La Flore,... schon wieder! Oder: Wie die Jolly Roger doch noch historisch wurde.

Begonnen von H.St., 09. Oktober 2011, 21:11:41

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H.St.

Hallo zusammen.

Seit längerem hegte ich schon den Wunsch ein Segelschiff zu bauen. Eigentlich wollte ich ein Piratenschiff erstellen, habe mich aber dann doch umentschlossen und nach anfänglichen Schwierigkeiten (und der "Vernichtung" eines ersten Bausatzes) mich dazu durchgerungen, ersteinmal
ein historisches Schiff aus "dem Kasten" zu bauen.

Hier ein link zu meinem ersten Eintrag und meine erste Idee für ein Piratenschiff:
http://www.modellboard.net/index.php?topic=36381.0

Nachdem ich mich in diversen Foren umgesehen hatte, fiel meine Wahl auf die Jolly Roger von Lindberg, die ja eigentlich die "La Flore" darstellt.

Nun, ich werde hier auf eine Vorstellung des schon sehr bekannten Bausatzes verzichten, genauso wie auf einen historisches Abriss des Schiffes.
Besonders zu letzterem kann ich nicht viel sagen, da ich verschiedene Meinungen und Werdegänge gefunden haben, die von einem Schiff, dass mehr
als einmal gekapert and zurückgekapert wurde, bis hin zu einem Modell, das niemals über das Reißbett hinaus gegangen ist, reichen.
Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

Auf jeden Fall wurde ich inspiriert von den Modellen von
EL Supremo (http://www.modellboard.net/index.php?topic=31798.0) und
tomPA (http://www.modellboard.net/index.php?topic=24134.0).

Nachdem ich bei meiner ersten "Jolly Roger" zu "intensiv" die Farbschemen ausprobiert hatte, mußte ich mir schweren Herzens eine zweite zulegen.
(Weiß jemand, wie man ein dicke Bemalung aus Öl, Acryl und Email-Farbe gut entfernen kann?)  ^^°

Naja. Jedenfalls konnte ich die anderen Bauteile... besonders die Decks für erste Farbversuche benutzen.
An dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön an EL Supremo und die ausführlichen Hilfestellungen die er mir gegeben hat.

Also... zuerst fange ich mal mit den Bemalabschnitten für den Rumpf an:

Hier habe ich ersteinmal den Rumpf mit Schwarz grundiert und "Vermin Brown" von Zitadel aufgetragen:




Danach folgten insgesamt 3 (versuchsweise) dünne Farbaufträge mit Gelb Matt 15 von Revell (hier nach dem 2. Anstrich):




Danach folgte ein Farbauftrag mit Neapelgelb+Wasser (wassermischbare Ölfarbe), bis ich mit dem Geldfarbton zufrieden war:




Zum Schluss noch ein Bild vom aktuellen Stand mit einigen Details:




Desweiteren habe ich zwei Versuche unternommen, wie man das Deck bemalen könnte:



Das Unterdeck (logischerweise oben im Bild  :pffft:) wurde mit einfachen Acrylfarben bemalt.
Das Oberdeck (folglicherweise unten im Bild) erst mit Acrylfarben und dann mit Ölfarbe.
Ich bin bis jetzt noch nicht ganz damit zufrieden, da ich mir El Supremos Malstil zum Vorbild
genommen habe. Aber so schön, wie er die Planken darstellt... da muß ich noch eine Menge
versuchen und lernen.

Vielleicht hat ja jemand von euch Tips?


Zum weiteren Stand: Die Kanonen kommen jetzt erstmal als nächstens. Hier habe ich bereits
die Protzen rot gespritzt und bemalt, die Rohre werde ich versuchen aufzubohren. Schwarz
grundiert sind sie aber bereits (werden dann noch mit "boltgun metal" von Citadel verfeinert).

Desweiteren werde ich Morgen weiter am Rumpf arbeiten und das Unterwasserschiff weiß spritzen.
Mal sehen wie weit ich da komme.

Revier

Na. Wunderbar. Tips habe ich zwar keine, außer, das Deck vielleicht mit Furnier zu beplanken, wenn das vom Maßstab her noch realisierbar wäre.

Aber ich bleibe mal sehr interessiert am Ball. Glück zu!

H.St.

Zitat von: Revier in 09. Oktober 2011, 21:17:21
Na. Wunderbar. Tips habe ich zwar keine, außer, das Deck vielleicht mit Furnier zu beplanken, wenn das vom Maßstab her noch realisierbar wäre.

Aber ich bleibe mal sehr interessiert am Ball. Glück zu!

Vielen Dank!
Allerdings bin ich nicht mit dem Gebrauch von Holz vertraut (jahrelanger Figurenbemaler), deshalb bleibe ich erstmal beim "guten, alten" Plastik.

