMAHG-Lachs Dioramenbausatz von Uschi van der Rosten. Für alle, die mit Reimahg nichts anfangen können, hier mal eine kleine Erklärung.
Bei den Reimahg-Werken handelt es sich um in Stollen gebaute Flugzeug-Endfertigungshallen speziell für die Messerschmitt Düsenjäger, wobei Reimahg für Reichsmarschall Hermann Göring steht. Im Gegensatz zum Mittelbau Dora, in dem die sogenannten V-Waffen produziert wurden, wurden hier nur Fremdarbeiter (allerdings auch Zwangsarbeiter) und keine KZ-Häftlinge eingesetzt! Insgesamt gab es drei Werke, wovon das Werk "Lachs" das bekannteste war.

Fortsetzung folgt!

Gruß
Jürgen
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Hans

Ich bin verwirrt. Ist da die "neue" Form in der alten Schachtel? Das Deckelbild des Kits zeigt den Kit aus den gaaaanz frühen 1960ern, mit dreiteiliger beweglicher Kanzel und Formfehlern wie Flöhe auf einem Elefanten. Kannst du mal vielleicht eine Detailaufnahme deines Kits machen? Gravuren dort versenkt? Kanzel einteilig?
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Chowhound

Moin Hans,
ist die alte Form aus den Sechzigern. Wurde 1983 reboxed mit neuen Decals. Merkwürdigerweise aber mit ungeteilter Kanzel. Gravuren sind nicht versenkt, und ja, es gibt Nietköpfe. Die sind allerdings nicht so heftig wie beim Airfix-Bausatz der B-17G, den ich euch mal vorgestellt habe. Werde auf jeden Fall die Nietreihen ein wenig brechen.

Gruß
Jürgen
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Hans

Ja, jetzt klingelts. Ende 70er, Anfang der 80er hatte Revell eine Reihe von Kits neu aufgelegt, in USA/GB als "Collectors Choice", in D als "1 Modell aus 3 Möglichkeiten". Da lagen erstmals dann mehrere Decalvarianten bei. Bei einigen dieser Kits wurden tatsächlich die alten "Gimmick"-beweglichen Kanzeln gegen bessere einteilige ausgetauscht. Die 262 hab ich als 3er Version zwar noch nicht gesehen, aber offensichtlich war sie beim Kanzel-Update mit dabei....

H
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Chowhound

#4
Genug der langen Wartezeit! Jetzt gehts richtig los!
Als erstes habe ich mit der Werkhalle angefangen. Da die Teile ja aus Pappe sind, sind natürlich zusätzliche Verstärkungen nötig. Also habe ich die Baubögen kopiert, und danach die Verstärkungswände aus Poly gebaut. Nachdem die Teile verklebt waren, wurden sie noch mit ein wenig Spachtel geglättet.









Im nächsten Schritt habe ich die Seiten, die später nicht "beklebt" sind mit Geschützgrau von Revell bemalt. Dafür habe ich nur einen Pinsel genommen, da es hierbei nicht zwingend auf eine gleichmäßige Oberfläche ankommt.



Da die Werkhalle ja nun mal aus bedruckter Pappe ist, fehlt natürlich eine gewisse Dreidimensionalität. Das fängt schon beim Boden an. Auf diesem Bild ist das ganz gut rechts bei den Schienen zu sehen.



Um das zu verbessern habe ich die Grundplatte (Holz) gedoppelt und Schlitze eingeschnitten. In diese Schlitze wurde dann ein Stück Sheet eingeklebt, auf das dann eine Schiene aus dem Modellbahnbereich (H0) eingeklebt wird.



Hier noch mal zwei Fotos des Schienenmaterials.





So, daß war es erst mal für heute.