JollyRoger

Schön wieder einen Segler hier zu sehen die sind nähmlich sehr rar geworden im Board.
Werd dran bleiben und mit rat zur seite stehen. :winken:
mfg Christian

Bradhower

Hallo H.St,

kann mich Christian nur anschließen - die Bauberichte über Schiffe mit Segeln sind doch recht selten hier geworden :woist: - von daher, ist das Thema hiermit abonniert und ich seh mir mal an, wie sich dein Pott so entwickelt...  :1:

Grüße Marcel

hwe

Hallo H.St.!

Als langjähriger Figurenbemaler solltest Du eigentlich wissen, wie man die ganze Farb-Mumpe wieder runter bekommt, oder nicht? ;)

Mein Tipp: Versuche es mal mit Backofenspray. - Lass' es ruhige ein wenig länger einziehen, als in der Anleitung steht. Du kannst es auch mehrmals nach einander verwenden (mehrere Durchläufe machen), an Stellen, die sich störrisch zeigen. Eine "Flaschenbürste" oder ähnliches (Spülbürste) wird dir beim herunterreiben der Farbe sicher helfen.

Backofenspray ist nicht viel anderes als eine starke Lauge ("Seife"), die aber in diesem Fall so stark ist, dass man sich bei der Aktion lieber Gummihandschuhe anziehen sollte, damit das Zeug die Haut nicht zu sehr angreift.

Je an Kunststoffart kann man es auch mit Bremsflüssigkeit (egal welche Sorte) versuchen. - Die aber unbedingt vorher an einigen alten Gussästen ausprobieren. Es kann sein, dass sie den Kunststoff selbst angreift und wenigstens "weich" macht.

Bremsflüssigkeit ist dagegen ein stark hygroskopisches Hydraulik-"öl". Seine "auflösenden" Fähigkeiten basieren auf etwas anderem.

Am schnellsten ging es bei mir mit Bremsflüssigkeit, jedoch war die in der Lage und zersetzte mir die zum Putzen extra angeschaffte Zahnbürste innerhalb 60 Sekunden in ein bröseliges Etwas mit Borsten dran. - Die Borsten überstanden die Bremsflüssigkeit, der Griff nicht. - Also hier muss ich ernsthaft vor dem Einsatz warnen. - Das ist nichts für Jugendliche oder gar kleine Kinder. - Sämtliche Warnhinweise über den Umgang mit Bremsflüssigkeit müssen selbstverständlich auch genau beachtet werden (Umweltgerechte Entsorgung, Schutz, Maßnahmen bei Kontakt mit Haut/Augen, etc.) !!!


Viel Erfolg bei deinem Modell!

Ciao,

HWE

Marcus.K.

Oh, eine Flore .. wie schön!

Leider kann ich Dir keine Tipps geben .. außer, dass El Supremo´s Bemalungen im Original noch viel schöner sind, als auf den Photos zu sehen. Er ist ein Könner!

D.h. vielleicht eins: es sieht für mich so aus, als würden die verschiedenen Farben mehrfach von einer auf die Nachbarplanke verlaufen. Das ist natürlich nicht so gut, denn im Orignial waren die Planken - wenn sie denn aus verschiedenen Stämmen/Bereichen geschnitten waren zwar möglicherweise von unterschiedlicher Färbung - aber eben nur bis zur Kalfaterungsfuge - nicht übergreifend. Übergreifend könnte das nur "Dreck" sein und der ist im allgemeinen eher unwahrscheinlich auf Kriegsschiffen. .. Also vielleicht würde das Ergebnis noch besser wirken (es sieht schon sehr gut aus!), wenn Du etwas präziser auf den jeweiligen Planken bleiben könntest.

Schmutz, wenn überhaupt, dann bitte nur in vertieften Ecken, wo er durch das drüberlaufen nicht sowieso abgewetzt würde (ein oft gemachter Fehler: Dreck und dunkle Stellen genau da, wo die größte Abnutzung zu erwarten wäre). Also die Haupt-"Geh-Wege" dürften eher heller und sauberer wirken.


Generell: Nicht kirre machen lassen, wenn das nicht gleich an sein Niveau heranreicht. Wenn man alles so lange ausprobieren würde, bis man es so gut kann wie die "Profi´s", würden wir genau wie die jahrelang daran arbeiten - hätten aber niemals ein wirkliches Erfolgserlebnis. Immer daran denken - auch die Könner haben mal angefangen und waren nicht von Anfang an so gut! ABER: sie haben ihre Modelle in all den Jahren des lernens fertig gemacht!

Aber ich kann Dich aber auch verstehen - denn ich bin ja auch einer von denen, die sich nicht recht trauen (.. obwohl ich selbst für mich natürlich 1000 Ausreden habe!).

Jedenfalls werde ich mir den Baubericht nicht entgehen lassen. Viel Spaß weiterhin damit!  :winken:

matz

Die (zugegeben schönen) Segelschiffe gehören zwar nicht zu meinem Beuteschema.
Aber Entlacken und "Restaurieren" versauter Anstriche, ja da kenn ich mich aus  :D.
Mit den wirklich "giftigen" und weniger umweltfreundlichen Sachen wie Backofenreiniger und Bremsflüssigkeit lieber vorsichtig sein. Aus der (Profi-)Restauratorenszene stammt DOWANOL PM . Hab damit bisher die besten Erfahrungen gemacht habe. Auch hier im Board gibt es einige Beiträge dazu.

matz
Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.
(Philip Rosenthal, Unternehmer, *1916 +2001)

Hans

Das Board ist übervoll mit Beiträgen zum Thema entlacken. Halt nicht nur immer nur bei den Schiffen gucken, sondern auch mal bei den Beiträgen im Bereich Farben. Über dem Bordrand hinaus, quasi.  :D
Ceterum censeo: Die Lackierung ist wichtiger

H.St.

Zitat von: Marcus.K. in 10. Oktober 2011, 13:22:14
Oh, eine Flore .. wie schön!

Leider kann ich Dir keine Tipps geben .. außer, dass El Supremo´s Bemalungen im Original noch viel schöner sind, als auf den Photos zu sehen. Er ist ein Könner!

D.h. vielleicht eins: es sieht für mich so aus, als würden die verschiedenen Farben mehrfach von einer auf die Nachbarplanke verlaufen. Das ist natürlich nicht so gut, denn im Orignial waren die Planken - wenn sie denn aus verschiedenen Stämmen/Bereichen geschnitten waren zwar möglicherweise von unterschiedlicher Färbung - aber eben nur bis zur Kalfaterungsfuge - nicht übergreifend. Übergreifend könnte das nur "Dreck" sein und der ist im allgemeinen eher unwahrscheinlich auf Kriegsschiffen. .. Also vielleicht würde das Ergebnis noch besser wirken (es sieht schon sehr gut aus!), wenn Du etwas präziser auf den jeweiligen Planken bleiben könntest.

Schmutz, wenn überhaupt, dann bitte nur in vertieften Ecken, wo er durch das drüberlaufen nicht sowieso abgewetzt würde (ein oft gemachter Fehler: Dreck und dunkle Stellen genau da, wo die größte Abnutzung zu erwarten wäre). Also die Haupt-"Geh-Wege" dürften eher heller und sauberer wirken.


Generell: Nicht kirre machen lassen, wenn das nicht gleich an sein Niveau heranreicht. Wenn man alles so lange ausprobieren würde, bis man es so gut kann wie die "Profi´s", würden wir genau wie die jahrelang daran arbeiten - hätten aber niemals ein wirkliches Erfolgserlebnis. Immer daran denken - auch die Könner haben mal angefangen und waren nicht von Anfang an so gut! ABER: sie haben ihre Modelle in all den Jahren des lernens fertig gemacht!

Aber ich kann Dich aber auch verstehen - denn ich bin ja auch einer von denen, die sich nicht recht trauen (.. obwohl ich selbst für mich natürlich 1000 Ausreden habe!).

Jedenfalls werde ich mir den Baubericht nicht entgehen lassen. Viel Spaß weiterhin damit!  :winken:




Also, zu deinem Einwand mit den nicht sauber bemalten Planken habe ich hier ein bessere Detailaufname:



Wie du siehst habe ich da eigentlich ziemlich sauber gearbeitet.
Was ich nicht hinbekommen habe (bis jetzt) ist diese "Umrandung" der Planken. EL Supremo sagte mir zwar, dass er dies mit Ölfarbe gemacht hätte, aber wie du siehst
ist mein Ergebnis noch nicht zufriedenstellend.

H.St.

Zitat von: hwe in 10. Oktober 2011, 12:25:30
Hallo H.St.!

Als langjähriger Figurenbemaler solltest Du eigentlich wissen, wie man die ganze Farb-Mumpe wieder runter bekommt, oder nicht? ;)




Naja... bis jetzt war ich immer so gut, dass ich es nicht nötig hatte meine Figuren zu reinigen.  :D

El Supremo

Wäre ich nicht El Supremo, täte es mich verlegen machen, wie man mich hier goutiert: - )

Aber zur Sache: wie Marcus bereits treffend beschrieb, wächst das modellbauerische Können mit den im Laufe der Praxis angeeigneten Erfahrungen. Meine weithin gepriesenen Bemalkünste sind nicht zuletzt auch durch die Ergebnisse anderer in diesem Forum inspiriert. Man denke nur an Zombies vielgelobte Revell-Kogge, die die Ölfarbentechnik zur Imitierung der Holzoptik bereits bedient hat, bevor ich von ihr wusste, geschweige denn in diesem Forum angemeldet war. Man hat mich für meine Seidensegel bewundert, aber erfunden hab' ich das genausowenig, sondern ebenso hier im Forum gelernt.