Gruß
Jürgen

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Hans

#5
Solche Produktionsstrassen hatten als Ergebnis unlackierte Me 262. Dies erfolgte, sollte erfolgen, in Lackierhallen. Was da vor der Lackierung herauskam, sah aus wie die berühmte 701, die nach Frankfurt geflogen wurde.

http://i275.photobucket.com/albums/jj307/Allanscott31/airfix262/Me-262-67.jpg

Oder hier:
http://www.me-262.de/upload/cms_bilder/img_gr_00000059_262_an_der_Autobahn.jpg

Diese Autobahnmaschinen wurden aus Teile/Triebwerksmangel nicht komplettiert, aber man sieht auch, dass die Lackierung der letzte Schritt war, ein sehr vereinfachter, wie die Dokumentation der Weissen 3 in der Schweiz zeigt. Wie gesagt, ich will nur darauf hinaus, dass im Bunker nicht lackiert wurde, sondern ausserhalb.
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Chowhound

Moin Hans,
Danke für die Infos und Links. Gerade das mit der Lackierung hatte mich ein wenig ins Grübbeln gebracht. Nicht wegen der gespachtelten Nietenreihen, sondern eher wo die Lackierung stattgefunden hat. Habe zwar auch schon mal gelesen, das die Endlackierung sehr oft erst direkt am Fliegerhorst stattfand, aber ebend manchmal auch schon im Werk ausgeführt wurde. Stellt sich jetzt irgendwie die Frage, wie es bei der REIMAHG aussah. Hatten die ne eigene Lackierhalle, oder wurden die Lackierungen direkt in der Werkhalle gemacht. Kurz vor Kriegsende sollen ja wohl auch einige Maschinen unlackiert in den Einsatz geschickt worden sein.
Ich hätte da gleich noch ne Frage zu den Flugzeugmechanikern der Wehrmacht. Was für eine Farbe hatten eigentlich die Arbeitsklamotten. Blau? Und wenn ja, um was für ein Blau handelt es sich da eigentlich? Das selbe Blau wie bei den Fliegern? Kenne mich mit der Luftwaffe so gar nicht aus, da ich bisher nur bei den Aliierten rumgestromert bin. :rolleyes:

Gruß
Jürgen
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Sparky

Ich meine die Flugzeugwarte der Luftwaffe trugen schwarze Arbeitsklamotten, also keinen "Blaumann".

:winken:
Sparky


"People sleep peaceably in their beds at night only because rough men stand ready to do violence on their behalf." -- George Orwell

Hans

Unlackierte Maschinen gabs schon, aber nach allem was man weiss nur aus einem einzigen Werk, wo eben die Lackierhalle weggebombt wurde. Die wenigen Bilder von "Lachs" zeigen auf der Taktstrasse auch unlackierte Maschine(n), soweit ich das sehe - wobei ich keine Bilder kenne, die den tatsächlichen Betrieb zeigen. Auf den Horsten wurde nicht lackiert im Sinne der Endmontage. Das Zeug kam schon lackiert an. Lackierung wird immer unterschätzt, da brauchts Temperatur etc.


Das betreffende Werk müsste Leipheim gewesen sein, nur aus dem Gedächtnis.

http://www.spiegel.de/einestages/hitlers-geheime-flugzeugfabriken-a-946871.html

Mechaniker der Luftwaffe trugen schwarze Arbeitsklamotten. Aber das waren Militärangehörige, die waren nicht in den Werken. Dort waren Zwangsarbeiter, zivil ausgestattet. Ich würde die in grau, braun und blau machen, sehr gedeckt.

Zur "Spachtelung". Nee, verspachtelt war da nix. Die Blechstösse wurden durch Farbe geschützt. Die Aluplatten korrodieren nicht, sind auch einfach grau, nicht wirklich glänzend. Aber an den Knick- und Berührungspunkten geht die hauchdünne eloxierte Schicht kaputt. Also hat man alle Stosskanten überstrichen, mit dem Pinsel. Belegte Farben sind kaltgrau, hellgrau und grüngrau, keine RLM-Normen!
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Chowhound

Nachdem die Mauern stehen, und der Putz aufgetragen ist, wird es Zeit für die "Tapete"! :D





Leider kommt auf den Bildern der "3-D Effekt" gerade bei dem großen Tor nicht so richtig rüber.  ;(





Der Lüftungskanal





Und noch mal zwei Bilder vom "Gleisbett"





Langsam nimmt es Gestalt an. Als nächstes werde ich die Decke in Angriff nehmen. Dann folgen eigentlich nur noch das kleine Tor, und diverse Kleinteile. Wenn das erledigt ist, gehts mit der Me los.