Originell im Sinne eines Novums an meinen Modellen der Superbe und Vestale ist eigentlich eher, dass ich einen ganz besonderen Wert auf die insgesamte Bemalung lege, die ich vor allem im Bereich der Ornamentik eher wie der Maler eines Gemäldes ausführe, als dass ich mich den gängigen Washing-Techniken anvertraue, die ich als unzureichend empfinde, um ein Ergebnis nach meinem persönlichen Geschmack zu erzielen. Wie ich das Deck in Ölfarbentechnik behandelt habe, ist noch vergleichsweise einfach zu beschreiben, aber nehme ich den Heckspiegel meiner Superbe, dann steckt darin nicht allein nur die Arbeit von Wochen. Öl muss erstens länger trocknen und zweitens habe ich solange wieder und wieder zu dem Bauteil gegriffen und darüber gemalt, gekratzt und geschabt (jawohl, das auch) und wieder und wieder darüber mit dem dünnsten verfügbaren Haarpinsel die geringstmögliche Menge an Farbe in die kleinste gerade noch mit bloßem Auge zu erkennende Ritze geführt, damit es einen zwar kaum wahrnehmbaren, aber für das Gesamtbild wichtigen Effekt erzeugt. Als Vorlage diente mir dabei eine alte und in Farbe ausgeführte Planzeichnung der spanischen Montañés. Und diesen antikisierenden Charme auf ein Plastikmodell zu übertragen, war das Ziel meiner Unternehmung. Kurzum, ich hab solange an dem Ding herumgemacht, bis es für mein Dafürhalten an die Qualität eines antiken Schmuckstücks von Wert heranreichte.

Das bedeutet aber vor allem auch, dass ich zwar, so wie ich es ja auch getan habe, durchaus klassisch bauberichten kann, aber die ungezählten und teils auch meiner greifbaren Erinnerung entgangenen kleinen Arbeitsschritte (habe ich zehn oder zwanzig mal stark verdünntes Schwarz in die selbst gekratzten Ritzen laufen lassen?) machen eine 1 zu 1-Anleitung fast unmöglich. Ich weiss ja nichtmal, ob ich einen zweiten Superbe-Bausatz original wie das erste aussehen lassen könnte: - )

Achso, H.St, das Ergebnis deines Oberdecks sieht für mich danach aus, als hättest du weit weniger Ölfarbe aufgetragen und letztlich auch drauf belassen, als bei meinen. Insgesamt sieht dein Deck nicht verkehrt aus, nur eben etwas weniger differenziert, was ich aber auf das eher sparsam verwandte Öl zurückzuführen meine. Wie hat dein Deck ausgesehen, bevor du das Öl wieder entfernt hast? Bei mir war das Deck vollständig unter Ölfarbe und hat so ausgesehen, als hätte ich es in ein Glas Nutella getaucht. Du musst richtig drüberjauchen. Es war eine gewaltige Sauerei und ich habe Lagen von Papiertüchern, Pinsel und sogar die nackten Fingern gebraucht, um die Rest-Ölfarbe solange über das Deck zu verteilen, wischen, schrubbeln und bürsten, bis ich des Ergebnisses zufrieden war. Es ist eine gute Frage, warum die Fugen bei dir nicht herauskommen. Wenn es nicht das "zuwenig" an Ölfarbe ist, dann bleibt es rätselhaft.

Auch ganz wichtig zu bedenken: gehen wir davon aus, dass du meine Modelle als Vorlage nimmst, dann folgt daraus, dass du dieselben Farben und Arbeitsschritte wie ich verwenden solltest. Insgesamt geben meine Bauberichte ja darüber Auskunft, was wie und wo. Z.B. habe ich kein Schwarz zur Grundierung genommen. Gelb auf Schwarz wirkt einfach anders, als eben auf Ocker. Ich bemerke selbst außerordentliche Unterschiede, ob ich von Revell das Gelb Nr. 15 in Enamal oder Acryl verwende. Klingt auf's erste Lesen merkwürdig, ist aber so. Revell-Gelb in Acryl hat einen viel weicheren Vanille-Ton, der mir sehr behagt, in Enamel ist dasselbe Gelb dagegen aggresiver. In der Praxis habe ich die Superbe mit Enamel-Gelb bemalt, die Vestale dagegen in Acryl-Gelb. Selbst wenn ich darüber jeweils dünn mit Neapelgelb gehe, ist der Unterschied zwischen beiden Modellen enorm. Beides wirkt, aber es sind zwei verschiedene Ergebnisse. Allein dieser Punkt zeigt an, wie viel es zu beachten gilt.

Ich würde mich aber nicht so von meinen Vorlagen reiten lassen. Deine bemalten Figuren zeigen mir, dass du ein Gefühl für die Sache hast und ich denke, du fährst am besten, wenn du neben der hier aufgefangenen Inspiration deinen ohnehin eigenen Stil auf deine Modelle anwendest. Ich will hier nicht gestehen müssen, wieviele Bauteile und ganze Modelle ich selbst vermasselt habe, bevor ich mit der Superbe und der Vestale mir zur Abwechslung auch mal Lob eingefangen habe. Da fällt mir ein, ich sollte bei Gelegenheit mal dranweiterarbeiten...

H.St.