Gruß
Jürgen
Alle elektrischen Geräte funktionieren intern mit Rauch. Wenn er entweicht, sind sie defekt.

Hans

Schaut wirklich gut aus und auch ein X-Wing würde da gut reinpassen. Ein ganz klein bisschen irritiert mich, dass die Anlage ja eigentlich "fabrikneu" war, als da die Me 262 vom Band liefen.
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

maddaishi

Hi

sieht nicht schlecht aus der Bau, aber eine Frage hätte ich da: wie oder mit was hast du die "Tapete" draufgeklebt??



Grüße

Stefan

Chowhound

@All
Freut mich, wenns gefällt.
@Stefan
Mit Sprühkleber. Hält gut, und ist schön gleichmäßig.

Gruß
Jürgen
Alle elektrischen Geräte funktionieren intern mit Rauch. Wenn er entweicht, sind sie defekt.

maddaishi

hi

danke !   dann werde ich den auch mal ausprobieren bei meinen Workshop Display

Grüße

Stefan

Hans

Zum Kaschieren (Bekleben) ist Sprühkleber immer die beste Lösung. Stinkt, Bude klebt, Nase klebt auch (ggf Mundschutz!). Aber man kann danach verblüffend blasenfrei aufziehen und nachdem das alles stinkelösungsmittelhaltig ist, gibts keine Probleme mit Wellen und Blasen. Nicht styroporfest, kann also nicht direkt auf Feinschaum verwendet werden!
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Russfinger

#15
Woah - Schick!
Aber willst Du Dir diese alte Me tatsächlich antun? Gehört bei mir zu den Modellen, die ich nur sammele, da sie wirklich komplett ausser form ist, sprich erheblich zu kurz! Leg die mal neben eine moderne Revell oder sogar neben eine alte Matchbox... Da befürchte ich, dass Du Probleme beim Anpassen der Resin-Formen haben wirst.

@ Hans: Die Umsetllung von dreiteiliger auf einteilige Kanzeln lag meines Wissens in der Verlagerung von GB nach Bünde begründet. Die alten Me's in 1:72 haben alle noch "Revell GB Ltd" eingeprägt.
An ein Drei-Versionen-Modell der Me 262 meine ich mich dunkel erinnern zu können, beträfe aber nur Decal-Varianten.

Klugscheissermodus an: Von Mehrteilig auf Einteilig wurden m.W.n. umgstellt:
Wildcat
P-40
Spitfire
Hawker Tempest
Me 109
Me 262.
Die hatte (oder habe  :D ) ich alle mit Schiebe - oder Klapphaube, spätere Auflagen hatten die definitiv nicht! Dazu zählen übrigens auch die Doppel-Packs, eine Art "Dogfigt-Double" von Revell und weit vor der Zeit der Drei-Versionen-Bausätze.
Paare waren hier u.a: Me 262-Spitfire MK 1  :pffft:, Me 109 E, Hawker Tempest (auch nicht schlecht... den habe ich sogar hier, beide mit Festhaube). DIESE Paare  kamen meines Wissens übrigens aus den USA.

EDIT: Gab es sogar im Dreierpack. Hier mal eine alte Revell (USA) Geschichte, Kanzeln auch hier einteilig bei Spitfire und Me. Bei der Hurricane war das schon immer so. http://www.modelingmadness.com/review/allies/gb/michaelsbobpreview.htm

Klugscheissermodus aus.

:winken:

Russie


No Kit left behind!