Also... last mich euch den weiteren (heutigen) Fortschritt vorstellen:


So sieht nun die Steuerbordseite des Rumpfes aus:




Hier noch mal eine Detailansicht:

http://s14.directupload.net/images/111010/d52rqpkp.jpg

EDIT: direkt Verlinkung entfernt. Bitte auf die Größenbeschränkungen laut Boardregeln achten (1024x768, 150 kB)


Die alten Plastikfensterkreuze habe ich natürlcih hearusgetrennt und durch PS Ministrips (dünne Plastikstreifen) mit 0,3 x 0,5 mm Durchmesser ersetzt.
Das einzige Problem:
Ich möchte auch mit durchsichtigen Plastikplatten (Ausgeschnitten aus einem meiner Figurenblister) die Scheiben darstellen.
Allerdings ist die Innenseite der seitlichen Heckgalerie sowas von uneben und mit so viel Vergussstellen übersäht, dass ich daran noch "fummeln" muss.


Und dann habe ich auch mit den Geschützen begonnen:



Die Kanonen sind natürlich aufgebohrt worden!
Zur Bemalung:
Die Protzen (Ich hoffe so heißen sie auch in der Seefahrt.) sind rot lakiert und anschließend mit Foundry "British Red Coat Light (68C)" aufgehellt worden.
Die Rohre sind schwarz grundiert und mit Citadel "boltgun metal" trockengebürstes worden.

Ich hoffe dass die Geschütze soweit korregt bemalt sind, da mir hier noch die Erfahrung (in der Seefahrt) fehlt.

Frage: Wie müssen anschließend die ganzen "Seile" angebracht werden, um eine historisch genaue, französiche Bestückung darzustellen? (Hat jemand von euch Bilder oder Infomaterial?)

dafi

Warum "schon wieder"???

Ist doch ein schönes Modell von dem es doch wirklich noch nicht soooo viele Interpretationen gibt - als Vic-Bastler weiß ich was ein Modelloverkill ist ;-)

Schöne Herangehensweise und natürlich ein gut gewähltes Inspirationsobjekt - jetzt bin ich auf deine eigene Interpretation, deinen Style und deine Pfote gespannt :-)

Die Kanonen hatten in der Regel keine Eisenreifen, mach die Laufflächen in Holzfarbe, da liegst du nicht falsch. Das kontinentale Brooktau ging durch die Mitte der Lafettenseitenteile - und nicht über den Knauf bei den Engländern. Willst du die Seiten- und Rückholtakel auch darstellen?

Lieber Gruß, Daniel
... keine Angst, der will doch nur spielen ...

... to Victory and beyond!
http://www.dafinismus.de

H.St.

Vielen Dank für die Ausführungen EL Supremo.

Ich strebe bei dieser "La Flore" ganz bestimmt nicht den Perfektionismus an, den deine jetzigen Modelle ausstrahlen.
Allerdings sind sie gute Vorbilder und Inspiration.

Meine erste "La Flore" werde ich einfach halten und ersteinmal schauen, was man so alles aus einem einfachen Modell ohne viel "Zutun" erschaffen kann.
D.h. Ich werde sie größenteils aus dem Kasten bauen. Lediglich Dinge die wirklich nicht annehmbar sind und dem Modell mehr schaden als nützen (Wie die Fensterrahmen),
werde ich mit meinem "bescheidenen, begrenzten" Fähigkeiten ein wenig ausarbeiten.

Zu meiner "Schwarz-Grundierungs-Phobie":
Diese hat einen relative einfachen Grund:
Die Farbe hält einfach besser als auf dem nackten Modell. Zumindest habe ich bei meinen ersten Bemalversuchen die Erfahrung gemacht.
Das Gelb meiner "La Flore" wird sich bestimmt nicht mit deinem Messen können, da ich meiner eine dickere Schicht Neapelgelb verpasst habe um sie aufzuhellen.
Aber ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden (es könnte schlimmer sein).  ;)

Ich bin immer noch am überlegen, ob ich mir die Pläne der "La Flore" kaufen sollte, um später eine korregte Betakelung zu gewährleisten. Aber fast 30 Euro dafür zu zahlen
trifft zur Zeit meine finanzielle Schmerzgrenze. ^^° (Trotzdem vielen Dank für den Tip!)
Mal sehen. Noch bin ich ja mit dem Rumpf noch nicht fertig.

Allerdings ist mir jetzt erst aufgefallen, wie ungünstig viele Auswürfe und Abgüsse liegen. Morgen werde ich wohl erstmal die Innenseiten des Rumpf bearbeiten und zusehen,
dass ich mit den Decks weiter komme. (Ich habe noch längst nicht aufgegeben.)

Zu deiner Bemerkung wegen der Ölfarbe:
Ich denke ich habe einfach nur zu viel weggewischt (ich glaube sogar etwas von der Acrylfarbe darunter ist mit abgegangen), da ich die Planken "sauber" haben wollte.
Vielleicht werde ich nochmal Ölfarbe drüber streichen... oder noch mal mit ein "unberührten Decks" meiner jetzigen (zweiten) "La Flore" einen neuen Versuch starten. Mal sehen.

So... ich denke das war es mal für heute. Morgen ist ja auch noch ein Tag.  :winken:

H.St.

Zitat von: dafi in 10. Oktober 2011, 20:17:21
Warum "schon wieder"???

Ist doch ein schönes Modell von dem es doch wirklich noch nicht soooo viele Interpretationen gibt - als Vic-Bastler weiß ich was ein Modelloverkill ist ;-)

Schöne Herangehensweise und natürlich ein gut gewähltes Inspirationsobjekt - jetzt bin ich auf deine eigene Interpretation, deinen Style und deine Pfote gespannt :-)

Die Kanonen hatten in der Regel keine Eisenreifen, mach die Laufflächen in Holzfarbe, da liegst du nicht falsch. Das kontinentale Brooktau ging durch die Mitte der Lafettenseitenteile - und nicht über den Knauf bei den Engländern. Willst du die Seiten- und Rückholtakel auch darstellen?

Lieber Gruß, Daniel


Hallo Daniel!

Danke für deine Hilfe.
Die Kanonen hatten also keine Eisenbereifung? Aarrgh! Naja... dann werde ich sie wohl in Holzfarbe machen. Oder waren sie dann auch rot bemalt?

Zu deiner Frage,
ja... ich will das volle Porgramm!  :D  Oder zumindest will ich alle Taue darstellen, die man in diesem Maßstab gut wiedergeben kann.
Die Frage der Garnfarne und -stärke habe ich nämlich auch noch nicht geklärt.)

dafi

Das volle Programm? Hier ein paar mustergültig verzurrte Geschütze (Fahrtstellung) ;-)

http://modelshipworld.com/phpBB2/viewtopic.php?t=6401&postdays=0&postorder=asc&&start=680

Ich denke aber, in deinem Maßstab sollte dies etwas einfacher sein. Seilfarbe ist hell, Blöcke lassen sich - wenn du wirklich in die Mikrochirurgie gehen willst - vielleicht mit Klebstofftropfen und Farbe simulieren.

Gruß, Daniel
... keine Angst, der will doch nur spielen ...

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Marcus.K.

Das sind tolle Bilder .. allerdings muss man leider angemeldet sein, um die Bilder sehen zu können.

Aaaaallerdings... waren die Kanonenmündungen beim Verzurren nicht oben an einem Ring über der Öffnung befestigt und die Kanone insgesamt gegen die Bordwand fest verzurrt? Hier haben die Kanonen ja die Position wie zum Gefecht - d.h. die Mündung ist aussenbords??

@H.St.
ich hoffe mein "unsauber" von vorhin klang nicht abschätzig!! Sollte es jedenfalls in keinster Weise. (Schlechtes Deutsch, ich weiß!  :-))) ).

Man kann schön sehen, dass Du durchaus wunderbar sauber arbeitest. Vermutlich ist mein Einwand auch der Unkenntnist der tatsächlichen Praxis mit Ölfarbe geschuldet (wie mir beim Lesen wieder klar wird). Denn wenn man Farbe wieder abwischt, ist es unvermeidlich, dass dabei über die Planken weg gearbeitet werden muss. Ich finde das Ergebnis durchaus bemerkenswert und wollte, ich könnte dergleichen selber!

ICh finde übrigen auch, dass die Flore durchaus ein Modell ist, das zu beim Bau sehen wirklich Spaß macht. Sie ist ja tatsächlich nicht so... hm.. abgegriffen? .. wie die Soleil oder die Vic (nichts für ungut an all die Sonnen und Nelson-Fan´s.). Selbst wenn es sie hier schon ein, zwei oder vielleicht auch dreimal gegeben hatte. Es gibt ja nun auch nicht die riesige Auswahl an hübschen kleinen Modellen und nicht jeder will gleich mit einem so großen Trümmer beginnen - was vermutlich auch gut so ist. Bei mir wartet sie auch noch im Regal.   :D

dafi

Hallo Marcus,

wenn ich es richtig interpretiert habe, betrifft diese Verzurrung die Kanonen auf den oberen Decks, bei denen keine Pfortendeckel vorhanden waren. Hier wird die Lafette gegen die Bordwand gedrückt. War meines Wissens auch auf der Vic so, auf dem Quarterdeck und in der Kuhl sind sie so dargestellt. Die Verzurrung gegen den oberen Rand der Pforten war nur bei geschlossenen Stückpfortendeckeln nötig.

Lieber Gruß, Daniel
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H.St.

Zitat von: matz in 10. Oktober 2011, 14:24:32
Die (zugegeben schönen) Segelschiffe gehören zwar nicht zu meinem Beuteschema.
Aber Entlacken und "Restaurieren" versauter Anstriche, ja da kenn ich mich aus  :D.
Mit den wirklich "giftigen" und weniger umweltfreundlichen Sachen wie Backofenreiniger und Bremsflüssigkeit lieber vorsichtig sein. Aus der (Profi-)Restauratorenszene stammt DOWANOL PM . Hab damit bisher die besten Erfahrungen gemacht habe. Auch hier im Board gibt es einige Beiträge dazu.

matz


Hallo matz,

die Sache hört sich gut an. Ich denke ich werde trotzdem erstmal mit Backofenreiniger mein Glück versuchen.
Mal sehen wie das ausgeht. ;-)
Dein Vorschlag behalte ich trotzdem mal im Hinterjopf. Danke!