Chowhound

Hi Russi,
ist mir schon klar, daß das nicht einfach wird. Aber laßt euch mal überraschen, was da möglich ist. Mehr verrate ich im Moment noch nicht. Davon mal abgesehen, wird die "alte Mühle" nennen wir's mal, ein "stand alone". Also fehlt damit ja auch der Bezugspunkt zu moderneren Bausätzen. Und das Übrige tut ja auch noch das ganze Drumherum im Dio (hoffe ich zumindest ;)).

Gruß
Jürgen
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Hans

Danke, Russie. Seltsamerweise hat aber zB die "aktuelle" Bf 109E in 72 wieder die dreiteilige.... :rolleyes: :D
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Russfinger

@ Jürgen: Das habe ich mir fast gedacht und ich freu mich drauf!  :P
@ Hans: Heiliger bimbam   :3:

:winken:

Russie


No Kit left behind!

Chowhound

Und weiter gehts!

Heute habe ich mich der Decke gewidmet. Das die so nicht bleiben kann, war ja wohl klar. :D
Da es sich ja um eine fensterlose Montagehalle handelt, fehlen natürlich Lampen. Bei Uschi sind da leider auch keine vorgesehen. Lediglich ein paar Leitungen sind auf der Decke aufgedruckt. Was liegt also näher, als da nachzubessern.



Gott sei Dank hatte ich noch aus alten Modellbahnbeständen passende Straßenlaternen aufgehoben. Flugs eine Halterung angelötet, und Lampenglas eingepasst. Die Leitungen habe ich aus 0,2mm Kupferdraht hergestellt. Leider hat das mit dem Ausrichten der Leitungen nicht ganz so toll geklappt, aber das kann ich verschmerzen.
Wer mich kennt, weiß, das das nicht alles sein kann! :D Wenn schon Lampen an der Decke, warum nicht so?



Der eine oder andere wird es schon beim ersten Bild geahnt haben, als er die Lampengläser gesehen hat.
Desweiteren habe ich eine Eisenbahnschiene quasi halbiert und damit die Laufschiene im Bildvordergrund des ersten Bildes für den Deckenkran gebaut.
Schon wirkt die Decke schön dreidimensional.

Gruß
Jürgen
Alle elektrischen Geräte funktionieren intern mit Rauch. Wenn er entweicht, sind sie defekt.

Joker

Klasse :8: bin echt auf das Resultat gespannt  :P
Viele Grüße, Jens :-)

Chowhound

Es lebe die Dreidimensionalität!

Wie die Überschrift ja schon sagt, geht es weiter mit der Umwandlung von 2D zu 3D.
Das kleine Tor war ja bisher nur aufgedruckt zu sehen, genauso wie der Sandkasten links davon. Erst mal habe ich das Tor ausgeschnitten, und hinter die so entstandene Öfnung ein neues Tor geklebt. Auch die Sandbox wurde "aufgehübscht"





Zusätzlich sind noch ein paar Kisten entstanden, die ihren Platz an der Hallenwand gefunden haben. Auch die Lüftungsgitter in der Wand wurden durch aufkleben auf ein dünnes Stück Polyplatte etwas räumlicher hervorgehoben.





Jetzt fehlen nur noch ein oder zwei Fässer und der eine oder andere Werkzeugkasten, und die Halle ist soweit für den Moment fertig. Nun geht es endlich mit der Me-262 los! :D

Gruß
Jürgen
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Hans

Wenn ich jetzt gaaaaaaaanz ehrlich bin....dieser Superhintergrund verdient was besseres als die verschobene alte Revell 262.....Selbst eine aufgehübschte billige Hobby Boss wäre deeem Hintergrund mehr Ehre...

H
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

Chowhound

Hi Hans,
und wenn ich gaaaaaaaaaaaanz ehrlich bin. laßt euch doch mal überraschen. :D

Gruß
Jürgen
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Joker

AHA! Die alte Revellkrücke ist also doch nur Platzhalter  :1: :klatsch:
Viele Grüße, Jens :-)