H.St.

@H.St.
ich hoffe mein "unsauber" von vorhin klang nicht abschätzig!! Sollte es jedenfalls in keinster Weise. (Schlechtes Deutsch, ich weiß!  :-))) ).

Man kann schön sehen, dass Du durchaus wunderbar sauber arbeitest. Vermutlich ist mein Einwand auch der Unkenntnist der tatsächlichen Praxis mit Ölfarbe geschuldet (wie mir beim Lesen wieder klar wird). Denn wenn man Farbe wieder abwischt, ist es unvermeidlich, dass dabei über die Planken weg gearbeitet werden muss. Ich finde das Ergebnis durchaus bemerkenswert und wollte, ich könnte dergleichen selber!


Nein nein, ich habe mich nicht angegriffen gefühlt.  :1:
Mir ist nur klargeworden, dass ich nächstes Mal detailiertere Bilder machen muss.
Für den Rest meines Berichtes werde ich das tunlichst berücksichtigen.
:3:

nuggetier

@H.St.
Nach deiner Ausdrucksweise zu urteilen und deiner bisherigen sehr präzisen Arbeit wird das sicherlich ein sehr schönes Modell der gehobenen Modellbaukunst.  :P
Fertig gebaute Modelle seit ich hier angemeldet bin: Porsche 356 B/C 1:24, ---  Umbau/Streckung ägyptische Figur "Sobek";
Angefangene Bauberichte:  "Rio Magdalena" 1:160, "Ghostbusters Cadillac", diverse "Citroen B14" 1:24, "Mississippi Queen" 1:271 http://www.modellboard.net/index.php?topic=43112.msg643463#msg643463, "Mississippi-Schauferaddampfer" 1:250, "Burgmodell" 1:400, "Odawara-Castle" 1:350, "Burg Eltz" Scratchbau 1:160, Umbau - aus '34er Ford wird ein Mercedes C

H.St.

Update

Heute war nicht der erfolgreichste Tag, den ich bis jetzt hatte.
Stattdessen sind nur neue Probleme aufgetaucht.

Enthusiastische Pläne zu Anfang:





Dann die erste Frage:
Sind die runden Auswürfe an den Gittern gewollt?




Also erst mal das Deck fertig verbauen (die Auswürfe kann ich dann immer noch entfernen).




Dann das nächste Problem, worüber ich zur Zeit noch brüte.
Was hat sich der Modelleur dabei gedacht solche Ausschnitte in den Deck zu schneiden?
Wollte er die Option für einen Motoreinbau lassen? (So ein Unsinn.)
Naja... da dies auch der Fall bei meiner "Wappen von Hamburg" der Fall ist (die ich eigentlich ursprünglich als Piratenschiff bauen wollte... jaja... das Thema hatte ich bereits in meinem anderen Beitrag (bei interesse siehe Einfach unter den Link in meinem ersten Kommentar),
nehme ich an, dass dies wirklich sein Gedankengang war, sehr zum Nachteil des nicht so erfahrenen Modellbauers.

Mein erster (naiver) Plan die Spalten mit Klebstoff und Farbe zu "versiegeln" endete so:




Ich denke ich komme nicht darum harum die Spalten mit Spachtelmasse zu versiegeln und vorsichtig
danach den Bereich abzuschleifen.

Mal sehen, wie das ausgehen wird.

Sonst bin ich heute nicht so viel weiter gekommen. Die Rumpfinnenseite habe ich mit rot grundiert.
Wirklich tolle Stellen an denen die Auswürfe plaziert wurden. Ich habe sie notdürftig "weggekratzt".
Da sowieso noch eine Schicht roter Farbe folgen wird, die ich aufpinseln werde (um eine Holzstruktur zu
erzeugen) und die Stelle später auch nicht gut einsehbar sein wird (hoffentlich), werde ich nicht weiter
daran "herumdoktorn".





Was wohl die große (ebenfalls großartig positionierte), unkenntlich gemacht Fläche zu bedeuten hat?
Ob dort wohl damals der eigentliche Hersteller der Spritzgussformen stand?




Nichts desto trotz, auch diese Fläche muß ich noch entfernen, da sie beim Einbau des Batteriedecks
im Wege ist.


Hier noch ein leider etwas unscharfes Bild, das zeigt, wie ich die Kreuzrahmen der Fenster erstellt habe.
Ich hoffe, dass es mir gelingen wird noch eine durchsichtige Plastikscheibe mit Sekundenkleber dahinter zu befestigen (die Fkäche ist ziemlich ungerade). Zudem liegen die Fenster recht tief im Rumpf (da ausgerechnet hier die Wandstärke des Rumpfs besonders dick ist. Vielleicht... nur vielleicht... werde ich die Querstreben noch mal entfernen und irgendwie versuchen diesen bereich mit meinem Werkzeug etwas auszufräsen/auszukratzen? Wir werden sehen.



Auf jeden Falls werde ich später noch mal genauer zum Ein- und Umbau der Fenster kommen und dazu bessere Bilder einstellen.

H.St.

Zitat von: dafi in 10. Oktober 2011, 20:56:52
Das volle Programm? Hier ein paar mustergültig verzurrte Geschütze (Fahrtstellung) ;-)

http://modelshipworld.com/phpBB2/viewtopic.php?t=6401&postdays=0&postorder=asc&&start=680

Ich denke aber, in deinem Maßstab sollte dies etwas einfacher sein. Seilfarbe ist hell, Blöcke lassen sich - wenn du wirklich in die Mikrochirurgie gehen willst - vielleicht mit Klebstofftropfen und Farbe simulieren.

Gruß, Daniel

@dafi
Danke für den Tip. Ich habe mich bei diesem Forum angemeldet und wurde förmlich erschlagen von den detailerten Bildern. Wirklich tolle Sache. Allerdings bin ich am überlegen die Geschütze eher in Gefechtsstellung darzustellen. Denn ich bezweifle, dass die Geschütze genauso auf der "La Flore" verzurrt wären. Denn die "La Flore" besitzt Geschützpfortendeckel. Dass würde heißen, ich müßte alle Kanonen neu positionieren (an dem Modell sind extre im Deck Löcher gebohrt um die Geschütze exakt z positionieren), die Löcher verspachteln. Auf der anderen Seite wäre das vielleicht einfacher, dann könnte ich die Deckel geschlossen darstellen (was ich aber ich aber nicht machen möchte, da ich ja ein Kriegsschiff im Einsatz darstellen will). Warum? Naja... hier ein Bild von den tollen Geschützpfortendeckeln des Modells:



Klasse Stelle für Auswürfe, nicht war?
An jeder Geschützklappe befindet sich ein schöner, kreisrunder Abdruck (eine Vertiefung) an der Innenseite.  ;(
Da wäre es einfacher alle Deckel zu schließen.  :7:
Aber ein Kriegsschiff an dem alle Pforten geschlossen sind? Wäre ja genauso als wenn ich einen Modelpanzer ohne Ketten darstellen würde. :7: (Den Vergleich mit dem Rohr spar ich mir lieber, manche haben ja wirklich keines oder nur einen Stummel.)  :D

Naja... ich denke hier kann ich nur sagen... wir werden sehen was mir so einfällt.

El Supremo

@ H.St.

ZitatSind die runden Auswürfe an den Gittern gewollt?

Nein, ich selber habe sie entfernt.

ZitatIch denke ich komme nicht darum harum die Spalten mit Spachtelmasse zu versiegeln und vorsichtig
danach den Bereich abzuschleifen.

Bei dieser Fuge habe ich den Aufwand nicht übertrieben, weil der Makel eh in der dunklen Kuhl verschwindet und kaum mehr in den eigentlichen Einsichtbereich gerät.

Genauso verhält es sich dann auch mit den Geschützen: lediglich die Brooktaue sind bei mir dargestellt, sämtliche Takel dagegen weggelasen. Hätte ich letztere besorgt, wäre mir der Beifall im Forum zwar gewiss gewesen, aber das Modell als Gesamtes hätte dadurch kaum mehr gewonnen, da es als Raumschmuck dient, welches in seiner ästhetischen Gesamtheit dem Betrachter schmeicheln soll, als dass man sich die Mühe macht, bei einem derart winzigen Modell in der Kuhl nach Details zu sondieren. Meine Präferenzen sind da einfach andere.

Überhaupt: ist das Modell erstmal aufgetakelt, wird der Einblick zumal erschwert, und ganz abgesehen davon gibt es auf dem Oberdeck kein einziges Geschütz. Kurzum: für mein Dafürhalten schafft man sich nur unnötige Arbeit, die am Ende kaum mehr belohnt, als dass man es eben gemacht hat. Für mich persönlich hat der Aufwand, den ich in die Bemalung insbesondere investiert habe, längst die Tatsache aufgewogen, dass meine Geschütze "nur" die Brooktaue darstellen.

Grundsätzlich hat bei mir die Bemalung eines Modells Vorrang vor der Darstellung von Takeldetails etc, denn das erste, was in den Blick gerät, sind eben nicht die akurat ausgeführten Takelarbeiten, die bis zum unbedeutensten Block ausgeführt sind, sondern eben der Rumpf, sein Farbschema und die Ornamente, falls diese epochal vorhanden sind. Ein nur leidlich bemaltes Modell und eine Takelung, die sich in perfektionistischen Details verliert, vertragen sich nicht, wie mein persönlicher Ästhet meint. Da doch lieber ein Optimum bei der Bemalung des Rumpfes und "nur" ein vereinfachtes Rigg. Ich denke, ich werde bei der Takelung von Superbe und Vestale ebenso nur das für mich Wesentliche herausstellen, dieses aber betont und präzise.

Geschützpfortendeckel: warum lässt du sie nicht einfach weg? Das habe ich auch gemacht und folge damit ganz meinem musealen Vorbildmodell; - )